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Mo, 20 Feb 2017
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Wissenschaft und Technologie
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Question

Katastrophe von Tunguska: Sedimentdatierung soll Einschlagstheorie widersprechen

Am 30. Juni 1908 verwüstete eine gewaltige Explosion ein entlegenes Waldgebiet von mehr als 2000 Quadratkilometern Fläche in der sibirischen Tunguska-Region. Bis heute rätseln Wissenschaftler und Forscher über die Ursache jener Explosion, die rund 80 Millionen Bäume umknickte und teilweise verbrannte. Neben exotischen Theorien etwa über den Einsatz einer frühen Kernwaffe, ein abgestürztes UFOs oder gar ein kleines Schwarzes Loch wurden von Wissenschaftlern von je her natürliche Katastrophen bevorzugt diskutiert. Im Vordergrund hierbei steht die Theorie, dass ein Asteroid über Tunguska niederging und bei Einschlag neben der gewaltigen Explosion und Druckwelle auch einen großen Krater geschlagen hat - den heutigen Tscheko-See. Eine neue Altersdatierung des Tscheko scheint diese Theorie nun zu widerlegen.
Krasnojarsk (Russland) - Hauptvertreter der Theorie, die im Tscheko-See den Einschlagskrater des „Tunguska-Objekts“ sind italienischer Geophysiker um Professor Giuseppe Longo der Universität von Bologna, die 2007 anhand von 3D-Rekonstruktionen der kegelförmig zulaufenden und schachtartigen Form des See als charakteristisch für einen Einschlagskrater beschrieben (...GreWi berichtete) und am Grund des Sees ein ungewöhnlich geformtes Gebilde geortet hatten (...GreWi berichtete), dass die Wissenschaftler entweder für extrem verdichtete Sedimentschichten oder aber ein Reststück des vermeintlichen Impaktors, also eines Asteroiden oder Kometenrests hielten.

Folgt man der Argumentation der Italiener, so wäre also der Tscheko-See erst mit dem Einschlag 1908 entstanden. Tatsächlich findet sich der See auf militärischen Landkarten von 1883 noch nicht. (Anm. GreWi: Dies könnte aber auch durch die Abgelegenheit der Region erklärt werden können...?) Eine Datierung des Alters des Sees, wie sie anhand der Ablagerungen am Grund des Sees eigentlich relativ einfach wäre, wurde von den italienischen Wissenschaftlern allerdings bislang zumindest nicht veröffentlicht.

Sun

Geophysiker warnen: Sonnensturm könnte USA täglich 40 Mrd. Dollar kosten

© NASA
Künstlerische Darstellung eines gen Erde gerichteten Sonnensturms (Illu.).
Washington (USA) - Sollte ein schwerer Sonnensturm zu größeren Stromausfällen führen, ein Szenario das alles andere als unwahrscheinlich ist, könnte das alleine die USA derzeit mehrere dutzend Milliarden von Dollar kosten - täglich! Davor warnen Geophysiker eindringlich in einer aktuellen Studie. Die Hälfte dieser Verluste wären zudem indirekte Kosten, die außerhalb der direkt betroffenen Gebiete entstehen würden.

Während bisherige Untersuchungen sich hauptsächlich auf die direkten Schäden und damit verbundenen Kosten eines solchen Ereignisses konzentriert hatten, bezieht die aktuell im Fachjournal der American Geophysical Union (AGU) Space Weather (DOI: 10.1002/2016SW001491) veröffentlichte Studie erstmals auch jene Kosten mit ein, die außerhalb der direkt betroffenen Zonen indirekt entstünden, wenn die potentiellen massiven Stromausfälle landesweite und auch internationale Lieferwege und Netzwerke unterbrechen würden.

Magnet

Wenn Licht "gehört" werden kann: Britische Forschungen weisen Gabe der Synästhesie für jeden Fünften nach

© grewi.de
Symbolbild Synästhesie
Lange Zeit galt Synästhesie, also die Kopplung zweier oder mehrerer eigentlich physisch getrennter Bereiche der Sinneswahrnehmung - etwa die Zuordnung von Farben mit Zahlen oder Höreindrücke bei starken Lichtreizen, als vergleichsweise seltener neurologischer Zustand. Eine neue Studie britischer Mediziner zeigt nun, dass Synästhesie tatsächlich weiter verbreitet sein könnte als bislang gedacht und sogar jeder Fünfte diese Fähigkeit besitzt.

Wie das Team um den Kognitiv-Neurologen Elliot Freeman von der Londoner City University aktuell im Fachjournal „Consciousness and Cognition“ (DOI: 10.1016/j.concog.2016.12.009) berichtet, haben sie 40 freiwilligen Testpersonen Morsekode-ähnliche Muster entweder als visuelle oder akustische Beispiele vorgespielt. Danach wurden diese Testpersonen gebeten zu bestimmen, ob die beiden Musterpaare aus der gleichen Sequenz aus Punkten und Strichen bestanden, oder eben nicht. Hinzu wurden die Personen befragt, ob sie - einhergehend mit den Lichtimpulsen - auch schwache Töne gehört hatten.

„Wie sich zeigte, behaupteten 22 Prozent der Teilnehmer, dass sie schwache Töne einhergehend mit den Lichtblitzen wahrgenommen hatten“, berichten die Forscher. Genau diese Gruppe war es zudem auch, die die beiden Musterpaare am besten aufeinander abstimmen konnten. Letztere Beobachtung führte die Wissenschaftler zu dem Schluss, dass Synästhesie tatsächlich auch Vorteile mit sich bringen könnte. „Diese inneren Töne scheinen deutlich genug zu sein, um mit der Wahrnehmung äußerlich generierter Reize zu interagieren“, stellt Freeman fest. Die Forscher vermuten der Grund dafür, dass diese Form der Synästhesie offenbar deutlich verbreiteter ist als andere Formen (die beispielsweise Gerüche, Geschmäcker oder den Tastsinn betreffen), liege wohl in der Stärke der natürlichen Verbindung zwischen der Wahrnehmung von akustischen und visuellen Eindrücken.

Kommentar:


Cloud Precipitation

Starke Regenfälle in Australien erwecken Urzeitkrebse zum Leben

© Northern Territory Parks and Wildlife
Der Urzeitkrebs Triops australiensis
Eine prähistorische Krebs-Art wurde durch starke Regenfälle in Australien nach langjähriger Wartezeit endlich zum Leben erweckt.

Der Rückenschaler Triops australiensis ist ein lebendiges Fossil, das seit Millionen von Jahren fast unverändert geblieben ist. Er zählt zudem zu den zähesten Tieren unseres Planeten und lebt die meiste Zeit unter dem heißen Wüstensand. Seine im Boden vergrabenen Eier sind so hart, dass sie in der Lage sind, Extremtemperaturen und Dürreperioden bis zu zehn Jahre ohne Wasser überleben zu können.

Telescope

Große Anzahl der entdeckten Exoplaneten sind eigentlich "unmöglich"

© NASA Ames/JPL-Caltech
Mini-Neptune in unterschiedlichen möglichen Größen
Graz (Österreich) - Eine große Anzahl der bislang entdeckten Exoplaneten, also Planeten außerhalb unseres Sonnensystems, sollte es in ihrer bislang angenommenen Form eigentlich gar nicht geben. Zu diesem Schluss kommen österreichische Astronomen und -physiker und sprechen von einem „Exoplanetenparadoxon“.

Wie das Team um Patricio Cubillos und Luca Fossati vom Grazer Institut für Weltraumforschung (IWF) aktuell im Fachjournal Monthly Notices of the Royal Astronomical Society (MNRAS; DOI:10.193/mnras/stw3103) berichtet, haben sie herausgefunden, „dass 15 - 20 Prozent der bekannten Neptun-ähnlichen Exoplaneten mit geringen Dichten gar nicht existieren dürften. Offensichtlich wurden bei ihrer Beobachtung Masse, Temperatur und/oder Radius fehlinterpretiert.“

Kommentar: Paradigmenwechsel: Astronomen finden für unmöglich gehaltene Doppelsternsysteme


Blue Planet

Neue Studie: Komplexes Leben könnte schon einmal auf der Erde existiert haben

© Pixabay
Seattle (USA) - Schon lange bevor das mehrzellige Leben, wie wir es heute kennen, überhaupt erst entstanden ist, könnten mindestens schon einmal komplexe Lebensformen auf unserem Planeten existiert haben. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie von Wissenschaftlern der University of Washington. Die Erkenntnisse könnten auch bei der Suche nach außerirdischem Leben hilfreich werden.

Wie das Team um Michael Kipp, Eva Stüeken und dem Astrobiologen Roger Buick aktuell im Fachjournal Proceedings of the National Academy of Sciences (DOI: 10.1073/pnas.1615867114) berichtet, gab es auf der jungen Erde schon rund eine Milliarde Jahre vor der Entstehung des heutigen Lebens Bedingungen, unter denen sich in den Ozeanen komplexes Leben hätte entwickeln können.

Kommentar: Paradigmenwechsel: Astronomen finden für unmöglich gehaltene Doppelsternsysteme


Jupiter

Astronomen beobachten gewaltige stehende Welle in der Venus-Atmosphäre

© Fukuhara et al. / Planet-C / Nature Geoscience
Aufnahmen der Venus vom 7.-11. Dezember 2015
Tokyo (Japan) - In der wolkenschwangeren Atmosphäre unseres Nachbarplaneten Venus haben Astronomen eine bogenförmige, gewaltige Struktur - ähnlich einer stationären Welle - entdeckt, die die Wissenschaftler vor ein Rätsel stellt. Noch 2010 war die bogenförmige Struktur nicht vorhanden und ist mittlerweile auch wieder verschwunden.

Wie das Team um Tetsuya Fukuhara und Makoto Taguchi von der Rikkyo University aktuell im Fachjournal Nature Geoscience (DOI: 10.1038/ngeo2873) berichtet, entdeckten sie die gewaltige Veränderung in der Venusatmosphäre anhand von Aufnahmen der japanischen Sonde „Akatsuki“.

Insgesamt erstreckt sich die „stationäre Welle“ innerhalb der oberen Atmosphärenschichten über rund 10.000 Kilometer von Polregion zu Polregion: „Interessanterweise bewegte sich die Struktur mehrere Tage lang überhaupt nicht und verharrte während der Beobachtungszeit stationär über der zentralen Gebirgsregion Aphrodite Terra.“

Kommentar:


Bulb

Russland und USA: Wissenschaftler hoffen auf Leben in der Venus-Atmosphäre

Während sich die Suche nach außerirdischem Leben im Sonnensystem derzeit auf den Mars und die Eismonde von Jupiter und Saturn konzentriert, wollen russische und US-amerikanische Wissenschaftler mit einer zukünftigen Mission Leben auf der Venus, bzw. in deren oberen Atmosphärenschichten suchen. Nicht zuletzt sind es bislang unerklärte dunkle Streifen in der Venus-Atmosphäre, die die Forscher auf dortiges Leben hoffen lassen.
© ESA/MPS/DLR/IDA
Auch auf dieser Ansicht der Venus im ultravioletten Licht, aufgenommen von der europäischen Sonde „Venus Exress“, sind die bislang unerklärten dunklen Streifen in der Venus-Atmosphäre deutlich zu erkennen.
Madison (USA) - Wie das „Astrobiology Magazine“ der NASA berichtet, soll die angedachte Mission „Venera-D“ mit einer unbemannten Drohne die Venusatmosphäre erforschen und unter anderem die Zusammensetzung der dunklen Streifen genau untersuchen. Diese Streifen absorbieren ultraviolettes Sonnenlicht und könnten, wie Missionswissenschaftler erläutern, auch aus Mikroben bestehen.

Angedacht ist der Start der Gemeinschaftsmission von NASA und ROSKOSMOS für 2025 und soll neben der Atmosphärendrohne auch aus einer Landeeinheit für die Erkundung der Venusoberfläche bestehen.

Evil Rays

Zu welchem Zweck? Forscher lösen mit Laser gezielt "Killer-Instinkt" bei Mäusen aus

© Courtesy of Ivan de Araujo
Maus beim Angriff auf eine Grille.
New Haven (USA) - Wissenschaftler der Yale University haben genau jenen Schaltkreis im Hirn von Mäusen isoliert, der bei den Tieren für die räuberische Jagd und das Töten der Beute verantwortlich ist. Durch die Stimulation dieser Hirnregion - das zeigten die Forscher eindrucksvoll in weiteren Experimenten - gelang es ihnen, bei den Tieren ganz spontan den „Killer-Instikt“ und einen zombieartigen Tötungstrieb auszulösen.

Wie die Forscher um Professor Ivan de Araujo von der Yale University School of Medicine aktuell im Fachjournal Cell (DOI: 10.1016/j.cell.2016.12.027) berichten, handele es sich konkret um Neuronen (also Hirnzellen) im Emotions- und Motivationszentrum des Gehirns, der sogenannten Amygdala. Diese sind sowohl für das Auslösen des Jagd- und Tötungstriebs wie auch der Muskelaktivität in Kiefer und Nacken zum Zubeißen der Tiere zuständig.

Fish

Sensation: Forscher beobachten und filmen erstmals lebende rubinrote Seedrachen

Erstmals vor gerade einmal knapp zwei Jahren anhand toter Exemplare wissenschaftlich beschrieben, ist es Meeresbiologen jetzt erstmals gelungen sogenannte lebende Rubinrote Seedrachen in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten.

© Scripps Oceanography
Ein Rubinroter Seedrache in seiner natürlichem Umgebung (Standbild Video).
La Jolla (USA) - Wie die Forscher des Scripps Research Institute an der University of California und des Western Australian Museum berichten, gelangen ihnen die Beobachtungen mit Hilfe ferngelenkter Miniroboter vor dem Recherche Archipel an der Küste Westaustraliens, vor dem in 50 Metern Tiefe.


Bei Seedrachen handelt es sich um kleine sogenannte Fetzenfische, die zu den Seenadeln zählen und deren Aussehen an das von Seepferdchen erinnert und die durch ihre fetzen- und blattförmigen Anhängsel in den Seegrasfeldern perfekt getarnt sind.