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Sa, 27 Nov 2021
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Bad Guys

Chinesischer Bürgerrechtler Hu Jia ist frei

Der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao besucht Europa, und das Regime in Peking lässt den zweiten Bürgerrechtler binnen kurzer Zeit frei. Hu Jia hat drei Jahre Gefängnis hinter sich.

Chinesischer Bürgerrechtler Hu Jia
© AP
Chinesischer Bürgerrechtler Hu Jia freigelassen.
Vier Tage nach der Freilassung des chinesischen Künstlers und Aktivisten Ai Weiwei ist ein weiterer prominenter Bürgerrechtler auf freien Fuß gekommen. Nach einer dreieinhalbjährigen Haftstrafe sei Hu Jia seit dem frühen Sonntagmorgen wieder bei seiner Familie, teilte die Frau des 37-Jährigen, die sich ebenfalls für Menschenrechte einsetzt, am Sonntag via Twitter mit. "Schlaflose Nächte, Hu Jia ist seit halb drei zu Hause, sicher und glücklich", schreibt Zeng Jinyan in dem Internet-Kurznachrichtendienst. Ihr Mann müsse sich nun für einige Zeit ausruhen.

Eye 1

Datenskandal: Handyüberwachung in Dresden

Nach dem Bekanntwerden einer großangelegten Datenüberwachung in Dresden, beginnt nun die juristische und politische Aufarbeitung. Auch taz legt Beschwerde ein.

Polizei auf Demo
© dpa
Digitale Rasterfahndung: Die Dresdner Polizei überwachte nicht nur die Sicherheit bei der Demonstration, sondern auch 138.000 Handydaten.
BERLIN taz | Wegen der flächendeckenden Handyüberwachung bei den Antinaziprotesten am 19. Februar 2011 haben drei sächsische Landtagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen Beschwerde beim Amtsgericht Dresden eingereicht. Sie wollen gegen die Erfassung und Auswertung ihrer Handyverbindungen vorgehen.

Die Polizeimaßnahme sei "ein schwerwiegender Eingriff in unsere verfassungsgarantierten Abgeordnetenrechte", sagte ihr rechtspolitischer Sprecher Johannes Lichdi, einer der drei Beschwerdeführer. Alle sächsischen Bundestagsabgeordnete der Linkspartei prüfen zudem eine Musterklage.

Cult

Propagandaalarm: Schock-Fotos auf Zigarettenschachteln werden Pflicht in den USA

rauchen
© unbekannt
"Zigaretten machen abhängig" wird in den USA ab September 2012 auch bildlich dargestellt.
Regelung tritt ab September 2012 in Kraft, EU will sanftere Lösung ab 2014

Mit Schock-Fotos auf Zigarettenschachteln wollen die USA ab dem kommenden Jahr vor den Gefahren des Rauchens warnen. Wie die US-Arzneimittelbehörde FDA mitteilte, sollen ab September 2012 Bilder von Leichen, schwarzen Lungen oder Herzpatienten auf der Verpackung zur Pflicht werden. Bisher enthalten Zigarettenschachteln und Werbungen für Glimmstängel lediglich schriftliche Warnhinweise.

Unter den neun verschiedenen Fotos und Zeichnungen stehen Sätze, die auch europäischen Rauchern bekannt vorkommen dürften: "Zigaretten verursachen Krebs" oder "Rauchen kann Sie töten". Die Warnhinweise müssen der neuen Regelung zufolge die Vorder- und Rückseite der Zigarettenschachteln jeweils zur Hälfte bedecken. Auf Werbeanzeigen müssen sie zumindest ein Fünftel der Fläche bedecken.

Kommentar: Es ist erstaunlich, was für absurde Ideen entwickelt werden und welch eine "Besorgnis" die Regierungen für andere Menschen aufbringen, wenn es um das Rauchen geht. Jedoch andere Produkte wie Milch, Mehlprodukte, Zucker, Mobilfunk, um nur ein paar Beispiele zu nennen, nicht das geringste Interesse wecken, sondern pauschalisiert und abgestritten werden.

Lesen Sie folgende Artikel zu den wahren Hintergründen des Rauchens:

Rauchen schützt vor Lungenkrebs
Nikotin stärkt Nervenverbindungen zu 200 %
Studie: Nikotin alleine macht nicht süchtig, es sind andere Tabakstoffe
Wenn der Arzt das Rauchen als Therapie empfiehlt


Arrow Down

Jemen: Massenausbruch von Al-Qaida-Häftlingen

Im Jemen sind Dutzende mutmaßliche Al-Qaida-Häftlinge aus einem Gefängnis in der Hafenstadt Mukalla geflohen. Nach Medienberichten hätten viele der Ausbrecher im Irak gegen die Amerikaner gekämpft.

Menschenmenge Jemen
© dapd
Jemen - ein instabiles Land: Hier ein Soldat, der von Regierungsgegnern gefeiert wird.
Dutzende Häftlinge des Terrornetzes Al Qaida sind im Jemen mit Waffengewalt aus einem Hochsicherheitsgefängnis geflohen. Bei dem Massenausbruch aus der Haftanstalt von Mukalla entkamen am Mittwoch insgesamt 62 Insassen, berichtete die Webseite „yemenpost.net“. Es handele sich um Terroristen oder militante Islamisten. Mindestens ein Gefangener und ein Wachbeamter wurden getötet. Es war der bisher massivste Ausbruch dieser Art im krisengeschüttelten Jemen.

Unter den Entflohenen seien sowohl bereits verurteilte Islamisten als auch Untersuchungshäftlinge. Bei der Mehrheit handelte es sich jedoch um verurteilte Extremisten, die Haftstrafen von mehr als fünf Jahren zu verbüßen hätten, hieß es in dem Bericht. Viele von ihnen hatten im Irak an der Seite von sunnitischen Widerstands- und Terrorgruppen gegen die Besatzung durch die Vereinigten Staaten gekämpft.

Kommentar: Angesichts der Tatsache, dass sich die USA im Krieg mit dem Irak, Afghanistan, Libyen, Teilen von Pakistan und eben mit Jemen befindet, kann man sich fragen, inwieweit dieser Gefängnisausbruch von "Al-Qaida"-Häftlingen möglicherweise dazu benutzt wird, die Propaganda-Maschinerie des Terrors weiterzutreiben. Der Vorhang fällt erst, wenn das Spiel vorbei ist.


Card - VISA

Neue Bezahlsysteme: Sparkasse will 45 Millionen EC-Karten austauschen

Bezahlen in Zukunft: Banken testen Karten, die auf Berührung reagieren, Google setzt auf das Handy, und die Sparkasse hat große Pläne.

Diners Club
© Douglas Mudd/Diners Club Deutschland
Bier für 2,50 Euro statt 2,80 Euro - wenn am heutigen Sonntag in Scheeßel, einer Kleinstadt zwischen Hamburg und Bremen, Bands mit Namen wie Arctic Monkeys und Foo Fighters auf einem der größten Musikfestivals in Deutschland spielen, gibt es den Becher günstiger. Allerdings nur für jene unter den 70.000 erwarteten Besuchern, die ihre Hurricane-Festival-Karte im Scheckkartenformat an das Lesegerät am Getränkestand halten. Zuvor müssen die Musikfans natürlich einen ausreichenden Geldbetrag draufladen.

Es ist der jüngste Versuch der Banken, den Deutschen das Bargeld abzugewöhnen. Trotz EC-Karten, Kreditkarten und Geldkarten begleichen die Menschen immer noch 60 Prozent ihrer Einkäufe an der Supermarktkasse oder Tankstelle mit Münzen und Scheinen. 118 Euro trägt jeder laut Bundesbank-Statistik im Schnitt bar mit sich herum, davon 6,70 Euro in Münzen. Summen, an denen die Banken fast nichts verdienen.

Card - VISA

Bezahlsysteme: Smartphones sollen Kreditkarte überflüssig machen

Digitale Kredit- und Kundenkarte in einem: Mit Hilfe von Chips sollen Smartphones andere Bezahlsysteme ablösen. Starbucks macht's vor.

Handy als Zahlungsmittel
© Picture Alliance/dpa
Mit dem Handy bezahlen: In der Moskauer Metro geht das.
Wer seinen morgendlichen Espresso bei der Kaffeekette Starbucks trinkt, muss eine gewisse physische Zahlungsbereitschaft mitbringen - ein „Latte Venti“ etwa ist mit mehr als drei Euro so teuer, dass Kleingeldvorräte im normal dünnen Portemonnaie oft nicht mehr ausreichen. Andererseits ist selbst der edelste Starbucks-Biokaffee nicht teuer genug, als dass er den Einsatz einer Kreditkarte rechtfertigen würde. Ein Problem nur für Leute, die sonst keine haben?

Das Starbucks-Management ist anderer Meinung und forciert in den USA nun eine Bezahl-Alternative: die eigene Kaffeegeld-App fürs iPhone. Treue Kunden können seit Beginn des Jahres ihren Lieblings-Lifestyle-Trunk in 6200 Filialen nicht mehr nur mit der konzerneigenen Kundenkarte, sondern auch mit ihrem Smartphone bezahlen, indem sie den Telefon-Bildschirm an der Kasse unter einen Scanner halten. Gleichzeitig sammeln sie so Bonuspunkte für ein Treueprogramm. Um nicht eines Morgens auf dem Trockenen zu sitzen, müssen sie ihr Starbucks-Konto regelmäßig mit Geld auffüllen.

Card - VISA

US-Projekt: Google startet Bezahlsystem für Mobiltelefone

Nun ist es amtlich: Das Bezahlsystem "Google Wallet" geht an den Start. Die ersten Testläufe finden in New York und San Francisco statt.

Googles Bezahlsystem für Handys
© DPA/Picture Alliance
Revolution durch Google: Das Handy wird zum Portemonnaie.
Bezahlen und Schnäppchen finden mit dem Handy wird zur Realität: Google hat nach langer Wartezeit sein mobiles Bezahlsystem für Android-Smartphones gestartet. Die Idee von „Google Wallet“ ist, dass Kunden an der Kasse lediglich ihr Handy vor ein Terminal zu halten brauchen, um ihren Einkauf zu bezahlen. „Ihr Handy wird zum Portemonnaie“, versprach die zuständige Managerin Stephanie Tilenius in New York.

Gleichzeitig stellte sie erstmals im Detail den Dienst „Google Offers“ vor, mit dem der Internetkonzern das boomende Schnäppchenportal Groupon angreift. Nutzer bekommen Sonderangebote direkt in ihr E-Mail-Postfach. „Google Offers“ startet im Sommer in den US-Städten New York, San Francisco und Portland und soll dann weiter ausgebaut werden.

Eye 1

Datenschutz: Auch Google-Handys merken sich Bewegungsprofile

Nicht nur Apple speichert heimlich den Aufenthaltsort seiner iPad- und iPhone-Nutzer. Laut Medienberichten melden auch Google-Handys regelmäßig ihre Position.

Google Handy spioniert auch
© Getty Images
Android-Handy von HTC: Auch Google soll Daten unerlaubt aufzeichnen.
Nicht nur die iPhones und iPads speichern fortlaufend die Aufenthaltsorte ihrer Nutzer in einer versteckten Datei, sondern auch Googles Android-Smartphones. Wie das Wall Street Journal und der Guardian unter Berufung auf zwei Informatikexperten berichteten, melden auch die Android-Smartphones Google regelmäßig ihre Position.

Laut Guardian speichern die Android-Telefone allerdings nur eine begrenzte Zahl von Aufenthaltsorten, während iPhone und iPad alle Ortungsdaten eines Jahres speichert. Im Gegensatz zu Apple würden diese Daten auch nicht an Google gemeldet.


Kommentar: Wenn die Daten nicht bei Google gemeldet werden und/oder diese Daten von Google nicht in irgendeiner Weise verwendet würden, wozu dann das ganze Ausspionieren?


Card - MC

Online-Einkauf: Telekom übernimmt Bezahlsystem ClickandBuy

Die Deutsche Telekom macht Ernst mit dem Strategiewechsel und stärkt ihr Internetgeschäft. Der Konzern übernimmt das Bezahlsystem ClickandBuy vollständig von der Milliardärs-Familie von Finck. Einer der größten Kunden des Ebay-Konkurrenten PayPal ist Apple mit der Musikplattform iTunes.

Deutsche Telekom
© Getty Images
Die Deutsche Telekom übernimmt das Online-Bezahlsystem CklickandBuy ganz.
Die Deutsche Telekom baut ihr Internet-Geschäft mit der Komplettübernahme des Online-Zahlungsabwicklers ClickandBuy aus. Ein entsprechender Vertrag sei unterzeichnet worden, teilte der Bonner Konzern mit. Die Telekom habe bisher ein Fünftel an ClickandBuy gehalten und übernehme nun die restlichen Anteile von der Milliardärs-Familie von Finck, einer weiteren Familie aus der Schweiz sowie dem US-Halbleiterhersteller Intel. Zum Kaufpreis wollte sich ein Sprecher nicht äußern.

Blackbox

Widerstandsfähiger Keim nistet sich in Umwelt ein

ehec
© dpa
Im Erlenbach hatten Wissenschaftler Bakterien der gefährlichen EHEC-Variante nachgewiesen
Experten rätseln über den Fund von EHEC-Bakterien im Frankfurter Erlenbach. Der Forscher Helge Karch erwartet, dass sich der Keim vermehrt in der Umwelt einnistet. Derweil bezweifelt ein Chefarzt die Fachkompetenz der Behörden.

Es ist möglich, dass Keime durch eine nahegelegene Kläranlage in das Gewässer in Frankfurt am Main gelangt sind. Kläranlangen verminderten zwar die im Abwasser enthaltenen Keime - „damit ist das Abwasser aber nicht hygienisch unbelastet“, betonten die hessischen Behörden. Sie mahnten aber zur Besonnenheit. „Eine Verbindung des Baches zur öffentlichen Trinkwasserversorgung besteht nicht“, sagte eine Sprecherin des hessischen Gesundheitsministeriums. Es habe seither auch keine neuen Krankheitsfälle gegeben.

Der Münsteraner EHEC-Forscher Helge Karch glaubt, dass der gefährliche Darmkeim sich im Moment vermehrt in der Umwelt ablagert. „Viele Menschen scheiden derzeit den Erreger aus“, sagte der Professor des Universitätsklinikums Münster (UKM) bei einem Besuch von Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP). „Dass der Keim jetzt im Wasser gefunden wurde, hat mich nicht überrascht.“ Über die Fäkalien von EHEC-Patienten könne das Bakterium in die Umwelt gelangen und sich dort einnisten. Der Erreger bilde eine Schleimschicht, in der er auch längere Zeiträume gut überstehe, sagte Karch.