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Mo, 20 Nov 2017
Die Welt für Menschen, die denken

Wissenschaft und Technologie
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Bulb

Mini-Kopie eines menschlichen Gehirns gezüchtet: "Drogen verändern Hirn für immer"

Biochemiker von der Universität Rio de Janeiro haben aus Stammzellen ein sehr kleines und vereinfachtes Modell des menschlichen Gehirns entstehen lassen. Es eignet sich hervorragend für medizinische Versuche, wie das Fachblatt "Scientific Reports" berichtet.
© Sputnik/ Wladimir Pesnya
Den ersten Versuch an diesem Hirnmodell haben die Wissenschaftler auch schon vorgenommen: Sie haben den Einfluss von Rauschgift auf die Hirnzellen des Menschen untersucht, wie das Fachblatt schreibt.

"Uns ist es erstmals gelungen, die Veränderungen in der Funktionsweise von menschlichem Gewebe auf molekularer Ebene zu erforschen", sagte einer der Biochemiker laut dem Magazin.

Blue Planet

Neue Schmuckschildkröte in Kolumbien entdeckt

© carlos del valle
Bedrohte Schönheit: Trachemys medemi.
Forscher identifizierten in der Grenzregion zu Panama eine neue Schildkrötenspezies. Kaum entdeckt, muss sie als bedroht eingestuft werden

Dresden - Forscher haben eine neue Schmuckschildkrötenart in einer Grenzregion Kolumbiens zu Panama identifiziert. Die Tiere seien erstaunlicherweise mit Arten verwandt, die in mehreren tausend Kilometer Entfernung vorkommen, berichten die Biologen im Journal of Zoological Systematics and Evolutionary Research.

Zu Ehren des deutsch-kolumbianischen Forschers Federico Medem erhielt die besonders farbenprächtige Art den wissenschaftlichen Namen Trachemys medemi. Das Team, an dem auch das Senckenberg Forschungsinstitut in Dresden beteiligt war, hatte das Aussehen und das Erbgut kolumbianischer Schmuckschildkröten untersucht und dabei festgestellt, dass es im Rio Atrato nahe der Grenze zu Panama eine genetisch völlig isolierte Gruppe der Tiere gibt. "Sie sind nicht mit den benachbarten Schmuckschildkröten-Arten verwandt, sondern mit Schmuckschildkröten aus Brasilien, die durch den Amazonas getrennt in mindestens 3.700 Kilometer Entfernung leben", erklärte Senckenberg-Forscher Uwe Fritz.

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Russische Forscher entdecken neue Arktis-Insel

© Sputnik/ Ramil Sitdikow
Die russischen Forscher an Bord des hydrografischen Schiffes der Nordflotte "Senesch" haben ihre Arbeit im nördlichen Teil des Archipels Nowaja Semlja abgeschlossen und eine neue Insel entdeckt.

Bei ihren Forschungsarbeiten haben die Hydrografen eine Reihe von neuen geografischen Objekten auf der Nordinsel entdeckt, die nach der Zerstörung der Gletscher entstanden waren. Unter anderem wurde eine neue Insel neben dem Tschajew-Gletscher entdeckt", so Andrej Lusik, der stellvertretende Leiter des Pressedienstes der russischen Nordflotte.

Moon

Neue NASA-Studie: Der Mond hatte einst eine dichte Atmosphäre

Galt unser Mond noch bis vor wenigen Jahren als schon von jeher staubtrockene Ödnis, so hat sich das Bild des Erdtrabanten innerhalb weniger Jahre massiv gewandelt. Eis in immerdunklen Mondkratern gefrorenes und im Mondboden gebundenes Wasser von der Menge ganzer Ozeane gilt mittlerweile als erwiesen, sowie ein einstiges Magnetfeld gelten mittlerweile als nachgewiesen. Jetzt zeigt eine aktuelle Studie von NASA-Wissenschaftlern, dass der Mond früher sogar eine mehrere Millionen Jahre währende dichte Atmosphäre besaß.
© NASA MSFC
Künstlerische Darstellung des frühen Mondes aus dessen mit Lava gefüllten Becken Gase austreten und eine sichtbare Atmosphäre bilden.
Huntsville (USA) - Wie Dr. Debra H. Needham vom Marshall Space Flight Center der NASA und Dr. David A. Kring von der Universities Space Research Association (USRA) und des Lunar and Planetary Institute (LPI) aktuell im Fachjournal Earth and Planetary Science Letters (DOI: 10.1016/j.epsl.2017.09.002) berichten verfügte der frühe Mond über eine Atmosphäre, die vor drei bis vier Milliarden Jahren durch intensive vulkanischen Eruptionen erzeugt wurde, die Gase schneller ausstießen, als dass diese ins All entweichen konnten.

Noch heute sind der vulkanische Basalt, der die großen Einschlagsbecken anfüllte deutlich als dunkle Flächen auf der Mondoberfläche in Form der ausgedehnten, sogenannten Mare zu erkennen. Eine Analyse von Gesteinsproben aus diesen lunaren Tiefebenen, wie sie während der Apollo-Missionen gesammelt werden konnten zeigt, dass die einstige Magma Gase wie Kohlenmonoxid, Wasser, Schwefel und andere flüchtige Stoffe beinhaltete.

Sun

Doch kein Alien-Konstrukt? „Sonderbarster Stern des Universums“ von Staubwolke umgeben?

Noch immer sorgt das ebenso ungewöhnliche wie einzigartige Lichtmuster des rund 1.500 Lichtjahre entfernten Sterns "KIC 8462852" selbst unter Astrophysikern und Astronomen für Rätselraten und Spekulation bis dahin, ob die Helligkeitsschwankungen im Licht des Stern nicht sogar von einer gewaltigen Konstruktion einer hochentwickelten Zivilisation verursacht werden könnte. Während eine neue Studie dieser Vermutung anhand einer neuen astrophysikalischen Erklärung widerspricht, offenbart eine zweite Studie eine weitere ungewöhnliche Eigenschaft des Sterns.
© NASA/JPL-Caltech (bearb. GreWi)
Künstlerische Darstellung des von Astronomen nun vorgeschlagenen ungleichmäßig geformten Staubrings um KIC 8462852 gemeinsam mit in den Stern stürzenden großen Kometen (Illu.).
Tucson (USA) - Das Team um Huan Meng von der University of Arizona sieht in Beobachtungsdaten der NASA-Weltraumteleskope "Spitzer" und "Swift", sowie des belgischen Observatoriums "AstroLAB IRIS" Belege dafür, dass die Verdunkelungen des Sternenlichts nicht von einem dichten Objekt, etwa einem Planeten oder einer gewaltigen massiven Struktur, dafür aber von einer ungleichmäßigen Staubwolke verursacht werden: "Im infraroten Lichtspektrum ist das Abschwächungsverhalten des Sterns geringer als im ultravioletten Licht. Jedes Objekt, das größer ist als Staubpartikel (also wenige Mikrometer Durchmesser) würde das Licht aber in allen Wellenlängen gleich stark abdimmen, wenn es vor dem Stern vorüberzieht."

Dies, so sind sich die Wissenschaftler sicher, schließt zumindest aus, dass es sich um eine außerirdischer Konstruktion (etwa eine gewaltige Anordnung von Energiekollektoren in Form einer Dyson-Sphäre oder eines Dyson-Schwarms) handelt, da dieses das unterschiedliche Abdimmen in unterschiedlichen Wellenspektren nicht erklären würde", so Meng in einem aktuell im "The Astrophysical Journal" (DOI: 10.3847/1538-4357/aa899c) veröffentlichten Fachartikel.

Meng und Kollegen selbst vermuten deshalb, dass der Stern von einer Staubwolke umkreist wird, deren Umlaufperiode bei rund 700 Tagen liegt. Staub in einer von den Forschern beschriebenen Staubwolke wäre zwar klein genug, um sich in einem von dem Stern entfernten Ring zu sammeln aber nicht groß genug, um das Licht des Sterns gleichmäßig abzuschirmen.

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Zwei neue Spezies vogelfangender Bäume entdeckt

© rosimar rivera colón
Zu übersehen waren die mächtigen Stämme von Pisonia horneae schon bisher nicht – aber erst jetzt hat man den Baum als eigene Spezies identifiziert.
Pisonien setzen auf ein etwas brachiales Fortpflanzungssystem, dem immer wieder Vögel zum Opfer fallen

San Juan - Auf der Insel Puerto Rico haben US-Forscher zwei bislang unbekannte Spezies von Pisonien, Verwandten der beliebten Zierpflanze Bougainvillea, entdeckt. Die beiden im Fachjournal "Phytokeys" vorgestellten Baumarten erhielten die Bezeichnungen Pisonia horneae und Pisonia roqueae. Damit sollen zwei im 19. Jahrhundert geborene Botanikerinnen geehrt werden, die Illustratorin Frances W. Horne und die botanische Volksbildnerin Ana Roqué de Duprey.

Die beiden Entdecker der neuen Spezies, Marcos Caraballo-Ortiz von der Pennsylvania State University und Jorge Trejo-Torres vom Institute for Regional Conservation in Florida, nennen eine "Parallele" als Grund: Trotz ihrer langjährigen Leistungen für die Botanik seien die beiden Frauen nämlich in Vergessenheit geraten - wie man auch die Pisonien unbegreiflich lange verkannt habe. Die Wälder von Puerto Rico gelten als gut erforscht, dennoch wurden die beiden durchaus imposanten Pisonien bisher nicht als eigene Spezies erkannt. Laut den Forschern sehen ihre dicken Stämme, wenn sie sich über Steine wölben, wie ein Elefantenfuß samt Zehen aus.

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Wir tragen mehr Neandertaler-Gene in uns als gedacht

© reuters/johannes krause, max-planck-instituts für evolutionäre anthropologie
Die Gebeine eines weiblichen Neandertalers, der vor rund 52.000 Jahren in der Vindija-Höhle in Kroatien gelebt hat, lieferten nun eine genetische Karte unseres Verwandten von hoher Qualität.
Kein anderer unserer Vorfahren ist näher mit uns verwandt als der Neandertaler. Diese evolutionäre und geografische Nachbarschaft führte sogar dazu, dass Neandertaler und Menschen gemeinsame Nachkommen hervorbrachten - die genetischen Beweise dafür findet man noch heute in unserem Erbgut.

Was man mittlerweile über diese zwischenartlichen Beziehungen und ihre Folgen weiß, verdanken wir der Entschlüsselung der Erbanlagen von fünf Individuen: Ein Exemplar stammt aus der Mezmaiskaya-Höhle in Russland, drei aus der Vindija-Höhle in Kroatien und eines aus dem sibirischen Altai-Gebirge. Allerdings lieferte bisher nur letzteres ein hochqualitatives genetisches Bild unseres Verwandten.

Genetischer Schatz

Nun haben Forscher des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig einen genetischen Schatz präsentiert, der die Kenntnisse über den Neandertaler bedeutend bereichern dürfte: Die Paläogenetiker um Kay Prüfer untersuchten Milliarden DNA-Fragmente einer Neandertalerfrau, die 1980 ebenfalls in der kroatischen Vindija-Höhle entdeckt worden war. Die nun im Fachjournal Science veröffentlichten Resultate des Erbgutpuzzles ergaben eine genetische Karte, die in dieser Qualität bisher nur vom Altai-Fund vorlag und eine ganze Reihe früherer Beobachtungen untermauert. So dürfte das Individuum mit der Bezeichnung Vindija 33.19, das vor etwa 52.000 Jahren lebte, nahe mit jenen Neandertalern verwandt gewesen sein, die sich mit dem modernen Menschen vermischten.

Bulb

Studie berechnet: Erste Bausteine des Lebens gelangten mit Meteoriten auf die Erde

Auf der Grundlage von astronomischen, geologischen, chemischen und biologischen Modellen kommen kanadische und deutsche Wissenschaftler zu dem Schluss, dass das Leben nur wenige hundert Millionen Jahre, nachdem die Erdoberfläche soweit abgekühlt war und sobald flüssiges Wasser existieren konnte, durch die Einbringung organischer Stoffe entstand, als diese so die Entstehung von selbstreplizierenden RNA-Molekülen erst ermöglichten.
© B. K. D. Pearce
Wiege des Lebens: Ein warmer kleiner Teich auf dem Bumpass Hell Trail im Lassen Volcanic National Park in Kalifornien. In ähnlichen Gewässern könnten die ersten selbstreplizierenden RNA-Moleküle entstanden sein.
Hamilton (Kanada) - Wie das Team um Ben Pearce von der McMaster University und Thomas Henning vom Max-Planck-Institut für Astronomie (MPIA) aktuell im Fachjournal "Proceedings der National Academy of Science of the United States of America" (PNAS; DOI: 10.1073/pnas.1710339114) berichten, basieren ihre Schlussfolgerungen auf einem Modell, das heutiges Wissen zu Planetenentstehung, Geologie, Chemie und Biologie zusammenfasst. Bislang hatte noch niemand zuvor diese Berechnungen durchgeführt.

"Das vielleicht interessanteste Ergebnis der Berechnungen ist, dass das Leben vergleichsweise früh entstanden sein dürfte, nämlich nur wenige hundert Millionen Jahre, nachdem die Erde ausreichend abgekühlt war, um flüssiges Oberflächenwasser wie Teiche oder Ozeane zuzulassen.


Kommentar: Also hat es den Anschein dass die Ergebnisse dieser Studie bisher auf rein mathematischen Brechungen beruhen und nicht auf beobachteten Fakten. Dennoch spricht bereits einiges für den Umstand das Bakterien, Viren und andere Mikroben durch Meteore/Kometen auf die Erde kommen:

Damals trafen ungleich mehr Meteorite auf die Erde als heutzutage", so die Autoren der Studie und führen weiter aus: "Weil unser Modell so viele Ergebnisse aus so vielen verschiedenen Bereichen einschließt, ist es erstaunlich, dass alles so schlüssig zusammenhängt. Jeder Schritt unseres Modells führte ganz natürlich zum nächsten." Dass dabei am Ende ein klares Bild herauskam ist für die Forscher "ein klares Indiz dafür, dass unser Szenario so falsch nicht sein kann".


Kommentar: In den letzten Jahrzehnten steigt die Meteor-Aktivität dramatisch.


Snowflake Cold

"Der Winter naht": Laut einem russischem Forscher befinden wir uns bereits in einer Eiszeit

Trotz der Treibhausgasemissionen ist die Erde laut dem russischen Forscher Wladimir Melnikow in eine neue Kaltzeit eingetreten, die voraussichtlich 35 Jahre dauern wird.
© Sputnik/Alexander Wikulow
"Wir haben seit Jahren auf einen neuen kalten Zyklus gewartet und der hat begonnen - trotz der Anthropogenese und der gewaltigen Emissionen", sagte Melnikow, Leiter des Instituts für Kryologie und Kryosophie an der Staatlichen Universität Tjumen, am Dienstag laut russischen Medien.

Auslöser der neuen kalten Phase sei die gesunkene Aktivität der Sonne, so der Forscher. Einen ähnlichen kalten Zyklus habe es zuletzt Mitte des 20. Jahrhunderts gegeben. "Wie auch damals kann es je nach der Region bedeutende Abweichungen geben." In Russland würden im Winter Kältewellen wiedereinkehren, wie es sie seit den 1940er Jahren nicht gegeben habe.

Kommentar: Russische Wissenschaftler sprechen bereits seit einigen Jahren davon, dass uns eine neue Eiszeit droht unter anderem deshalb, weil die Sonnenaktivität sehr gering ist.

Kleine Eiszeit? Sonne hat geringste Aktivität seit 100 Jahren
Die Klimaerwärmung macht offiziell eine Pause - Kommt eine Eiszeit?
Kleine Eiszeit 2014? Russische Wissenschaftler gehen davon aus: "Uns erwartet eine globale Abkühlung"

Dazu ein exklusiver Sott-Fokus Artikel der bereits 2007 veröffentlicht wurde:

Feuer und Eis: The Day After Tomorrow


Mars

Meteorit „ALH 84001“ belegt: Der Mars hatte vor 4 Mrd. Jahren eine dichte Atmosphäre

© NASA
Der Marsmeteorit ALH84001
Tokyo (Japan) - Mittlerweile zeichnen die Ergebnisse von Mars-Sonden und Rover-Missionen ein recht eindeutiges Bild von einem einst warmen und feuchten Oberflächenklima auf dem Mars mit Flüssen, Seen und Ozeanen flüssigen Wassers. Um den heute Roten Planeten jedoch derart warm zu halten, benötigte dieser auch eine dichte Atmosphäre mit einem ausreichenden Treibhauseffekt. Die Analyse des bekannten Mars-Meteoriten ALH84001 bestätigt nun, dass die Marsatmosphäre vor vier Milliarden Jahren sehr viel dichter war als heute.

Wie das Team um Hiroyuki Kurokawa vom "Tokyo Institute of Technology" aktuell im Fachjournal Icarus (DOI: 10.1016/j.icarus.2017.08.020) berichtet, beinhaltet der beknannte Marsmeteorit "Allan Hills (AH) 84001" Stoffe jener Marsatmosphäre, unter der er einst - vor rund vier Milliarden Jahren - entstanden war. Durch einen Vergleich der Ergebnisse der Isotopenzusammensetzung der im Meteorit gefangenen Gase konnten die Forscher nun diese Atmosphäre rekonstruieren.