Das Kind der GesellschaftS


Question

Zehntausende Menschen verschwunden

Menschenrechtsorganisationen beklagen Verschleppung und Morde. UNO-Vertreter weist auf Verpflichtungen der Regierung hin.

Fortaleza, Brasilien. Im Rahmen einer internationalen Aktionswoche gegen das gewaltsame Verschwindenlassen von Menschen in Kolumbien haben Menschenrechtsorganisationen und Angehörige von Opfern über das schwerwiegende Problem debattiert. Die Zahl der vermissten Personen in Kolumbien übersteige bereits jene aus den Diktaturzeiten in Chile und Argentinien. Allein in den letzten drei Jahren seien in Kolumbien mehr als 38.200 Menschen spurlos verschwunden, hieß es auf den Treffen.

Die Aktivisten waren sich einig, dass das gewaltsame Verschwindenlassen von Menschen als Staatsverbrechen anzusehen ist. Schließlich sei es untrennbar von Bedrohung, Verfolgung und außergerichtlichen Hinrichtungen. Zivilgesellschaftliche Organisationen beklagen zudem die staatlich gewährte Straflosigkeit für Täter.

Wall Street

Sexuelle Gewalt gegen Gefangene in einer Diktatur

Fast drei Jahr­zehnte nach dem Ende der argen­ti­ni­schen Mili­tär­dik­tatur beginnt all­mäh­lich die Auf­ar­bei­tung der Ver­bre­chen, die bei den Men­schen­rechts­pro­zessen der letzten Jahre weit­ge­hend ins Hin­ter­treffen geraten sind: die sexu­elle Gewalt gegen poli­ti­sche Häft­linge. »Es ist nicht so, dass über solche Straf­taten nicht geredet wurde. Sie wurden ein­fach nicht gehört«, sagte die Sozio­login Lorena Balar­dini vom Zen­trum für recht­liche und soziale Stu­dien (CELS), einer bekannten argen­ti­ni­schen Menschenrechtsorganisation.

Balar­dini ist Ko-​Autorin der Studie ‘Geschlechts­be­zo­gene Gewalt und sexu­elle Überg­riffe in den geheimen Haft­zen­tren’, an der auch die Anwältin Ana Oberlin und die Psych­ia­terin Laura Sob­redo mit­ge­wirkt haben, um die Ver­bre­chen ans Licht und die Täter vor Gericht zu bringen.

Die drei Exper­tinnen ver­an­stalten Semi­nare mit pro­mi­nenten Refe­renten, um Juristen des süd­ame­ri­ka­ni­schen Landes für das Thema zu sen­si­bi­li­sieren. So konnten der ehe­ma­lige spa­ni­sche Richter Bal­tasar Garzón, der den chi­le­ni­schen Ex-​Diktator Augusto Pino­chet (1973−1990) in London fest­setzen ließ, und Mit­glieder inter­na­tio­naler Straf­ge­richte als Redner gewonnen werden.

Eye 1

„Unvorstellbare Grausamkeiten“: US-Justiz untersucht Todesfälle durch CIA-Folter

Das US-Justizministerium untersucht die Rolle des Geheimdienstes CIA beim Tod von zwei Gefangenen, die unter dem Verdacht standen, einer terroristischen Vereinigung anzugehören. Die Untersuchungen seien vom Staatsanwalt John Durham empfohlen worden, der die sogenannten harten Verhörmethoden der CIA, sprich: Folter, unter dem ehemaligen Präsidenten George W. Bush begutachtete. Dazu gehört auch das berüchtigte, als Waterboarding bekannte simulierte Ertränken von Gefangenen.

Arrow Down

Sexueller Missbrauch - die Klägerin wird per Ferndiagnose als emotional instabil eingestuft

Wien/Red. Im jüngsten Fall von angeblichem sexuellem Missbrauch durch einen katholischen Geistlichen werden nun Zweifel an einem Gutachten laut, das dem mutmaßlichen Opfer eine psychische Erkrankung diagnostiziert hat. Die Frau hat eine Beschwerde bei der Ärztekammer eingebracht, weil der Gutachter ihr eine „emotional instabile Persönlichkeit“ nur anhand von mehr als 1000 SMS und Emails diagnostizierte, ohne sie persönlich untersucht zu haben.

Patientenanwalt Gerald Bachinger sagte in einem Ö1-Interview am Freitag, dass ein Gutachten, das nur auf schriftlichen Unterlagen basiere, „sehr problematisch“ sei. Auch Christian Haring, Leiter der Österreichischen Gesellschaft für Psychiatrie, bezeichnet eine persönliche Untersuchung als „bedeutsam und wichtig“.

Light Sabers

Professor stolpert über G-Punkt

schülerin,lehrer
© unbekanntMaturantin Aida V. (links): „Das gehörte zum Lernstoff“ - Josef Pasteiner (rechts) soll jetzt das Gymnasium verlassen
Der Lehrer fragte eine Muslimin, wo besagter Punkt liegt. An dem Gymnasium will man den 62-Jährigen jetzt loswerden.

Eine Maturafrage über den G-Punkt könnte einem Psychologie- und Geschichte-Professor aus Wiener Neustadt die vorzeitige Pension bescheren. Er stellte im Zuge der mündlichen Reifeprüfung einer aus Bosnien stammenden Schülerin die Frage, ob sie denn sagen könne, wo besagter Punkt liegt. An der Schule wertet man die Sache als Affront. Die Direktorin des BG Babenbergerring verlangte am Mittwoch von dem 62-jährigen Professor seinen sofortigen Pensionsantritt.

Josef Pasteiner ist Freiheitlicher und Vorsitzender seiner Partei im Kollegium des Landesschulrates. Dass er die Frage über den G-Punkt ausgerechnet einer muslimischen Schülerin stellte, werten erboste Kollegen als bewusste Provokation. "Alles Blödsinn. Man versucht mich loszuwerden", sagt Pasteiner. Er spricht von einer Intrige. "Das Thema wurde im Zuge der Sexualpsychologie durchgenommen. Es war Maturathema."

Beer

Kurierdienste aus Mutterliebe 80-Jährige schmuggelte Drogen für ihren Sohn

Über Jahre hinweg hat eine 80-Jährige Heroin und Kokain für ihren Sohn nach Österreich geschmuggelt. In Innsbruck wurde die Frau nun zu zwei Jahren Haft verurteilt.

„Mutti hat keinen Profit gemacht, sie hat es aus Liebe zu mir getan“, sagte der 46-jährige Sohn bei seinem Geständnis unter Tränen. Aus gesundheitlichen Gründen habe er die Reisen nicht selbst unternehmen können. Seit 2008 hatte er seine Mutter bis zu zehn mal in die Niederlande geschickt, um Kokain und Heroin für ihn zu besorgen. Für den Weiterverkauf der Drogen wurde der Mann nun zu acht Jahren Haft verurteilt.

Seine Mutter hingegen muss nur für zwei Jahre ins Gefängnis. Sie hatte auf ihren Reisen mindestens 1,5 Kilogramm Heroin und ein halbes Kilogramm Kokain nach Tirol geschmuggelt. Im Februar wurde die Frau mit Drogen im Wert von 8 000 Euro an der österreichischen Grenze verhaftet. Diese hatte sie an ihrem Körper befestigt.

Handcuffs

Kfz-Meister gibt sich als Arzt und Heilpraktiker aus, wird festgenommen, als er gerade Patientin behandelt

Fladungen/Ostheim Einen bundesweit gesuchten Straftäter haben am Dienstag Kripobeamte aus Gießen und Beamte der Polizei Mellrichstadt in der Rhön festgenommen.
Arzt
© dpa
Wie die Polizei erst am Freitag mitteilte, hatte sich der Mann als Arzt ausgegeben. Der Festgenommene gab sich als Internist und Heilpraktiker aus, führte gelegentlich den akademischen Grad „Dr.“ und praktizierte im Raum Mellrichstadt, ohne eine entsprechende Ausbildung absolviert zu haben.

Die Festnahme des Mannes in seiner Praxis in Ostheim erfolgte zu einem Zeitpunkt, als er gerade eine Patientin behandelte.

Attention

Epdidemie bricht unter Amazonas-Nomaden aus

Berlin /London, 23.06.2011: Eines der letzten Nomadenvölker im Amazonasgebiet muss mit dem Ausbruch einer Atemwegsinfektion kämpfen. Grippe und Malaria haben das Volk in den letzten Jahren bereits stark dezimiert.

Schätzungsweise 35 Nukak-Maku, darunter neun Kinder, sind ins San José del Guaviare Krankenhaus im südlichen Amazonasgebiet in Kolumbien eingeliefert worden. Gesundheitsberater Héctor Muñoz berichtete gegenüber kolumbianischen Medien, dass das Krankenhaus überfüllt ist und einige Nukak auf provisorischen Betten Platz finden müssen.

Viele Mitglieder des Volkes leben in einem Flüchtlingslager am Rande der Stadt San José. Guerillas und Drogenbarone haben sie aus ihrer Heimat im Regenwald vertrieben. Seit die ersten Mitglieder der Nukak 1988 aus dem Wald kamen, ist mehr als die Hälfte des Volkes verstorben.Im Gegensatz zu vielen anderen Völkern im Amazonas leben die Nukak-Maku als nomadische Jäger-und-Sammler in kleinen temporären Häusern tief im Wald in der Nähe großer Flüsse.

Bomb

Mannheim: Fliegerbombe auf John-Deere-Gelände entschärft

Mannheim. Die auf dem Werksgelände von John Deere entdeckte englische 250-Pfund-Sprengbombe aus dem zweiten Weltkrieg ist am Morgen erfolgreich entschärft worden. Der Kampfmittel-Beseitigungsdienst entfernte den Zünder und transportierte den Sprengsatz ab. Der Bereich um die Fundstelle wurde durch Einsatzkräfte der Polizei weiträumig evakuiert. Da nur wenige Menschen betroffen waren, verlief die Evakuierung erwartungsgemäß planmäßig und ruhig. Für die Entschärfung der Bombe musste der Verkehr auf der John-Deere-Straße für etwa eine halbe Stunde gesperrt werden. Der Bahnverkehr sowie der Verkehr im benachbarten Fahrlachtunnel flossen ungehindert weiter.

Bomb

Bombe in Heimfeld entschärft

Erst Wilhelmsburg, jetzt Heimfeld: Erneut wurde ein Blindgänger entdeckt. Doch die Sprengbombe konnte erfolgreich entschärft werden und der Verkehr auf der A7 rollt wieder.

Hamburg. Vor einigen Tagen wurde auf einem Grundschulgelände in Wilhelmsburg ein Blindgänger entschärft, heute folge der Bombenfund in einem Neubaugebiet in Heimfeld. Es addiert sich derzeit.

In einem Umkreis von 300 Metern mussten 1.000 Menschen ihre Häuser verlassen. Zudem war während der Bombenentschärfung die A7 zwischen Hamburg-Marmstorf und Heimfeld in beiden Richtungen für eineinhalb Stunden gesperrt. Mittlerweile rollt der Verkehr wieder.