Über ein Verbot der Burka wird zurzeit leidenschaftlich diskutiert: Die Vollverschleierung gilt als Symbol der Unterdrückung. Doch der Islamwissenschaftler und Journalist Fabian Köhler bezweifelt, dass es in der aktuellen Debatte wirklich um die Befreiung von Frauen geht: Die selbsternannten Frauenbefreier würden ihre wahren Motive verschleiern.

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Man könnte den Namen dieses blauen afghanisches Stoffes mit "Gesichtsschleier" übersetzten. Aber das würde der Symbolträchtigkeit des Begriffs schlicht nicht gerecht werden: "Burka". Ein Wort mit der diskursiven Sprengkraft eines afghanischen Selbstmordattentats. Burka, das ist Frauenunterdrückung und Ehrenmord. Der Taliban unter der Damenoberbekleidung.
Der Bruchlinienkonflikt, den Samuel Huntington einst in seinem "Kampf der Kulturen" zwischen aufgeklärtem Westen und islamischer Rückständigkeit beschwor, er verläuft direkt durch den vom Ehemann bestückten Wäscheschrank von Millionen unterdrückter und entmündigter Musliminnen.
Diesen Eindruck bekommt man zumindest, wenn man die Debatte um ein Verbot der islamischen Vollverschleierung beobachtet. "Ich will in diesem Land keiner Burka begegnen müssen. In diesem Sinne bin ich burkaphob", sagte Jens Spahn kürzlich in einem Interview mit der Zeitung
Die Welt. Damit reihte sich der CDU-Bundestagsabgeordnete ein in eine immer länger werdende Liste von Burka-Gegnern,
die vorgeben, mit einem Verbot des Schleiers muslimischen Frauen zur Befreiung verhelfen zu wollen.
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