Spaß mit Grok
© Letters from the Edge of Reality
Ich war ziemlich aus dem Häuschen, als Elon Musk Twitter kaufte. Nun, mir gefiel zwar die Namensänderung nicht, doch nichts ist perfekt. Allerdings fielen mir recht früh ein paar irritierende Dinge auf. Erstens: Als Matt Taibbi mit der Aufgabe betraut wurde, die Twitter-Dokumente zu veröffentlichen, die enthüllten, was hinter den Kulissen geschah, sah es so aus, als würde er zu einer Twitter/X-Nchrichtenquelle werden. Doch das passierte nicht. Offenbar stieß Matt ziemlich schnell auf ein Dilemma vis-a-vis Musk, wechselte zu Substack und all die Aufregung verpuffte. Ich wunderte mich, was es damit auf sich hatte. Dann schien es, dass Tucker Carlson der nächste Star auf X in Partnerschaft mit Musk sein könnte; aber auch das fand ein schnelles Ende. Erneut fragte ich mich: Was war geschehen? Warum konnte Musk Taibbi und Carlson nicht ins Boot holen und die angesagteste Show haben, die es geben konnte?
Ich bin mir bei der Antwort auf diese Frage nicht sicher, aber es könnte etwas damit zu tun gehabt haben, dass Werbetreibende auf allen Seiten einen Rückzieher machten und Twitter/X dadurch finanziell ausblutete. Dann wurde Linda Yaccarino ins Boot geholt und die Dinge begannen, Gestalt anzunehmen. Auch wenn Musk einen idealistischen Traum verfolgt hatte, der Welt die freie Rede zu bringen, traf ihn die mangelnde Realisierbarkeit dessen wie ein Schlag ins Gesicht und er musste Kompromisse eingehen. Er sieht sich gern weiterhin als Absolutist der freien Meinungsäußerung, aber das ist er nicht; und auch X ist nicht wirklich die Bastion freier Rede, wie es der Welt verkündet wurde. Oh ja, in gewisser Hinsicht ist es besser als das, was es zuvor war, und sicherlich besser als so ziemlich alles dieser Art dort draußen; doch es ist nicht das, als was es propagiert wird. Eigentlich denke ich, dass es auf eine weitaus heimtückerische Weise Schaden anrichtet, als wie es das frühere Twitter mit seiner unverhohlenen Unterdrückung tat.
Yaccarino präsentierte ihr berühmtes "Freedom of Speech but not Reach" [Freie Meinungsäußerung, aber keine Reichweite -
AdÜ], gefolgt von der Entscheidung, jede Meinung zu sperren, die als "Lawful but Awful" [Rechtens, jedoch schädlich -
AdÜ] (nach wessen Standards?) erachtet wurde. Ich begann, genau auf meine Beiträge, Likes, Beitragsweiterleitungen, Follower usw. zu achten und nahm mehrmals am Tag vergleichende Screenshots auf. Und ja, es fielen mir Dinge auf. Das Dämpfen [von Sichtbarkeit -
AdÜ] bzw. Einschränken und Entfernen von Beiträgen war in vollem Gange, obgleich es zu Beginn noch etwas holprig ablief.
X-Nutzer sollten sich darüber im Klaren sein, dass, wenn sie den Beitrag eines eingeschränkten Nutzers mit "Like" markieren oder ihn weiterleiten, eigentlich nichts geschieht. Ihre "Stimme" für diese Ansicht oder jenen Kommentar verschwindet in einem schwarzen Loch. Einschränkung von Nutzern tangiert nicht nur den betreffenden Nutzer, sondern auch jene, die ihm zustimmen. Was an diesem System "rechtens, jedoch schädlich" ist, ist die Tatsache, dass es den X-Analytikern wichtige Daten vorenthält, welche die wahren Gefühle dieser Individuen widerspiegeln. Und wenn diese Menschen in der Mehrzahl sind, dürfte X ziemlich weit davon entfernt sein, zu verstehen, was tatsächlich vor sich geht und was die Leute wirklich denken.
Aber nur über Dinge nachzudenken, ängstigte mich nicht wirklich; es war nur frustrierend und rief in mir ein Gefühl extremer Ungerechtigkeit hervor.
Und dann kam Grok. Nun, ich spiele gern herum. Ich habe mehr als 30 Jahre damit zugebracht, zu lernen, die richtigen Fragen zu stellen, um dem sogenannten "Kosmischen Retrieval-System", etwa im Rahmen des
Cassiopaeanischen Experiments, die klarsten und am wenigsten voreingenommenen Antworten zu entlocken. Also dachte ich mir, diese Erfahrungen zur Anwendung zu bringen und zu sehen, was es mit Grok auf sich hatte. War es das, als was es angepriesen wurde? Ich führte eine Reihe von Diskussionen mit Grok, die allesamt bei mir stark den Eindruck hinterließen, dass es nicht viel besser als ChatGPT sei; damit hatte ich bereits etwas herumgespielt und empfand es als völlig nutzlos bezüglich irgendetwas Brauchbarem für mich sowie echte Recherche- und Forschungsarbeit. Grok scheint nur den Ideen des Mainstreams zu folgen. Aber ich werde später darauf zurückkommen und Diskussionen präsentieren, die diesen Punkt veranschaulichen. Für den Augenblick möchte ich auf etwas weitaus Beängstigenderes - in der Tat Erschreckendes - zu sprechen kommen.
Kommentar: Man könnte schreiben, dass sie Europa billig verkauft hat. Die Steuerzahler werden es ihr noch danken. Konsequenzen wird es für sie nicht geben.