
Bei Algol handelt es sich in Wirklichkeit um zwei Sterne, die sich gegenseitig auf sehr dichten Umlaufbahnen umkreisen und sich dabei - aus irdischer Perspektive betrachtet - immer wieder gegenseitig bedecken, wodurch sich auch die Helligkeit des von der Erde aus als ein Stern erscheinenden Doppelsterns verringert.
Schon vor vier Jahren hatten die Forscher im "Cambridge Archaeological Journal" durch eine Analyse des Kalenders aufgezeigt, dass die Vorhersagen eine Periodizität von 29,6 Tagen aufweisen, die erstaunlich genau mit der Umlaufzeit des Mondes von 29.53059 Tagen übereinstimmt. Ebenfalls bereits in dieser Analyse entdeckten sie zudem eine Periode von 2,85 Tagen, die der heutigen 2,867-tägigen Periode des bedeckungsveränderlichen Sterns Algol im Sternbild Perseus auffallend nahe kommt.
In Ihrer aktuellen Untersuchung belegen die Forscher nun, dass es sich bei Algol um den einzigen veränderlichen Stern handelt, dessen Periode auch durch Beobachtungen mit bloßem Auge schon im Altertum möglich war (s. Abb.). Modernen Astronomen ist die Veränderlichkeit von Algol erst seit 1783 bekannt, als der Astronom John Goodricke die Periode des Doppelsterns durch Beobachtungen mit bloßem Auge analysierte.
Während und durch den engen Umlauf der beiden Sterne umeinander kommt es zu einem Materieaustausch zwischen den beiden Sternen. Dieser sollte sowohl die Periode der Helligkeitsveränderung nach und nach vergrößern. Da bislang jedoch nicht genügend Beobachtungsdaten vorliegen, wie sie nur bis ins 17. Jahrhundert zurückreichen, konnte dieser Effekt bei Algol noch nicht nachgewiesen werden. Sollte die Interpretation des ägyptischen Kalenders von den der "glücklichen und unglücklichen Tagen" zutreffen, so könnte die sich zur heutigen Länge der Periode ergebenden negative Abweichung, den Materietransfer zwischen den beiden Sternen des Binärsystems bestätigen wodurch auch die Abweichung zu Goodricke Messung erklärt werden könnte.



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