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So, 22 Sep 2019
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Frankreich: Ausschreitungen bei Klimaschutz- und Gelbwesten-Demo in Paris mit 152 Festnahmen

Gewalt Klimaschutz-Demo Paris
© Sputnik / Juliana Mattia
Bei Protesten in Paris hat die Polizei mindestens 152 Menschen vorläufig festgenommen. Über 300 Menschen seien zudem kostenpflichtig verwarnt worden, weil sie in verbotenen Bereichen der Stadt protestierten, teilte die Polizei am Samstag mit.

Am Rande einer Demonstration für mehr Klimaschutz mit Tausenden Teilnehmern kam es zu Ausschreitungen. Auf TV-Bildern waren brennende E-Tretroller und Mülltonnen zu sehen, laut Medien gingen auch Schaufensterscheiben zu Bruch. Sicherheitskräfte setzten in der südlichen Innenstadt Tränengas ein.

Die Polizei forderte die friedlichen Demonstranten auf, sich beim "Marsch für das Klima" von gewalttätigen Gruppen zu distanzieren. Die Umweltweltorganisation Greenpeace rief Anhänger zum Verlassen der Demonstration auf. Unter den Gewalttätern, die sich unter die friedlichen Demonstranten gemischt hatten, waren laut Medien auch Vermummte.

Bei einem Protest Hunderter Anhänger der "Gelbwesten"-Bewegung setzte die Polizei in der Nähe der Prachtstraße Champs-Élysées im Westen der Innenstadt ebenfalls Tränengas ein, wie französische Medien berichteten. Auf dem kilometerlangen Boulevard galt ein Demonstrationsverbot. Die Polizei setzte nach früheren Angaben über 7000 Beamte ein.

Anhänger der "Gelbwesten" protestieren seit vergangenem November gegen die Reformpolitik von Präsident Emmanuel Macron und gegen soziale Ungerechtigkeit. Die Bewegung ist zersplittert und nicht zentral organisiert, die Themenpalette mittlerweile sehr breit. Häufig tragen die Demonstranten auch gar nicht mehr einheitlich die gelben Warnwesten, nach denen die Bewegung benannt ist.

ls/mt/dpa

Kommentar: Hier mehr zu den Klimaprotesten, die auf weitaus mehr Ideologie als auf Wahrheit begründet sind: Und hier weitere Infos zu der Gelbwestenbewegung, die nun offenbar das Schicksal zu ereilen scheint, das ihr von westlichen Eliten gewünscht wird:


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USA: Schießerei in South Carolina fordert mindestens zwei Tote und neun Verletzte

Polizeiabsperrung Schießerei South Carolina
Medienberichten zufolge sind am Samstag zwei Menschen nach Schüssen in einer Bar in South Carolina ums Leben gekommen, neun weitere wurden verletzt. Bei den Toten handelt es sich um zwei Männer.

Die Schießerei fand am frühen Samstagmorgen in der Old Skool Sports Bar & Grill in Lancaster, South Carolina statt. Der Schütze blieb auf freiem Fuß.

Berichten zufolge wurden sowohl innerhalb als auch außerhalb der Sportbar im Stadtteil Twin Pines um etwa 2.45 Uhr Ortszeit Schüsse abgefeuert. Die Polizei ist nicht sicher, wie viele Schützen beteiligt waren.

Der Sheriff von Lancaster County Barry Faile sagte, dass die Schießerei "von vielen Menschen gesehen wurde", von denen viele den Tatort verließen, bevor sie mit der Polizei sprachen. Er ruft alle Augenzeugen auf, sich zu melden, "damit die Verantwortlichen für diese Todesfälle und Verletzungen in Gewahrsam genommen werden können".

Vier der bei den Schüssen Verletzten wurden zur Behandlung in medizinische Einrichtungen gebracht. Eine andere Person wurde wegen Verletzungen behandelt, die sie erlitten hatte, als sie versuchte, dem Angriff zu entkommen.

Allein bis August dieses Jahres kam es in den USA nach Angaben der Organisation Gun Violence Archive zu mehr als 250 Angriffen mit Schusswaffen, bei denen jeweils mindestens vier Menschen er- oder angeschossen wurden.

Camera

Während Zwangsräumung: Gasexplosion in Münster

In Nordrhein-Westfalen ist es während einer Polizeimaßnahme zu einer Gasexplosion mit mehreren Verletzten gekommen. In einem Haus in Münster war eine Zwangsräumung geplant. Auch ein Polizist wurde verletzt.
explosion münster
In einem Gebäude in Münster ist es am Mittwochmorgen gegen 9.25 Uhr zu einer Explosion gekommen, durch die ein Haus in Brand geraten ist. Zwei Frauen wurden schwer verletzt, wie ein Feuerwehrsprecher am Vormittag sagte. Am Mittag bestätigte die Polizei, dass auch ein Beamter verletzt wurde. Zudem mussten zwei Pferde eingeschläfert werden.

Zwei Pferde mussten eingeschläfert werden

Laut Münsterscher Zeitung hatten die Frauen die Pferde vor der Explosion ins Haus geholt. Nach Informationen der Zeitung kam es zur Explosion, kurz nachdem der Gerichtsvollzieher und ein Polizist an der Haustür klingelten. Der Polizeibeamte war nach Angaben einer Sprecherin zur Unterstützung der Zwangsräumung im Einsatz und wurde nach ersten Erkenntnissen leicht verletzt. Durch die Explosion sei ein "intensives Feuer" entstanden, das am Mittag weiter bekämpft wurde, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Demnach musste bei dem Einsatz ein Amtstierarzt zwei Pferde einschläfern, die verletzt worden waren.

Target

Feindbild SUV: Wie der Verkehrsunfall in Berlin-Mitte instrumentalisiert wird

Ein tödlicher Autounfall in Berlin führt zu neuen Diskussionen um die Gefährlichkeit von SUVs. Von "Auto-Terror" und "motorisierten Mordwerkzeugen" ist die Rede. Es geht um Trauer, Hilflosigkeit und Wut - und um eine unwürdige Debatte

Gedenken Unfall Berlin SUV

Gedenken an die Opfer und Wut in der Berliner Invalidenstraße / Bastian Brauns
Der spätsommerliche Wind verbreitet einen süßlichen Duft in Berlin-Mitte. Dort, wo die Ackerstraße die Invalidenstraße kreuzt, unweit des Nordbahnhofs. Blumen der Beklemmug liegen hier zwischen flackernden Kerzen und kleinen Teddybären. Briefe, Zettel und Kreidezeichnungen zeugen von der Trauer, die hier seit vergangenem Freitagabend herrscht. Der Fahrer eines Porsche-SUV raste aus noch unbekannter Ursache auf den Gehweg. Ein dreijähriges Kind, eine 64jährige Frau und zwei Männer im Alter von 28 und 29 Jahren kamen deshalb ums Leben. Der Fahrer erlitt Kopfverletzungen. Die ermittelnde Polizei hält eine medizinische Ursache für nicht unwahrscheinlich. Warum bewegt dieser schlimme Unfall so viele in ganz Deutschland?


Kommentar: Vermutlich war ein epileptischer Anfall des Fahrers die Unfallursache.


Das Meer aus Blumen und Kerzen ist inzwischen viele Meter lang. Es wird immer wieder unterbrochen von weißen Papieren, auf denen gedruckt zu lesen ist: "SUV verbieten (freiwillige Vernunft funktioniert hier nicht)", "SUV töten Kinder, Mütter, Väter, das Klima", "SUV Egoisten Ignoranten". Jemand hat ein Schild an einem Pfahl befestigt, die Aufschrift lautet: "Autos sind Terror". Ein Mann schüttelt den Kopf. Er könne das nicht verstehen. Warum jemand solche Aussagen hier aufhängt. Überall würden schließlich Menschen sterben, warum ausgerechnet ein Verkehrsunfall in Berlin-Mitte nun besonders schlimm sein soll.

Kommentar:


Stop

Mailand: Unbekannter greift Soldat mit Schere an und verletzt ihn

Militärfahrzeug Bahnhof Mailand
© Reuters
Ein Militärfahrzeug steht vor dem Mailänder Hauptbahnhof geparkt, wo am Dienstag ein italienischer Soldat von einem Mann mit einer Schere attackiert und verletzt wurde.
Am Dienstag kam es laut Berichten lokaler Medien zu einem Angriff auf einen italienischen Soldaten in Mailand. Demnach hat ein Unbekannter mehrmals mit einer Schere auf den Mann eingestochen. Derzeit wird geprüft, ob die Attacke einer Terrorakt darstellt.

Am Hauptbahnhof im italienischen Mailand wurde heute ein 34 Jahre alter Soldat von einem Unbekannten attackiert. Der Militärangehörige war nach Angaben lokaler Medien im Rahmen einer Straßenpatrouille im Einsatz. Der Angreifer soll plötzlich und ohne ersichtlichen Grund mit einer Schere auf ihn eingestochen haben. Der Mann erlitt Stichwunden in Rücken und Hals. Die Attacke ereignete sich heute Vormittag kurz vor elf Uhr auf der Piazza Duca d'Aosta vor dem Gebäude des Hauptbahnhofs.

Der Angreifer soll laut einem Bericht der italienischen Zeitung La Repubblica ein 23 Jahre alter Jemenit sein. Derzeit wird ermittelt, ob es sich bei der Attacke um einen Terrorakt handeln könnte, weil der Angreifer bei der Festnahme "Allahu Akbar" gerufen haben soll.

Der Soldat wurde in ein nahe gelegenes Krankenhaus eingeliefert. Laut Medienbericht sei er nicht in Lebensgefahr.

Bereits in der Vergangenheit wurden Soldaten und Polizisten vor dem Hauptbahnhof in Mailand angegriffen und verletzt. So wurden im Mai 2017 zwei Soldaten und ein Beamter der Bahnpolizei mit einem Messer angegriffen und verletzt, als sie die Dokumente eines Mannes kontrollieren wollten. Sie kamen mit Schnittverletzungen ins Krankenhaus. Der 20-Jährige, der in Italien geboren wurde und einen tunesischen Vater hat, wurde inzwischen zu mehreren Jahren Haft verurteilt. Auch damals überprüften die Sicherheitsbehörden einen Terrorverdacht.

Clipboard

Voerde: Mann, der Frau vor einfahrenden Zug stieß, soll in geschlossene Psychiatrie

Bahnhofgleise
© Reuters / Kai Pfaffenbach
Symbolbild: Bahnhof Hanau, Deutschland, 10. Dezember 2018.
Jackson B. stieß am Bahnhof in Voerde eine Frau vor einen einfahrenden Zug. Einem psychiatrischen Gutachten zufolge war der Täter zum Zeitpunkt der Tat nicht voll schuldfähig und soll in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen werden. Nachbarn warnten vor dem aggressiven Mann.

In weiteren Untersuchungen soll die Schuldfähigkeit des Serben kosovarischer Herkunft geklärt werden. Der Polizei war Jackson B. durch Delikte wie Diebstahl, Körperverletzung und Freiheitsberaubung bekannt. Eine Anwohnerin beschrieb, wie er seine Nachbarn tyrannisierte:
Der hat stundenlang von seinem Fenster aus die Leute angepöbelt und bedroht.
Polizeieinsätze brachten für die Nachbarn immer nur eine kurze Ruhephase. Die Staatsanwaltschaft aber erkannte die Warnungen der Menschen aus seinem Umfeld nicht an. Es hätte keine Veranlassung gegeben, ihn "als tickende Zeitbombe" anzusehen.

Der Staatsanwalt Alexander Bayer erklärte gegenüber Focus:
Ich habe heute einen entsprechenden Antrag beim Amtsgericht gestellt. Es gibt daher starke Anhaltspunkte dafür, dass der Beschuldigte zur Tatzeit aufgrund seiner psychischen Probleme nicht voll schuldfähig ist.
Die 34 Jahre alte Mutter starb am 20. Juli durch einen einfahrenden Zug in Voerde (Westfalen). Die Polizeisprecherin Jacqueline Grahl sagte über die Tat:
Er (Jackson B.) hat nicht vorher mit ihr (der Frau) gesprochen, geredet. Er soll zu ihr hingegangen sein und sie gestoßen haben.
Eine Beziehung zwischen dem Opfer und dem Täter gab es nicht. Der Täter erinnert sich nach eigenen Angaben nicht an die Tat.

Kommentar: Polizeibekannter Mann stößt Mutter vor einfahrenden Zug


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Bingen: Ein Toter auf Technofestival, weitere Zusammenbrüche - Vermutlich wegen Drogen

Technofestival
© dpa
Bei einem Technofestival ist ein Besucher gestorben (Symbolbild)
Nach einem vermutlich durch Drogenkonsum verursachten Todesfall ist ein Technofestival in Bingen abgebrochen worden. Ein kollabierter 35-Jähriger aus Hessen sei erst noch von Rettungskräften wiederbelebt worden, dann aber im Krankenhaus gestorben, teilte die Polizei mit. Mindestens zwei weitere Besucher des "Palazzo Summer Festivals" seien ebenfalls zusammengebrochen.
Ecstasy-Pillen
© Polizeiinspektion Bingen/dpa
Von der Polizei in Bingen sichergestellte Ecstasy-Pillen.
Auch sie klagten über Übelkeit und kamen in Krankenhäuser. Die Kripo prüft einen Zusammenhang mit Drogen, insbesondere mit Ecstasy-Pillen.

Ermittler hätten noch in derselben Nacht hellgrüne und braune Tabletten im Zusammenhang mit der Veranstaltung sichergestellt. Die Polizei Bingen warnte "eindringlich vor deren Konsum". Das Festival für elektronische Musik habe laut Veranstalter rund 1.500 Besucher gehabt.

Quelle: dpa

HRC Red

Heidelberg: Schlägerei zwischen Familien bei Einschulungsfeier

Polizei symbolfoto, Blaulicht
© dpa/Bernd Settnik
Bei einer Einschulungsfeier in Heidelberg ist es am Freitag zu einer Schlägerei zwischen zwei Familien gekommen. Eine Polizistin wurde dabei verletzt.

Zu dem Großeinsatz der Polizei mit am Ende 18 Streifenwagen kam es bereits am Freitag. Auf dem Vorplatz einer Schule im Stadtteil Emmertsgrund waren zunächst ein 35-jähriger Vater und die von ihm getrennt lebende 26 Jahre alte Mutter in einen Streit geraten. Dabei soll der Mann laut Polizei eine 33-jährige Verwandte der Frau angegriffen haben.

Am Boden gegen den Kopf getreten

Kurz nachdem eine Streifenwagenbesatzung eintraf, kamen weitere Familienangehörige beider Seiten hinzu. Trotz Anwesenheit der Beamten hätten fünf Männer den 35-Jährigen mit Schlägen und Tritten traktiert. Ein 37-Jähriger habe dem bereits am Boden liegenden Mann gegen den Kopf getreten. Als eine Polizistin ihm zur Hilfe kommen wollte, stach er ihr mit einem kleinen Messer in den Oberschenkel.

Er habe offenbar nicht erkennen können, dass die Beamtin ihm helfen wollte, erklärte die Polizei. Die Beamtin musste wegen einer oberflächigen Stichwunde im Krankenhaus behandelt werden.

Hilfe für die Kinder angeboten

Weil der gewalttätige Streit zwischen den Familien weitergegangen sei, habe die Polizei insgesamt 18 Funkwagenbesatzungen zu der Schule geschickt. Die Einsatzkräfte setzten Pfefferspray ein. Drei Männer wurden vorläufig festgenommen.

Der Schule wurde für diese Woche der Einsatz speziell geschulter Beamter zur Betreuung der Kinder angeboten, die die Gewalt auf dem Vorplatz mit ansehen mussten. Die Polizei nahm Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung und tätlicher Angriffe gegen Polizeibeamte auf.

Attention

Von Politik ignoriert: Viele Menschen in Deutschland leben ohne Wohnung

Obdachlose Deutschland
© AP Photo / Thomas Kienzle
Der 11. September ist traditionell der "Tag der Wohnungslosen". Er erinnert daran, dass in Deutschland, Europa und der Welt immer noch sehr viele - für reiche Gesellschaften - zu viele Menschen sich ohne Wohnung durchs Leben schlagen. Was sind das für persönliche Schicksale? Wie wird geholfen? Wie sehen die Zahlen aus? Sputnik auf Spurensuche.

Am Mittwoch ist "Tag der Wohnungslosigkeit". Laut der "BAG Wohnungslosenhilfe" (BAGW) gibt es derzeit etwa eine Million Wohnungslose bundesweit. Darunter fallen circa 275.000 anerkannte Flüchtlinge ohne Wohnung in Deutschland. Vermutlich sind es noch mehr, die Datenlage dazu ist unklar und meist nicht komplett zu erfassen.

Diese Zahl stellte die BAGW gemeinsam mit weiteren sozialen Einrichtungen auf einer Pressekonferenz im November 2018 in Berlin vor. Sputnik war damals vor Ort.

"Es ist ein Skandal", rief Ulrike Kostka, Direktorin des Caritasverbandes für das Erzbistum Berlin, den Medienvertretern zu. Diese Zahl sei eine absolut dramatische Zunahme. Die Bundespolitik habe versagt in ihrem Auftrag, sich um Wohnungslose und obdachlose Menschen in Deutschland zu kümmern, so ihre Kritik.

Forderungen an die Politik

Im damaligen Interview vor Ort konkretisierte die Caritas-Sprecherin ihre Kritik:

"Wir fordern, dass es eine Wohnungspolitik gibt, die wirklich auch bei den Schwächsten ankommt", sagte Kostka damals gegenüber Sputnik. "Dazu gehört, dass es mehr bezahlbaren Wohnraum gibt. Wir fordern vor allem, dass wir auch als Wohlfahrtsverbände am Wohnungs-Gipfel beteiligt werden. Es kann nicht sein, dass man nicht mit denen redet, die sich mit den Themen auskennen. Für mich ist das ein Skandal. Denn wir kümmern uns um wohnungslose Menschen."

Seit 20 Jahren kritisiert die BAGW, dass die Bundesregierung keine einheitlichen Statistiken zu Wohnungslosen in der Bundesrepublik erfasst. Dazu kommentierte die BAGW-Sprecherin Werena Rosenke auf einer Pressekonferenz in Berlin im Juli 2019, bei der Sputnik ebenfalls vor Ort war:
"Im Augenblick passiert etwas", sagte sie. "Wir haben erstmalig die Situation, dass es einen Gesetzesentwurf für eine Wohnungslosen-Statistik gibt. Dass das in den letzten 20 Jahren nicht passiert ist, führen wir schon darauf zurück, dass die jeweiligen Bundesregierungen politisch nicht daran interessiert waren, Zahlen dazu zu erheben."
"Caritas"-Forderung: Zehn Taten gegen Wohnungsnot

"Zum Tag der Wohnungslosen rufen der Deutsche Caritasverband (DCV) und seine Katholische Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (KAGW) dazu auf, sich aktiv gegen Wohnungsnot und Wohnungslosigkeit einzusetzen", meldete die Pressestelle des Deutschen Caritasverbandes am Dienstag.

Die Sozialinstitutionen fordern dabei aktuell "zehn Taten gegen Wohnungsnot". Die Politik habe dazu konkrete Lösungswege zu beschreiten. Unter den Forderungen an die Bundespolitik lassen sich "die Steigerung des öffentlichen, gemeinnützigen und genossenschaftlichen Wohnungsbestands", der "Stopp von Wohnungs-Leerstand" oder auch die Idee finden, "Kirche und ihre Caritas müssen selbst neuen preisgünstigen Wohnraum schaffen oder günstiges Bauland aus kirchlicher Hand zur Verfügung stellen." Nach Caritas-Informationen unterstützen mehr als 400 katholische Einrichtungen und Dienste in ganz Deutschland Obdachlose, Wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen.

Rechtlicher Hintergrund

Nicht zuletzt ist es das Gesetz, welches alle Städte und Kommunen sowie die Politik in Deutschland dazu verpflichtet, gegen das Elend auf der Straße etwas zu tun.

Nach geltendem Ordnungsrecht müsse jede Kommune, also jede Stadt und jeder Ort in Deutschland, Wohnungslose "menschenwürdig unterbringen". Das sei leider nicht immer der Fall. "Was seit drei Jahren ein Problem ist, ist die Unterbringung von wohnungslosen Menschen, die aus dem Bereich der Europäischen Union kommen", sagte Dr. Thomas Specht, Fachreferent für Sozialhilfe- und Armutspolitik, Wohnungslosigkeit und Sozialrecht bei der BAGW, in einem Sputnik-Interview im Januar 2018.
"Hier sind manche Kommunen der Meinung, sie hätten da keine Rechtsverpflichtung, die unterzubringen. Das trifft aber nicht zu. Das ist rechtswidrig. Deshalb haben wir auch auf der Straße überproportional viele EU-Bürger, eben weil die Kommunen nicht bereit sind, das Problem angemessen zu lösen."
Problematisch sei, dass viele EU-Bürger keine Unterbringung durch die Kommunen erhalten - trotz eindeutiger Rechtslage.

Winter kommt: Kältetote drohen

Der Sommer neigt sich dem Ende, dann kommen die kalten Jahreszeiten. Menschen sind der Kälte im Winter besonders schutzlos ausgeliefert und damit auch besonders gefährdet. Daher fordert die BAGW seit Jahren:
"Der Kältetod von wohnungslosen Menschen muss verhindert werden!", so die Bundesarbeitsgemeinschaft für Wohnungslosenhilfe in einer früheren Presseerklärung.
Die BAGW gibt wie "Caritas" und "Diakonie" sowie viele andere Sozialeinrichtungen jährlich Tipps für Wohnungs- und Obdachlose heraus.

Hinweise für Wohnungslose im Winter

"Man sollte auf jeden Fall eine Unterkunft aufsuchen", erklärte BAGW-Vertreter Specht in einem früheren Sputnik-Interview. "Wenn man nicht weiß, wo die sind, kann man das im Internet nachschauen. Man kann auch einfach bei der Diakonie, bei der Caritas oder bei der Arbeiterwohlfahrt anrufen. Wenn man in eine solche Unterkunft nicht reinmöchte, dann sollte man auf jeden Fall versuchen, in eine Kleiderkammer zu gehen, um dort was zu finden." Das Risiko des Erfrierens sei in kalten Winternächten "sehr groß."

Neues Angebot: Portal für Wohnungslose

Früher sei es für Wohnungslose nicht immer leicht gewesen, Anlauf- und Beratungsstellen in der Nähe ausfindig zu machen. "Es gab keine zentrale Anlaufstelle für die Hilfsstellen", erklärten Vertreter der BAGW auf einer Pressekonferenz zur Vorstellung eines neuen Online-Portals im März 2018 in Berlin.

Dieses ist seit Ende Dezember 2017 im Internet erreichbar unter www.woundwie.de. "In dem Portal haben wir etwa 1200 Adressen von Diensten mit Angeboten im Wohnungsnotfall verzeichnet, die auch ständig erweitert werden", sagte Rosenke nach der Pressekonferenz im Sputnik-Gespräch.

Wohnungslosen-Hilfe: Erfolge in Berlin und Hessen

In Berlin-Moabit existiert seit vielen Jahren die Einrichtung "Warmer Otto", eine Institution und Anlaufstelle für obdach- und wohnungslose Menschen oder für solche, die von Wohnungsverlust bedroht sind.
"Die Möglichkeiten zur Hilfe, die wir haben, sind sehr unterschiedlich", erklärte Karsten Krull, Leiter der Wohnungslosentagesstätte, im November 2018 gegenüber Sputnik vor Ort bei einer Pressekonferenz. Wie vielen Menschen er dort bisher schon geholfen habe, könne er kaum beziffern. "Aber es gibt schon Einige, denen wir helfen konnten", sagte er.
Erst am Dienstag meldete die Lokalpresse in Hessen, dass es "seit über 20 Jahren das Caritashaus des Caritasverbands Wetzlar/Lahn-Dill-Eder gibt." Es sei "Anlaufstelle für wohnungslose Männer und Frauen aus dem Lahn-Dill-Kreis und für solche, die kurz davorstehen, ihre Wohnung zu verlieren."

Die Menschen, "die wir begleiten, haben meist mit existenziellen Problemen zu kämpfen", berichtete in dem Zeitungsbericht Sieghard Mackel, Leiter des Caritas-Hauses. "Dazu gehören Überschuldung, Sucht und psychische Erkrankungen, Straffälligkeit und Verlust der Familie und eines sozialen Umfeldes". Aus eigener Kraft könnten nur wenige diese Schwierigkeiten überwinden.

Auf dem freien Wohnungsmarkt haben seine Klienten wenige Chancen, weiß "Caritas"-Sprecher Mackel. Daher sei es umso notwendiger, dass soziale Einrichtungen wohnungslosen Menschen unter die Arme greifen und ihnen dabei helfen, wieder den Fuß in eine eigene Wohnung zu bekommen.

Das Radio-Interview mit Dr. Thomas Specht ("BAGW") zum Nachhören:


Radio-Feature mit Prof. Dr. Ulrike Kostka ("Caritas") und Karsten Krull ("Warmer Otto"):


Das Radio-Interview mit Werena Rosenke ("BAGW"):


Kommentar:


HRC Blue

Berlin: Autounfall mit 4 Toten - Auswertung von Dashcam-Aufzeichnungen durch Polizei

Immer noch herrscht Entsetzen nach dem schrecklichen Unfall in Berlin. Nun sollen Bilder einer Autokamera den tödlichen Crash zeigen. Die Polizei äußert sich zum Gesundheitszustand des Fahrers.

Blaulicht, Polizei symbolbild
© Patrick Pleul/ dpa
Auch zwei Tage nach dem tragischen Unfall in Berlin-Mitte ermittelt die Polizei weiter, wie es zu dem Crash mit vier Toten kommen konnte. Dabei soll sie laut Medienberichten auch Aufnahmen von einer sogenannten Dashcam auswerten, die den Unfall gefilmt hat. Am Freitagabend war ein Geländewagen in der Invalidenstraße erst gegen eine Ampel geknallt und dann in eine Gruppe Menschen geschleudert worden. Zwei Männer im Alter von 28 und 29 Jahren, eine 64-jährige Frau und ein drei Jahre alter Junge starben am Unfallort. Der 42-jährige Fahrer und die zwei Insassen (67 und 6 Jahre alt) des SUV wurden verletzt.

Augenzeugen berichteten, dass der Unfall-Fahrer auf die Gegenfahrbahn gesteuert sein soll. Unklar ist bislang, ob es sich bei dem tödlichen Crash um das tragische Ende eines missglückten Überholmanövers handelte oder ob der Fahrer gesundheitliche Probleme hatte. Die Polizei will zum genauen Unfallhergang bislang keine Angaben machen. Sie teilt lediglich mit: "Erste Hinweise, wonach ein medizinischer Notfall des Fahrers ursächlich gewesen sein könnte, fließen ebenso wie sämtliche anderen Aussagen, Informationen und Beweise in das Ermittlungsverfahren mit ein."

Ein Dashcam-Video, das dem Nachrichtensender n-tv vorliegt, soll die Unfallszene zeigen. Bislang bestätigte die Polizei die Aufnahmen nicht. Sie sollen aus einem Taxi aufgenommen worden sein. Zu sehen ist, wie mehrere Autos an der roten Ampel der Unfallkreuzung stehen. Eine Gruppe Menschen überquert die Straße, darunter eine Frau mit roter Jacke, sie hat ein kleines Kind an der Hand. Plötzlich rauscht der Porsche-Geländewagen auf der Gegenspur an den wartenden Autos vorbei. Er fährt frontal Richtung Ampel. Die Bremslichter leuchten anscheinend rot. Ein Lenkmanöver ist nicht zu sehen. Bremsspuren waren vor Ort aber keine zu sehen.

Kommentar:

Update 14:43: Laut RT Deutsch waren gesundheitliche Probleme des Fahrers wohl die Unfallursache:
Der Unfall in Berlin, bei dem vier Passanten zu Tode gekommen waren, soll möglicherweise durch gesundheitliche Probleme des SUV-Fahrers verursacht worden sein. Dieser soll einen epileptischen Anfall gehabt haben, wie mehrere Medien berichten.

Obwohl der Fahrer kurz vor dem Unfall Medikamente zu sich genommen haben soll, habe er während der Fahrt einen epileptischen Anfall erlitten, was den Unfall verursacht habe. Das berichteten die Berliner Morgenpost und der Tagesspiegel unter Berufung auf anonyme Quellen in der Polizei.

Ob der 42-jährige Mann möglicherweise am Steuer einen Zusammenbruch oder einen Anfall erlitten haben könnte, will die Polizei mit Hilfe der Krankenakte des Fahrers klären. Dazu muss die Staatsanwaltschaft die Beschlagnahmung der Akte in die Wege leiten. Ob das am Montag bereits geschehen war, stand noch nicht fest. Auch die Ergebnisse der Untersuchung einer Blutprobe stehen noch aus.

(rt deutsch/dpa)