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Do, 19 Jan 2017
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Wissenschaft und Technologie
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Eigene Knochen als Nahrung: Aale können sich von den eigenen Knochen ernähren

Ein Forscherteam um den Biologen Dr. Björn Busse vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf fand heraus, dass der Europäische Aal (Anguilla anguilla) bei seiner bis zu anderthalb Jahre langen Wanderung auf die Nahrungsaufnahme verzichtet und sich dabei seine Knochenmasse deutlich reduziert.
Bis zu 5.000 Kilometer legen diese Süßwasseraale zurück, wenn sie zwischen Oktober und November von den europäischen Flüssen zum Laichen in die Sargassosee, einem Meeresgebiet im Atlantik östlich Floridas und südlich der Bermuda-Inseln, ziehen. Wie nun die Wissenschaftler im Fachjournal Proceedings of the Royal Society berichten, hatten sie 30 Aale untersucht und festgestellt, dass sie die Fähigkeit besitzen, sich von den eigenen Knochen zu ernähren, während sie sich auf dieser langen Wanderung befinden. Dabei verlieren sie bis zu 65 Prozent an Gewicht der Wirbelsäulensubstanz und bis zu 50 Prozent am Schädelknochen.

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Grundpfeiler des Kosmologie-Standardmodells in Gefahr: Studie weckt Zweifel an der Existenz Dunkler Energie

Noch vor fünf Jahren erhielten drei Astronomen den Physik-Nobelpreis für ihren Nachweis, dass sich das Universum - angetrieben von einer mysteriösen Substanz mit der Bezeichnung „Dunkle Energie“ - mit zunehmender Geschwindigkeit ausdehnt. Jetzt führt eine neue Auswertung der seither deutlich angewachsenen Datengrundlage zu massiven Zweifeln an der bislang weitgehend akzeptierten Theorie.

© NASA/Gemeinfrei
Künstlerische Darstellung des frühen, sich ausdehnenden Universums.
Oxford (Großbritannien) - Die 2011 als „Entdecker der Dunklen Energie“ mit dem Nobelpreis ausgezeichneten Wissenschaftler Saul Perlmutter, Brian P. Schmidt und Adam G. Riess basierten ihre Feststellung eines sich zunehmend beschleunigt ausdehnenden Universums auf der Analysen von Beobachtungsdaten von Supernovae - also thermonuklearen Sternexplosionen - vom Typ Ia, wie sie mit dem Weltraumteleskop Hubble und großen bodengestützten Observatorien zusammengetragen wurden.

Seit der Beschreibung der für diese beschleunigte Ausdehnung verantwortlichen „Dunklen Energie“, die seither als bedeutender Teil des kosmologischen Standardmodell gilt, hat sich allerdings die Anzahl der beobachteten Supernova-Ereignisse auf 740 um das fast Zehnfache erhöht.


Kommentar: Mehr Informationen zum Thema in unserem Buch dass bald auf deutsch erscheinen wird:


Eye 2

Nur ein Vorfahre: Blaue Augen hat der Mensch anscheinend erst seit max. 10.000 Jahren

Laut Forschern der Universität in Kopenhagen haben alle blauäugigen Menschen einen gemeinsamen Urahnen. Nur einen einzigen.
© WiLPrZ/Wikipedia
Dass wir alle unterschiedliche Augenfarben haben ist, gemessen an der Menschheitsgeschichte, noch gar nicht so alt. Jeder Mensch mit blauen Augen hat diese einem Vorfahren mit Gen-Mutation zu verdanken, der den Forschern zufolge vor 6.000 bis 10.000 Jahren gelebt hat.

„Ursprünglich hatten wir alle braune Augen“, sagt Professor Hans Eiberg von der Abteilung Zell- und Molekularmedizin auf »ScienceDaily«. „Aber eine genetische Mutation, die Einfluss auf das OCA2-Gen in unseren Chromosomen hat, schuf einen »Schalter«, der die Fähigkeit, braune Augen hervorzubringen, buchstäblich abschaltete.“

Sherlock

Existieren zwei übersehene Schäfermonde in den Ringen des Uranus?

Der weit entfernte Uranus gibt seine Geheimnisse nur zögernd preis - zu selten bekommt er Besuch von irdischen Sonden. Aber auch jahrzehntealte Daten können, frisch ausgewertet, Neuigkeiten enthüllen.
© Erich Karkoschka und NASA/ESA
Der weit entfernte Uranus - einziger Planet des Sonnensystems, dessen Achsenneigung ihn scheinbar auf seiner Umlaufbahn entlangrollen lässt - hält seit jeher Überraschungen parat: 1977 entdeckte man per Zufall ein irdischen Teleskopen bis dahin verborgenes Ringsystem um den blaugrünlichen Gasriesen, 1986 zählte die Raumsonde Voyager 2 dann im Vorbeiflug elf Ringe aus recht grobem Material, und 2005 erspähte das Weltraumteleskop Hubble zwei weitere, wesentlich breitere Ringe weit draußen. Von allen Sonden und Teleskopen bis heute übersehen wurden aber womöglich zwei Minimonde, die das Ringsystem als Schäfermonde zusammenhalten, meinen jetzt zwei Forscher in einer Vorveröffentlichung.

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Mikroben im Gestein: Neue Methode könnte Leben in Mars-Meteoriten nachweisen

Mit einer neuentwickelten Methode, mit der britische Wissenschaftler eindeutige Spuren von einstigem Urzeit-Leben in irdischem Basaltgestein nachweisen konnten, wollen Forscher nun auch ähnlich mikrobische Spuren von Lebens in Mars-Meteoriten suchen. Steht der Nachweis von zumindest einstigem Leben auf dem Mars also kurz bevor?
© Newcastle University
Helium-Ionen-Mikroskopaufnahme fossiler Mikrolebensformen in 400 Millionen Jahre altem Basaltgestein.
Newcastle upon Tyne (Großbritannien) - Wie das Team um den Geowissenschaftler Graham Purvis von der Newcastle University aktuell in der Fachzeitschrift Journal of Vacuum Science and Technology (DOI: 10.1116/1.4954940) berichtet, gelang ihnen der bislang eindeutigste Nachweis von Strukturen biologischer Herkunft in 200-400 Millionen Jahre altem Basaltgestein des pazifischen Ontong-Java-Plateaus mit Hilfe neuster Technologien zum Nachweis verschiedener organischer Ablagerungen im Innern fingerförmiger und mikroskopisch kleiner Tunnel im Innern des Gesteins (s. Abb. o.).

Mars

Video: Mars im UV-Licht - So haben Sie den Roten Planeten noch nie erlebt

Die US-Raumfahrtagentur Nasa hat neue Bilder ihrer Marssonde „MAVEN“ veröffentlicht, die den Roten Planeten buchstäblich in einem neuen Licht zeigen, und zwar im Ultraviolett, schreibt „USA Today“. Forschern ist es gelungen, hochauflösende Bilder zu machen, die unter anderem die dynamische Wolkenbildung auf dem Mars zeigen.
Die Sonde soll zudem erste Aufnahmen vom „Nachtglühen“ auf dem Mars eingefangen haben, die zeigen, wie sich Höhenwinde in einer Höhe von 60 bis 100 Kilometern bewegen.


Seit Längerem haben Planetenforscher bereits vermutet, dass die Nachtseite des Mars UV-Strahlung abgibt. Der Grund dafür soll eine chemische Reaktion in der Marsatmosphäre sein, die tagsüber durch die Sonneneinstrahlung in Gang gesetzt wird. Dabei wird unter anderem Kohlendioxid gespalten. Der Höhenwind des Mars trägt diese Moleküle auf die Nachtseite des Planeten. Dort reagieren die beim CO2-Zerfall freigesetzten Sauerstoffatome mit Stickstoff und bilden Stickstoffmonoxid (NO). Dabei wird Energie in Form von UV-Photonen frei und erzeugt auf der Nachtseite des Mars das charakteristische Nachtglühen im UV-Licht.

„MAVEN hat in den letzten Monaten hunderte Aufnahmen gemacht und uns damit den Mars in bisher höchster UV-Auflösung gezeigt“, sagt Nick Schneider von der University of Colorado, Boulder.

Seit 2014 kreist die NASA-Raumsonde MAVEN im Marsorbit und liefert seither neue Informationen über die Atmosphäre des Roten Planeten.

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Verwerfung in Kalifornien: Neue und völlig andere Erdbeben-Art entdeckt

Wie Forscher erst jetzt herausgefunden haben, können Erdbeben in der kalifornischen Newport-Inglewood-Verwerfung deutlich unterhalb der oberen Hälfte der Erdkruste entstehen.
© Google Earth
Normalerweise entstehen Erdbeben durch Plattentektonik in der oberen Erdkruste bis zu einer Tiefe von weniger als 15 Kilometern und erreichen selten ein Maximum von 24 km (Ausnahmen sind Tiefherdbeben an Subduktionszonen). Besonders an den Plattengrenzen, an denen sich die verschiedene Platten auseinander, aufeinander zu oder aneinander vorbei bewegen, bauen sich Spannungen innerhalb des Gesteins auf, wenn sich die Platten in ihrer Bewegung verhaken und verkanten. Wenn dann die Scherfestigkeit der Gesteine überschritten wird, entladen sich diese Spannungen durch plötzliche Bewegungen der Erdkruste und es kommt zu dem tektonischen Beben. In der tieferen Erdkruste ist das Gestein sehr viel heißer, fließfähiger und deformierbarer, was Verkantungen verhindert und somit Erdbeben unwahrscheinlicher machen.

Bei der Analyse der Daten leistungsstarker seismischer Sensoren aus den Jahren 2011 und 2013 über die Newport-Ingle-wood-Verwerfung in Südkalifornien haben Wissenschaftler nun festgestellt, dass diese Störung völlig anders geartet ist als alle anderen uns bekannten Verwerfungen, denn sie verursacht kleine Erdbeben in ungewöhnlich großen Tiefen von über 30 Kilometern. Über den möglichen Ursprung dieser tiefen Erdbeben haben die Forscher zur Zeit noch keine Erklärung. Möglich wäre, dass Material aus dem Mantel in den unteren Bereich der Newport-Inglewood-Verwerfung eindringt und dort zu einem erhöhten Druck im Gestein führt, was dann die seismischen Aktivitäten in dieser Tiefe auslöst.

Meteor

Bislang unbekannte Katastrophe: Impakt eines Kometen vor 56 Millionen Jahren?

Mikrokügelchen deuten auf größeren Impakt am Beginn des Wärmemaximums hin

Verborgene Urzeit-Katastrophe: Nur zehn Millionen Jahre nach dem katastrophalen Ende der Dinosaurier könnte erneut ein Meteorit die Erde getroffen haben. Die Indizien für einen solchen Einschlag vor knapp 56 Millionen Jahren haben Forscher an der US-Ostküste entdeckt: Eine abrupte Häufung winziger Kügelchen aus Gesteinsglas spricht für einen größeren Impakt, wie sie im Fachmagazin "Science" berichten. Er könnte damals zum globalen Wärmemaximum beigetragen haben.

© Igor Thuralov/thinkstock
Vor knapp 56 Millionen Jahren könnte es einen größeren Kometen-Einschlag gegeben haben - möglicherweise förderte er den Beginn des Wärmemaximums.
Vor knapp 56 Millionen Jahren erlebte die Erde einen dramatischen Klimawandel: Innerhalb von nur rund 20.000 Jahren stiegen die Temperaturen um rund fünf Grad Celsius an. Auslöser dieses sogenannten Paläozän/Eozän-Temperaturmaximums (PETM) waren gewaltige Mengen von Treibhausgasen, vermutlich Methan und CO2, die in die Atmosphäre freigesetzt wurden.

Was diese Wärmeperiode auslöste, bleibt jedoch strittig. Einige Forscher halten ausgedehnte Vulkanausbrüchefür die Ursache, andere einen Methanausstoß aus Meeressedimenten und auch ein Meteoriteneinschlag wird diskutiert.

Verdächtige Glaskügelchen

Indizien für einen solchen Einschlag könnten nun Morgan Schaller vom Rensselaer Polytechnic Institute in New York und seine Kollegen entdeckt haben. Für ihre Studie hatten sie Sedimentbohrkerne von der Küste New Jerseys und vom rund 1.000 Kilometer entfernten Rand des nordamerikanischen Schelfs vor der Küste von Florida untersucht.

Dabei stießen die Forscher auf etwas Auffälliges: In der vor rund 56 Millionen Jahren abgelagerten Schicht häuften sich kleine glasartige Kügelchen. Solche Spherulen können entstehen, wenn das Gestein bei einem Meteoriteneinschlag aufgeschmolzen wird und als feine Tröpfchen hoch in die Atmosphäre spritzt. Beim Abkühlen erstarren die Tropfen zu kleinen Kugeln aus erstarrter Gesteinsschmelze, die dann wieder zu Boden fallen.

Kommentar:


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Die schwebende Wollkenleuchte bringt Gewitter ins Wohnzimmer

Ist euer Wohnzimmer ein wenig fad und noch dazu frei von Gewitterwolken? Das muss nicht so bleiben! Die etwas seltsame Kunstinstallation „Making Weather“ von Richard Clarkson schwebt, macht bunte Blitze und noch dazu Musik.

Auf jeden Fall ist sie ein Hingucker!

Brain

Wissenschaftler: Ultraschall soll Alterung des Gehirns verlangsamen

© BruceBlaus/Wikipedia
Eigentlich wollten die Forscher der australischen Universität Queensland nur beweisen, dass ihre im vergangenen Jahr entwickelte Ultraschallbehandlung gegen Alzheimer bei Mäusen unschädlich für ein gesundes Gehirn ist. Doch wie der australische TV-Sender „ABC“ berichtet, fanden sie nicht nur heraus, dass ihre Ultraschallbehandlung unschädlich ist, sondern dass sie außerdem den Alterungsprozess des Gehirns verlangsamt.

Mit dem Ultraschall konnten sie die Verminderung der Strukturen im Hippocampus — dem Gedächtnis- und Lernzentrum des Gehirns — stoppen, beziehungsweise verlangsamen. Robert Hatch, Forscher an der Universität in Queensland erklärt: „Unsere Idee ist, wenn man die Strukturen im Gehirn in einem jungen Zustand erhalten kann, sollten wir dazu in der Lage sein, seine Funktionen zu wahren.“ Das Hirn bleibt damit quasi auf ewig jung.

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