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Mo, 20 Feb 2017
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Wissenschaft und Technologie
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Fish

Tiefseefisch entwickelte Maulsperren-Trick zum Verzehr großer Beute

© Nalani Schnell, Muséum national d'Histoire naturelle
Wenn das Maul zu klein ist für große Beute, dann muss man sich als hungriger Tiefseefisch etwas einfallen lassen. Herausgekommen ist ein einzigartiger Antimaulsperrenmechanismus.

Als kleiner, aber hungriger Tiefseefisch hat man eben einfach Pech, wenn ein vorbeikommendes Stück Beute zu groß zum Schlucken ist. Oder? Tatsächlich hat die Natur einen Weg gefunden. Denn anders als bei den meisten anderen Fischen ist zum einen bei allen in der Tiefsee heimischen Schuppendrachenfischen der Schultergürtel nicht fest mit der Kopf- und Maulpartie verwachsen, und schon dies erlaubt eine größere Flexibilität beim Maulöffnen. Bei mindestens fünf Gattungen der Familie ist in Lauf der Evolution zum anderen aber ein ganz eigener anatomischer Knick hinzugekommen, den nun Forscher vom Smithsonian's National Museum of Natural History und dem Muséum national d'Histoire naturelle in Frankreich entdeckt und beschrieben haben.

Die Tiere verfügen zusätzlich über eine flexible gelenkartige Verbindung zwischen Hinterkopf und dem biegsamen Vorderende der Wirbelsäule, so die Forscher: Das ermöglicht solchen Vertretern der Schuppendrachenfische, das Maul weiter aufzureißen als ihren Verwandten. So wird noch größere Beute in einem Happs verschluckbar, erklärt Dave Johnson: "Die größere Flexibilität erlaubt ihnen, ihr Maul 120 Grad weit aufzusperren - was kein anderer Fisch egal welcher Familie hinbekommt."

Die besondere Kopf-Wirbelsäulen-Verbindung tritt nicht bei allen Schuppendrachenfischen auf: Nachgewiesen haben die Forscher sie bisher nur an Museumsexemplaren der Gattungen Aristostomias, Eustomias, Malacosteus, Pachystomias und Photostomias. Tatsächlich ernähren sich gerade diese Gattungen auch von Fischen und Schalentiere mit zum Teil enormen Körpergrößen, wie Analysen des Mageninhalts zeigen. Nur die Malacosteus-Arten essen Plankton: Offenbar sind sie zu dieser Ernährungsweise aber erst zurückgekehrt, nachdem ihre Ahnen den Maulaufsperrmechanismus schon im anatomischen Programm hatten.

Info

Posttraumatische Belastungsstörung kann kognitive Fähigkeiten verschlechtern

© dpa
New York - Menschen, die an einer posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) leiden, zeigen im Langzeitverlauf häufiger Einschränkungen der kognitiven Funktion. Dies könnte eventuell ein Risikofaktor für die Entwicklung einer Demenz sein, berichten For­scher um Sean Clouston an der Stony Brook University in Alzheimer's & Dementia: Diagnosis, Assessment & Disease Monitoring (dx.doi.org/10.1016/j.dadm.2016.08.001).

Die Studienkohorte bestand aus überlebenden Rettungskräften, die während und nach den Terrorangriffen vom 11. September 2001 in New York im Einsatz waren. Dies betraf bei­spiels­weise Feuerwehrmänner, Rettungssanitäter, Suchtrupps und Aufräumkräfte. Mehr als 33.000 Menschen, die von den Angriffen und den Rettungsaktionen betroffen waren, nehmen am World Trade Center Health Programm des Center for Disease Con­troll teil.

Bulb

Forscher identifizieren angeblich ältesten Urahn des Menschen

Ein riesiger Mund und ein sackartiger Körper - vor 540 Millionen Jahren wuselten seltsame Wesen durch die Sedimente der Ur-Meere, die möglicherweise zu bedeutenden Urahnen in der Evolutionsgeschichte avancierten: Es handelt sich um die frühesten bekannten Vertreter der sogenannten Neumünder, berichten Forscher. Aus diesem Entwicklungszweig gingen letztlich auch die Wirbeltiere bis hin zum Menschen hervor.
© S Conway Morris/Jian Han
Künstlerische Darstellung von Saccorhytus
Der Baum des Lebens besteht aus Ästchen, die wiederum auf immer größere Zweige zurückgehen. Darin spiegelt sich wider, dass bestimmte Gruppen von Lebewesen aus gemeinsamen Vorfahren entstanden sind. Der Mensch gehört beispielsweise zur Gruppe der Säugetiere - mit Hund, Katze oder Maus sind wir evolutionär betrachtet relativ nahe verwandt. Unsere letzten gemeinsamen Vorfahren mit den Vögeln lebten hingegen deutlich früher in der Evolutionsgeschichte. Allerdings handelte es sich auch bereits bei ihnen um Wirbeltiere, deren gemeinsame Vorfahren wiederum einst aus Meerestieren entstanden sind. Kurzum: Wenn man den Baum des Lebens zurückverfolgt, stößt man an den Verzweigungen auf Lebensformen, die einen Ast hervorgebracht haben - Urahnen ganzer Tiergruppen. Die Forscher um Simon Conway Morris von der University of Cambridge haben nun offenbar ein solches Ur-Wesen identifiziert.

Info

Niedrige Östrogenspiegel begünstigen posttraumatisches Belastungssyndrom

© wstockstudio/fotolia.com
Atlanta - Ein niedriger Östrogenspiegel kann Frauen anfälliger für ein posttraumatisches Be­lastungssyndrom (PTBS) machen. Hohe Östrogenspiegel hingegen könnten eine pro­tektive Wirkung haben. Dies fanden Forscher der Emory University School of Medicine und der Harvard Medical School unter der Leitung von Stephanie Maddox heraus. Das Paper bietet Einblicke in die Funktionsweisen von Östrogen und dessen genmodulie­ren­de Wirkungen. Sie veröffentlichten ihre Ergebnisse in Molecular Psychiatry (2017; doi: 10.1038/mp.2016.250).

Frauen leiden etwa doppelt so häufig am PTBS wie Männer. In gewissen Phasen des weib­lichen Zyklus, insbesondere in solchen mit niedrigem Östrogenspiegel, stellen sich laut den Autoren häufiger depressive Verstimmungen und Angstgefühle ein als in ande­ren Phasen.

Galaxy

Beweise für ein holografisches Universum?

Nachdem ein internationales Astrophysikerteam erstmals Beweise dafür gefunden haben will, dass wir in einem sogenannten holografischen Universum leben (...GreWi berichtete), ist die Verunsicherung darüber groß, welche Konsequenzen dies für unsere Welt und unsere Existenz hat. Grenzwissenschaft-Aktuell versucht, die Studie einzuordnen. Achtung Spoiler-Alarm: Nein, wir sind keine Matrix-Projektionen.
Southampton (Großbritannien) - Zunächst und besonders wichtig bei der Einordnung der Beobachtung der Wissenschaftler um Kostas Skenderis von der University of Southampton und Niayesh Afshordi von der University of Waterloo in Ontario ist der Umstand, dass sich die aktuell im Fachjournal „Physical Review Letters“ (DOI: 10.1103/PhysRevLett.118.041301) beschriebenen Beweise auf das wirklich sehr frühe Universum beziehen - nicht aber bzw. damit nur indirekt auf unsere heutige Welt, unser heutiges Universum.

Dieses heutige Universum hat sehr wohl reale drei (...oder mehr?) Dimensionen. Nur entstanden sind sie vielleicht aus einem Prozess heraus, der - wegen der unterschiedlichen Dimensionen - mit einem Hologramm vergleichbar ist.

Bell

Klartext? Ehemaliger Mozilla-Entwickler hält Antiviren-Programme für überflüssig

Ein Ex-Mozilla-Entwickler hält Antivirus-Programme nicht nur für überflüssig, sondern sogar für schädlich. Seine Argumente sind nicht von der Hand zu weisen, aber soll man wirklich auf Schutz-Software verzichten?
© hashakgig1106.deviantart.com
Robert O'Callahan ist ein altgedienter Mozilla-Entwickler, der nach 16 Jahren Arbeit für das Projekt im vergangenen März seinen Abschied nahm. Der Mann genießt in der Branche großes Ansehen und daher verursacht ein Blogeintrag von ihm jetzt großen Wirbel. Darin lässt O'Callahan an Herstellern von Antivirus-Software (AV-Software) kaum ein gutes Haar und rät Anwendern, deren Software abzuschalten.

Der Entwickler schreibt, der Nutzen der Schutz-Programme sei kaum belegbar. Sie seien viel wahrscheinlicher selbst ein großes Sicherheitsproblem. Er verweist unter anderem auf Fehlerberichte die bei Google regelmäßig in Project Zero einlaufen. Anfang Januar berichtete "ZDNet" beispielsweise über eine Lücke in Kaspersky Anti-Virus. Schutz-Programme öffneten nicht nur viele Einfallstore, die Entwickler der Antivirus-Programme ignorierten auch Sicherheitsstandrads. Außerdem mache es der schwache Code Browser-Herstellern und andere Entwicklern schwer, die Sicherheit ihrer Produkte zu verbessern. Unter anderem habe AV-Software mehrmals Firefox-Aktualisierungen blockiert und so verhindert, dass Nutzer wichtige Sicherheits-Updates erhielten. Entwickler würden viel Zeit dafür verschwenden, durch Schutz-Programme verursachte Probleme zu beheben, schreibt O'Callahan.

Kommentar: Letzten Endes kommt es immer auf das Verhalten des Computernutzers an, was heruntergeladen und geöffnet wird und auf welche Seiten zugegriffen wird, um Sicherheitsrisiken zu minimieren. Ein Virenprogramm kann davor nur schlecht schützen.


Mars

Methan ermöglichte einst lebensfreundliche Bedingungen auf dem Mars

© eso/m. kornmesser
Vor fast vier Milliarden Jahren könnten auf dem Mars sogar ganze Ozeane existiert haben. Für die nötige Wärme sorgte wahrscheinlich ein Treibhauseffekt, der vor allem auf Methan zurückzuführen ist.
Wechselwirkung mit Wasserstoff und Kohlendioxid sorgte vor vier Milliarden Jahren für Treibhausklima.

Dank zahlreicher geologischer Beweise ist mittlerweile unbestritten, dass der Mars in seiner Frühzeit ein der Erde ähnlicher Planet war, auf dem reichlich Wasser floss. Wie das überhaupt sein konnte, ist allerdings immer noch ein Rätsel, denn nach heutiger Einschätzung sollte der Rote Planet damals viel zu kalt für flüssiges Wasser gewesen sein. Nun haben Astronomen eine mögliche Erklärung gefunden: Treibhausgase, allen voran Methan, sorgten offenbar für freundliche Bedingungen.

Vor rund vier Milliarden Jahren schien die Sonne um etwa 30 Prozent schwächer als heute, und das bekam auch der Mars zu spüren. Bei einem Bruchteil der heutigen Sonneneinstrahlung müsste das Oberflächenwasser des Planeten daher eigentlich gefroren gewesen sein - außer die Atmosphäre hätte dafür gesorgt, dass die auftreffende Sonnenwärme nicht wieder ins All zurückgeworfen wird. Robin Wordsworth und sein Team von der Harvard University in Cambridge, Massachusetts, sind davon überzeugt, dass ein solcher machtvoller Treibhauseffekt tatsächlich existierte und den Mars zumindest für einige Zeit ein warmes Klima bescherte.

Verantwortlich dafür war demnach eine Mischung aus Kohlendioxid, Wasserstoff und Methan, wobei letzteres zunächst die Hauptrolle gespielt haben dürfte. Woher das Gas stammte, ist nicht völlig geklärt. Wordsworth vermutet aber, dass geologische Vorgänge vor vier Milliarden Jahren in kurzer Zeit bedeutende Mengen von Methan freigesetzt haben. In einem Prozess, der in ähnlicher Weise heute auf dem Saturnmond Titan abläuft, wurde das Methan allmählich in Wasserstoff und andere Gase umgewandelt.

Wärme und komplexe Moleküle

„Wir haben uns genauer angesehen, was passiert, wenn in dieser exotischen Atmosphäre Methan, Wasserstoff und Kohlendioxid aufeinander treffen und mit Lichtteilchen wechselwirken", meint Wordsworth. „Und es stellte sich heraus, dass es zu einer starken Absorption von Strahlung kommt." Die resultierende Treibhauswirkung hätte laut der in den »Geophysical Research Letters« präsentierten Ergebnisse ausgereicht, um den Mars über längere Phasen warm zu halten.

Aber nicht nur das: Die geochemischen Abläufe ließen vor vier Milliarden auf dem Mars auch viele komplexe Moleküle entstehen. Wordsworth und seine Kollegen halten es für möglich, dass diese Moleküle für die Entstehung der Grundbausteine einer biologischen Evolution gesorgt haben könnten.

Kommentar:


Attention

Durchbruch: Masern-Virus existiert nicht! Dr. Stefan Lanker gewinnt Prozess vor dem BGH

Neben dem Oberlandesgericht Stuttgart hat nun auch der Bundesgerichtshof entschieden, dass der Virologe Dr. Stefan Lanka keine 100.000 Euro an den Arzt Dr. David Bardens zahlen muss. Im Februar 2011 hatte Dr. Stefan Lanka eine Belohnung in Höhe von 100.000 Euro für denjenigen versprochen, der imstande sei, eine wissenschaftliche Publikation vorzulegen, in der die Existenz des Masern-Virus nicht nur behauptet, sondern auch bewiesen und darin u.a. dessen Durchmesser bestimmt ist. Der Arzt Dr. Bardens versuchte, die Existenz des Masern-Virus durch sechs eingereichte Publikationen zu beweisen.

Im aktuellen Newsletter von WissenschafftPlus schreibt Dr. Stefan Lanka, dass der Masern-Virus-Prozess endgültig gewonnen ist: "Der Bundesgerichtshof (BGH) hat im Masern-Virus-Prozess entschieden. Der I. Zivilsenat des BGH hat das Urteil vom Oberlandesgericht Stuttgart (OLG) vom 16.2.2016 bestätigt. Die im Jahr 2011 von mir ausgelobten 100.000 € für einen wissenschaftlichen Beweis der Existenz des behaupteten Masern-Virus müssen dem Kläger nicht ausgezahlt werden. Dieser wurde zudem verurteilt, alle Kosten des Verfahrens zu tragen.

In den Prozess haben sich fünf Gutachter eingebracht und die Ergebnisse wissenschaftlicher Untersuchungen vorgelegt. Alle fünf Gutachter, darunter der vom Erstgericht beauftragte Prof. Dr. Dr. Andreas Podbielski haben übereinstimmend festgestellt, dass keine der sechs in den Prozess eingebrachten Publikationen einen wissenschaftlichen Beweis für die Existenz des behaupteten Masern-Virus enthält.

Bulb

„Neues Material wird unser Leben verändern“ - Erstmals „metallischer Wasserstoff“ erzeugt

Er galt bislang als Heiliger Gral der Hochdruckphysik, ein seit knapp einem Jahrhundert gesuchter moderner „Stein der Weisen“ - sogenannter metallischer Wasserstoff. Jetzt berichten Harvard-Wissenschaftler, dass es ihnen erstmals gelungen sei die exotische Form des Wasserstoffs herzustellen und schwärmen schon jetzt von den umfangreichen Anwendungsmöglichkeiten: „Dieses Material wird das Leben auf unserem Planeten verändern!“

© R. Dias and I.F. Silvera
Mikroskopaufnahmen der Phasen bei der Erzeugung von festen metallischem Wasserstoff (r.) aus molekularem Wasserstoff (l.).
Cambridge (USA) - Wie Professor Isaac Silvera und Ranga Dias von der Harvard University aktuell im Fachjournal „Science“ (DOI: 10.1126/science.aal1579) berichten, könnte der atomar-metallische Wasserstoff grundlegende Fragen über die Natur von Materie im Allgemeinen beantworten und für eine große Bandbreite an Anwendungen, etwa als Supraleiter bei Raumtemperatur oder Supertreibstoff in der Raumfahrt genutzt werden.

„Es ist das erste Mal, dass metallischer Wasserstoff auf der Erde hergestellt werden konnte“, berichtet Silvera von seinem eigenen Forschungserfolg fasziniert: „Wenn man so will, sehen wir hier ein Material, das so noch nie auf der Erde existiert hat.“

Telescope

Neue Messung der Hubble-Konstante verstärkt Widersprüche

Ergebnisse passen nicht zu Messungen des Planck-Satelliten - Astrophysiker sehen Hinweise auf "neue Physik"
© esa/hubble, nasa, suyu et al.
Keine Angst, wenn Sie glauben vierfach zu sehen: Die helle Scheinkonstellation in der Mitte zeigt den Quasar HE0435-1223. Der Gravitationslinseneffekt einer vor ihm liegenden Galaxie führt dazu, dass wir vier Bilder von ihm sehen, die sich um die Galaxie zu gruppieren scheinen.
Lausanne - In den späten 1920er-Jahren untersuchte der US-Astronom Edwin Hubble Galaxien, die sich von unserer Milchstraße wegbewegen. Dabei fiel ihm auf, dass sich diejenigen schneller entfernten, die am weitesten weg von der Erde lagen - weil sich das Universum ausdehnt. Mit seinen Berechnungen zur Ausdehnungsrate des Weltalls legte er die Grundlage für die Konstante, die später nach ihm benannt wurde.

Ein internationales Forschungskonsortium hat diese Hubble-Konstante nun mit einer neuen Methode gemessen. Ihre Ergebnisse befeuern einen Widerspruch zwischen verschiedenen Messungen der vergangenen Jahre und werfen damit grundlegende Fragen auf.

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