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Mi, 23 Jun 2021
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Wissenschaft und Technologie
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Langes Stillen vergrößert Hirn

Baby/Stillen
© Unbekannt
Junger Vertreter jener Säugetierart, die in Relation zum Gewicht das größte Gehirn hat.
Ein Vergleich von 128 verschiedenen Säugetierarten zeigt: Auch lange Schwangerschaft tut gut

Washington - Säugetiere (wissenschaftlich: Mammalia) müssten nicht notwendigerweise Säugetiere heißen, argumentieren feministische Wissenschaftshistorikerinnen wie Londa Schiebinger. Es gebe nämlich noch eine ganze Reihe weiterer Merkmale, die den Vertretern dieser Tierklasse exklusiv wären wie zum Beispiel ihre Behaarung. Doch Carl von Linné, der große Klassifikator der Natur, habe sich bei der Begriffswahl auch von damaligen politischen Debatten leiten lassen.

Bulb

Entdeckt: Ein Gen schützt vor Hirnschädigung

Der genaue Schutzmechanismus ist aber noch unbekannt

Heidelberg - Heidelberger ForscherInnen haben ein Gen entdeckt, das vor den Folgen eines Schlaganfalles schützt. Wie die Arbeitsgruppe um Hilmar Bading vom Interdisziplinären Zentrum für Neurowissenschaften zeigen konnte, sind Gehirnzellen, die durch Gentransfer mit dem neu entdeckten Gen ausgestattet wurden, überlebensfähiger. Sie kommen besser mit den toxischen Bedingungen nach einem Schlaganfall - Sauerstoffmangel und zu hohe Konzentrationen von Neurotransmittern - zurecht. Die Ergebnisse wurden im Journal of Neuroscience veröffentlicht.

Cheeseburger

Übergewicht schadet dem Gehirn - besonders bei Frauen

LEIPZIG. Übergewicht auf den Knochen erzeugt Untergewicht im Gehirn: Adipöse haben ein verringertes Gehirnvolumen und eine verringerte Gewebedichte in der grauen Substanz, wie Studien bereits belegen. Nun gibt es außerdem Hinweise, dass die überschüssigen Fettpolster das Gehirn bei Frauen noch gravierender schädigen als bei Männern.

Solche geschlechtsspezifischen Unterschiede haben Forscher des Max-Planck-Instituts in Leipzig zusammen mit Kollegen nachgewiesen. Dazu untersuchten sie das Gehirn von insgesamt knapp 50 normal- bis stark übergewichtigen Frauen und Männern mit der diffuisionsgewichtenen Magnetresonanztomografie.

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Parallele Bio-Welt mit genetischer Firewall

Neue Wege zur Ganzzellkatalyse durch künstliche Bakterien

Im Berliner Exzellenzcluster UniCat (Unifying Concepts in Catalysis) wird rund um den Biochemiker Nediljko Budisa in Zusammenarbeit mit dem französischen Biologen Philippe Marlière ein neues Konzept entwickelt, um Industriebakterien durch eine neue, bisher nicht in Lebewesen vorkommende Chemie mit neuen katalytischen Funktionen auszustatten. Sie nennen dieses neue biochemische Verfahren „Codonemanzipation“. Dabei wird eine genetische Firewall errichtet, die die Bakterien von einer speziellen Nährlösung abhängig macht. Damit sind sie in der natürlichen Umwelt nicht lebensfähig, und ein Gentransfer in die Umgebung ist unmöglich.

Roses

Forscher finden möglichen Vorfahren aller heutigen Landpflanzen

alge
© derstandard.at
Eine Schmuckalge der Gattung Micrasterias. Von Algen aus dieser Gruppe stammen vermutlich alle heute lebenden Landpflanzen ab, wie nun ein internationales Wissenschafter-Team festgestellt hat.

Süßwasser-Grünalgen und nicht Armleuchteralgen waren Stammform aller späteren landlebenden Pflanzen

Die heute lebenden Landpflanzen stammen vermutlich alle von den Vorfahren der Süßwasser-Grünalgen der Gruppe Zygnematales (Schmuckalgen) ab. Zu dieser Erkenntnis kommt die Untersuchung eines internationalen Wissenschafter-Teams. Die Forscher konnten mit ihrer Studie, die im Fachmagazin BMC Evolutionary Biology veröffentlicht wurde, bisherige Annahmen über den Ursprung der Landpflanzen vor mindestens 475 Millionen Jahren widerlegen, wonach Vertreter der Charales (Armleuchteralgen) die nächstverwandte Schwestergruppe der Landpflanzen darstellen.

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Wassermoleküle prägen die Struktur der Erbsubstanz DNA

DNA
© HZDR unter Nutzung des Bildes 1HQ7.pdb aus der „Protein Data Bank"
Schematische Darstellung eines DNA-Strangs mit angelagerten (roten) Wassermolekülen

Die Erbsubstanz DNA ist von Wassermolekülen auf eine ganz besondere Art umgeben. Die Beschaffenheit dieser Hydrathülle hängt einerseits vom Wassergehalt ab, wie Wissenschaftler vom Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf herausgefunden haben, und beeinflusst andererseits die Struktur der Erbsubstanz selbst. Diese Erkenntnisse sind nicht nur wichtig für das Verständnis der biologischen Funktion der DNA, sondern könnten auch für die Konstruktion von neuen DNA-basierten Materialien genutzt werden.

Light Sabers

Ostereier aus Gentechnik-Fütterung

eier
© dpa
Unverkennbar ein Ei. Doch für den Verbraucher ist es schwer zu erfahren, ob das Ei ohne Gentechnik im Tierfutter hergestellt wurde.
Kurz vor Ostern hat Greenpeace ein Supermarkt-Ranking für Eier veröffentlicht, die ohne Gentechnik im Tierfutter hergestellt werden. Fazit: Ein Großteil der Eier stammt aus der Fütterung mit gentechnisch veränderten Pflanzen.

Mit Gen-Soja werden etwa 20 Prozent der Legehennen in Deutschland gefüttert. In den Regalen der Supermarktketten Rewe, Penny, Aldi, Kaiser's Tengelmann, Edeka, Real und Norma liegen nur etwa 20 bis 30 Prozent Eier, die aus gentechnikfreier Fütterung stammen. Der Rest kommt vorwiegend aus Unternehmen, die ihre Legehennen mit gentechnisch veränderten Pflanzen füttern. Das hat eine Greenpeace-Untersuchung ergeben. Die Umweltorganisation befragte 15 Supermarktketten in Deutschland zu der Herkunft ihrer angebotenen Eier und wie die Legehennen gefüttert würden. Lidl und Globus wollten keine Angaben zum Umfang ihres Angebots an gentechnikfrei erzeugten Eiern machen. Eine Kennzeichnungs-Pflicht für tierische Produkte wie Milch, Eier und Fleisch, die mit Gen-Tierfutter erzeugt wurden, gibt es nicht.

Attention

Kuh produziert "menschliche" Muttermilch

milch,melken,china
© unbekannt
Ein chinesischer Milchbauer melkt seine Kuh.

Chinesische Wissenschaftler haben eine Kuh in einer Weise genetisch verändert, dass sie "menschliche" Milch produzieren kann. Die Milch hat die gleichen Nährwerte wie Muttermilch.

Die Forscher schrieben in der wissenschaftlichen Publikation Public Library of Science One, dass es ihnen gelungen sei, eine Kuh zu schaffen, welche Lysozyme produzieren kann. Dies ist ein menschliches Protein, welches in der Muttermilch vorkommt und hilft, die Immunität der Babies zu stärken. Dazu haben die Wissenschaftler ein genetisch verändertes Embryo in die Kuh eingepflanzt.

Bug

Dinosaurier hatten Läuse

Elefantenlaus
© DPA
Kleiner Quälgeist. Mikroskopische Aufnahme einer Elefantenlaus.
Fossile Parasiten verweisen auf die Evolution von Vögeln und Säugetieren

Bereits die Dinos hatten Juckreiz, zumindest jene, die ein Federkleid trugen. Das lässt eine Untersuchung von Kevin Johnson von der Universität Illinois und seiner Kollegen vermuten. Wie sie in der Online-Ausgabe der Biology Letters berichten, reicht die Entwicklung dieser Parasiten bis in das Zeitalter der Dinosaurier zurück.

Die Forscher interessieren sich für die Entwicklungsgeschichte der Läuse, weil sie damit auch die Evolution von Vögeln und Säugetieren erhellen können. „Es gibt nur wenige Fossilien der modernen Gruppen dieser beiden Tierklassen, die älter sind als 50 Millionen Jahre“, sagt Gerald Mayr vom Forschungsinstitut Senckenberg in Frankfurt am Main.

Chalkboard

Die schnurgerade Welle

Wien. (est/apa) - Für Großraumbüros wäre es ideal: Sie rufen jemanden am anderen Ende des Zimmers etwas zu, ohne dass irgendjemand sonst mithören kann. Doch in der Regel breiten sich Schallwellen in alle Richtungen aus. Die meisten Kollegen bekommen also mit, was jemand ruft. Besser ist es also - noch - , Information auf einen Zettel zu schreiben, das Papier zu zerknüllen und der Kollegin zuzuwerfen.

Quantenphysiker der Technischen Universität (TU) Wien haben nun eine Methode gefunden, wie sie eine Welle so formen können, dass diese sich nicht streut, sondern pfeilgerade wie ein Wurfgeschoss durch den Raum reist. Somit kann nur der Adressat des Zurufs diesen auch hören - vorausgesetzt, die beiden Gesprächspartner bedienen sich spezieller Sende- und Empfangsgeräte. Stefan Rotter, Florian Libisch und Philipp Ambichl vom Institut für Theoretische Physik der TU Wien haben ihre Arbeit in Physical Review Letters vorgestellt. Die Ergebnisse gelten für alle Arten von Wellen gleichermaßen, so die Wissenschafter.