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Fr, 30 Sep 2016
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Wissenschaft und Technologie
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Info

Nicht nur eine, sondern vier Giraffenarten - Genetisch so unterschiedlich wie Braunbär und Eisbär

Frankfurter Forscher haben Gewebeproben von 200 Giraffen untersucht. Dabei stellten sie fest: Die Tiere gehören vier unterschiedlichen Spezies an. Untereinander paaren sie sich nicht.
© dpa
Eine Netzgiraffe in Kenia. In Ost- ud Zentralafrika sinkt die Zahl der Giraffen, im Südlichen Afrika steigt sie dagegen
Wann immer Wilderer und Trophäenjäger auf frischer Tat mit dem Elfenbein getöteter Elefanten erwischt werden, gibt es in sozialen Medien einen Aufschrei der Empörung. Um Giraffen ist es sehr viel ruhiger. Zu Unrecht, meint Professor Axel Janke von der Frankfurter Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung. "Es gibt ungefähr 450.000 wildlebende Elefanten - und etwa 90.000 Giraffen." Innerhalb von 30 Jahren sei die Zahl der Giraffen um 35 Prozent zurückgegangen.

Mehr noch: Diese Giraffen gehören nicht, wie bislang angenommen, einer einzigen Art an. Genetisch sind sie in vier unterschiedliche Spezies aufgeteilt, wie Janke mit Kollegen in der Fachzeitschrift "Current Biology" schreibt. Sie hatten Gewebeproben von knapp 200 Tieren aus ganz Afrika unter die Lupe genommen.

Satellite

EmDrive: Der "unmögliche", treibstofflose Antrieb soll im Weltraum getestet werden

Alexandria (USA) - Während die Ergebnisse der NASA-Tests mit dem sogenannten EmDrive kurz vor der Veröffentlichung in einem wissenschaftlichen Fachjournal stehen (...GreWi berichtete), hat das US-Raumfahrtunternehmen „Cannae Inc.“ einen ersten Test mit seiner Version eines treibstofflosen Antriebs im All angekündigt.
© cannae.com
Künstlerische Darstellung der Cannae-Cubesat-Mission (Illu.).
Wie das Unternehmen auf seiner Webseite erklärt, werde es seine eigene treibmittelfreie Antriebstechnologie schon bald im Rahmen einer Satellitenmission demonstrieren: Ohne die üblichen Treibmittel an Bord erzeuge die Cannae-Technologie genügend Schub und Versorgung um mit einem hutschachtelgroßen Mini-Satelliten vom Typ Cubesat (6U) die Erde sechs Monate unterhalb von 240 Kilometern Höhe zu umkreisen. Für gewöhnlich beträgt die Dauer einer Cubesat-Mission rund sechs Wochen.

Question

"Frühestes" Leben auf Erde entdeckt? 3,7 Milliarden Jahre alte Fossilien und die Mars Verbindung

Australische Wissenschaftler sind zuversichtlich, dass sie auf Grönland die bislang ältesten irdischen Fossilien entdeckt haben. Mit einem Alter von 3,7 Milliarden Jahren wären die versteinerten Mikroben rund 220 Millionen Jahre älter als der bisherige Rekordhalter - und könnten auch Rückschlüsse auf einstiges Leben auf dem Mars zulassen.


© Allen Nutman/Nature
Diese wellenförmige Strukturen im Isua-Gneis auf Grönland halten australische Wissenschaftler für 3,7 Milliarden Jahre alte Fossilien von Mikroben.
Wollongong (Australien) - Wie das Team um Prof. Allen Nutman von den University of Wollongong (UOW) im Fachjournal Nature (DOI: 10.1038/nature19355) berichtet, handele es sich um Fossilien sogenannter Stromatolithen im ältesten auf der Erde bekannten Sedimentgestein des Isua-Gneis am Rande des grönländischen Eisschildes. Der Fund zeige, dass das Leben schon vergleichsweise kurz nach der Entstehung des Planeten selbst entstand.


Der Fund bestätige damit, dass die Erde schon in ihrer frühesten Geschichte Leben beherbergte - und das sogar schon in Form komplexer Ökosysteme: „Das mikrobische Leben auf der Erde war also schon vor 3,7 Milliarden - und damit schon nach wenigen hundert Millionen Jahren seit der Entstehung des Planeten vielfältig“, erläutern die Forscher.

Question

Zwergplanet Ceres: Große Eismengen an der Oberfläche und 5 Kilometer hoher Eisvulkan

In sechs Fachartikel widmen sich internationale Wissenschaftler den neusten Datenauswertungen der Erkundung des Zwergplaneten Ceres durch die NASA-Sonde „Dawn“ und liefern darin neue Erkenntnisse über den pyramidenförmigen Bergkegel Ahuna Mons, große Mengen an Wassereis an der Ceresoberfläche. Die neuen Erkenntnisse eröffnen auch neue Perspektiven für die Entstehung von Leben auf anderen Himmelskörpern in unserem Planetensystem.
© NASA/Dawn
Der Kegel des Eisvulkans Ahuna Mons auf Ceres in einer zweifach überhöhten perspektivischen Ansicht. Die hierfür verwendeten Farbaufnahmen wurden im Juni 2016 mit der Dawn Framing Camera aus einer Höhe von 385 Kilometern aufgenommen.
Pasadena (USA) - Während bereits frühere Untersuchungen, die mit dem am Max-Plank-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) gebauten wissenschaftlichen Kamera-System an Bord der Sonde durchgeführt wurden, zeigten, dass es im Inneren von Ceres gefrorenes Wasser geben muss, zeigen die neuen Daten, das dieses Wassereis unter anderem in teilweise großen Mengen in einigen helleren Gebieten auch an die Oberfläche tritt. Offenbar war Ceres also noch in jüngerer geologischer Vergangenheit geologisch aktiv.

„Wasser hat somit nicht nur, wie bislang angenommen, in großen Mengen in den kältesten äußeren Regionen unseres Sonnensystems überdauert, sondern auch im vergleichsweise nahen Asteroidengürtel“, erläutern die Wissenschaftler in der MPS-Pressemitteilung und erklären weiter, dass „dadurch auch neue Perspektiven für die Entstehung von Leben auf anderen Himmelskörpern in unserem Planetensystem eröffnet werden, denn flüssiges Wasser gilt als Grundvoraussetzung für die Entstehung von Leben wie wir es kennen.“

Sun

Astronomen entdecken weitere rätselhafte Abschwächung im Licht eines Sterns

Astronomen haben einen weiteren Stern entdeckt, dessen Lichtstärke sich auf bislang rätselhafte Weise abschwächt. Während die vor einem Jahr erstmals beobachteten Eigenschaften der Lichtkurve des fernen Sterns KIC 8462852 bislang durch keine astrophysikalischen Phänomene ausreichend erklärt werden können - und deshalb einige Astronomen auch eine gewaltige künstliche Struktur als Erklärung noch nicht ausschließen wollen - sehen die Astronomen in den aktuellen Beobachtungen der Lichtkurve des Sterns EPIC 204278916 keine Gründe eine mögliche intelligente und künstliche Megastruktur als Auslöser der Abschwächungen zu diskutieren. Gegenüber „Grenzwissenschaft-Aktuell.de“ erläutert der Leiter der Beobachtungen von EPIC 204278916 exklusiv, warum.

© Scaringi et al., 2016
Die schwankende Lichtkurve des Sterns EPIC 204278916.
Garching (Deutschland) - Wie das Team um Dr. Simone Scaringi vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik aktuell vorab via ArXiv.org erläutert, wurde der Stern EPIC 204278916 mit dem Weltraumteleskop Kepler innerhalb dessen fortgeführten Mission „K2“ und in der Folge mit dem ALMA-Teleskop in Chile über einen Zeitraum von 78,8 Tagen in einem Rhythmus von 29,4 Minuten beobachtet.

Der Stern selbst ist ein mit fünf Millionen Jahren noch vergleichsweise junger Stern der Spektralklasse M1 und zählt zur Gruppe der Upper Scorpius innerhalb der sogenannten Scorpius-Centaurus Assoziation - und damit der unserer Sonne nächstgelegenen Sternassoziation aus Sternen der Spektralklassen O und B. Während er zwar annähernd so groß ist wie unsere Sonne, besitzt er aber nur die Hälfte ihrer Masse und wird von einer geneigten Staub- und Gasscheibe umkreist.

Wine

Kein gesundes Gläschen: Studien zur Wirkung von Rotwein sind gefälscht

Studien zur gesundheitsfördernden Wirkung von Rotwein gefälscht
© Igor Normann/fotalia.com
Moderater Alkoholkonsum wurde in zahlreichen Studien mit gesundheitlichen Vorteilen in Zusammenhang gebracht, doch zeigen die meisten dieser Studien erhebliche Schwächen.
Während einige Forscher Jahrzehnte hart arbeiten, um zu spektakulären Forschungsergebnissen zu gelangen, erzielen andere durch die Fälschung ihrer Daten das selbe Resultat. So auch der Wissenschaftler Dipak Das von der Universität Conneticut, der in den vergangenen Jahren mehrfach durch verblüffende Publikationen zu gesundheitlichen Vorteilen von Rotwein und anderen alkoholischen Getränken aufgefallen war.

Kommentar:


Binoculars

Was hilft am besten gegen Erpressersoftware?

Ein Sicher­heits­un­ter­nehmen [1] hat das Verhalten tausender Samples von weit verbrei­teter Ransom­ware unter­sucht und identi­sche Muster entdeckt. Durch die Erkennt­nisse ist es Unter­nehmen möglich, das Risiko einer Infek­tion zu senken und die Ausbrei­tung einer Attacke zu blockieren.
© Pixbay.com/RT
Im Rahmen der Studie hat das CyberArk Research Lab mehr als 23.000 im Netz aktive Samples weit verbrei­teter Ransomware-Familien analy­siert, um Erkennt­nisse über das typische Verhalten der Schad­soft­ware zu erhalten. Aus den Verhal­tens­mus­tern wurden Strate­gien abgeleitet, die dabei helfen, die Auswir­kungen eines Angriffs einzu­dämmen.

Ransom­ware ist eine häufige und zuneh­mende Gefahr, vor allem für Unter­nehmen. Im Jahr 2015 wurden fast 407.000 Versuche von Ransomware-Infektionen regis­triert und mehr als 325 Millionen US-Dollar von den Opfern erpresst - Tendenz steigend. Um charak­te­ris­ti­sche Merkmale bei der Infek­tion, der Verschlüs­se­lung und beim Entfernen heraus­zu­finden, hat das CyberArk Research Lab mehr als 30 weit verbrei­tete Malware-Familien, darunter auch Crypto­lo­cker, Petya und Locky analy­siert.

Die Studie »Analyse von Ransom­ware und mögliche Strate­gien zur Eindäm­mung« [1] hat folgende Schwer­punkte:
  • Unter­su­chung des Ablaufs der Infek­tion im Netzwerk und Analyse der Gründe bezie­hungs­weise Auslöser für die Ausfüh­rung von Ransom­ware bis hin zur Verschlüs­se­lung.
  • Diskre­panzen und Gemein­sam­keiten bei der Ausfüh­rung von Ransom­ware in Abhän­gig­keit von Zugriffs­rechten auf das lokale Adminis­tra­tor­konto, das Benut­zer­konto oder Verschlüsselungs-Keys.
  • Entwick­lung von Eindämmungs- und Schutz-Strategien, unter Einbe­zie­hung von Endpunkt-Security, Best-Practice-Backup-Vorgehensweisen und Anwen­dungs­steue­rung, um das Risiko von Ransomware-Infektionen für Unter­nehmen zu senken.

Jupiter

Erste Fotos vom Nordpol Jupiters aufgenommen

Washington - Die US-Raumfahrtbehörde NASA hat Fotos vom Nordpol des Jupiter veröffentlicht.
© NASA/JPL-Caltech/SwRI/MSSS
Die von der Raumsonde Juno gelieferten Bilder seien völlig anders als alles, was die Forscher bisher gesehen oder sich vorgestellt hätten, sagte NASA-Forscher Scott Bolton am Freitag. Aufnahmen von den Polen des Planeten zeigten warme und heiße Punkte, erklärte Alberto Adriani vom Astrophysischen Institut in Rom.

Erstmals wurden auch Polarlichter am Südpol des Jupiter fotografiert. Zudem konnte die Forschungssonde Schallwellen aufnehmen, die der Jupiter aussendet. Wissenschaftern sind diese Wellen seit den 50er-Jahren bekannt, sie konnten jedoch noch nie aus so geringer Entfernung analysiert werden.

Juno hatte Ende August ihre größte Annäherung an den Jupiter erreicht. Dabei gelangte sie bis auf eine Entfernung von 4.200 Kilometer an den größten Planeten des Sonnensystems heran - näher, als jemals eine Sonde zuvor.

Kommentar:
  • Raumsonde "Juno" mit drei glücksbringenen Lego-Figuren erreicht Jupiter



Fireball

Asteroid 2016 QA2 verfehlte nur knapp unsere Erde

Am Sonntagmorgen, kurz vor halb vier Uhr am 28. August 2016 ist die Erde knapp einer Katastrophe entgangen. Behaupten zumindest jede Menge sehr aufgeregte Berichte in Zeitungen und vor allem den sozialen Medien. Ein Asteroid hätte uns fast und ohne Vorwarnung erwischt. Wäre er eingeschlagen, hätten wir es erst bemerkt, wenn es schon zu spät gewesen sei.

Klingt alles sehr dramatisch. War es denn auch dramatisch? Ja und Nein. Was tatsächlich passiert ist, war folgendes: Der Asteroid 2016 QA2 hat die Erde in einem Abstand von 84.000 Kilometern passiert. Der Felsbrocken aus dem All ist ungefähr 35 Meter groß und man hatte ihn erst wenige Stunden entdeckt, bevor er seinen geringsten Abstand zur Erde erreichte. Wäre er mit der Erde kollidiert, hätte es so gut wie keine Vorwarnzeit gegeben. Aber er ist eben nicht mit der Erde kollidiert.

Das ist ein wichtiger Punkt! In solchen Fällen greifen die Medien (aber leider nicht nur die) immer sehr gerne in die Floskelkiste und erzählen, dass ein paar zehntausend Kilometer aus kosmischer Sicht ja quasi gar nichts sind; dass es sich um einen “Streifschuss” handelt, und so weiter. Und tatsächlich sind 84.000 Kilometer im Vergleich mit typisch astronomischen Größen und Distanzen nicht viel. Das ist nur sieben mal so groß wie der Durchmesser der Erde. Das ist nur ein bisschen weniger als ein Viertel der Distanz zwischen Erde und Mond. Aus Sicht des Universums ist der Asteroid also am Sonntag tatsächlich sehr knapp an der Erde vorbei geflogen. Aber: Wenn wir daran interessiert sind, ob das Ganze für uns Menschen gefährlich ist, dann müssen wir das die Sache aus menschlicher Sicht betrachten und nicht aus Sicht des Universum. Mag ja sein, dass für den Kosmos 84.000 Kilometer enorm winzig sind. Für uns Menschen ist es aber eine enorm große Distanz! Und darauf kommt es an: Gefährlich wird es nämlich erst dann, wenn ein Asteroid tatsächlich mit uns zusammen stößt und nicht, wenn er nur vorbei fliegt; egal wie knapp.


Kommentar: Das Problem ist nicht die Distanz an sich, sondern das wieder einmal eine mögliche Gefahr übersehen wurde. Und das es Objekte geben wird, die nicht in einer Distanz von 84.000 Kilometern vorbeifliegen werden.


Kommentar: Vollkommen richtig, für die Observation wird leider nicht genügend Geld zur Verfügung gestellt, weil es zum Teil den politischen Kräften egal ist, was mit anderen Menschen geschieht. Lesen Sie sich dazu die folgenden Artikel durch: Zudem muss es sich dabei nicht um große Einschläge handeln, wie sehr oft von den Medien vermutet wird, sondern es kann sich auch um viele kleine Himmelskörper handeln - wie es oft in der Vergangenheit geschah. Das Beste Beispiel dafür sind die Carolina Bays, denn sie weisen hunderttausende Einschlagskrater auf. Victor Clube und Bill Napier beschreiben in ihrem Buch The cosmic winter, dass viele Himmelskörper nicht registriert werden können, da es sich, nicht wie üblich angenommen, um "dreckige Schneebälle" handelt, sondern oftmals um schwarze Klumpen, die kein Licht mehr reflektieren. Weiter beschreiben sie, dass die Erde sehr oft von Schwärmen und in regelmäßigen Abständen (ca. alle 4000 Jahre) getroffen wurde, das heißt, eine große Masse von relativ kleinen Körpern die Erde bombardierten, wie es das untere Beispiel der Carolina Bay zeigt:
© Desconocido



Rocket

Erneuter Rückschlag für SpaceX: Rakete explodiert bevor es überhaupt los geht - Vor dem Start

Zwei Tage vor dem Start ist eine Falcon-9-Rakete in Cape Canaveral bei einem Test explodiert. Für die Raumfahrtfirma SpaceX ist das ein herber Rückschlag. Die Folgen sind noch nicht absehbar.
© Screenshot
Der Milliardär Elon Musk geht nicht nur bei seiner Elektroautofirma Tesla ungewöhnliche Wege, sondern auch bei seiner Raumfahrtfirma SpaceX. So werden vor jedem Start einer Falcon 9-Rakete alle neun Triebwerke der ersten Stufe einmal kurz gezündet und ausprobiert. Bei einem solchen Triebwerkstest, den sonst kein Wettbewerber macht, kam es jetzt zum Unglück. Beim Testlauf expoldierte die Falcon 9 und es kam zu einem Brand auf der Startplattform in Cape Canaveral in Florida.

In einer kurzen Mitteilung bestätigte die Raumfahrtfirma den Unfall. Dabei seien die Rakete und ihre Nutzlast zerstört worden. Es habe keine Verletzen gegeben. Die betroffene Kommune im Bundesstaat Florida teilte mit, es bestehe keine Gefahr für die Öffentlichkeit.