Willkommen bei SOTT.net
So, 17 Dez 2017
Die Welt für Menschen, die denken

Wissenschaft und Technologie
Karte

Blue Planet

Völlig neue Art der Plattentektonik entdeckt

Das zentralanatolische Hochplateau
© Russell Pysklywec
Das zentralanatolische Hochplateau liegt rund einen Kilometer über seiner Umgebung. Der Grund dafür ist ein ungewöhnlicher tektonischer Prozess.
Überraschend anders: In der Türkei haben Geologen eine ganz neue Variante der Plattentektonik entdeckt - sie schuf das zentralanatolische Hochplateau. Dabei bildete sich an der Unterseite der festen Erdplatte ein tropfenförmiger Gesteinsausläufer, der immer länger wurde und sich dann ablöste. Der Verlust dieses Gesteins dünnte die Lithosphäre aus und verursachte eine Hebung der Erdoberfläche - das Hochplateau entstand.

Wenn sich Gebirge auftürmen oder ein Hochplateau entsteht, dann steckt meist die Plattentektonik dahinter - die langsame, aber unaufhörliche Bewegung der Erdplatten. Oft führt die Kollision zweier tektonischer Platten dazu, dass die Erdkruste an einer Stelle gestaucht und aufgewölbt wird. An anderen Stellen führt ein Auseinanderweichen zu einer Ausdünnung der Kruste und zur Bildung von Senken.

Rätsel um zentralanatolisches Plateau

Doch es gibt eine Region, die nicht in dieses allgemeine Bild passt: das zentralanatolische Hochplateau in der Türkei. Dieses Gebiet wurde im Laufe der letzten rund zehn Millionen Jahre rund einen Kilometer gegenüber der Umgebung angehoben. Gleichzeitig jedoch zeigen seismische Messungen, dass die Lithosphäre, der feste Teil von Kruste und oberem Erdmantel, unter diesem Plateau ausgedünnt ist.

Mars

Regenwürmer gedeihen in simuliertem Marsboden

Ein im simulierten Marsboden geschlüpfter junger Regenwurm
© Wamelink/Universität Wageningen
Ein im simulierten Marsboden geschlüpfter junger Regenwurm.
Wageningen (Niederlande) - In von der US-Raumfahrtbehörde NASA simulierten Marsböden haben sich in Experimenten Regenwürmer erfolgreich fortgepflanzt. Das Ergebnis zeigt, dass auch in Marsböden Pflanzen gedeihen können, die zukünftige Mars-Kolonialisten ernähren könnten.

"Um Menschen einmal auf dem Mars ernähren zu können, brauchen wir ein geschlossenes, nachhaltiges Agrar-Ökosystem", erklären die Forscher um Wieger Wamelink von der Wageningen University & Research und führen dazu weiter aus: "Regenwürmer werden hierbei eine Schlüsselrolle spielen, weil sie tote organische Stoffe zersetzen und recyceln."
Hintergrund

In ihren Experimenten untersuchen die Forscher, wie auf dem Mond und dem Mars in nachhaltigen Agrarsystemen Nahrung angebaut werden kann. Die Grundlage ist das Vorhandensein von Boden und Wasser (...in Form von Eis) sowohl auf dem Mars als auch auf dem Mond.

In den simulierten Mond- und Marsböden züchten die Wissenschaftler seit 2013 verschiedenste Nahrungspflanzen und waren bislang in allen Fällen - mit Ausnahme von Spinat - auch erfolgreich. Nachdem die Ernte auch noch auf mögliche Schwermetalle und Alkaloide getestet wurden, konnten die Wissenschaftler daraus sogar ganze Menüs zubereiten (...GreWi berichtete).

Kommentar:


Fish

Kein bislang bekannter Fisch lebt tiefer: Wissenschaftler filmen seltsame Tiere im Marianengraben

unbekannte Fischart Marianengraben, tiefstlebender Fisch
© Screenshot des YouTube-Videos
Kein bislang bekannter Fisch lebt tiefer: Wissenschaftler filmen seltsame Tiere im Marianengraben
US-Wissenschaftler haben im Marianengraben eine bislang unbekannte Fischart entdeckt. Dabei kann es sich womöglich um den "tiefstlebenden" Fisch handeln. Das ungewöhnliche Tier heißt auf Lateinisch Pseudoliparis swirei und gehör der Familie der Scheibenbäuche an.

Die für die Erstbeschreibung gefangenen und gefilmten Fische wurden von einem Köder angezogen. Die Spezies wurde bis in eine Tiefe von 8.178 Meter beobachtet. Pseudoliparis swirei ist rosig-weißlich gefärbt. Seine Haut ist transparent, sodass innere Organe und die Rumpfmuskulatur sichtbar sind.

"Sie sehen zwar nicht stark und robust genug aus, um in einer solch extrem schwierigen Umwelt zu leben, dennoch sie sind äußerst erfolgreich", zitiert die Zeitung The Independent Mackenzie Gerringer, Meeresbiologin von der University of Washington.

Bulb

Die »Hells Bells« von Yucatán: Seltsame Unterwasser-Stalaktiten erstmals untersucht

In einer seit Jahrtausenden überfluteten Höhle in Mexiko sind einzigartige »Tropfsteine« entstanden. Doch wie war das möglich?
Hells Bells

Eugenio Acévez und Jerónimo Avilés/Stinnesbeck at al.
Bei Tropfsteinen zeigt sich die Natur von ihrer künstlerischen Seite. Im Normalfall wachsen sie Tausende von Jahren in Höhlen, die sich in kalkhaltigem Gestein gebildet haben: Wasser sickert durch das Gestein und reichert sich dabei mit Kalziumkarbonat an. Erreicht es die Höhlendecke, fällt beim Heruntertropfen ein kleiner Teil des Kalziumkarbonats aus, bleibt hängen und trägt ein wenig zur Bildung eines Tropfsteins bei.

Während hängende Kalkzapfen Stalaktiten genannt werden, heißen die sich von unten bildenden Tropfsteine Stalagmiten. Eine spektakuläre »Tropfsteinformation« in der El-Zapote-Höhle auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán zeigt nun aber, dass es auch anders geht - zumindest bei Stalaktiten.

Ice Cube

Anomalie: Delle im Magnetfeld bereits in der Eiszeit

Delle im Erdmagnetfeld in der Eiszeit
Das Erdmagnetfeld hat über dem Südatlantik eine gewaltige Delle. Seine Stärke beträgt hier nur rund die Hälfte des Normalwertes, dadurch ist die Schutzfunktion des Feldes drastisch reduziert.

Die traditionelle Sicht, dass diese Anomalie eine vorübergehende Erscheinung ist, geriet in den vergangenen Jahren unter Druck, weil 1000 Jahre alte Proben aus dem südlichen Afrika auch ihre Spuren tragen. Basaltproben von Tristan da Cunha zeigen jetzt, dass es die Anomalie auch vor Zehntausenden von Jahren gab.

Die Magnetfeldanomalie im Südatlantik reicht wesentlich weiter in die Erdvergangenheit, als man bisher annahm. Eine Arbeitsgruppe aus Großbritannien und Deutschland hat jetzt Gesteinsproben der Vulkaninsel Tristan da Cunha im Südatlantik ausgewertet und auch für eine 30.000-Jahres-Periode der jüngeren Erdvergangenheit drastisch verringerte Magnetfeldstärken entdeckt.

"Wir haben in der Periode, die vor 80.000 Jahren begann und vor 56.000 Jahren endete, fünf Vorgänge, bei denen die Magnetfeldstärke ähnlich schwach wie heute war", berichtete Jay Shah, Doktorand am Londoner Imperial College, auf der Jahrestagung der Europäischen Geowissenschaftlichen Union in Wien. Er hatte die Gesteinsproben für seine Master-Arbeit ausgewertet.

Nuke

Shellenberger: Atomenergie ist die grünere Energie und Windräder und Solarzellen erzeugen Giftmüll

In der Überschrift, der Ausspruch des Umweltaktivisten Michael Shellenberger, der im Times-Magazin ein Held der Umwelt im Jahr 2008 genannt wurde. Im weltweiten Kampf der Klima-Alarmisten gegen Kohlendioxid, glauben nur noch die größten Phantasten, dass Wind- und Sonnenenergie etwas zur Reduzierung von CO2 beiträgt. Australien ist das einzige G20-Land mit einem gesetzlich festgelegten Verbot der Energieerzeugung aus Kernkraft. Daher gibt es auch kein einziges Kernkraftwerk, obwohl die Uranvorkommen sehr reichhaltig sind.
michael shellenberger
© TED
Durch die Kombination der neuen Nationalen Energie-Garantie (NEG) des Bundes und der damit verbundenen Emissionsverpflichtung wird die Kernenergie jedoch ins Gespräch gebracht.

Wiederholt haben wir bereits geschrieben, dass Kernenergie die einzige eigenständige Stromerzeugungsquelle ist, die Strom auf Abruf liefern kann, ohne dabei CO2-Emissionen zu erzeugen. Aus der Sicht eines Stromversorgers ist die Kernkraft eine Quelle, die offensichtlich in der Lage ist, sowohl ihre NEG-Verpflichtung als auch ihre Emissionsverpflichtungen zu erfüllen, sofern eine solche Wahl verfügbar wäre.

Kommentar: Interessante Entwicklung von Michael Shellenberger, wenn er vorher ein richtig grüner Umweltaktivist war und zusätzlich Barack Obama beriet. Bleibt abzuwarten, ob er es mit seinen Aussagen wirklich ernst meint.

Lesen Sie zur "grünen" Energiepolitik den folgenden Sott-Artikel:

Lebst du noch grün, oder denkst du schon? Der große Ökostrom-Betrug


Bulb

Roskosmos: Sojus-Rakete erfolgreich gestartet - Kein Kontakt zu Satelliten: Falsche Umlaufbahn

Heute früh ist vom vom neuen russischen Weltraumbahnhof Wostotschny die Sojus-2.1b-Rakete mit einem Wettersatellit vom Typ Meteor-M,Meteor und 18 weiteren Satelliten gestartet. Keiner der Satelliten habe die geplante Umlaufbahn erreicht, teilte die russische Nachrichtenagentur Interfax mit Verweis auf die Weltraumbehörde Roskosmos mit.
Sojus
© Sputnik
Russische Weltraumbehörde: Kein Kontakt zu Satellit, der von Wostotschny befördert wurde
Die Raketenoberstufe vom Typ Fregat sowie der Satellit haben nur die Zwischenumlaufbahn erreicht, hieß es. Danach sei es jedoch nicht gelungen, den Kontakt mit der Rakete aufzunehmen. Die Behörde ermittelt derzeit mögliche Ursachen des Zwischenfalls. Es wird vermutet, dass die Rakete samt Nutzlast auf einer falschen Flugbahn flog, in die Atmosphäre eintrat und dann in den Atlantischen Ozean stürzte.


Clock

Der C14-Crash: Alle Altersdatierungen sind möglicherweise falsch

dinosaurier, c14 datierungsmethode
Japanische Wissenschaftler konnten jetzt erstmals nachweisen, dass Blitze in der Erdatmosphäre bisher unbekannte Kernreaktionen auslösen können, bei denen unter anderem radioaktive Isotope wie Kohlenstoff-14 (C14) entstehen.

Dadurch könnte die Kohlenstoffdatierung in Frage gestellt werden, die verschiedene Wissenschaftszweige wie Archäologie, Anthropologin oder Paläontologie gerne zur Altersbestimmung nutzen.

Wissenschaftler hatten schon lange den Verdacht, dass Blitze Kernreaktionen der Luftmoleküle und dabei auch Positronen erzeugen können. Schon 1925 trug der schottische Physiker und Meteorologe Charles Wilson seine Theorie vor, dass Gewitter und die begleitenden Blitze Kernreaktionen in der Atmosphäre verursachen könnten.

Tatsächlich konnte man in den darauffolgenden Jahrzehnten auch Neutronen, Gammastrahlung und energiereicher Elektronen nachweisen, doch eindeutige Hinweise auf die dazugehörigen Prozesse fehlten.

Einem japanischen Forscherteam von der Kyoto University und der Universität Tokyo gelang es nun im Rahmen ihres Projekts »Gamma-Ray Observation of Winter Thunderclouds« (GROWTH), den Ablauf der von Blitzen verursachten Kernreaktionen sicher nachzuweisen.

Binoculars

Elektroautos können für Engpässe bei teuren Rohstoffen sorgen

Die deutsche Industrie sieht die Gefahr einer Rohstoffknappheit als Folge der steigenden Zahl von Elektroautos. Der zuständige Experte bei der Deutschen Rohstoffagentur, Brandenburg, verwies auf die starke Abhängigkeit der Wirtschaft von ausländischen Lieferanten.
Elektroauto
© Plugin / Johannes Wiesinger / pixelio.de
Bis zum Jahr 2050 sollen nur noch emissionsfreie Fahrzeuge erlaubt sein.
Vor allem bei Metallen, die man für den Bau von Batterien benötige, sei man auf Importe angewiesen. Das Angebot werde immer knapper und die Minenbetreiber könnten die Preise diktieren. In den meisten Fällen gebe es entweder nur wenige Anbieter, oder die Rohstoffe würden in Ländern mit erhöhten politischen Risiken gefördert, sagte Brandenburg der "Welt am Sonntag". Zwar gebe es auf der Erde reiche Vorkommen. Es seien aber nur wenige Länder bereit, diese Rohstoffe abzubauen, auch weil dies mit erheblichen Umweltbelastungen verbunden sei.

Der Abteilungsleiter Sicherheit und Rohstoffe beim Bundesverband der Deutschen Industrie, Wachter, erklärte, der Bedarf wachse schneller als die Kapazitäten bei der Förderung. Ohne eine ausreichende Versorgung, beispielsweise mit Kobalt, Graphit, Lithium oder Mangan, werde es keine Zukunftstechnologien "Made in Germany" geben.

Kommentar:


Bulb

Darwin wäre erstaunt: Der Darwinfink - In zwei Generationen neue Vogelart entstanden

Forscher haben eine erstaunliche Evolutionsgeschichte auf den Galapagosinseln dokumentiert: In der Familie der Darwinfinken hat sich gleichsam im Zeitraffer eine neue Art herausgebildet. Durch eine Kreuzung zweier Arten ist Nachwuchs entstanden, bei dem es sich nicht einfach um Mischlinge handelt: Die Vögel pflanzen sich nur untereinander fort und haben spezifische Merkmale - Charakteristika einer eigenen Spezies, sagen die Biologen.


Kaktusfink

Ein Vertreter der neuen Art
Die erstaunliche Geschichte beginnt mit einer überraschenden Vogelsichtung im Jahr 1981: Biologen um das Forscherpaar Rosemary und Peter Grant von der Princeton Univerity bemerkten auf der kleinen Insel Daphne Major einen seltsam großen Darwinfink, der ein ungewöhnliches Lied sang. Er gehörte offensichtlich nicht zu den drei Darwinfinkenarten, die auf der Insel heimisch sind. "Er war so anders, dass er nicht aus einem Ei auf Daphne Major geschlüpft sein konnte", berichtet Peter Grant. Die Forscher vermuteten damals, dass er irgendwie von einer der anderen Galapagosinseln auf das vergleichsweise isolierte Eiland des Archipels gelangt war.

Um mehr zu erfahren, entnahmen die Wissenschaftler diesem Tier eine Blutprobe und ließen den Vogel wieder frei. Anschließend beobachteten sie, dass der Newcomer mit einer ortsansässigen mittelgroßen Finken-Dame der Art Geospiza fortis Nachwuchs gezeugt hatte. Diese Jungtiere sorgten anschließend ihrerseits wieder für Nachkommen. Die Forscher ließen diese neu entstandene »Big Bird-Linie« nun nicht mehr aus den Augen und entnahmen über sechs Generationen hinweg Blutproben zur genetischen Analyse. Mittlerweile gibt es rund 30 Nachkommen. Nun berichten die Biologen über ihre gesammelten Beobachtungsdaten und Analysen.