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Di, 17 Jan 2017
Die Welt für Menschen, die denken

Wissenschaft und Technologie
Karte

Eye 1

Heimlich hört das Handy zu: Abwehr ungewollten Audiotrackings durch akustische Cookies

© Thinkstock by Getty Images
Mobiltelefone und Tablets können durch sogenanntes Audiotracking mittels Ultraschall unbemerkt das Verhalten ihrer BenutzerInnen verfolgen - etwa das Betrachten bestimmter Fernsehwerbungen oder den Aufenthalt an bestimmten Räumen und Plätzen. Im Projekt SoniControl entwickelt die Fachhochschule St. Pölten eine Methode, wie dieses unbemerkte (und meist ungewollte) Ausspionieren enttarnt und blockiert werden kann.

Die permanente Vernetzung mobiler Endgeräte kann die Privatsphäre der BenutzerInnen gefährden und zu neuen Formen der Überwachung führen. Zum Beispiel kann ein Fernseher während eines Werbespots unhörbare akustische Signale („akustische Cookies“) aussenden. Mobile Endgeräte in der Umgebung nehmen diese Signale auf, dekodieren sie und senden über das Internet Informationen an die SenderInnen des Signals zurück. So kann etwa festgestellt werden, dass der Fernseher und das Mobilgerät derselben Person gehören und welche Werbung gerade gesehen wird. Das ermöglicht das Erfassen von UserInnen-Verhalten, ähnlich wie es mit Cookies im Webbereich seit Langem betrieben wird, jedoch über mehrere Geräte hinweg und ohne das Wissen der NutzerInnen.

Bell

3D Druck macht es möglich: Eine digitale Sonnenuhr

Der User Mojoptix stellt auf Thingiverse seine 3D gedruckte digitale Sonnenuhr zum Download bereit.
Eine Sonnenuhr an sich ist ja nichts besonderes. Die digitale Version davon ist jedoch was Neues!

Ermöglicht wird diese Weiterentwicklung der uralten Technik die Zeit anzuzeigen durch das spektakuläre 3D Design und den 3D Druck. Über einen Algorithmus wird berechnet ob der Punkt bei einer gewissen Uhrzeit das Licht der Sonne durchlassen soll oder nicht.

So kann die Zeit auf 10 Minuten genau angezeigt werden. Von oben sieht dies dann so aus:

Document

Forscher: Anstieg der Kaiserschnitte beeinflusst Evolution

Provokante Aussage von Forschern: Kaiserschnitte geben ungünstige Gene weiter. Verdammen wollen die Wissenschaftler den Sectio caesarea aber nicht.
© Ramona Heim / Fotolia
Immer mehr Kinder werden per Kaiserschnitt geboren.
NEU-ISENBURG. Immer mehr Kinder können nicht auf natürlichen Weg geboren werden, so eine Studie laut BBC. Der Grund: Die werdenden Mütter haben ein zu schmales Becken. Die Babys passen schlicht nicht durch den Geburtskanal.

War dies in den 1960-iger Jahren bei drei Prozent der Geburten der Fall, seien es heute zwischen zehn und zwanzig Prozent mehr.

Kommentar:



Ice Cube

Russland: Neues und genauestes Temperatur-Eichmaß entwickelt

Russische Wissenschaftler haben ein neues Eichmaß der Temperatur entwickelt, wie die russische Behörde für technische Regelung und Metrologie (Rosstandart) am Montag mitteilt.
© Sputnik/ Vitaly Belousov
„Russischen Metrologen ist es gelungen, die Boltzmann-Konstante mit einer hohen Präzision zu bestimmen, was es ermöglicht hat, die Reinheit der Wiedergabe einer Temperatur-Einheit zu verbessern. Die gefundenen Ergebnisse werden dem staatlichen Eichmaß der Temperatur zugrunde gelegt und Russland einen weltweit führenden Platz im Bereich der Temperaturmessung sichern“, heißt es in der Mitteilung.

Wie die Behörde präzisierte, ermöglicht das von den Wissenschaftlern gebaute Gerät, die messtechnischen Eigenschaften des staatlichen primären Eichmaßes der Temperatur zu verbessern, und zwar den Temperaturbereich auf 3 473 Kelvin (Einheitenzeichen: K) zu erweitern und den Widergabefehler um 35 bis 50 Prozent zu reduzieren.

Nebula

Magnetsinn scheinbar auch beim Menschen nachgewiesen

Vögel, Insekten und einige Säugetieren haben die Fähigkeit, das Erdmagnetfeld wahrzunehmen. Das ermöglicht ihnen, weite Strecken zurückzulegen und sich in ihrer Umgebung zu orientieren. Der Geophysiker Dr. Joe Kirschvink vom California Institute of Technology (Caltech) hat nun verlautbart, diesen Sinn erstmals auch beim Menschen entdeckt zu haben.

Kirschvink behauptet, dass seine Ergebnisse reproduziert und verifiziert werden können. Das war bisher bei Experimenten zu unserem Magnetsinn, der sogenannten Magnetorezeption, nicht möglich.

Der biologische Vorgang der Magnetorezeption wird mit zwei konkurrierenden Hypothesen erklärt: Das eine Lager glaubt, dass erdmagnetische Felder Quantenreaktionen in „Cryptochtomen“ genannten Proteinen hervorrufen; das andere Lager erwägt die Möglichkeit, dass es im Körper Rezeptorzellen gibt, die Magnetit enthalten und sich nach dem Magnetfeld ausrichten. Allerdings kann keine der beiden Hypothesen diese Fähigkeiten schlüssig beweisen.

R2-D2

Humanoide Roboter der TH Wildau sollen für die Altenpflege eingesetzt werden

BERLIN/WILDAU. Die Studenten Mathias Lindt und Max Dellüge der Technischen Hochschule Wildau haben für ihren humanoiden Roboter "Annabell" den mit 1000 Euro dotierten Dritten Preis im Wettbewerb "Mensch und Technik 2016" des Bezirksvereins Berlin-Brandenburg des Vereins Deutscher Ingenieure erhalten.

Einsatz humanoider Roboter für das betreute Wohnen im Alter
Der Roboter könne die Gebärdensprache beibringen sowie ausgewählte gesprochene Worte und Sätze mittels Gestiken in die Gebärdensprache übersetzen. Die Lösung sei für die (Alten-)Pflege bestimmt. Sowohl Pflegebedürftige als auch das -personal erhielten so die Möglichkeit, ihre Kenntnisse in der Gebärdensprache zu vertiefen. Zudem können Betroffene bei sich abzeichnender Gehörlosigkeit die Gebärdensprache rechtzeitig erlernen.

Nebula

Astronomen finden erste Hinweise auf merkwürdige Quanteneigenschaften des leeren Raums

Milano (Italien) - Im Licht eines ungewöhnlich dichten und stark magnetisierten Neutronenstern haben Astronomen mit dem Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte (ESO) möglicherweise die ersten Hinweise auf einen seltsamen Quanteneffekt gefunden, der in den 1930er Jahren zum ersten Mal vorhergesagt wurde: Die Polarisation des beobachteten Lichts legt nahe, dass der leere Raum um den Neutronenstern einem Quanteneffekt unterliegt, den man als „Vakuumdoppelbrechung“ bezeichnet.
© ESO/L. Calçado
Diese Künstlerische Darstellung zeigt, wie das Licht, das von der Oberfläche eines stark magnetisierten Neutronensterns (links) kommt, auf seinem Weg zum Beobachter auf der Erde (rechts) linear polarisiert wird, sobald es sich dem Vakuumraum nahe des Sterns nähert. Die Polarisation des beobachteten Lichts im extrem starken Magnetfeld legt nahe, dass der leere Raum um den Neutronenstern einem Quanteneffekt unterliegt, der als Vakuumdoppelbrechung bekannt ist, einer Vorhersage der Quantenelektrodynamik (QED). Die magnetischen und elektrischen Feldrichtungen der Lichtstrahlen sind durch rote und blaue Linien dargestellt. Sie richten sich entlang einer bevorzugten Richtung aus, sobald das Licht durch die Region um den Neutronenstern läuft. Indem sie sich ausrichten, wird das Licht polarisiert und diese Polarisation kann mit empfindlichen Instrumenten auf der Erde gemessen werden.
Wie das Team um Roberto Mignani vom Istituto di Astrofisica Spaziale e Fisica Cosmica Milano (INAF) und der polnischen Universität Zielona Gora aktuell im Fachjournal Monthly Notices of the Royal Astronomical Society berichten, haben sie mit dem VLT den rund 400 Lichtjahre von der Erde entfernten Neutronenstern „RXJ1856.5-3754“ beobachtet.

Monkey Wrench

Wissenschaftler des MIT konstruieren künstliche Muskeln

Mit einer Kombination aus gewöhnlichen Nylonfäden und stromleitender Tinte gelang es Forschern des Massachusetts Institute of Technology, einen künstlichen Muskel herzustellen, der viele Bewegungen natürlichen Muskelgewebes nachahmen kann. Die Forscher glauben, dass Ihre Erfindung eine ganze Reihe Anwendungsmöglichkeiten hat - von der Robotik über künstliche Gliedmaße bis hin zu flexiblen Komponenten für den Automobil- oder Flugzeugbau.
© Felice Frankel and Seyed Mohammad Mirvakili/MIT
Ein Muskel aus Nylon und stromleitender Tinte

Der Prozess, mit dem der künstliche Muskel hergestellt wird, ist relativ einfach. Die Nylonfäden werden in einem besonderen Verfahren neu geformt und auf einer Seite mit stromleitender Tinte beschichtet. Dadurch entstand ein Gewebe, das unter der Einwirkung von Hitze seinen Durchmesser erhöht und sich in der Länge zusammenzieht. Die Hitze entsteht dabei, wenn an der leitenden Tinte eine Spannung angelegt wird. Der künstliche Muskel hält mindestens 100.000 dieser Kontraktionen durch, wahrscheinlich liegt die Grenze sogar noch viel höher. Bei Bedarf kann er sich mit einer Frequenz von 17 Kontraktionen die Sekunde bewegen.

Magnify

Faktencheck: Sogenannte Pyramiden in der Antarktis sind natürliche Bergformationen

© sevzirfo (via Panoramio)
Aus dieser Perspektive hat es zunächst wirklich den Anschein, als erhebe sich eine gewaltige Pyramide aus dem Eis der Antarktis.
Saarbrücken (Deutschland) - Seit einigen Tagen kursiert wieder einmal eine Geschichte durchs Internet, laut der die schmelzende Eisdecke mindestens eine gewaltige Pyramide in der Antarktis freigelegt haben soll. Spätestens nachdem auch Focus-Online sich der Story in einem Video-Report angenommen hatte, sorgten die „mysteriösen Schneepyramiden“ auch im deutschsprachigen sozialen Web für Kontroversen - dabei ist die Story noch nicht einmal neu, sondern geistert in verschiedenen Variationen schon seit einigen Jahren durchs Netz. GreWi macht den Faktencheck...

- Die angebliche Arktis-Pyramide wurde nicht erst kürzlich entdeckt und auch die Geschichte selbst ist nicht neu. Erstmals kursierten entsprechende Videos nahezu gleichen Inhalts schon seit mindestens 2013. Die Hauptquellen gehören zu einer Reihe von Youtube-Kanälen, die schon seit Jahren für ihre Fake-Meldungen und gefälschten UFO-Videos bekannt sind.

- Doch schon damals war die Sache alles andere als neu.

- Tatsächlich benennen schon die Karten der „British Antarctic Expedition“ unter R.F. Scott von 1910 - 13 genau diesen Berg als „Pyramid Mountain“ - also als „Pyramiden-Berg“. Er befindet sich bei den Koordinaten 79°58’39.25″S 81°57’32.21″W und gehört zu der als „Quartermain Mountains“ bezeichneten Gruppe exponierter und eisfreier Berggipfel der Antarktischen Trockentäler südlich des Taylor-Gletschers im antarktischen Viktorialand. Der Pyramid Mountain ist derart bekannt, dass er „sogar“ einen eigenen Wikipedia-Eintrag hat. Dieser erläutert:

Kommentar: Drei Pyramiden in der Antarktis entdeckt? Muss die Geschichte umgeschrieben werden?


Galaxy

Überraschung für Astronomen: Hinter Milchstraße verbirgt sich einer der größten Galaxie-Haufen unseres Kosmos

© Thomas Jarrett (UCT)
Die Himmels- und Rotverschiebungsverteilung der Galaxien in der Vela- Superhaufenregion (VSC) und ihrer Umgebung. Die Farbe der Galaxien gibt die Entfernung an. Die gezeigten Galaxien haben einen Abstand von 500 bis 1000 Millionen Lichtjahren.
Verdeckt durch unsere Milchstraße bewegt sich eine der größten und massereichsten Strukturen durch den Kosmos. Der Vela-Superhaufen überrascht Astronomen.

Es war für Renée Kraan-Korteweg von der University of Cape Town und ihr Team keine leichte Übung, diese Struktur zu entdecken - denn sie »versteckt« sich hinter unserer Milchstraße. Um den Vela-Superhaufen zu beobachten und zu vermessen, mussten die Astronomen zuerst alle hellen Objekte sowie Staub in der 100 000 Lichtjahre messenden galaktischen Scheibe ausblenden, die zwischen uns und freien Weltraum liegt. „Ich konnte es zuerst nicht glauben, dass eine derart riesige Struktur so prominent vor uns auftauchen würde", beschreibt die Wissenschaftlerin ihren Fund. Der Superhaufen befindet sich im Sternbild Segel des Schiffs (Vela), nach dem er letztlich benannt wurde. Dieses befindet sich 800 Millionen Lichtjahre von uns entfernt. Durch seine Masse, die mindestens so groß ist wie des imposanten Shapley-Superhaufens, beeinflusst er wohl auch die Bewegungen in unserer galaktischen Umgebung.

Superhaufen gelten als die größten und massereichsten Strukturen im Universum. und bestehen aus Galaxienhaufen sowie ausgedehnten Dichtestrukturen, die bis zu 200 Millionen Lichtjahren groß sein können. Entdeckt haben Kraan-Korteweg und Co den Superhaufen, indem sie verschiedene Teleskope auf diese Region ausrichteten und die jeweiligen spektroskopischen Daten sammelten und kombinierten. Dabei spürten sie mindestens acht Galaxien auf, die sich gleichzeitig und mit hoher Konstanz von der Erde fortbewegen - was zugleich andeutete, dass zahlreiche Galaxien nicht gesehen werden konnten. „Es war offensichtlich, dass wir ein riesiges Netzwerk an Galaxien aufdeckten, das sich viel weiter erstreckte, als wir erwartet hatten", so die an der Studie beteiligte Astrophysikerin Michelle Cluver.

Kommentar: Der dunkle Fluss der Galaxien: Rotiert unser Universum?

Ausführlichere Informationen zur Natur unseres Kosmos gibt das bald auf Deutsch erscheinende Buch "Erdveränderungen und die Mensch-Kosmos-Verbindung", das auf de.sott.net bis hierher übersetzt wurde.