Willkommen bei SOTT.net
Do, 23 Mär 2017
Die Welt für Menschen, die denken

Wissenschaft und Technologie
Karte

Clipboard

Genetisch umprogrammierte Leberzellen könnten Diabetes heilen - Versuch bei Mäusen bisher erfolgreich

Leberzellen lassen sich durch die Aktivierung eines einzigen Gens zu Vorläuferzellen des Pankreas umprogrammieren. Eine Zelltherapie für Diabetiker rückt damit näher.
© Heinz-Peter Bader / Reuters
Berlin - Was bei Mäusen bereits funktioniert hat, könnte eine Zelltherapie künftig auch für Diabetes-Patienten ermöglichen: Ein Forscherteam vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz Gemeinschaft (MDC) konnte im Tiermodell Leberzellen durch die Aktivierung eines einzigen Gens zu Vorläuferzellen des Pankreas umprogrammieren (Nat Comm 2017; 8: 14127). Damit könnte in Zukunft eine Zelltherapie für Diabetes-Patienten möglich sein, heißt es in einer Mitteilung des MDC.

Bei Menschen, die unter Diabetes Typ I leiden, gehen die Inselzellen des Pankreas bekanntermaßen aufgrund einer unheilbaren Autoimmunreaktion zugrunde. Ohne diese Inselzellen produziert der Körper der Patienten das Hormon Insulin nicht mehr, der Blutzuckerspiegel steigt und es kommt zum Diabetes. Die Erkrankten müssen sich lebenslang Insulin spritzen.

Kommentar:

  • Weiterer Erfolg: Forschern gelingt es, dass Mäuse für kurze Zeit kein Insulin benötigen



Nebula

Einstein widerlegt: Quantenphysiker konnten „“spukhafte Fernwirkung““ vollständig nachweisen

Albert Einstein konnte sich mit den Phänomenen der Quantenphysik nicht so recht anfreunden. Das Phänomen der Verschränkung etwa bezeichnete er abwertend als „spukhafte Fernwirkung“, was zum bis heute viel benutzten geflügelten Wort geworden ist.
Über 100.000 Menschen haben sich nun im Rahmen des „Big Bell Test“ zusammengetan, um der Ansicht des Genies entgegenzutreten - und konnten tatsächlich zeigen, dass sich Einstein irrte, wie die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) berichtet.

„Sie werden doch nicht behaupten wollen, dass der Mond nicht da oben ist, wenn niemand hinsieht?“ ... „Können Sie mir das Gegenteil beweisen?“ Albert Einstein und Niels Bohr wechselten diese Worte, so notierte es Werner Heisenberg, während einer legendären Debatte in den 1920er Jahren.

Bohr, einer der Architekten der damals noch jungen Quantentheorie, behauptete, dass es im Reich der Quanten nachgerade verrückt zugehe, ganz anders jedenfalls als in unserer Alltagswelt.

Chalkboard

Physikalisch unmöglich geglaubtes Phänomen: Licht-an-Licht-Streuung erstmals nachgewiesen


Diphotonen-Ereignis im ATLAS-Detektor bei der Kollision zweier Bleikerne – bei diesem Ereignis wird Licht an Licht gestreut
Nach 80 Jahren endlich nachgewiesen: Physiker haben erstmals die Streuung von Licht an Licht nachgewiesen - ein Phänomen, dass in der klassischen Physik als unmöglich gilt. In der Quantenphysik jedoch wurde eine solche Photonen-Wechselwirkung schon 1935 vorhergesagt. Der erste experimentelle Nachweis gelang nun bei Kollisionen von Bleikernen im Teilchenbeschleuniger LHC.

Im Gegensatz zu Materieteilchen galt für Lichtteilchen in der klassischen Physik bisher: Photonen sind füreinander unsichtbar, sie spüren sich nicht. Wenn Lichtstrahlen sich kreuzen, dürften sie sich daher nicht beeinflussen.

Nach den von James Clerk Maxwell aufgestellten Gleichungen zur elektromagnetischen Strahlung darf es auch eine Streuung von Licht an Licht nicht geben.

Bulb

Fliegendes Motorrad: Russische Tüftler zeigen Testflüge vom neuen "Hoverbike"

Eine Gruppe russischer Erfinder hat gestern Aufnahmen des ersten Testflugs ihres Quad-Copters veröffentlicht. Das „Luft-Bike“ der neuesten Generation mit dem Namen „Scorpion 3“ ermöglicht es einer Person mit bis zu 120 Kilogramm über die vier Propeller durch die Luft zu fliegen. Es erreicht eine Geschwindigkeit von bis zu 50 Kilometern die Stunde, kann zehn Meter hoch fliegen und rund 27 Minuten in der Luft verbleiben.

Kosten soll das Luft-Motorrad etwa 140.000 Euro. Das erste Hoverbike-Modell der russischen Tüftler wurde letzten Sommer beim „Startup Village“ in Russland präsentiert. Dort sprach RT Deutsch-Reporter Anas Ouchen mit dem Erfinder über seine Idee.

Videorechte: Hoversurf Inc.

X

Starke Wahrnehmungsstörung durch Insektizide bei nützlichen Wespen und anderen Insekten

Schon geringste Dosen von Neonicotinoiden stören Paarung und Eiablage
© Joachim Ruther
Die Wespe Nasonia vitripennis parasitiert Fliegenpuppen - und ist daher sehr nützlich.
Sensible Nützlinge: Insektizide schaden nicht nur Bienen und anderen Bestäuberinsekten, auch wertvolle Helfer im Pflanzenschutz leiden. Ein Experiment belegt, dass schon kleinste Mengen eines Neonicotinoids die Wahrnehmung von parasitischer Wespen stört. Als Folge finden sie weder ihre Paarungspartner noch die Fliegen, in die sie ihre Eier ablegen, wie die Forscher im Fachmagazin Scientific Reports" berichten.

Neonicotinoide sind schon seit längerem in der Diskussion, drei dieser Insektizide dürfen seit 2013 in der EU nur noch eingeschränkt verwendet werden. Denn es mehren sich die Hinweise darauf, dass diese Substanzen trotz gegenteiliger Beteuerungen der Hersteller Bienen und anderen wichtigen Bestäuberinsekten schaden. So beeinträchtigen sie die Orientierung der Tiere, wirken auf Hummeln wie eine Droge und könnten sogar Mitschuld am Schwund der Singvögel sein.

Kommentar:


Magnify

Forscher lösen Rätsel der spiegelverkehrten Organe

© Yodiyim/thinkstock
Gespiegelt: Bei vielen siamesischen Zwillingen hat das rechte Kind Herz und innere Organe seitenverkehrt.
Seitenverkehrte Organe: Forscher haben herausgefunden, warum bei siamesischen Zwillingen die Organe oft spiegelverkehrt angeordnet sind - und warum dies nur beim jeweils rechten Zwilling vorkommt. Wie sie im Fachmagazin »Current Biology« berichten, liegt der Fehler in einem Protein, das die für die richtige Körpersymmetrie zuständigen Gene in diesen Fällen blockiert.

Das Herz schlägt links: So ist das bei den meisten Menschen. Doch es gibt auch Ausnahmen, Menschen, bei denen die inneren Organe spiegelverkehrt angeordnet sind. Dies ist bei Menschen mit dem sogenannten Kartagener-Syndrom der Fall, aber auch bei siamesischen Zwillingen, die an Brust oder Bauch zusammengewachsen sind. In jedem zweiten Fall sind bei einem der beiden Kinder alle inneren Organe spiegelverkehrt angeordnet. Warum das so ist, darüber grübeln Entwicklungsphysiologen schon seit mehr als hundert Jahren.

Fireball

Exokomet wird von einen weißen Zwerg zerlegt

Ein extrasolarer Komet ist beim Sturz auf einen weit entfernten Zwergstern in seine Bestandteile zerlegt worden. Aus welchen Elementen er einst bestand, zeigen Beobachtungen mit dem Weltraumteleskop Hubble.
Planeten sind nicht das Einzige, was Astronomen in der Nähe von Sternen finden. Bei dem 170 Lichtjahre entfernten Weißen Zwergstern WD 1425+540 im Sternbild Bärenhüter haben nun Forscher der Europäischen Südsternwarte um Siyi Xu einen Exokometen aufgespürt. „Lebendig“ konnten sie den Schweifstern allerdings nicht sichten. Stattdessen fanden sie seine Überreste in der Atmosphäre von WD 1425+540. Offenbar ist der Komet auf den Zwergstern gestürzt und wurde dabei in seine Bestandteile zerlegt.

Der Weiße Zwerg WD 1425+540 ist eine Sternleiche: Einst leuchtete er heller als die Sonne, doch sein Brennstoff ist schon vor langer Zeit zur Neige gegangen. Anschließend schrumpfte er auf etwa die Größe der Erde - ein Schicksal, das auch die Sonne in einigen Milliarden Jahren ereilen wird.


Kommentar: Lesen Sie hier eine ähnliche Meldung über den Zwergstern:
  • Forscher: Bedingungen für Entstehung von Leben existieren an vielen Orten im Universum



Satellite

Indien stellt Weltrekord auf und schickt 104 Kleinstsatelliten ins All

Eine indische Rakete hat einen neuen Weltrekord aufgestellt. Mit einem Start hat sie 104 Satelliten in den Orbit gebracht.
© AAUsatlab
Mehr als einen Satelliten mit einer Rakete zu starten, ist nichts Neues. Die Ariane-Raketen transportieren schon seit den 80er Jahren regelmäßig zwei Satelliten in einen Orbit. Jetzt hat eine Rakete aus Indien nicht weniger als 104 Satelliten gestartet und damit den bisherigen Weltrekord fast verdreifacht. Freilich waren die meisten dieser Satelliten sehr klein, aber der Bedarf nach Satelliten dieser Größe steigt ständig.

1999 definierte die Universität von Stanford einen Standard für würfelförmige Satelliten mit einer Kantenlänge von 10 Zentimetern und einem Gewicht von bis zu 1,33 Kilogramm. Diese Cubsats dienten zunächst zur Ausbildung von Studenten, um sie auf die Konstruktion von größeren Satelliten vorzubereiten. Aber inzwischen gibt es auch außerhalb der Universitäten einen Bedarf für die Kleinstsatelliten.

Dollar Gold

Irrsinn: 10 Millionen Pumpen sollen Arktis-Eis auffrischen - Kostenpunkt 470 Milliarden Euro - Kosten trägt der Steuerzahler

Tucson (USA) - Um dem Abschmelzen der arktischen Eisdecke und deren katastrophalen Folgen entgegenzuwirken, hat ein US-Physiker einen neuen Weg vorgeschlagen, wie das Arktiseis wieder um etwa einen Meter verdickt und damit die mit dem Eisschwund einhergehenden Auswirkungen zumindest verlangsamt werden können. Das einzige Problem wäre jedoch die Finanzierung: Das Aufstellen der anvisierten rund 10 Millionen windbetriebenen Pumpen würde wohl mehr als 470 Milliarden Euro kosten.


Kommentar: Und ob es am Ende etwas bringt, steht auf einem bis jetzt ungeschriebenen Blatt.


Wie Steven Desch und Kollegen von der Arizona State University aktuell im Fachjournal Earth’s Future (DOI: 10.1002/2016EF000410) berichten, sollen die Pumpen im arktischen Winter gewaltige Wassermassen auf die Eisdecke pumpen, wo sie gefrieren und so die arktische Eisdecke um einen ganzen Meter anwachsen lassen würden. Derzeit beträgt die Eisdecke kaum noch mehr als 2-3 Meter und wird in Folge des von uns Menschen erzeugten Klimawandels stetig geringer.

„Dickeres Eis bedeutet länger währendes Eis“, zitiert der The Guardian den Wissenschaftler. „Zugleich würde die Gefahr des gänzlichen Verschwinden des arktischen Meereises im arktischen Sommer deutlich gesenkt.“

Kommentar: Diese Idee ist mehr als lächerlich, denn wer soll am Ende dafür zahlen?


Play

Brasilien: Sehr schwer fassbare, äußerst seltene Schlange an Forscher übergeben

© www.pic2fly.com
Seltene Boa
Brasilianische Bauern haben eine extrem seltene Schlange gefangen, die zu den Tierarten gehört, welche am schwersten zu fassen sind. Dies berichtet die Online-Ausgabe der amerikanischen Fachzeitschrift „Science“.

Demnach wollten die Bauern die 1,7 Meter lange Schlange zuerst töten, erinnerten sich aber an Poster von Zoologen, die um Informationen über ähnliche Funde gebeten hatten. Auf diese Weise hätten die Forscher eine rare Cropans Boaschlange (Corallus cropanii) erhalten.

Erst fünfmal sollen Menschen dieser Schlangenart begegnet sein. Das zweite Mal seit 1953 können Wissenschaftler nun diese seltene Reptilienart lebendig beobachten. Zuvor erforschten sie meist Tiere, die von den Einheimischen getötet worden waren.

An der Recherche arbeiten das biomedizinische Forschungszentrum Instituto Butantan und die staatliche Universität im brasilianischen São Paulo. Die Schlange ist ein Weibchen und wiegt 1,5 Kilogramm. Sie hat ein schwarz-gelbes Rautenmuster auf dem Rücken, einen gelben Bauch und eine tiefe Grube mit Rezeptoren in den Mundwinkeln.

Cropans Boaschlangen sind nicht giftig, fressen angeblich Vögel und Kleintiere und leben in Baumkronen, berichtet die Zeitschrift weiter. Die Wissenschaftler wollen das Reptil mit einem Sendegerät versehen und in einem Wald aussetzen.