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Sherlock

Hölzer 10 Millionen Jahre älter als bislang geglaubt

Zellstruktur versteinerter Pflanze
© P. Gerrienne et al, Science Zellstrukturen dieser versteinerten krautartigen Pflanze belegen, dass es sich um erste Formen von Hölzern handelt.

Liege/ Belgien - Eine Untersuchung von 400 Millionen Jahre alten versteinerten Pflanzen belegen eine Sensation: Hölzer erschienen demnach wahrscheinlich rund 10 Millionen Jahre früher auf der Erde als bislang geglaubt.

In den Proben entdeckten die Forscher um Dr. Phillipe Gerrienne von der "Université de Liège" Zellringe mit eindeutigen Eigenschaften von Holz. In ihrer aktuell im Fachjournal Science veröffentlichten Studie belegen die Forscher zudem, dass die holzartige Substanz einst vielmehr als Transportmechanismus für Wasser diente und keine Stützfunktion für die Pflanzen hatte, etwa um dieser ein höheres Wachstum zu ermöglichen.

Saturn

Forscher lösen Rätsel um gigantischen weißen Pfeil auf Saturnmond Titan

Weißer Pfeil auf Titan
© NASA/JPL/SSIDer weiße Pfeil auf Saturnmond Titan (l.)

Los Angeles/ USA - Ein Sturm in Form eines gigantischen weißen Pfeils in der Atmosphäre des größten Saturnmonds Titan sorgt seit seiner Entdeckung für Rätselraten unter Astrophysikern. Jetzt ist es US-Forschern erstmals gelungen, die kuriose Wolkenform zu erklären.

Der weiße Wolkenpfeil bedeckte eine Fläche von der Größe des US-Bundesstaats Texas und wurde von der Saturnsonde Cassini im Sommer 2010 entdeckt. Mit einen Computermodell der atmosphärischen Zirkulation auf Titan konnten Wissenschaftler um Jonathan L. Mitchell von der "University of California Los Angeles" nun zeigen, wie globale atmosphärische Wellen die Wettermuster des Saturnmonds beeinflussen und dabei einem Effekt herbeiführen können, der in einigen Fällen erstaunliche Wolkenmuster erzeugen können.

Beaker

Resistente Erreger: Mit Killerbakterien gegen Krankenhauskeime

Forscher haben eine ungewöhnliche, aber effektive Methode gegen resistente Krankhauskeime entwickelt: Sie bauten harmlose Darmbakterien genetisch so um, dass diese Jagd auf tödliche Keime machten.
keim,pseudomonas
© CDCDas lebensgefährliche Bakterium Pseudomonas aeruginosa

Im Laborversuch erwiesen sich die künstlich erzeugten Killerbakterien als extrem effektiv gegenüber den resistenten Keimen. Die Sensoren und Waffen des manipulierten Helfers konstruierten die Forscher dabei mit Hilfe gentechnischer Methoden komplett neu und pflanzten diese dann in die Darmbakterien als Träger ein.

„Unsere veränderten Escherichia coli-Bakterien spürten die in Lösung schwimmenden Pseudomonas-Keime auf und töteten sie. Wir beobachteten eine Reduktion der lebensfähigen Zellen um 99 Prozent“, berichten die Forscher im Fachmagazin Molecular Systems Biology. Die bakteriellen Helfer verhinderten auch, dass sich neue Biofilme der Krankhauskeime bildeten. In solchen Biofilmen sind die lebensgefährlichen Pseudomonas-Keime in eine schützende Schleimschicht eingebettet. Dadurch können sie sogar auf glatten Flächen, beispielsweise an medizinischem Gerät, länger überleben. Diese unsichtbaren Keimschichten gelten als Hauptquelle von Krankenhausinfektionen.

Butterfly

Das Beste aus dem Web: Oxytocin: Ein Nasenspray gegen Stress

In der Geburtshilfe wird Oxytocin als Medikament eingesetzt. Psychologen interessiert das Wohlfühl-Hormon nun auch. Es könnte gegen soziale Ängste und Stress helfen.

Paarbeziehungen halten besser, wenn in der Kommunikation der Partner positive, freundliche Botschaften überwiegen. Das hat der amerikanische Psychologe John Gottman nachgewiesen, wobei der Befund nicht wirklich überraschend ist. Gewöhnungsbedürftig ist dagegen die Vorstellung, dass zwei Menschen ausgerechnet ein Nasenspray helfen könnte, ihren Gesprächen jene positive Ausstrahlung zu verleihen.

Noch ist das Zukunftsmusik. Doch eine Studie von Psychologen um Beate Ditzen von der Universität Zürich und Markus Heinrichs, der inzwischen an der Uni Freiburg forscht, zeigt: Paare gehen Konflikte positiver an, wenn sich jeder von ihnen zuvor eine Dosis des Neuropeptids Oxytocin in die Nase gesprüht hat. Jedenfalls galt das für 47 heterosexuelle Paare zwischen 20 und 50 Jahren, die unter "Laborbedingungen" zehn Minuten lang über ein für sie besonders brisantes Thema stritten. Die Diskussion wurde gefilmt und anschließend analysiert, außerdem wurden mehrfach Speicheltests zur Kontrolle des "Stresshormons" Cortisol vorgenommen. Nach dem Streit waren die Werte bei den Paaren, die Oxytocin bekommen hatten, deutlich niedriger als bei der Vergleichsgruppe, die ein Spray ohne Wirkstoff bekommen hatte, berichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Biological Psychiatry. Allerdings gaben alle Versuchsteilnehmer in der anschließenden Befragung an, dieser Streit zu wissenschaftlichen Zwecken sei vergleichsweise harmlos ausgefallen.

Kommentar: Diese Studie hört sich vielversprechend an, jedoch gibt es eine bessere und auch sichere Methode, um Oxytocin freizusetzen: Éiriú Eolas ein erstaunliches Stressabbau, Heilungs- und Verjüngungsprogramm, das Sie kostenlos ausprobieren können. Bei der Röhrenatmung wird durch bewusste Konstriktion der Vagusnerv stimuliert, was unter anderen zur Ausschüttung von Oxytocin führt.

Stephen Purges untersucht seit einigen Jahren die Funktion von Gehirnnerven, speziell des Vagusnervs und beschreibt, dass Physiologie und Psychologie gleichzeitig betrachtet werden sollten, was heutzutage in Psychiatrien weniger der Fall ist.


Magnify

Homosexuelle Zebrafinken bilden ebenso feste Bindugnen wie Heterosexuelle

Zebrafinken
© 3268zauber - cc-by-sa 3.0Archiv: Zebrafinken

Berkeley/ USA - Gleichgeschlechtliche Bindungen unter Zebrafinken, die eine US-amerikanische Verhaltensforscherin beobachtet hat, sind ebenso innig und bleibend wie die von heterosexuellen Vogelpärchen.

Zu diesem Schluss kommen Forscher um Julie Elie von der "University of California Berkeley" und haben die Ergebnisse ihrer Studie aktuell im Fachmagazin Behavioural Ecology and Sociobiology veröffentlicht.

Während heterosexuelle Zebrafinken für ihre lebenslange monogame Lebensweise bekannt sind, beobachtete die Verhaltensforscherin nun auch bei homosexuellen Paaren, dass diese nicht nur gemeinsam eine innige Beziehung zueinander pflegen.

Telescope

Kosmische Kollision: Zwei Galaxien stoßen ineinander

Kollision zweier Galaxien
© NASA/CXC/IfA/D.Sanders et al (Röntgen); NASA/STScI/NRAO/A.Evans et al (optisch)Bildkombination aus optischen und Röntgenaufnahmen der Galaxienkollision VV340. (Klicken Sie auf die Bildmitte, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen.)

Washington/ USA - Durch die Kombination von NASA-Aufnahmen im optischen und Röntgenbereich ergibt sich ein neues Bild der Kollision der beiden Spiralgalaxien "VV340 Nord" und "VV340 Süd". In ferner Zukunft wird wahrscheinlich auch unsere Milchstraße mit ihrer Nachbargalaxie Andromeda in ähnlicher Weise kollidieren.

Die Galaxienkollision "VV340" ist eines der anschaulichsten Beispiele für die Frühphase der Kollision zweier Galaxien. Während "VV340 Nord" dem Betrachter eine Seitenansicht präsentiert, sehen wir das südliche Gegenstück "VV340 Süd" in direkter Draufsicht. In mehreren Millionen Jahren werden beide Spiralgalaxien miteinander verschmolzen sein.

Eye 2

Wissenschaftler erzeugen erstmals Tier mit künstlicher Erbinformation

Wurm mit künstlicher DNS
© Jason Chin / Sebastian Greiss Die künstlichen Proteine im Körper des Fadenwurms sind mit einem Färbemittel ausgestattet, das unter UV-Licht rot fluoresziert.

Cambridge/ England - Britische Forscher berichten, dass es ihnen gelungen ist, das erste Tier mit künstlicher genetischer Information zu erzeugen. Die Technik könnte Biologen zukünftig die Kontrolle über jedes einzelne Molekül im Innern lebender Organismen geben.

Wie Sebastian Greiss und Jason Chin von der "Cambridge University" aktuell im Fachmagazin Journal of the American Chemical Society berichten, handelt es sich bei dem Tier um den rund ein Millimeter langen Fadenwurm Caenorhabditis elegans, dessen transparenter Körper aus nur rund tausend Zellen besteht.

Was die von den Forschern auf diese Weise manipulierten Würmer von ihren normalen Artgenossen unterscheidet, ist ihr genetischer Code, der von den Forschern derart verändert wurde, dass der Körper nun biologische Moleküle, genauer gesagt eine 21. statt der natürlichen 20 Aminosäuren, beinhaltet, wie sie in der Natur so nicht vorkommen.

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Tiefsee: Symbiotische Lebensgemeinschaft gewinnt Energie auf der Basis von Wasserstoff

'Schwarzer Raucher'
© marum.deAn den Schwarzen Rauchern in 3000 Meter Tiefe gedeihen ungewöhnliche Lebensgemeinschaften.

Bremen/ Deutschland - Um heiße Tiefseequellen, sogenannter "Schwarzer Raucher" ("Black Smokers"), haben Biologen Muscheln entdeckt, die mit Hilfe symbiotischer Bakterien über die Fähigkeit verfügen, Wasserstoff als Energiequelle zu nutzen. Wahrscheinlich, so vermuten die Forscher, seien derartige Lebensgemeinschaften weit verbreitet. Die Entdeckung könnte nicht nur die Forschung zur Nutzung Wasserstoff-betriebener Brennstoffzellen inspirieren, sondern auch Aufschlüsse darüber zulassen, welche Formen des Lebens auch in den Ozeanen anderer Himmelskörper in unserem Sonnensystems möglich sind.

Wie die Wissenschaftler um Nicole Dubilier vom "Max-Planck-Instituts für marine Mikrobiologie" (mpi-bremen.de) und ihre Kollegen vom "Exzellenzcluster MARUM" (marum.de) an der "Universität Bremen" in der aktuellen Ausgabe des Fachjournals Nature berichten, entstehen heiße Quellen in der Tiefsee an den Verschiebungszonen der Erdplatten, dort, wo Magma in die obere Erdkruste aufsteigt und Seewasser mit dem hoch erhitzten Magma in Kontakt kommt. "Das erhitzte Seewasser", so erläutert die Pressemitteilung der "Max-Planck-Gesellschaft" (mpg.de), "löst Mineralien aus der Erdkruste, und tritt mit bis zu 400 Grad Celsius an den sogenannten Schwarzen Rauchern wieder aus. So gelangen Schwefelwasserstoff, Ammonium, Methan, Eisen oder Wasserstoff ins Meer. Aus der Oxidation dieser anorganischen Verbindungen gewinnen die Organismen Energie, um Kohlenhydrate aufzubauen. Da in die Tiefen des Ozeans kein Sonnenlicht vordringt, müssen chemische Reaktionen diese Energie liefern. In Analogie zur Fotosynthese spricht man daher von Chemosynthese.

Telescope

Mysteriöser schwarzer Planet entdeckt

Schwarzer Planet
© David Aguilar (CfA)Künstlerische Darstellung des tiefschwarzen Exoplaneten "TrES-2b" vor dem Hintergrund seines Sterns.

Cambridge/ USA - Astronomen haben den bislang dunkelsten Exoplaneten entdeckt. Der entfernte jupitergroße Gasplanet reflektiert weniger als ein Prozent des Lichts seines Sterns, wodurch er schwärzer als Kohle und jeder andere bekannte Himmelskörper unseres eigenen Sonnensystems erscheint. Einzig seine hohen Temperaturen sorgen dafür, dass der Gasriese noch ein leichtes rötlich-bernsteinfarbenes Leuchten von sich gibt.

Wie die Forscher um David Kipping vom "Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics" (CfA) im Fachjournal Monthly Notices of the Royal Astronomical Society berichten, gibt es aufgrund zu hoher Temperaturen in der Atmosphäre um den Planeten "TrES-2b" keine Wolken, wie sie etwa auf Jupiter noch mehr als ein Drittel des Sonnenlichts reflektieren.

Sherlock

Risiko-Gene: Immunschwäche als Ursache für Multiple Sklerose

Neurologen haben eine 29 neue genetische Varianten identifiziert, die mit der Krankheit Multiple Sklerose (MS) in Zusammenhang stehen. Offenbar gehören diese Gene zum Immunsystem, das somit entscheidend ist in der Entwicklung der Krankheit. Die Ergebnisse der Studie wurden in der Fachzeitschrift Nature veröffentlichten und bestätigen MS als Autoimmunreaktion.
forschung,labor
© DreamstimeForscher entdecken Risiko-Gegen des Immunsystems, die für Multiple Sklerose verantwortlich sind.

Einem Verbund von Wisseschaftlern unter Beteiligung des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) und des Schleswig-Holsteinischen Exzellenzclusters Entzündungsforschung ist es gelungen, 29 neue Genvarianten zu identifizieren, die mit der Entstehung von Multipler Sklerose (MS) in Verbindung stehen und tiefe Einblicke in die Biologie einer der häufigsten neurologischen Krankheiten gewähren. Da viele der erkannten Gene in direktem Zusammenhang mit dem Immunsystem stehen, konnten die Experten eine Immunschwäche als wahrscheinliche Ursache von MS ausmachen.

Bei Multipler Sklerose wird die schützende Hülle (Myelinschicht) geschädigt, mit der die Nervenfasern im Gehirn und im Rückenmark ummantelt sind, sodass Erregungssignale nicht mehr weitergeleitet werden. Ebenso werden die Nervenfasern selbst geschädigt. Je nachdem welche Bereiche des Nervensystems angegriffen werden, sind die Folgen unter anderen Gehbehinderungen, Taubheitsempfindungen oder Sehstörungen. Die veröffentlichten Ergebnisse zeigen die grundlegende Rolle des Immunsystems bei der Zerstörung der Nervenzellen und helfen zu verstehen, wie genau der Immunangriff auf Gehirn und Rückenmark aussieht.

Kommentar: Wie so oft werden Ursachen nicht hinterfragt, die zu dieser Erkrankung führen können. Es wird angenommen, dass Magnesiummangel multiple Sklerose begünstigen kann und Magnesium mit dafür verantwortlich ist, den Körper zu entgiften (Schwermetalle). (Caroly Dean, 2007. The Magnesium Miracle S. 175 & Nora T. Gedgaudas, 2011. Primal Body, Primal Mind, S. 253)