VfL Ellrich sperrt den Trainingsplatz, nachdem ein junger Fußballer plötzlich eingesackt war. Ursache des Lochs unklar.
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© Hansestadt Lüneburg
Symbolbild
Ellrich - Die Warnung ist unmissverständlich: "Nicht betreten! Lebensgefahr! Erdfall!" steht auf einem Zettel am rot-weißen Absperrband. Mit dem sind auf dem Trainingsplatz des Ellricher VfL zwei etwa zehn Quadratmeter große Felder markiert.

Das eine ist wegen einer Senke abgesperrt, die noch zu Monatsbeginn kein Grund zu größerer Sorge war. Seit Montag voriger Woche aber ist das anders: Denn im zweiten Feld klafft seitdem ein etwa 30 Zentimeter breites Loch. Wie tief es ist, ist nicht zu erahnen.

An besagtem Montag tat es sich plötzlich auf, als die C-Jugend trainierte. "Ein Junge sackte bis zu den Knien ab. Gott sei Dank ist ihm nichts passiert", sagt VfL-Vorstand Uwe Schabacker. Nicht nur ihn treibt die Frage um, ob es zu weiteren Löchern auf dem Platz kommen könnte. Senken immerhin gibt es auf diesem einige. Vorerst ist der Platz jedenfalls für den Trainingsbetrieb gesperrt. "Wir wollen, dass nichts Schlimmes geschieht", so Schabacker.

Am Dienstagnachmittag ist ein Experte der Gesellschaft für Ingenieur-, Hydro- und Umweltgeologie IHU aus Leimbach vor Ort. Schnell kann er einen Erdfall ausschließen. Denn der Platz liege außerhalb des Karstgebiets mit seinem löslichen Gipsgestein, vielmehr in der Zone des Rotliegenden. Allerdings gab es anstelle des Platzes einst die Mönchsteiche. Alten Ellrichern zufolge wurden die vor Jahrzehnten verfüllt. Möglicherweise sei diese Auffüllung durch Grundwasser aufgeweicht worden, sagt IHU-Prokurist Konrad Rose. Dass dadurch entstehende Hohlräume dazu führen, dass die Erdoberfläche durchbricht, sei "relativ selten".


Am Dienstag ermittelte er die Tiefe des schräg nach unten führenden Lochs, beziffert sie mit etwa 1,50 Meter. Noch diese Woche soll das umliegende Gelände mittels Bagger geöffnet werden, um zwei Fragen zu klären: Womit wurde der frühere Teich hier aufgefüllt? Und in welcher Tiefe steht das Grundwasser an?

Bürgermeister Matthias Ehrhold (SPD), viele Jahre Umweltamtsleiter im Landratsamt, betont, der Platz bestehe auf keiner früheren Mülldeponie: "Die Fläche war nie Bestandteil des Altlasten-Verdachtsflächen-Katasters." Auch auf illegale Ablagerungen gebe es keine Hinweise. Bestenfalls könne das Loch einfach verfüllt, die Fläche sodann planiert werden, damit neuer Rasen ausgesät werden kann. Dann wäre der Platz schon bald wieder bespielbar. Schlimmstenfalls wäre eine aufwendige Sanierung nötig, wofür es Fördermittel bräuchte, sagt Bürgermeister Ehrhold.

Das gesamte Sportgelände am Schwanenteich gehört der Stadt, der VfL ist Pächter. Zwei Herren-, einer Damen- und einer Altherrenmannschaft fehlt nun ebenso die Trainingsmöglichkeit wie den vielen Kindern und Jugendlichen der G- bis B-Jugend. Denn der benachbarte Hauptplatz wird für Punktspiele gebraucht, ist durch diese schon enorm beansprucht.

Befreundete Sportvereine in Sülzhayn und Wieda bieten "Asyl", verlangen teils aber eine Kostenbeteiligung. Nicht nur das belastet die Sportler und Eltern der jungen Fußballer, meint Schabacker. Es seien auch die Fahrten dorthin, die stören.