Willkommen bei SOTT.net
Sa, 25 Jun 2022
Die Welt für Menschen, die denken

Wissenschaft und Technologie
Karte

Bizarro Earth

Süßwassergehalt im Arktischen Ozean gestiegen

Eisschollen
© aboutpixel.de/jojo1986
Eisschollen: Mehr Süßwasser im Arktischen Ozean als 1990.

Plus 20 Prozent seit 1990 - Auswirkungen auf globale Ozeanzirkulation

Bremerhaven - Im oberen Arktischen Ozean ist der Süßwasseranteil stark gestiegen. In den letzten 20 Jahren hat der Süßwassergehalt um 20 Prozent zugenommen. Der Anstieg entspricht etwa 8.400 Kubikkilometer, ermittelten Forscher des Alfred-Wegener-Instituts http://www.awi-bremerhaven.de. Das ist etwas in der Größenordnung wie jene Menge Süßwasser, das jährlich aus dem arktischen Ozean in flüssiger oder gefrorener Form in andere Meere fließt. Der Gehalt an Süßwasser an der Oberfläche beeinflusst, ob Wärme des Wassers an die Atmosphäre oder an Eis abgegeben wird.

Fish

Algen atmen im Dunkeln mit Nitrat

Bild
© [Bildquelle: Martin Beutler, Bionsys GmbH, Bremen]
Laser-Scanning-Fluoreszenz-Aufnahme der marinen Diatomee Amphora coffeaeformis. Rot: autofluoreszierende Chloroplasten, grün: Lipidmembranen (gefärbt mit MDY-64).
Wissenschafter entschlüsseln, warum Kieselalgen auch ohne Photosynthese weiter existieren können

In den Weltmeeren wimmelt es von einzelligen Algen, die im Sonnenlicht Photosynthese betreiben. Man weiß schon länger, dass die besonders häufigen Kieselalgen (Diatomeen) auch im dunklen Meeresboden überleben können. Wie dieses Kunststück in Bereichen gelingt, wo weder Photosynthese noch Atmung mit Sauerstoff möglich sind, blieb zumindest bislang rätselhaft. Nun haben deutsche Wissenschafter die Lösung für dieses Mysterium endeckt: Die Diatomeen atmen in der Dunkelheit mit einem Salz, dem Nitrat, anstelle von Sauerstoff.

Star

Wissenschaftler sagen, dass ein Komet 200 Jahre v. Chr. in Süddeutschland einschlug

Ein Komet oder Asteroid schlug vor circa 2.200 Jahren ins heutige Deutschland ein, was zur Entfesselung von Energien vergleichbar mit einigen tausend Atombomben führte, wie Wissenschaftler am Freitag berichteten.

Krater Chiemgau
© Chiemgau Impact Research Team
Der größte Krater im Chiemgau-Bereich in Bayern ist der mit Wasser gefüllte Tuttensee, in der Nähe von Marwang. Der Tüttensee hat 1,200 Fuß im Durchmesser, aber der ursprüngliche Krater könnte doppelt so groß gewesen sein.

Binoculars

Die Kraft des Wassers

Fluss
© http://www.bigfoto.com/
Fluss
Sehr viel natürliche Energie kann nicht genutzt werden, weil kleinteilige Technologie lange als zu unwirtschaftlich erschien. Das ändert sich jetzt.

Sie nennen ihr Wasserrad "Blaues Wunder", da es auch im Flachland Strom aus der Strömung von Flüssen gewinnt. Das Mini-Kraftwerk, das derzeit Forscher von elf europäischen Instituten im platten Mecklenburg testen, ist für Entwicklungsländer bestimmt.

People

Mitkratz-Effekt: Jucken steckt an

kratzen
© Fotolia

Jucken wirkt ähnlich ansteckend wie Gähnen: Wenn man jemand anderen beim Kratzen beobachtet, löst das Gehirn Juckreize aus oder verstärkt bereits vorhandene, so dass man sich häufiger kratzt.

Das hat ein Forscherteam um Gil Yosipovitch vom Wake Forest Baptist Medical Center in Winston-Salem beobachtet. Der Effekt ist bei Menschen mit einer juckenden Hauterkrankung deutlich stärker ausgeprägt als bei Gesunden, entdeckten die Forscher außerdem. Die Wissenschaftler hoffen, aus den Ergebnissen in Zukunft Methoden ableiten zu können, mit denen das Bedürfnis, sich zu kratzen, reduziert werden kann.

Beaker

Mäuse: Gehirnchemie legt sexuelle Vorlieben fest

maus
© pixelio.de, Ich-und-Du
Maus: Sexuelle Orientierung beeinflussbar

Serotonin-Mangel führt zu Orientierung für ebenfalls männliche Partner

Peking- Eine Chemikalie im Gehirn kontrolliert laut Wissenschaftlern des National Institute of Biological Sciences die sexuelle Ausrichtung bei Mäusen. Yan Liu und Yun'ai Jiang haben nachgewiesen, dass Mäuse, die ohne Serotonin gezüchtet wurden, ihre geschlechtliche Vorliebe für weibliche Tiere verlieren. Sie schreiben in Nature, dass damit erstmals nachgewiesen wurde, dass ein Neurotransmitter eine Rolle bei der sexuellen Ausrichtung von Säugetieren spielt. Wie die BBC schreibt, warnen indes Experten wie Keith Kendrick vom Babraham Institute davor, daraus Rückschlüsse auf die menschliche Sexualität zu ziehen.

Mr. Potato

Schon Säuglinge erkennen grammatische Regeln

Schon Säuglinge können Grammatikregeln einer neuen Sprache identifizieren. Vier Monate alte deutsche Säuglinge seien in der Lage, Fehler in italienischen Sätzen zu erkennen, berichtet Angela Friederici vom Leipziger Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften. Die Forscher spielten den Babys italienische Sätze vor. Wie Messungen mit dem Elektroenzephalografen zeigten, speicherte ihr Gehirn innerhalb einer knappen Viertelstunde Abhängigkeiten zwischen sprachlichen Elementen. Wurden ihnen dann Sätze vorgespielt, die von den erlernten Mustern abwichen, reagierte das Gehirn darauf. Die Säuglinge könnten keine inhaltlichen Fehler registrieren, sagt Friederici, aber Regelmäßigkeiten erkennen. Das Gehirn filtere die Muster und Regeln des Satzbaues und erkenne dann Abweichungen vom Erlernten.

Telescope

Brauner Zwerg: Kalter Exot verblüfft Astronomen

Brauner Zwerg/Doppelsternensystem
© DPA
Doppelsternensystem (Illustration): Brauner Zwerg ist außergewöhnlich kühl.
Heiß wie ein Tee und trotzdem außergewöhnlich kalt: Astronomen haben einen gewaltigen Gasball entdeckt, dessen Oberfläche eine Temperatur von nur 100 Grad Celsius erreicht. Die Forscher sind erstaunt - eigentlich würde man von einem solchen Braunen Zwerg anderes erwarten.

Sherlock

Vererbung erfolgt nicht nur über Gene

Hannover - Die Vererbung ist an Gene gekoppelt - so steht es in allen Biologiebüchern. Doch US-Forscher Joseph H. Nadeau aus Seattle ist überzeugt, dass die Gene der Eltern und Großeltern die Merkmale nachfolgender Generationen nicht nur dann prägen, wenn sie vererbt werden, sondern auch, wenn sie nicht weitergegeben werden. Das macht das Verständnis vererbbarer Krankheitsrisiken komplizierter, schreibt das Magazin Technology Review in seiner aktuellen April-Ausgabe.

Bislang fußte die Mendelsche Vererbungslehre auf der Annahme, dass die Mischung von physiologischen Eigenschaften in jedem Individuum auf der geerbten Abfolge von Basen in seiner DNA basieren. Mit anderen Worten: Die Eigenschaften einer Person sind an ihr Erbgut gekoppelt, auch wenn Umwelteinflüsse die Ausprägung der Gene beeinflussen können. Allerdings reichen bei vielen Volkskrankheiten wie Diabetes, Herzleiden, Fettleibigkeit, Bluthochdruck oder Schizophrenie die bisher bekannten Mutationen nicht aus, um die erbliche Komponente dieser Krankheiten zu erklären.

Bug

Forscher entdecken neue Zombiepilze bei Ameisen im Regenwald

Von Zombi-Pilz befallene Ameise
© David P. Hughes
Forscher aus Brasilien, dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten haben vier neue brasilianische Arten der Gattung Ophiocordyceps unilateralis (O. unilateralis) entdeckt, einem bei Ameisen des Camponotini-Stamms auftretenden Pilzerregers. Bei dem in der Fachzeitschrift PLoS ONE vorgestelltem, neu entdeckten Pilz handelt es sich nicht um eine, sondern um vier verschiedene Arten, die Ameisen unter ihre Kontrolle bringen können. Finanziert wurde die Forschung zum Teil durch das Projekt ANT FUNGI EP ("From ecology to mechanisms of the extended phenotype"), das ein Marie-Curie-Stipendium in Höhe von 214.000 EUR unter dem Siebten Rahmenprogramm (RP7) erhalten hat.

Den Autoren Dr. Harry Evans und Dr. David Hughes vom britischen Centre for Agricultural Bioscience International (CABI) und der University of Exeter zufolge, gehören die Pilze zu den "Zombiepilzen", die Ameisen infizieren und deren Verhalten kontrollieren. Sobald die Pilze den besten Ort gefunden haben, um die Sporen abzuwerfen, werden die Ameisen getötet.