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Fr, 30 Sep 2016
Die Welt für Menschen, die denken

Wissenschaft und Technologie
Karte

Galaxy

Studie beweist: Stonehenge und andere Megalithanlagen sind astronomisch ausgerichtet

Adelaide (Australien) - Erstmals können Archäoastronomen auch statistisch beweisen, dass schon die beiden ältesten Steinkreise auf den britischen Inseln und zahlreiche spätere Megalithanlagen nach den Bewegungen von Sonne und Mond und vor rund 5000 Jahren und zudem im Kontext ihrer Umgebung ausgerichtet wurden.
© Jonathan Jakob, grenzwissenschaft-aktuell.de
Blick auf den Steinkreis von Callanish auf der schottischen Isle of Lewis
Wie das Team um Dr. Gail Higginbottom von der University of Adelaide aktuell in der Fachzeitschrift Journal of Archaeological Science (DOI: 10.1016/j.jasrep.2016.05.025) berichtet, basiert die im Rahmen des „Western Scotland Megalithic Landscape Project“ durchgeführte Studie auf den Ergebnissen des Einsatzes neuster 2- und 3D-Technologien zur quantitativen Untersuchung der Ausrichtungsmuster der stehenden Steine der ältesten britischen Steinkreise von Callanish auf der Isle of Lewis und Stennes auf Orkney. Beide Monumente sind geschätzt 500 Jahre älter als der wahrscheinlich berühmtesten britische Steinkreis von Stonehenge in der Grafschaft Wiltshire.

Satellite

Als erstes Land der Welt: Russland schafft "Müllabfuhr" im Weltall

Die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos hat begonnen, mit mehreren Projekten die Entsorgung von Weltraumschrott in der Erdumlaufbahn voranzutreiben, wie das Portal „Pronedra“ schreibt.
© Mayak
Zu einem der ersten Projekte dieser Art gehörte 2014 der Bau des Raumschiffes „Liquidator“. Das Projekt-Budget belief sich dabei auf rund 11 Milliarden Rubel (über 150 Millionen Euro). Doch nachdem 2015 beschlossen worden war, das Raumprogramm um ein Drittel zu kürzen, musste man auf den „Liquidator“ verzichten.

Bulb

Butanol statt Benzin: Forscherin entwickelt alternativen Kraftstoff weil Rohöl "knapp wird"

Eine Forscherin an der TU Kaiserslautern stellt in einem neuen Verfahren Butanol her. Das könnte Benzin ersetzen und damit das Rohöl-Problem lösen.
© dpa
Forscher sind einem Ersatz für Benzin auf der Spur.
Fossile Brennstoffe sind nicht unendlich verfügbar, viele Alternativen waren in der Produktion aber bisher zu kompliziert oder zu teuer.


In Deutschland arbeitet derzeit eine Forscherin an der TU Kaiserslautern als eine der ersten an der Entwicklung von Butanol mit einem neuen Herstellungsverfahren.

Kommentar: Lebst du noch grün, oder denkst du schon? Der große Ökostrom-Betrug


Pills

Durchbruch: Neues Schmerzmittel ist so potent wie Morphin und hat keine Nebenwirkungen

Forscher entdecken neuartiges, effektives Schmerzmittel

Es klingt fast zu schön, um wahr zu sein: Forscher haben ein Schmerzmittel entdeckt, das so potent wirkt wie Morphin und Co - aber nicht deren Nebenwirkungen hat. Es hemmt weder die Atmung noch scheint es süchtig zu machen, wie die Wissenschaftler im Fachmagazin "Nature" berichten. Sollte sich diese positiven Eigenschaften auch in weiteren Versuchen bestätigen, wäre dies ein großer Fortschritt für die Schmerztherapie.
© Feverpitched/ thinkstock
Opioide sind die wirksamsten Schmerzmittel, die wir haben - aber sie haben mehrere Schattenseiten.
Bisher gibt es gegen starke Schmerzen nur eine wirksame Hilfe: Opioide. Diese Derivate des Opiums docken an den mu-Opioid-Rezeptoren in unserem Gehirn und Rückenmark an und unterdrücken so die Schmerzreize. Leider haben diese Schmerzmittel aber Nebenwirkungen: Sie machen abhängig und wirken in höheren Dosen atemlähmend. Letzteres geschieht, weil beim Andocken der Opioide noch ein zweiter, unerwünschter Signalweg aktiviert wird.

Fahndung unter drei Millionen Molekülen

Weltweit suchen Forscher daher schon länger nach einer Opioid-Alternative, die keine der typischen Nebenwirkungen zeigt - und am besten auch nicht süchtig macht. Aashish Manglik von der Stanford University und seine Kollegen haben für ihre Fahndung an der molekularen Basis angesetzt. Sie prüften gut drei Millionen bekannte Moleküle am Computer darauf, ob ihre Struktur eine Bindung an den mu-Rezeptor erlaubt.

Kommentar: Es wäre ratsam erst einmal die Wurzeln und die eigentlichen Gründe für die Schmerzen herauszufinden. Dann würde man vielleicht erst gar nicht in die Lage kommen, diese starken Schmerzmittel überhaupt zu benötigen...


Sherlock

Neue Ergebnisse: Panama-Landbrücke ist viel jünger als gedacht

Folgenreicher Brückenschlag: Die Landverbindung zwischen Nord- und Südamerika ist offenbar doch jünger als bisher angenommen. Statt schon vor zehn Millionen Jahren, wie im letzten Jahr postuliert, schloss sich der trennende Meeresarm erst vor rund 2,7 Millionen Jahren, wie eine erneute Prüfung aller geologischen und biologischen Belege ergab. Die Indizien für eine ältere Landbrücke seien dagegen wenig beweiskräftig, so die Forscher im Fachmagazin Science Advances.
© Aaron O'Dea
Basaltformation an der Pazifikküste Panamas: Sie wurde schon vor der Landbrücke von Vulkanen erschaffen.
Die Bildung der Landbrücke von Panama gilt als eines der prägenden Naturereignisse der Erdneuzeit: Diese neue Verbindung zwischen zwei Kontinenten veränderte das Leben an Land und in den umgebenden Ozeanen fundamental. Plötzlich waren Meeresorganismen in Pazifik und Atlantik voneinander getrennt, dafür konnten Landtiere und Pflanzen ganz neue Gebiete erobern.

Vor drei oder vor zehn Millionen Jahren?

„Zu wissen, wann und wie sich die Landbrücke von Panama bildete, ist entscheidend, um dieses größte 'Experiment der Natur' zu verstehen", erklären Aaron O'Dea vom Smithsonian Tropical Research Institute in Panama und seine Kollegen. Doch genau das ist strittig. Lange nahm man an, dass ein Meeresarm noch bis vor drei Millionen Jahren die Kontinente trennte. Doch 2015 publizierten Camilo Montes von der Universität der Anden und seine Kollegen Indizien dafür, dass es die Landbrücke schon vor zehn Millionen Jahren gab.

Christmas Tree

1075 Jahre alt: Griechischer Baum ist der älteste bekannte Europäer

1075 Jahresringe zählte ein Forscher bei einem griechischen Nadelbaum. Als die Kiefer keimte, existierte das Römische Reich noch.

Der älteste Einwohner Europas, dessen Alter man beziffern kann, ist eine Schlangenhaut-Kiefer (Pinus heldreichii) von den Hängen der Pandos-Berge im griechischen Hochland. Der Baum keimte nach Angaben des Teams um den schwedischen Dendrochronologen Paul Krusic etwa im Jahr 940. Damals stand Griechenland noch unter der Herrschaft des Kaisers in Byzanz - der älteste bekannte Europäer ist also gebürtiger Römer. Die Forscher tauften die uralte Kiefer auf den Namen Adonis, nach dem griechischen Gott der Schönheit - und das, obwohl Griechenland um 940 schon seit Jahrhunderten christianisiert war.

Krusic und seine Arbeitsgruppe spürten den Baum im Rahmen ihrer Suche nach besonders alten Bäumen in Europa auf. In einem ungefähr einen Meter langen Bohrkern, der bis in den Kern des Baums reicht, zählten sie 1075 Jahresringe - einige Bäume gelten zwar als älter, allerdings lediglich auf der Basis grober Schätzungen. Die Kiefer ist Teil einer ganzen Gruppe von Bäumen ähnlichen Alters, die in den unwirtlichen Höhen Griechenlands die Zeiten überdauert haben. Das Team ist auf der Suche nach möglichst alten Bäumen, deren Jahresringe Aufschluss über die Klimageschichte Europas geben können und als Basis für lange dendrochronologische Zeitreihen dienen.

Black Magic

Erschreckende neue Studie: Monsantos Glyphosat führt zu Veränderungen der DNA und chronischen Krankheiten

Laut einer Studie verursacht Glyphosat Veränderungen in der DNA-Funktion, was in chronischer Erkrankung resultiert. Laut den Autoren geht Glyphosat, Ersatz für Glycin, mit einigen Krankheiten einher, einschließlich Diabetes, Fettleibigkeit, Alzheimer, Amyotrophe Lateralsklerose (ALS), Parkinson und weiteren.
Wie lange sehen unsere Regierungen noch dabei zu, wie große Unternehmen unsere Gesundheit aufs Spiel setzen - leichtfertig, gewissenlos und aus Profitgier?!

Es ist unglaublich - WHO-Forscher stuften Glyphosat als nicht krebserregend ein. Die IARC hatte Glyphosat im März 2015 als wahrscheinlichen Krebserreger eingestuft. Nachdem die EU-Kommission sich nicht einig wurde, wurde kurzerhand die Zulassung des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat um 18 Monate verlängert. Obwohl Wissenschaftler der Internationalen Agentur für Krebsforschung herausfanden, dass zwischen Pestizidbelastung und Lymphdrüsenkrebs, auch als Blutkrebs bezeichnet - bekannt als Non-Hodgkin-Lymphom - eine starke Verbindung besteht.

Kommentar:


Heart

Sieht aus wie ein Kuscheltier: Violetter Mini-Tintenfisch verblüfft Forscher

"Sieht aus, als hätte jemand sein Spielzeug fallen lassen": Vor der Küste Kaliforniens entdecken Meeresbiologen einen knallvioletten Tintenfisch und können sich vor Lachen nicht mehr halten.
© Screenshot Youtube/EVNautilus
"Der hat aber seltsame Augen": Die Meeresbiologen der E/V Nautilus Expedition scannen mit einem Tauchroboter gerade den Meeresboden vor Kalifornien, als in 900 Meter Tiefe ein lila Zwerg ins Bild gerät - ein Tintenfisch der Art Rossia pacifica. Beim Anblick des cartoonesken Wesens können die Wissenschaftler kaum mehr an sich halten. "Sieht aus, als ob jemand sein Spielzeug verloren hat", meint eine Forscherin. "Er ist großartig", sagt ein Kollege.

Kommentar: Unbekannte lila leuchtende Bio-Kugel am Pazifikboden lässt Meeresbiologen rätseln


Comet

Eines der größten Meteoriten-Streufelder Europas im Schweizer Jura entdeckt

Mehr als 600 Meteoriten-Fragmente eines seltenen Eisenmeteoriten im Schweizer Jura

Seltener Fund: In der Schweiz haben Forscher eines der größten Meteoriten-Streufelder Europas entdeckt. Auf einer Länge von fünf Kilometern fanden sie schon jetzt mehr als 600 Meteoriten-Fragmente. Die Bruchstücke stammen Eisenmeteoriten, der vor rund 160.000 Jahren in der Atmosphäre zerplatzte. Spannend auch: Dieser Meteorit gehörte einem extrem seltenen Typ an, weltweit gibt es davon nur sechs Funde.

© Naturhistorisches Museum Bern
Ein im neuentdeckten Streufeld gefundenes Fragment des Twannberg-Meteoriten - eines sehr seltenen Typs Eisenmeteorit.
Nicht immer schlägt ein Meteorit als Ganzes auf der Erdoberfläche ein. Häufig sorgt die enorme Reibung beim Eintritt in die Atmosphäre dafür, dass der Brocken bereits in der Luft auseinanderbricht oder sogar explodiert - wie beispielsweise beim berühmten Tunguska-Ereignis im Jahr 1908 der Fall. Von solchen Ereignissen bleibt dann meist kein Krater, sondern nur ein Streufeld aus unzähligen Meteoriten-Fragmenten übrig.

600 Fragmente über fünf Kilometer verstreut

Ein besonders großes Streufeld haben nun Wissenschaftler des Naturhistorischen Museums Bern gemeinsam mit rund 50 Meteoritensammlern entdeckt. Es liegt im Gebiet des Twannbergs, nahe der Schweizer Stadt Biel. Dort haben die Forscher während der letzten drei Jahre bereits rund 600 Meteoriten-Fragmente mit einem Gesamtgewicht von 72,5 Kilogramm gesammelt. Sie schätzen aber, dass die Gesamtzahl in den nächsten Jahren weiter steigen wird.

Die Bruchstücke erstrecken sich über ein Gebiet von fünf Kilometern Länge, könnten aber nach Schätzungen der Forscher auf über 15 Kilometern Länge verteilt sein. Schon jetzt gehört dieses Streufeld damit zu den größten bekannten Meteoriten-Streufeldern in Europa.

Jupiter

Titan: Cassini entdeckt geflutete Canyons aus Methan und Ethan

Die NASA-Sonde „Cassini“ hat auf dem Saturnmond Titan - und damit erstmals auf einem anderen Himmelskörper als unserer Erde - geflutete Canyons entdeckt. Statt mit Wasser sind diese allerdings mit einem Gemisch aus den flüssigen Kohlenwasserstoffen Methan und Ethan gefüllt.

© NASA/JPL-Caltech/ASI
Blick auf die mit flüssigen Kohlenwasserstoffen gefüllten tiefen Canyons der Region Vid Flumina.
Rom (USA) - Entdeckt wurden die gefluteten steilhängigen und mehrere hundert Meter tiefen Canyons mit Hilfe von Radarwellen, die die Sonde bereits 2013 auf die zerfurchte Grabenlandschaft entlang der Küsten des nördlichen Titan-Meeres Liga Mare gerichtet hatte.

Besonders im knapp einen Kilometer breiten, 249 bis 570 Meter tiefen und bis zu 40 Grad steil abfallenden Grabennetzwerk Vid Flumina (s. Abb.) zeigten die zurückgeworfenen Radarwellen in Kombination mit den gemessenen Höhenwerten, dass es bei den dunklen Kanälen nicht um gesättigte Sedimente sondern - da glatte Oberflächen ausweisend - um flüssige Oberflächen handelt. Vergleichbare Daten hatte die Sonde zuvor schon öfter über den bereits bekannten Meeresflächen auf Titan erhalten und unterscheiden sich deutlich vom eher grob strukturierten Terrain aus Fels und Eis der Landmassen auf Titan.