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Sa, 22 Jan 2022
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Wissenschaft und Technologie
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"Pandorahaufen" - Galaxien im Aufruhr

Ein internationales Wissenschaftlerteam unter Leitung des Heidelberger Astronomen Julian Merten hat mit den Weltraumteleskopen «Hubble» und «Chandra», sowie dem VLT und dem japanischen Subaru-Teleskop, den Galaxienhaufen Abell 2744 untersucht. Sie deckten eine ereignisreiche Vergangenheit auf, das «Pandorahaufen» getaufte Konglomerat ist aus Zusammenstößen von mindestens vier verschiedenen Galaxienhaufen entstanden.
Pandorahaufen
© Nasa / Esa / Eso / CXC & D. Coe, STScI / J. Merten et al.
Im « Pandorahaufen » Abell 2744 kommt es zu tumultartigen Krawallen zwischen Galaxien, ihren Sternen, heißem Gas (pink) und Dunkler Materie (blau). Die Vorgänge rekonstruierten Astronomen anhand von Aufnahmen mit « Hubble », « Chandra », dem VLT und dem Subaru-Teleskop
Das Durcheinander, das beim Zusammenstoß von großen Galaxienhaufen entsteht, bietet Astronomen eine wahre Flut an Informationen über den Verlauf solcher Kollisionen. Für Abell 2744, eines der außergewöhnlichsten und komplexesten Systeme von kollidierenden Haufen am gesamten Himmel, ist es nun einem internationalen Astronomenteam gelungen, den genauen Ablauf des 350 Millionen Jahre dauernden Zusammenstoßes zu rekonstruieren (→ Wallpaper).

“Genau wie ein Unfallsachverständiger, der die Trümmerstücke wieder zusammensetzt, um die Unfallursache zu finden, können wir mit Beobachtungen solcher kosmischen Massenkarambolagen den Ereignissen auf die Spur zu kommen, die sich über hunderte von Millionen Jahren hinweg während des Zusammenstoßes abgespielt haben. So können wir entschlüsseln, wie sich große Strukturen im Universum bilden und wie verschiedene Arten von Materie wechselwirken, wenn sie miteinander kollidieren”, erklärt Julian Merten vom Zentrum für Astronomie der Uni Heidelberg, Erstautor der Studie, die die Auswertung der Beobachtungen des Galaxienhaufens Abell 2744 beschreibt.

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Rätselhafter dunkler Fleck auf Asteroid Vesta

Die NASA-Raumsonde Dawn befindet sich derzeit im Anflug auf den Asteroiden Vesta, den sie am 16. Juli 2011 erreichen wird. Doch bereits jetzt sind dem Kamerasystem an Bord detailliertere Aufnahmen des Himmelskörpers gelungen. Die jüngsten Bilder lassen bereits schemenhaft den bekannten, gewaltigen Krater auf Vestas Südseite erkennen. Sie zeigen aber auch einen rätselhaften dunklen Fleck in der Äquatorialregion des Asteroiden.
Asteroid Vesta
© NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA
Auf diesen Bildern des Asteroiden Vesta, die am 1. Juni aufgenommen wurden, ist in der Äquatorregion des Asteroiden ein dunkler Fleck zu sehen. Im Laufe des Beobachtungszeitraums dreht sich der Asteroid, so dass der Fleck in dieser Bilderabfolge von links nach rechts wandert.
„In unseren Aufnahmen wird Vesta nun immer schärfer“, sagt Andreas Nathues vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS), der wissenschaftliche Leiter des Kamerateams. In dieser frühen Anflugphase dienen die Bilder jedoch in erster Linie der Navigation. Die Aufnahmen, die am 1. Juni entstanden sind und am MPS sorgfältig verarbeitet wurden, zeigen nun erstmals einen dunklen Fleck mit einem Durchmesser von etwa 100 Kilometern in der Nähe des Äquators.

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Schwiegermutter Sonne? Sonnenwind beleuchtet Ursprung des Sonnensystems

Nach neuesten Forschungsergebnissen der Genesis-Mission der NASA scheinen Sonne und Erde sowie die anderen Planeten stofflich betrachtet nicht zusammenzugehören, also nicht gemeinsam entstanden zu sein.
Sonnensystem
© NASA
Nach neuesten Forschungsergebnissen könnte unser Sonnensystem auf andere Weise entstanden sein als bisher angenommen wurde.
Die Sonne, die Erde und weitere Planeten des inneren Sonnensystems könnten sich auf andere Art gebildet haben, als bisher angenommen wurde. Das zeigen neue Studien, die am 24. Juni im Journal Science veröffentlicht wurden.

Bei der Analyse von Partikeln des Sonnenwinds, die von der NASA-Sonde Genesis zwischen 2001 und 2004 eingesammelt wurden, fanden die Forscher heraus, dass die Mischung aus Sauerstoff- und Stickstoff-Isotopen anders ist als bei uns auf der Erde oder weiteren Planeten des Sonnensystems.

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Einschlag auf Jupiter: Es war ein Asteroid

Kein Komet, sondern ein Asteroid war der Verursacher eines dunklen Flecks auf Jupiter, der am 19. Juli 2009 entdeckt wurde. Zu diesem Schluss kam ein Forscherteam um Glenn Orton am Jet Propulsion Laboratory der NASA. Das Team beobachtete mit drei verschiedenen Infrarotteleskopen die Atmosphäre des Gasriesen und veröffentlichte die Ergebnisse nun in der Fachzeitschrift Icarus.

Die Forscher konnten rückschließen, dass es sich beim eingeschlagenen Objekt eher um einen felsigen Asteroiden als um einen eisigen Kometen gehandelt hat, obwohl ein Kometeneinschlag zunächst wahrscheinlicher schien.

Die letzten bekannten Objekte, die zuvor in die Atmosphäre von Jupiter stürzten, waren die Bruchstücke des Kometen Shoemaker-Levy im Jahr 1994. Messungen mit dem Weltraumteleskop Hubble der NASA deuten darauf hin, dass das im Jahr 2009 eingeschlagene Bruchstück wohl deutlich dichter und massereicher war als die Kometenbruchstücke.

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Studie aus der Hirnforschung: Säuglinge reagieren sensibel auf Stimmen

Frankfurt/Main (RPO). Das Gehirn von Säuglingen ist offenbar in besonderer Weise auf den Klang menschlicher Stimmen und Gefühlsausdrücke fixiert. Das geht aus einer Studie hervor, die in einem Fachmagazin veröffentlicht worden ist.

Der in Current Biology veröffentlichten Studie zufolge konnten bei drei- bis siebenmonatigen Babys bei entsprechenden Geräuschen verstärkte Aktivitäten in einem Bereich des Hirns festgestellt werden, in dem auch bei Erwachsenen die Verarbeitung von Stimmen stattfindet.

"Dies zeigt, dass im menschlichen Gehirn bereits in einem frühen Entwicklungsstadium Bereiche mit bestimmten Spezialisierungen existieren", sagt Evelyne Mercure vom University College in London. Ihre Forscherkollegin Anna Blasi vom Londoner King's College betont, dass die frühe Spezialisierung vermutlich mit der großen Bedeutung der menschlichen Stimme als soziales Signal zusammenhänge.

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Leben auf Saturnmond Enceladus möglich

Boulder/ USA - Nachdem Heidelberger Wissenschaftler erst vor wenigen Tagen nachweisen konnten, dass die Eisfontänen, die der südlichen Polregion des Saturnmonds Enceladus entspringen, von einem unter dem Eispanzer liegenden Salzwasserozean gespeist werden (...wir berichteten), sind sich Wissenschaftler nun einig, dass es in diesem Ozean - und somit vielleicht auch in ähnlichen Gewässern auf anderen Eismonden im Sonnensystem - auch Leben geben kann.
Eisfontänen am Südpol des Saturnmonds
© NAS/ESA
Die Eisfontänen am Südpol des Saturnmonds Enceladus
"Auf Enceladus gibt es unterhalb der gefrorenen Oberfläche Umweltbedingungen, von denen wir wissen, dass in ihnen Organismen gedeihen könnten, die wir von der Erde kennen", kommentierte die Leiterin des "Cassini Imaging Teams" am "Space Science Institute", Dr. Carolyn Porco, am Freitag die Ergebnisse der Wissenschaftler um Dr. Frank Postberg von der "Universität Heidelberg".

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Astronomie: Ein Stern verschluckt sich

Das war dann doch ein bisschen viel: Astronomen haben einen fernen Stern beobachtet, der sich an einer riesigen Gaswolke verschluckt hat.
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Düsseldorf. Einem seltenen kosmischen Spektakel sind Astronomen mit dem Weltraumteleskop XMM-Newton auf die Spur gekommen. Die Forscher beobachteten einen extremen Strahlungsausbruch im Doppelsternsystem IGR J18410-0535. Ursache des über Stunden andauernden Phänomens: Ein Stern, der sich an einer riesigen Gaswolke regelrecht verschluckt hat.

IGR J18410-0535 gehört zu einer besonderen Klasse von Sternsystemen, den Supergiant Fast X-ray Transients - starke, aber unregelmäßig leuchtende Quellen von Röntgenstrahlung. Das System besteht aus einem blauen Riesenstern und einem Supernova-Überrest von nur rund 10 Kilometern Durchmesser, einem sogenannten Neutronenstern. Solche exotischen Sternreste sind extrem dicht und erzeugen ein starkes Gravitationsfeld - was sich als besonderer Glücksfall für die Astronomen um Enrico Bozzo von der Universität Genf erweisen sollte.

Sun

Unsere Sonne ist ungewöhnlich inaktiv: Strenge Winter und kühle Sommer

sonne
© © Nasa/Esa/Goddard Space Flight Center
Weltraumsonden liefern Aufnahmen der Sonne im UV-Bereich – darauf leuchten Sonnenflecken gleißend hell. Diese Aufnahme von 2003 zeigt noch deutliche Aktivität.

Wenn Markus Roth derzeit die Flecken auf der Sonnenoberfläche zählt, ist er rasch fertig. »Da ist momentan deutlich weniger los, als wir erwarten«, sagt der Experte vom Kiepenheuer-Institut für Sonnenphysik in Freiburg. Genau das beunruhigt manche Sonnenforscher. Schon spekulieren einige über einen längeren Einbruch der solaren Aktivität und eine bevorstehende Kälteperiode.

Denn eigentlich wäre die Sonne in ihrem üblichen, elf Jahre währenden Fleckenzyklus auf dem Weg zu einem Maximum, das spätestens im Frühjahr 2013 erreicht sein sollte. Jeweils im Maximum ist ihre Oberfläche dicht übersät mit den dunklen Flecken. Sie signalisieren heftige Aktivität im Zentralgestirn und entsprechend starke Energieabstrahlung. Die Flecken entstehen dort, wo das solare Magnetfeld gestört wird, wo also im Sonneninneren besonders viel Unruhe herrscht. Sie sind oft größer als der Erddurchmesser und lösen sich meist nach wenigen Tagen wieder auf. Da die Stellen mit 4.000 Grad Celsius kühler sind als ihre Umgebung, die bei rund 5.500 Grad mehr sichtbares Licht abstrahlt, wirken sie etwas dunkler. Im energiereichen Ultraviolettbereich leuchten die Sonnenflecken hingegen gleißend hell.

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Entferntester Quasar entdeckt

Quasar
© ESO/M. Kornmesser
Künstlerische Darstellung des entferntesten Quasars

Pressemitteilung der Europäischen Südsternwarte (Garching bei München) - Ein Team von europäischen Astronomen hat mit dem Very Large Telescope (VLT) der ESO und einer Reihe weiterer Teleskope den entferntesten bisher bekannten Quasar entdeckt und näher untersucht. Dieses strahlende Leuchtfeuer wird von einem Schwarzen Loch mit zwei Milliarden Sonnenmassen angetrieben und ist das leuchtkräftigste Objekt, das bislang im frühen Universum entdeckt wurde. Die Ergebnisse der hier vorgestellten Studie erscheinen am 30. Juni 2011 in der Fachzeitschrift Nature.

“Dieser Quasar verschafft uns wertvolle Einblicke in das frühe Universum. Es handelt sich um eine sehr seltenes Objekt, das uns helfen wird, zu verstehen, wie supermassereiche Schwarze Löcher einige hundert Millionen Jahre nach dem Urknall an Masse zugenommen haben”, erklärt Stephen Warren, der Leiter des Wissenschaftlerteams.

2 + 2 = 4

Krähen merken sich Übeltäter und geben dieses Wissen scheinbar auch an ihre Nachkommen weiter

Krähen merken sich Menschen, die ihnen Böses getan haben, über mehrere Jahre. Einer aktuellen Studie zufolge geben sie dieses Wissen sogar an ihre Artgenossen und ihre Nachfahren weiter.
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Bedrohlicher Maskenmann

Bereits vor fünf Jahren haben die Forscher um John Marzluff von der Washington University festgestellt, dass sich Krähen einzelne Menschen merken, die eine Bedrohung für sie darstellen. Damals haben sie eine Handvoll Amerikanerkrähen (Corvus brachyrhynchos) am Campus ihrer Universität kurzfristig eingefangen, markiert und wieder frei gelassen; dabei trugen sie spezielle Masken.