Archäologen haben die Ruinen der alten römischen Stadt Neapolis entdeckt, die vor rund 1.700 Jahren durch einen Tsunami zerstört wurde.
Wo genau sich diese altrömische Stadt befand, war unseren Forschern bislang ein Rätsel, denn es gibt kaum historische Überlieferungen über sie. Ihre Bürger hatten sich während des Dritten Punischen Krieges von 149 - 146 v. Chr. mit Karthago verbündet anstatt mit Rom und der endete mit der Zerstörung Karthagos und der Versklavung seiner Einwohner durch die Römer. Lediglich der römische Soldat und Geschichtsschreiber Ammien Marcellin erwähnte sie in seinen Schriften und sorgte dadurch, dass unsere Historiker von Neapolis erfahren.


Man nahm an, dass Neapolis nach dem schweren Erdbeben vor Kreta am 21. Juli 365 durch den nachfolgenden Tsunami zerstört wurde, der auch Küstenregionen Zentral- und Südgriechenlands, Libyens, Ägyptens, Zyperns sowie Siziliens traf und große Verwüstungen anrichtete. Jetzt hat ein italienisch-tunesisches Archäologenteam bekanntgegeben, dass sie tatsächlich die Ruinen von Neapolis auffinden konnten, die unter Wasser auf einem 20 Hektar großen Gebiet vor der Küste von Tunesien liegen.

Neben den Straßen und Denkmälern entdeckten die Taucher auch Dutzende von Behältern, die einst benutzt wurden, um Garum darin zu lagern. Dieses Garum wurde aus fermentiertem Fisch hergestellt und könnte zu dem Reichtum der Stadt beigetragen haben, da es damals in Rom besonders populär war und zu den Standardgewürzen in der antiken römischen Küche zählte. "Es ist eine große Entdeckung", wird der Projektleiter Mounir Fantar im The Independent zitiert. "Diese Entdeckung hat es uns ermöglicht, mit Gewissheit zu beweisen, dass Neapolis ein wichtiges Zentrum für die Herstellung von Garum und Stockfisch war, wahrscheinlich das größte Zentrum der römischen Welt."