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Sa, 10 Dez 2016
Die Welt für Menschen, die denken

Wissenschaft und Technologie
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Gängige Lehrmeinung ist falsch: Affen sind anatomisch doch zur Sprache fähig

Jahrzehnt galt es als gängige Lehrmeinung, dass Affen schon deshalb keine Sprache entwickelt haben und auch keine neuen Rufe erlernen können, weil ihnen hierzu die anatomischen Voraussetzungen fehlen. Ein internationales Team von Kognitionsbiologen hat die stimmbildenden Organe von Affen nun erneut genau untersucht und festgestellt, dass diese weitaus flexibler sind als bislang angenommen und damit auch durchaus für Sprachlaute geeignet wären. Der Grund, weshalb Affen nicht sprechen liegt also woanders.
© Tapas Biswas, (via WikimediaCommons) CC-BY-SA 4.0
Symbolbild: Makakenaffe
Wien (Östrreich) - Wie das Team um Tecumseh Fitch von der Universität Wien und Asif Ghazanfar von der Princeton University aktuell im Fachjournal „Science Advances“ (DOI: 10.1126/sciadv.1600723) berichtet, sind Kehlkopf, Zunge und Lippen der untersuchten Makaken weitaus flexibler als bisher angenommen. „Es liegt nicht an der Vokalanatomie, dass Affen nicht sprechen können, sondern am Gehirn.“

Mit Hilfe von Röntgenstrahlen untersuchten die Forscher Veränderungen im Mund und Hals von Makaken, während die Tiere Laut gaben, fraßen oder auch nur ihren Gesichtsausdruck variierten.

Cow Skull

"New York Times" enthüllt explosive Daten gegen Einsatz von Gentechnik

Gentechnisch veränderte Organismen. Wir haben alle davon gehört, die meisten von uns verabscheuen den Gedanken daran, und einige von uns zucken dabei einfach mit den Schultern. Ungeachtet dessen, was man von den gentechnisch veränderten Produkten in unseren Supermarkt-Regalen hält (insbesondere, wenn man in den USA oder Australien lebt), kann man mit Gewissheit sagen, dass der Anti-Gentechnik-Bewegung von Seiten der Mainstream-Medien üblicherweise ungerechtfertigte Kritik entgegenschlägt - sofern überhaupt darüber berichtet wird.

Die New York Times hat bei diesem Thema jedoch endlich einen Blick über den Tellerrand gewagt. Die Berichte "Broken Promises of Genetically Modified Crops" und "GMOs Were Supposed to Increase Crop Yields" setzen sich gründlich damit auseinander, was es mit der Industrie auf sich hat, indem die Gentechnik-Diskussion kritisch unter die Lupe genommen wird.

In einem verwandten Artikel der Serie, Doubts About the Promised Bounty of Genetically Modified Crops, werden die Konsumenten mit Fragen über zunehmende Ernteerträge und einer Reduktion von Pestiziden konfrontiert, wie sie von den Organisationen zugesichert wurden, und wie beides auf erschütternde Weise gescheitert ist.

Eye 1

Heimlich hört das Handy zu: Abwehr ungewollten Audiotrackings durch akustische Cookies

© Thinkstock by Getty Images
Mobiltelefone und Tablets können durch sogenanntes Audiotracking mittels Ultraschall unbemerkt das Verhalten ihrer BenutzerInnen verfolgen - etwa das Betrachten bestimmter Fernsehwerbungen oder den Aufenthalt an bestimmten Räumen und Plätzen. Im Projekt SoniControl entwickelt die Fachhochschule St. Pölten eine Methode, wie dieses unbemerkte (und meist ungewollte) Ausspionieren enttarnt und blockiert werden kann.

Die permanente Vernetzung mobiler Endgeräte kann die Privatsphäre der BenutzerInnen gefährden und zu neuen Formen der Überwachung führen. Zum Beispiel kann ein Fernseher während eines Werbespots unhörbare akustische Signale („akustische Cookies“) aussenden. Mobile Endgeräte in der Umgebung nehmen diese Signale auf, dekodieren sie und senden über das Internet Informationen an die SenderInnen des Signals zurück. So kann etwa festgestellt werden, dass der Fernseher und das Mobilgerät derselben Person gehören und welche Werbung gerade gesehen wird. Das ermöglicht das Erfassen von UserInnen-Verhalten, ähnlich wie es mit Cookies im Webbereich seit Langem betrieben wird, jedoch über mehrere Geräte hinweg und ohne das Wissen der NutzerInnen.

Bell

3D Druck macht es möglich: Eine digitale Sonnenuhr

Der User Mojoptix stellt auf Thingiverse seine 3D gedruckte digitale Sonnenuhr zum Download bereit.
Eine Sonnenuhr an sich ist ja nichts besonderes. Die digitale Version davon ist jedoch was Neues!

Ermöglicht wird diese Weiterentwicklung der uralten Technik die Zeit anzuzeigen durch das spektakuläre 3D Design und den 3D Druck. Über einen Algorithmus wird berechnet ob der Punkt bei einer gewissen Uhrzeit das Licht der Sonne durchlassen soll oder nicht.

So kann die Zeit auf 10 Minuten genau angezeigt werden. Von oben sieht dies dann so aus:

Document

Forscher: Anstieg der Kaiserschnitte beeinflusst Evolution

Provokante Aussage von Forschern: Kaiserschnitte geben ungünstige Gene weiter. Verdammen wollen die Wissenschaftler den Sectio caesarea aber nicht.
© Ramona Heim / Fotolia
Immer mehr Kinder werden per Kaiserschnitt geboren.
NEU-ISENBURG. Immer mehr Kinder können nicht auf natürlichen Weg geboren werden, so eine Studie laut BBC. Der Grund: Die werdenden Mütter haben ein zu schmales Becken. Die Babys passen schlicht nicht durch den Geburtskanal.

War dies in den 1960-iger Jahren bei drei Prozent der Geburten der Fall, seien es heute zwischen zehn und zwanzig Prozent mehr.

Kommentar:



Ice Cube

Russland: Neues und genauestes Temperatur-Eichmaß entwickelt

Russische Wissenschaftler haben ein neues Eichmaß der Temperatur entwickelt, wie die russische Behörde für technische Regelung und Metrologie (Rosstandart) am Montag mitteilt.
© Sputnik/ Vitaly Belousov
„Russischen Metrologen ist es gelungen, die Boltzmann-Konstante mit einer hohen Präzision zu bestimmen, was es ermöglicht hat, die Reinheit der Wiedergabe einer Temperatur-Einheit zu verbessern. Die gefundenen Ergebnisse werden dem staatlichen Eichmaß der Temperatur zugrunde gelegt und Russland einen weltweit führenden Platz im Bereich der Temperaturmessung sichern“, heißt es in der Mitteilung.

Wie die Behörde präzisierte, ermöglicht das von den Wissenschaftlern gebaute Gerät, die messtechnischen Eigenschaften des staatlichen primären Eichmaßes der Temperatur zu verbessern, und zwar den Temperaturbereich auf 3 473 Kelvin (Einheitenzeichen: K) zu erweitern und den Widergabefehler um 35 bis 50 Prozent zu reduzieren.

Nebula

Magnetsinn scheinbar auch beim Menschen nachgewiesen

Vögel, Insekten und einige Säugetieren haben die Fähigkeit, das Erdmagnetfeld wahrzunehmen. Das ermöglicht ihnen, weite Strecken zurückzulegen und sich in ihrer Umgebung zu orientieren. Der Geophysiker Dr. Joe Kirschvink vom California Institute of Technology (Caltech) hat nun verlautbart, diesen Sinn erstmals auch beim Menschen entdeckt zu haben.

Kirschvink behauptet, dass seine Ergebnisse reproduziert und verifiziert werden können. Das war bisher bei Experimenten zu unserem Magnetsinn, der sogenannten Magnetorezeption, nicht möglich.

Der biologische Vorgang der Magnetorezeption wird mit zwei konkurrierenden Hypothesen erklärt: Das eine Lager glaubt, dass erdmagnetische Felder Quantenreaktionen in „Cryptochtomen“ genannten Proteinen hervorrufen; das andere Lager erwägt die Möglichkeit, dass es im Körper Rezeptorzellen gibt, die Magnetit enthalten und sich nach dem Magnetfeld ausrichten. Allerdings kann keine der beiden Hypothesen diese Fähigkeiten schlüssig beweisen.

R2-D2

Humanoide Roboter der TH Wildau sollen für die Altenpflege eingesetzt werden

BERLIN/WILDAU. Die Studenten Mathias Lindt und Max Dellüge der Technischen Hochschule Wildau haben für ihren humanoiden Roboter "Annabell" den mit 1000 Euro dotierten Dritten Preis im Wettbewerb "Mensch und Technik 2016" des Bezirksvereins Berlin-Brandenburg des Vereins Deutscher Ingenieure erhalten.

Einsatz humanoider Roboter für das betreute Wohnen im Alter
Der Roboter könne die Gebärdensprache beibringen sowie ausgewählte gesprochene Worte und Sätze mittels Gestiken in die Gebärdensprache übersetzen. Die Lösung sei für die (Alten-)Pflege bestimmt. Sowohl Pflegebedürftige als auch das -personal erhielten so die Möglichkeit, ihre Kenntnisse in der Gebärdensprache zu vertiefen. Zudem können Betroffene bei sich abzeichnender Gehörlosigkeit die Gebärdensprache rechtzeitig erlernen.

Nebula

Astronomen finden erste Hinweise auf merkwürdige Quanteneigenschaften des leeren Raums

Milano (Italien) - Im Licht eines ungewöhnlich dichten und stark magnetisierten Neutronenstern haben Astronomen mit dem Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte (ESO) möglicherweise die ersten Hinweise auf einen seltsamen Quanteneffekt gefunden, der in den 1930er Jahren zum ersten Mal vorhergesagt wurde: Die Polarisation des beobachteten Lichts legt nahe, dass der leere Raum um den Neutronenstern einem Quanteneffekt unterliegt, den man als „Vakuumdoppelbrechung“ bezeichnet.
© ESO/L. Calçado
Diese Künstlerische Darstellung zeigt, wie das Licht, das von der Oberfläche eines stark magnetisierten Neutronensterns (links) kommt, auf seinem Weg zum Beobachter auf der Erde (rechts) linear polarisiert wird, sobald es sich dem Vakuumraum nahe des Sterns nähert. Die Polarisation des beobachteten Lichts im extrem starken Magnetfeld legt nahe, dass der leere Raum um den Neutronenstern einem Quanteneffekt unterliegt, der als Vakuumdoppelbrechung bekannt ist, einer Vorhersage der Quantenelektrodynamik (QED). Die magnetischen und elektrischen Feldrichtungen der Lichtstrahlen sind durch rote und blaue Linien dargestellt. Sie richten sich entlang einer bevorzugten Richtung aus, sobald das Licht durch die Region um den Neutronenstern läuft. Indem sie sich ausrichten, wird das Licht polarisiert und diese Polarisation kann mit empfindlichen Instrumenten auf der Erde gemessen werden.
Wie das Team um Roberto Mignani vom Istituto di Astrofisica Spaziale e Fisica Cosmica Milano (INAF) und der polnischen Universität Zielona Gora aktuell im Fachjournal Monthly Notices of the Royal Astronomical Society berichten, haben sie mit dem VLT den rund 400 Lichtjahre von der Erde entfernten Neutronenstern „RXJ1856.5-3754“ beobachtet.

Monkey Wrench

Wissenschaftler des MIT konstruieren künstliche Muskeln

Mit einer Kombination aus gewöhnlichen Nylonfäden und stromleitender Tinte gelang es Forschern des Massachusetts Institute of Technology, einen künstlichen Muskel herzustellen, der viele Bewegungen natürlichen Muskelgewebes nachahmen kann. Die Forscher glauben, dass Ihre Erfindung eine ganze Reihe Anwendungsmöglichkeiten hat - von der Robotik über künstliche Gliedmaße bis hin zu flexiblen Komponenten für den Automobil- oder Flugzeugbau.
© Felice Frankel and Seyed Mohammad Mirvakili/MIT
Ein Muskel aus Nylon und stromleitender Tinte

Der Prozess, mit dem der künstliche Muskel hergestellt wird, ist relativ einfach. Die Nylonfäden werden in einem besonderen Verfahren neu geformt und auf einer Seite mit stromleitender Tinte beschichtet. Dadurch entstand ein Gewebe, das unter der Einwirkung von Hitze seinen Durchmesser erhöht und sich in der Länge zusammenzieht. Die Hitze entsteht dabei, wenn an der leitenden Tinte eine Spannung angelegt wird. Der künstliche Muskel hält mindestens 100.000 dieser Kontraktionen durch, wahrscheinlich liegt die Grenze sogar noch viel höher. Bei Bedarf kann er sich mit einer Frequenz von 17 Kontraktionen die Sekunde bewegen.