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Do, 20 Jan 2022
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Wall Street

USA in der Krise - Amerikas Reiche - und der große Rest

99 Hundertstel gegen das eine reiche Prozent: Nur noch ein sehr kleiner Teil der US-Bevölkerung profitiert von Wachstum und wirtschaftlichen Wohltaten. Jetzt wächst die Wut im Land.
Demonstranten Las Vegas
© AFP
Demonstranten protestieren in Las Vegas gegen die Macht der Finanzbranche. Plutonomy nennt ein Analystenteam der Citigroup diese "Wirtschaft der Reichen", in der das bestgestellte Hundertstel jedes Jahr so viel verdient wie die unteren sechzig Prozent der Gesellschaft.

Der Protest sprüht Funken. Was in Süd-Manhattan begann, zündet inzwischen anderswo: In San Francisco, der alten Hochburg von Amerikas Linken, marschieren sie, auch im sonst eher schläfrigen Atlanta blockierten Demonstranten am Wochenende Plätze in der Innenstadt. Bis auf die weite Mall in Washington ist die Occupy Wall Street, also die Besetzt-Wall-Street-Bewegung, inzwischen vorgedrungen.

Es ist keine landesweite, gar flächendeckende Bewegung: Der Anti-Kriegs- und Anti-Gier-Protest flackert nur in Großstädten auf, und selten reihen sich mehr als ein paar hundert Aktivisten ein. Aber immer dabei ist ein Pappschild, auf dem sie reklamieren, in der Mehrheit zu sein: "Wir sind die 99 Prozent!"

99 Hundertstel gegen das eine, das reichste Prozent - das ist die Konfliktlinie. Oder genauer: der Graben. Die rasant wachsende Kluft zwischen Arm und Reich in Amerika, das immer steilere Einkommensgefälle zwischen den wenigen Vielverdienern und Millionen Habenichtsen treibt sie auf die Straße.

Syringe

Verschärfung der Drogenpolitik - Niederlande wollen starkes Cannabis verbieten, Opposition ist dagegen

Haschisch und Marihuana mit mehr als 15 Prozent des berauschenden Wirkstoffs THC dürfen nach Plänen der niederländischen Regierung demnächst nicht mehr verkauft werden. Die Opposition bezeichnet das Vorhaben als "schrecklich dumm und gefährlich".
Cannabis-Plantage
© dpa
Die niederländische Regierung will einen härteren Kurs in der Drogenpolitik fahren: Cannabisprodukte mit einem THC-Anteil von mehr als 15 Prozent sollen verboten werden.

Die Niederlande wollen ihre Drogengenpolitik weiter verschärfen und den größten Teil der bislang noch legalen Cannabisprodukte verbieten. Nach den Plänen der konservativen Regierung sollen Softdrogen wie Haschisch und Marihuana künftig als illegales Rauschgift eingestuft werden, wenn sie mehr als 15 Prozent des Wirkstoffs THC enthalten.

Das Vorhaben, über das die Zeitung de Volkskrant unter Berufung auf Regierungskreise berichtete, war sofort heftig umstritten. Nach Angaben des Trimbos-Instituts für Suchtforschung in Utrecht liegt der THC-Anteil bei etwa 80 Prozent der in den Niederlanden angebotenen Cannabisprodukte bei über 15 Prozent.

Züchter hätten in den letzten Jahren die Konzentrationen des berauschenden Wirkstoffs Tetrahydrocannabinol (THC) in Hanfpflanzen immer weiter erhöht. Im Durchschnitt liege sie heute bei 15 bis 18 Prozent. Zudem sei "starkes Cannabis" weit populärer als früher übliche leichte Sorten, heißt es im Jahresbericht des Instituts von 2010. "Die Käufer fragen nach den am meisten verkauften und nach den stärksten Sorten."

Vader

Demonstrationen in den USA - Von der dunklen Macht der Wall Street

Besetzt die Wall Street, bekämpft den Einfluss der Finanzindustrie - das ist die Losung der Demonstranten in den USA. Nun untermauert eine Studie des IWF die Anliegen der Protestler. Denn diese zeigt, wie die Lobbyisten der amerikanischen Großbanken in Washington wichtige Reformen verhindern.
Wall Street Demonstranten
© AFP
Als Zombies verkleidet demonstrieren seit Wochen junge Amerikaner in der Wall Street gegen den Finanzkapitalismus.

Ob in Boston oder Chicago, in Manhattan oder auf Hawaii, im ganzen Land demonstrieren die Amerikaner gegen die Macht der Wall Street. Es ist nicht allein die Angst vor Arbeitslosigkeit, die die Menschen umtreibt. Es ist die Angst um die amerikanische Demokratie. Wie kann es sein, fragen die Demonstranten, dass das sonst so zerstrittene Land im Zorn über die Banken vereint ist, und die Politiker dennoch nicht den Mut finden, sich den Kreditkonzernen entgegenzustellen? Die Antwort führt auf die K-Street in der Hauptstadt Washington, wo sich die Büros von Lobbyisten aneinander reihen, und auf die Flure des Kongresses.

Bad Guys

Countdown zum Kollaps

Europäische Banken stehen am Abgrund. Die nächsten Tage werden spannend. Wird der weltweite Kollaps des Finanzsystems durch Pleitebanken ausgelöst? - Gerüchte über Euro-Austritt Deutschlands in Berlin und Brüssel.

Die nächsten Tage könnten ungemütlich werden. Ganz offensichtlich sind die Banken am Ende. Es ist ungewöhnlich, dass nun auch offizielle Stellen kein Hehl mehr aus der brenzligen Lage machen. Das muss alarmieren.

Die Schlagzeilen des Mainstream werden in letzter Sekunde noch mal verharmlost, um den Leuten keinen allzu großen Schrecken einzujagen. Doch selbst der IWF nimmt offenbar kein Blatt mehr vor den Mund und spricht ganz offen von einer bevorstehenden Kernschmelze im Bankensystem.

Der Berater des Internationalen Währungsfonds, Robert Shapiro, sagte vor BBC-Journalisten klipp und klar: „Wenn sie (die Politiker) nicht in der Lage sind, die Finanzkrise auf eine glaubwürdige Art anzugehen, dann werden wir, so denke ich, vielleicht innerhalb von zwei bis drei Wochen einen Zusammenbruch bei den Staatsschulden haben, was im gesamten europäischen Bankensystem zu einer Kernschmelze führen wird.Wir sprechen hier nicht nur von einer relativ kleinen belgischen Bank, wir sprechen von den größten Banken der Welt, den größten Banken in Deutschland, den größten Banken in Frankreich. Das wird auf Großbritannien überspringen, es wird überallhin springen, weil das weltweite Finanzsystem so stark miteinander vernetzt ist.“

Eye 1

Zensur: Bankendrama - WELT zensiert schon wieder Titel

Der Zensor bei "WELT-ONLINE" schlägt innerhalb von 24 Stunden schon wieder zu. Aus dem Titel "Countdown zum Kollaps europäischer Banken läuft" wurde "Countdown zur Rettung europäischer Banken läuft". - Die Banken stehen am Abgrund. Die Leute sollen aber nicht beunruhigt werden.

Nachdem "WELT-ONLINE" gestern schon eine Schlagzeile entschärft hatte, gibt es heute schon wieder einen solchen Fall zu beklagen. Und wieder reiben sich Leser von "WELT-ONLINE" die Augen. Bis Samstagabend konnte man selbst auf der Startseite des Blattes noch lesen:

"Countdown zum Kollaps europäischer Banken läuft"

Doch dieser Titel nach wenigen Stunden "verharmlost" und auf den Kopf gestellt bzw. ausgewechselt in:

"Countdown zur Rettung europäischer Banken läuft"

Eines ist jedenfalls klar: "Countdown zur Rettung" hört sich doch viel positiver an als "Countdonw zum Kollaps"! - Doch am Ende ist es auch egal, weil die Rettung nicht mehr möglich ist.

War Whore

Afghanistan: Eine Friedenstruppe, die Chaos brachte

Bis Ende 2014 wollen die USA und ihre Verbündeten die meisten Truppen aus Afghanistan abziehen. Die Menschen in dem Land fürchten, dass die Taliban danach zurückkehren könnten. Ein Besuch in Kabul.
afghanistan, soldat
© dpa
Trüber Ausblick in die Zukunft Afghanistans: Wenn die ausländischen Truppen bald abziehen, könnten sich die Taliban wieder an die Macht kämpfen.

Kabul. „Are you alright, Kabul?“ ruft eine junge Frau mit engen Jeans, T-Shirt und einer Gitarre um den Hals in Richtung Publikum. Aus dem Dunkel kommt ein enthusiastisches „Yeah“. Dann drischt die Frau auf die Saiten der Gitarre ein, begleitet von euphorischem Klatschen.

Für Noorjahan Akbar ist es schwierig geworden, Rockkonzerte wie dieses in einem Kabuler Hinterhof zu besuchen. Seit die junge Afghanin kürzlich mit Bekannten und Freunden eine Organisation für Frauenrechte gegründet hat, nimmt der Druck religiös-konservativer Kreise zu: „Unser Hausbesitzer, ein ehemaliger Kommandeur, beschwert sich, dass wir Besuch von jungen Männern und Frauen bekommen. Er behauptet, wir würden ein Bordell betreiben.“

Pills

Viele Thüringer über 65 bekommen gefährliche Medikamente

Jeder Siebte über 65 Jahren in Thüringen bekommt mindestens ein Medikament, das gefährliche Nebenwirkungen hervorruft. Das zeigt eine aktuelle Studie der Techniker Krankenkasse (TK) unter den Versicherten. Die Auswertung bezieht sich auf das erste Halbjahr 2010 und legt erstmals Daten für Thüringen vor.

Erfurt. Die Medikamente stehen auf der Priscus-Liste. Diese hat 83 Wirkstoffe erfasst, die bei älteren Menschen zu Nebenwirkungen führen und daher gefährlich sein können. Darunter fallen zum Beispiel Mittel gegen Bluthochdruck, Depressionen und Schmerzen.
"Die Liste soll eine Hilfestellung für Ärzte darstellen", erklärt Professorin Petra Thürmann, Direktorin des Philipp-Klee-Institutes für Klinische Pharmakologie. Die 51-Jährige hat den 2010 präsentierten Katalog zusammen mit Kollegen erarbeitet.

Heart - Black

Psychopathie in Aktion: Großspekulanten und Privatanleger spekulieren mit Nahrungsmitteln und verursachen so den Hunger von Millionen

Das katholische Hilfswerk Misereor und Börsenexperte Dirk Müller prangern in einer Studie die hemmungslose Spekulation mit Nahrungsmitteln an. Die Mittel der Banken, die für Knappheit auf den Märkten sorgen sollen, hält der Finanzexperte für "pervers".
Markt
© reuters
Vom Acker auf den Markt, ohne Umweg über die Börse.

Berlin - „Erträge ernten, von Knappheit profitieren!“ Mit solchen Slogans lockt die Finanzbranche Großspekulanten und Privatanleger in Agrarfonds. Jeder kann dabei sein, wenn es darum geht, Kapital aus steigenden Agrarpreisen zu schlagen. „Wie die Heuschrecken auf Saatkörner, so stürzen sich Investoren in die Spekulation mit Nahrungsmitteln“, stellte Börsenexperte Dirk Müller am Freitag bei der Vorstellung einer Studie fest, die er im Auftrag des katholischen Hilfswerks Misereor erstellt hat. Spekulation, so Müllers Fazit, sei „ein Treiber schwankender und stark steigender Preise für Mais und Weizen“ - und damit Ursache des Hungers von Millionen Menschen.

Für Müller gibt es „keinen einzigen volkswirtschaftlichen oder gar humanitären Grund, dass private Investoren sich virtuell Weizensäcke ins Depot legen und damit eine künstliche Nachfrage schaffen“. So sei zum Beispiel im Mai mit 350 Millionen Tonnen Weizen allein am Handelsplatz Chicago mehr als die Hälfte der globalen Weizenproduktion dieses Jahres virtuell bewegt worden, sagte Müller.

Attention

Überwachung: Internetsperren in Frankreich vor erster Anwendung

Frankreich verfolgt Internetsünder mit der sogenannten Three-Strikes-Regelung recht hart und droht bei dreimaligem Verstoß gegen das Urheberrecht mit Internetsperren und Geldstrafen. Das Anfang des Jahres inkraft getretene Gesetz steht nun offenbar direkt vor den ersten verhängten Internetsperren.
simpsons, tafel
© unbekannt

Einem Bericht des britischen Senders BBC zufolge sind 60 französische Internetnutzer bereits zum dritten Mal eines Urheberrechtsverstoßes beschuldigt worden. Anschließend kann die zuständige HADOPI-Behörde - Haute Autorité pour la Diffusion des Œuvres et la Protection des Droits sur Interne - ein Gerichtsverfahren eröffnen um den Nutzern den Internetzugang für bis zu vier Wochen sperren zu lassen. Auch Geldstrafen von bis zu 1500 Euro sind möglich. Zwei Warnungen muss die Behörde allerdings zuvor abwarten, nur Wiederholungstäter sollen mit Internetentzug bestraft werden. Bei diesen stört sich die HADOPI aber auch nicht an den seit Einführung des Gesetzes immer wieder aufgekommenen Vorwürfen der Sippenhaft - immerhin nutzt oft nicht nur ein Teilnehmer einen Internetzugang sondern auch andere Mitglieder der Familie, Freunde oder Gäste.

Heart - Black

Neue Studie der Caritas: Ämter schicken arme Leute direkt zu Tafeln

Münster - Der Staat missbraucht nach einer Studie der Caritas immer häufiger die Tafeln und Kleiderkammern, um sich still und heimlich aus eigenen Angeboten zurückzuziehen. Helfer gerieten zusehend in ein Dilemma, sagte der Sprecher des Caritasverbandes für die Diözese Münster, Harald Westbeld, am Freitag.

Einerseits seien diese Hilfen für den Einzelnen notwendig. Andererseits verwandele sich das als Zusatzversorgung gedachte Angebot zunehmend in eine dauerhafte Grundversorgung.

Immer wieder würden Tafeln und Kleiderkammern vom Staat missbraucht. Die Angebote würden von Ämtern und Jobcentern empfohlen - „als Alternative zu den eigenen nicht ausreichenden Leistungen“, sagte der Sprecher.