Willkommen bei SOTT.net
Fr, 25 Jun 2021
Die Welt für Menschen, die denken

Wissenschaft und Technologie
Karte

Bug

Ameisen kennen ihre Feinde genau

Ameisen können laut aktueller Studie unterscheiden, wie gefährlich ein Angreifer für sie ist. Ihre Verteidigung passen sie der tatsächlichen Bedrohung an. Harmlose Eindringlinge werden verschont, gefährliche hingegen mit Bissen und Stichen verjagt.
Ameise
© Unbekannt
Ameisen haushalten mit ihren Aggressionen, um sich keinem unnötigen Risiko auszusetzen. Wenn sich die Insekten gegen Angreifer verteidigen, laufen sie immer Gefahr, selbst verletzt zu werden oder Energie zu verschwenden. Deshalb wehren sie sich unterschiedlich heftig gegen Eindringlinge. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Susanne Foitzik, Tobias Pamminger und Inon Scharf von der Gutenberg Universität in Mainz.

Vier Angreifer, vier Reaktionen

Die Forscher setzten vier verschiedene Feinde in den Bau einer Temnothorax longispinosus-Ameisenkolonie ein. Diese Gattung ist im Labor relativ leicht zu halten. Heimisch ist sie in Eichenmischwäldern im Nordosten der USA.

Telescope

Astronomen messen erstmals Neptuns Rotation

Tucson/ USA - Anhand atmosphärischer Merkmale hat ein US-Wissenschaftler erstmals die Rotation des Planeten Neptun und damit erstmals die Rotation eines anderen Gasplaneten als Jupiter exakt gemessen.
Größenvergleich Erde & Neptun
© NASA
Größenvergleich zwischen Erde und Neptun.
Laut den neusten Messungen durch den Wissenschaftler Erich Karkoschka vom "Lunar and Planetary Laboratory" von der "University of Arizona" dauert ein Tag auf Neptun, also jene Zeitspanne, in der sich der Planet auf seiner Bahn um die Sonne einmal um seine eigene Achse dreht, exakt 15 Stunden, 57 Minuten und 59 Sekunden. Karkoschka hat seine Ergebnisse aktuell im Fachmagazin "Icarus" veröffentlicht.

Astronomen werten den Erfolg der Messungen schon jetzt als eine der größten Errungenschaften in dem Bemühen der Rotationsmessungen von Gasplaneten seit der italienische Astronom Giovanni Cassini vor nahezu 350 Jahren erstmals den Roten Fleck auf Jupiter beobachtete.

Sherlock

Biologen finden 662 unbekannte Lebensformen - im menschlichen Bauchnabel

Raleigh/ USA - Im Rahmen des "Belly Button Biodiversity"-Projekts haben US-Wissenschaftler in 95 Proben aus unterschiedlichen Bauchnabeln mehr als 1.400 Bakterienstämme entdeckt. 662 dieser Mikroben konnten bislang noch keiner Bakterienfamilie zugeordnet werden, weswegen die Forscher vermuten, dass sie wissenschaftlich bislang noch nicht beschrieben wurden.
© Public Domain
"Der vitruvianische Mensch", von Leonardo da Vinci.
Wie die Forscher um Jiri Hulcr von der "North Carolina State University" (wildlifeofyourbody.org) berichten, belege die Entdeckung der unbekannten Bakterienarten "unsere Ignoranz gegenüber der mikrobiologischen Vielfalt". Die Bakterien seien nur deshalb noch so fremd, weil man noch nie zuvor derartige Habitate von Mikroorganismen genauer untersucht habe.

Telescope

"Pandorahaufen" - Galaxien im Aufruhr

Ein internationales Wissenschaftlerteam unter Leitung des Heidelberger Astronomen Julian Merten hat mit den Weltraumteleskopen «Hubble» und «Chandra», sowie dem VLT und dem japanischen Subaru-Teleskop, den Galaxienhaufen Abell 2744 untersucht. Sie deckten eine ereignisreiche Vergangenheit auf, das «Pandorahaufen» getaufte Konglomerat ist aus Zusammenstößen von mindestens vier verschiedenen Galaxienhaufen entstanden.
Pandorahaufen
© Nasa / Esa / Eso / CXC & D. Coe, STScI / J. Merten et al.
Im « Pandorahaufen » Abell 2744 kommt es zu tumultartigen Krawallen zwischen Galaxien, ihren Sternen, heißem Gas (pink) und Dunkler Materie (blau). Die Vorgänge rekonstruierten Astronomen anhand von Aufnahmen mit « Hubble », « Chandra », dem VLT und dem Subaru-Teleskop
Das Durcheinander, das beim Zusammenstoß von großen Galaxienhaufen entsteht, bietet Astronomen eine wahre Flut an Informationen über den Verlauf solcher Kollisionen. Für Abell 2744, eines der außergewöhnlichsten und komplexesten Systeme von kollidierenden Haufen am gesamten Himmel, ist es nun einem internationalen Astronomenteam gelungen, den genauen Ablauf des 350 Millionen Jahre dauernden Zusammenstoßes zu rekonstruieren (→ Wallpaper).

“Genau wie ein Unfallsachverständiger, der die Trümmerstücke wieder zusammensetzt, um die Unfallursache zu finden, können wir mit Beobachtungen solcher kosmischen Massenkarambolagen den Ereignissen auf die Spur zu kommen, die sich über hunderte von Millionen Jahren hinweg während des Zusammenstoßes abgespielt haben. So können wir entschlüsseln, wie sich große Strukturen im Universum bilden und wie verschiedene Arten von Materie wechselwirken, wenn sie miteinander kollidieren”, erklärt Julian Merten vom Zentrum für Astronomie der Uni Heidelberg, Erstautor der Studie, die die Auswertung der Beobachtungen des Galaxienhaufens Abell 2744 beschreibt.

Magnify

Rätselhafter dunkler Fleck auf Asteroid Vesta

Die NASA-Raumsonde Dawn befindet sich derzeit im Anflug auf den Asteroiden Vesta, den sie am 16. Juli 2011 erreichen wird. Doch bereits jetzt sind dem Kamerasystem an Bord detailliertere Aufnahmen des Himmelskörpers gelungen. Die jüngsten Bilder lassen bereits schemenhaft den bekannten, gewaltigen Krater auf Vestas Südseite erkennen. Sie zeigen aber auch einen rätselhaften dunklen Fleck in der Äquatorialregion des Asteroiden.
Asteroid Vesta
© NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA
Auf diesen Bildern des Asteroiden Vesta, die am 1. Juni aufgenommen wurden, ist in der Äquatorregion des Asteroiden ein dunkler Fleck zu sehen. Im Laufe des Beobachtungszeitraums dreht sich der Asteroid, so dass der Fleck in dieser Bilderabfolge von links nach rechts wandert.
„In unseren Aufnahmen wird Vesta nun immer schärfer“, sagt Andreas Nathues vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS), der wissenschaftliche Leiter des Kamerateams. In dieser frühen Anflugphase dienen die Bilder jedoch in erster Linie der Navigation. Die Aufnahmen, die am 1. Juni entstanden sind und am MPS sorgfältig verarbeitet wurden, zeigen nun erstmals einen dunklen Fleck mit einem Durchmesser von etwa 100 Kilometern in der Nähe des Äquators.

Telescope

Schwiegermutter Sonne? Sonnenwind beleuchtet Ursprung des Sonnensystems

Nach neuesten Forschungsergebnissen der Genesis-Mission der NASA scheinen Sonne und Erde sowie die anderen Planeten stofflich betrachtet nicht zusammenzugehören, also nicht gemeinsam entstanden zu sein.
Sonnensystem
© NASA
Nach neuesten Forschungsergebnissen könnte unser Sonnensystem auf andere Weise entstanden sein als bisher angenommen wurde.
Die Sonne, die Erde und weitere Planeten des inneren Sonnensystems könnten sich auf andere Art gebildet haben, als bisher angenommen wurde. Das zeigen neue Studien, die am 24. Juni im Journal Science veröffentlicht wurden.

Bei der Analyse von Partikeln des Sonnenwinds, die von der NASA-Sonde Genesis zwischen 2001 und 2004 eingesammelt wurden, fanden die Forscher heraus, dass die Mischung aus Sauerstoff- und Stickstoff-Isotopen anders ist als bei uns auf der Erde oder weiteren Planeten des Sonnensystems.

Telescope

Einschlag auf Jupiter: Es war ein Asteroid

Kein Komet, sondern ein Asteroid war der Verursacher eines dunklen Flecks auf Jupiter, der am 19. Juli 2009 entdeckt wurde. Zu diesem Schluss kam ein Forscherteam um Glenn Orton am Jet Propulsion Laboratory der NASA. Das Team beobachtete mit drei verschiedenen Infrarotteleskopen die Atmosphäre des Gasriesen und veröffentlichte die Ergebnisse nun in der Fachzeitschrift Icarus.

Die Forscher konnten rückschließen, dass es sich beim eingeschlagenen Objekt eher um einen felsigen Asteroiden als um einen eisigen Kometen gehandelt hat, obwohl ein Kometeneinschlag zunächst wahrscheinlicher schien.

Die letzten bekannten Objekte, die zuvor in die Atmosphäre von Jupiter stürzten, waren die Bruchstücke des Kometen Shoemaker-Levy im Jahr 1994. Messungen mit dem Weltraumteleskop Hubble der NASA deuten darauf hin, dass das im Jahr 2009 eingeschlagene Bruchstück wohl deutlich dichter und massereicher war als die Kometenbruchstücke.

People

Studie aus der Hirnforschung: Säuglinge reagieren sensibel auf Stimmen

Frankfurt/Main (RPO). Das Gehirn von Säuglingen ist offenbar in besonderer Weise auf den Klang menschlicher Stimmen und Gefühlsausdrücke fixiert. Das geht aus einer Studie hervor, die in einem Fachmagazin veröffentlicht worden ist.

Der in Current Biology veröffentlichten Studie zufolge konnten bei drei- bis siebenmonatigen Babys bei entsprechenden Geräuschen verstärkte Aktivitäten in einem Bereich des Hirns festgestellt werden, in dem auch bei Erwachsenen die Verarbeitung von Stimmen stattfindet.

"Dies zeigt, dass im menschlichen Gehirn bereits in einem frühen Entwicklungsstadium Bereiche mit bestimmten Spezialisierungen existieren", sagt Evelyne Mercure vom University College in London. Ihre Forscherkollegin Anna Blasi vom Londoner King's College betont, dass die frühe Spezialisierung vermutlich mit der großen Bedeutung der menschlichen Stimme als soziales Signal zusammenhänge.

Telescope

Leben auf Saturnmond Enceladus möglich

Boulder/ USA - Nachdem Heidelberger Wissenschaftler erst vor wenigen Tagen nachweisen konnten, dass die Eisfontänen, die der südlichen Polregion des Saturnmonds Enceladus entspringen, von einem unter dem Eispanzer liegenden Salzwasserozean gespeist werden (...wir berichteten), sind sich Wissenschaftler nun einig, dass es in diesem Ozean - und somit vielleicht auch in ähnlichen Gewässern auf anderen Eismonden im Sonnensystem - auch Leben geben kann.
Eisfontänen am Südpol des Saturnmonds
© NAS/ESA
Die Eisfontänen am Südpol des Saturnmonds Enceladus
"Auf Enceladus gibt es unterhalb der gefrorenen Oberfläche Umweltbedingungen, von denen wir wissen, dass in ihnen Organismen gedeihen könnten, die wir von der Erde kennen", kommentierte die Leiterin des "Cassini Imaging Teams" am "Space Science Institute", Dr. Carolyn Porco, am Freitag die Ergebnisse der Wissenschaftler um Dr. Frank Postberg von der "Universität Heidelberg".

Telescope

Astronomie: Ein Stern verschluckt sich

Das war dann doch ein bisschen viel: Astronomen haben einen fernen Stern beobachtet, der sich an einer riesigen Gaswolke verschluckt hat.
Bild
Düsseldorf. Einem seltenen kosmischen Spektakel sind Astronomen mit dem Weltraumteleskop XMM-Newton auf die Spur gekommen. Die Forscher beobachteten einen extremen Strahlungsausbruch im Doppelsternsystem IGR J18410-0535. Ursache des über Stunden andauernden Phänomens: Ein Stern, der sich an einer riesigen Gaswolke regelrecht verschluckt hat.

IGR J18410-0535 gehört zu einer besonderen Klasse von Sternsystemen, den Supergiant Fast X-ray Transients - starke, aber unregelmäßig leuchtende Quellen von Röntgenstrahlung. Das System besteht aus einem blauen Riesenstern und einem Supernova-Überrest von nur rund 10 Kilometern Durchmesser, einem sogenannten Neutronenstern. Solche exotischen Sternreste sind extrem dicht und erzeugen ein starkes Gravitationsfeld - was sich als besonderer Glücksfall für die Astronomen um Enrico Bozzo von der Universität Genf erweisen sollte.