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Do, 29 Jul 2021
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Wissenschaft und Technologie
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Telescope

Einschlag auf Jupiter: Es war ein Asteroid

Kein Komet, sondern ein Asteroid war der Verursacher eines dunklen Flecks auf Jupiter, der am 19. Juli 2009 entdeckt wurde. Zu diesem Schluss kam ein Forscherteam um Glenn Orton am Jet Propulsion Laboratory der NASA. Das Team beobachtete mit drei verschiedenen Infrarotteleskopen die Atmosphäre des Gasriesen und veröffentlichte die Ergebnisse nun in der Fachzeitschrift Icarus.

Die Forscher konnten rückschließen, dass es sich beim eingeschlagenen Objekt eher um einen felsigen Asteroiden als um einen eisigen Kometen gehandelt hat, obwohl ein Kometeneinschlag zunächst wahrscheinlicher schien.

Die letzten bekannten Objekte, die zuvor in die Atmosphäre von Jupiter stürzten, waren die Bruchstücke des Kometen Shoemaker-Levy im Jahr 1994. Messungen mit dem Weltraumteleskop Hubble der NASA deuten darauf hin, dass das im Jahr 2009 eingeschlagene Bruchstück wohl deutlich dichter und massereicher war als die Kometenbruchstücke.

People

Studie aus der Hirnforschung: Säuglinge reagieren sensibel auf Stimmen

Frankfurt/Main (RPO). Das Gehirn von Säuglingen ist offenbar in besonderer Weise auf den Klang menschlicher Stimmen und Gefühlsausdrücke fixiert. Das geht aus einer Studie hervor, die in einem Fachmagazin veröffentlicht worden ist.

Der in Current Biology veröffentlichten Studie zufolge konnten bei drei- bis siebenmonatigen Babys bei entsprechenden Geräuschen verstärkte Aktivitäten in einem Bereich des Hirns festgestellt werden, in dem auch bei Erwachsenen die Verarbeitung von Stimmen stattfindet.

"Dies zeigt, dass im menschlichen Gehirn bereits in einem frühen Entwicklungsstadium Bereiche mit bestimmten Spezialisierungen existieren", sagt Evelyne Mercure vom University College in London. Ihre Forscherkollegin Anna Blasi vom Londoner King's College betont, dass die frühe Spezialisierung vermutlich mit der großen Bedeutung der menschlichen Stimme als soziales Signal zusammenhänge.

Telescope

Leben auf Saturnmond Enceladus möglich

Boulder/ USA - Nachdem Heidelberger Wissenschaftler erst vor wenigen Tagen nachweisen konnten, dass die Eisfontänen, die der südlichen Polregion des Saturnmonds Enceladus entspringen, von einem unter dem Eispanzer liegenden Salzwasserozean gespeist werden (...wir berichteten), sind sich Wissenschaftler nun einig, dass es in diesem Ozean - und somit vielleicht auch in ähnlichen Gewässern auf anderen Eismonden im Sonnensystem - auch Leben geben kann.
Eisfontänen am Südpol des Saturnmonds
© NAS/ESA
Die Eisfontänen am Südpol des Saturnmonds Enceladus
"Auf Enceladus gibt es unterhalb der gefrorenen Oberfläche Umweltbedingungen, von denen wir wissen, dass in ihnen Organismen gedeihen könnten, die wir von der Erde kennen", kommentierte die Leiterin des "Cassini Imaging Teams" am "Space Science Institute", Dr. Carolyn Porco, am Freitag die Ergebnisse der Wissenschaftler um Dr. Frank Postberg von der "Universität Heidelberg".

Telescope

Astronomie: Ein Stern verschluckt sich

Das war dann doch ein bisschen viel: Astronomen haben einen fernen Stern beobachtet, der sich an einer riesigen Gaswolke verschluckt hat.
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Düsseldorf. Einem seltenen kosmischen Spektakel sind Astronomen mit dem Weltraumteleskop XMM-Newton auf die Spur gekommen. Die Forscher beobachteten einen extremen Strahlungsausbruch im Doppelsternsystem IGR J18410-0535. Ursache des über Stunden andauernden Phänomens: Ein Stern, der sich an einer riesigen Gaswolke regelrecht verschluckt hat.

IGR J18410-0535 gehört zu einer besonderen Klasse von Sternsystemen, den Supergiant Fast X-ray Transients - starke, aber unregelmäßig leuchtende Quellen von Röntgenstrahlung. Das System besteht aus einem blauen Riesenstern und einem Supernova-Überrest von nur rund 10 Kilometern Durchmesser, einem sogenannten Neutronenstern. Solche exotischen Sternreste sind extrem dicht und erzeugen ein starkes Gravitationsfeld - was sich als besonderer Glücksfall für die Astronomen um Enrico Bozzo von der Universität Genf erweisen sollte.

Sun

Unsere Sonne ist ungewöhnlich inaktiv: Strenge Winter und kühle Sommer

sonne
© © Nasa/Esa/Goddard Space Flight Center
Weltraumsonden liefern Aufnahmen der Sonne im UV-Bereich – darauf leuchten Sonnenflecken gleißend hell. Diese Aufnahme von 2003 zeigt noch deutliche Aktivität.

Wenn Markus Roth derzeit die Flecken auf der Sonnenoberfläche zählt, ist er rasch fertig. »Da ist momentan deutlich weniger los, als wir erwarten«, sagt der Experte vom Kiepenheuer-Institut für Sonnenphysik in Freiburg. Genau das beunruhigt manche Sonnenforscher. Schon spekulieren einige über einen längeren Einbruch der solaren Aktivität und eine bevorstehende Kälteperiode.

Denn eigentlich wäre die Sonne in ihrem üblichen, elf Jahre währenden Fleckenzyklus auf dem Weg zu einem Maximum, das spätestens im Frühjahr 2013 erreicht sein sollte. Jeweils im Maximum ist ihre Oberfläche dicht übersät mit den dunklen Flecken. Sie signalisieren heftige Aktivität im Zentralgestirn und entsprechend starke Energieabstrahlung. Die Flecken entstehen dort, wo das solare Magnetfeld gestört wird, wo also im Sonneninneren besonders viel Unruhe herrscht. Sie sind oft größer als der Erddurchmesser und lösen sich meist nach wenigen Tagen wieder auf. Da die Stellen mit 4.000 Grad Celsius kühler sind als ihre Umgebung, die bei rund 5.500 Grad mehr sichtbares Licht abstrahlt, wirken sie etwas dunkler. Im energiereichen Ultraviolettbereich leuchten die Sonnenflecken hingegen gleißend hell.

Telescope

Entferntester Quasar entdeckt

Quasar
© ESO/M. Kornmesser
Künstlerische Darstellung des entferntesten Quasars

Pressemitteilung der Europäischen Südsternwarte (Garching bei München) - Ein Team von europäischen Astronomen hat mit dem Very Large Telescope (VLT) der ESO und einer Reihe weiterer Teleskope den entferntesten bisher bekannten Quasar entdeckt und näher untersucht. Dieses strahlende Leuchtfeuer wird von einem Schwarzen Loch mit zwei Milliarden Sonnenmassen angetrieben und ist das leuchtkräftigste Objekt, das bislang im frühen Universum entdeckt wurde. Die Ergebnisse der hier vorgestellten Studie erscheinen am 30. Juni 2011 in der Fachzeitschrift Nature.

“Dieser Quasar verschafft uns wertvolle Einblicke in das frühe Universum. Es handelt sich um eine sehr seltenes Objekt, das uns helfen wird, zu verstehen, wie supermassereiche Schwarze Löcher einige hundert Millionen Jahre nach dem Urknall an Masse zugenommen haben”, erklärt Stephen Warren, der Leiter des Wissenschaftlerteams.

2 + 2 = 4

Krähen merken sich Übeltäter und geben dieses Wissen scheinbar auch an ihre Nachkommen weiter

Krähen merken sich Menschen, die ihnen Böses getan haben, über mehrere Jahre. Einer aktuellen Studie zufolge geben sie dieses Wissen sogar an ihre Artgenossen und ihre Nachfahren weiter.
Bild
Bedrohlicher Maskenmann

Bereits vor fünf Jahren haben die Forscher um John Marzluff von der Washington University festgestellt, dass sich Krähen einzelne Menschen merken, die eine Bedrohung für sie darstellen. Damals haben sie eine Handvoll Amerikanerkrähen (Corvus brachyrhynchos) am Campus ihrer Universität kurzfristig eingefangen, markiert und wieder frei gelassen; dabei trugen sie spezielle Masken.

Satellite

Raumsonde Dawn fliegt zu Asteroiden Vesta

Am 16. Juli 2011 erreicht die Raumsonde Dawn den drittgrößten Asteroiden Vesta. Sie reist dabei auch zu den Anfängen des Planetensystems.

Planetologen müssen geduldig sein. Schon vier Jahre lang ist die NASA-Raumsonde Dawn nun unterwegs und nähert sich äußerst behutsam dem Asteroiden Vesta. Das Raumschiff wird nicht von konventionellen chemischen Triebwerken, sondern von einem elektrischen Ionenantrieb beschleunigt, der hundertfach schubschwächer ist. Dawn ist erst die dritte interplanetare Mission, die auf diese Technik setzt. Obwohl ihr Betrieb schwerfällig ist, lohnt es sich wegen deutlich geringerer Kosten, damit zu fliegen. Die Sonde tritt am 16. Juli schließlich in eine Umlaufbahn um Vesta ein, den drittgrößten Körper des Asteroidengürtels zwischen den Bahnen von Mars und Jupiter, um ihn mit einer in Deutschland entwickelten Kamera und zwei Spektrometern an Bord für ein Jahr zu erforschen. Dann fliegt sie zum größten Asteroiden Ceres weiter. Doch allein für den Besuch bei der exotischen Vesta dürfte sich die lange Reise lohnen.

Saturn

Neu entdeckte Form flüssigen Wassers auch auf frostigen Eisplaneten möglich

Planet
© ESO.org
Künstlerische Interpretation der Oberfläche eines Eisplaneten

Umea/ Schweden - Bislang galt gewöhnliches Wasser in flüssiger Form bei Temperaturen von unter Null Grad als unmöglich, geschweige denn bei minus 130 Grad Celsius - lediglich in der Theorie existierte diese ungewöhnliche Wasserform. Jetzt ist es einem schwedischen Wissenschaftler gelungen, genau diese Form von Wasser zu erzeugen. Damit belegt der Forscher zugleich, dass die stark zähflüssige und sehr dichte Form des Wassers auch auf anderen und kälteren Himmelskörpern existieren und hier vielleicht sogar die Grundlage für exotische Lebensformen bilden könnte.

Hardhat

Expedition in den Erdmantel

Bohrarbeiten
© AFP
Unter dem Meer. Ein Arbeiter auf dem japanischen Spezialschiff „Chikyu“ bereitet einen Bohrer für den Einsatz vor. Die Chikyu kann sieben Kilometer tief in den Meeresboden bohren...
Auf den Spuren von Jules Verne: Mit einer Bohrung auf hoher See wollen Geologen den Erdmantel erreichen. Gelänge dies, brächte das wertvolle Informationen, zum Beispiel über den Ursprung und die Entwicklung unseres Planeten.

Für den französischen Schriftsteller Jules Verne war ein Vorstoß ins Innere der Erde eine relativ einfache Sache. In seinem Roman „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ ließ er 1864 seine wagemutigen Helden durch einen isländischen Vulkan in die Tiefen unseres Planeten hinabsteigen. Doch die wirklichen physikalischen Verhältnisse, wie hohe Temperaturen, die im Erdkern Werte um die 6000 Grad Celsius erreichen, schieben einer solchen Expedition einen unüberwindlichen Riegel vor.

Dennoch haben die Wissenschaftler im vergangenen Jahrhundert zahlreiche Informationen über den inneren Aufbau der Erde erhalten, und zwar durch die Messung seismischer Wellen, wie sie bei Erdbeben freigesetzt werden.