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So, 05 Dez 2021
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Heart - Black

Erste Studie über Gewalt im Wittekindshof - Schwere Misshandlung von geistig behinderten Menschen

Bad Oeynhausen (epd). In der diakonischen Stif-tung Wittekindshof in Bad Oeynhausen hat es nach einer eigenen Studie mehrere schwere Misshandlungen von geistig behinderten Menschen gegeben. Von den 30er bis in die 60er Jahre seien neun Fälle von schwerer körperlicher oder sexualisierter Gewalt gegen Bewohner belegt, erläuterte der Bielefelder Historiker Hans-Walter Schmuhl am 27. Juni bei der Vorstellung der vom Wittekindshof in Auftrag gegebenen Studie. Die Stiftung bat die Opfer um Vergebung und kündigte Hilfen an.

Die schweren Fälle reichen demnach von Schlägen mit Riemen und Stöcken über sexuelle Nötigung bis zu einer brutalen Vergewaltigung. Zudem seien "maßvolle" körperliche Züchtigungen vorgekommen, die von den Hausleitungen bis zu einem bestimmten Punkt geduldet worden seien, führte Schmuhl aus. Zum Alltag hätten eine strenge und oft entwürdigende Behandlung, demütigende Rituale und eine "kaum kontrollierte Verabreichung von Psychopharmaka" gehört. Auch Elektroschocks seien trotz Verbots der Anstaltsleitung eingesetzt worden.

Pistol

Internetkriminalität in Deutschland steigt rasant an

Das Internet als Tatort: Nach einer Umfrage des Bitkom und laut des BKA-Lageberichts "Cybercrime 2010" nutzen immer mehr Kriminelle das Web, um Daten zu erplündern. Einen Anstieg verzeichnet die Bundesbehörde sowohl bei der Ausspähung von Daten als auch bei der Verbreitung von Viren und Trojanern.

Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) registrierte im vergangenen Jahr insgesamt knapp 250.000 Fälle, in denen das Internet als Grundlage für Straftaten diente. Das entspreche einer Zunahme von 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie der BKA-Präsident Jörg Zielcke mitteilte. In Berlin präsentierten die Behörde ihren neuen Lagebericht zur Cyberkriminalität und der Branchenverband Bitkom eine neue Umfrage zum Thema.

Question

Wende im Verfahren gegen ehemaligen IWF-Chef - Strauss-Kahn ist auf freiem Fuß

Die Anklage gegen Dominique Strauss-Kahn wackelt: Die Staatsanwälte haben Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Zimmermädchens, das den Ex-IWF-Chef der versuchten Vergewaltigung bezichtigt. Bei einer neuen Anhörung in New York hat ihn ein Richter unter Auflagen aus dem Hausarrest entlassen.

Im Verfahren gegen den früheren Chef des Internationalen Währungsfonds, Dominique Strauss-Kahn, gibt es eine überraschende Wende: Die Anklage wegen versuchter Vergewaltigung könnte platzen, weil die Ermittler erhebliche Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Belastungszeugin haben. Nach einer gerichtlichen Anhörung am Freitagabend in New York wurde Strauss-Kahn aus dem Hausarrest entlassen.

Ein für Mitte Juli geplanter Termin vor dem State Supreme Court in Manhattan war nach Bekanntwerden der Zweifel der Staatsanwaltschaft auf diesen Freitag vorgezogen worden. Dabei entschied das Gericht, den Franzosen mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft auf freien Fuß zu setzen. Der 62-Jährige darf seine Fußfessel ablegen und sich in den USA frei bewegen. Seine Reisepapiere wurden jedoch einbehalten. Auch die Kaution wurde aufgehoben. Bislang war der Volkswirt in einem Stadthaus rund um die Uhr bewacht worden. Die Ermittlungen gegen ihn laufen jedoch weiter.

Heart - Black

Chicago: Frau geht mit Babyleiche shoppen

Weil er nicht aufhören wollte zu weinen, soll eine Mutter aus Chicago ihren drei Monate alten Sohn erstickt haben. Am nächsten Morgen machte sie mit der Leiche im Tragegurt eine Einkaufstour.

In den USA ist eine Frau wegen Mordverdachts festgenommen worden, die mit der Leiche ihres getöteten Babys in einem Tragegurt einkaufen gewesen sein soll. Die 20-Jährige aus Chicago wird verdächtigt, vor wenigen Tagen in betrunkenem Zustand ihren gerade einmal drei Monate alten Sohn geschlagen und erstickt zu haben, weil er nicht aufhören wollte zu weinen. Das berichtete die Chicago Sun Times unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft.

Der Junge sei acht bis 14 Stunden lang tot gewesen, als sich die Beschuldigte mit der Leiche am nächsten Morgen zu einer Einkaufstour aufgemacht und dann einen Freund besucht habe. Dieser entdeckte demnach Blutspuren auf der Babydecke - und rief die Polizei.

Pills

Psychopharmaka an der Uni: Immer mehr Studenten greifen zu den Pillen

An Deutschlands Universitäten liegen die Nerven blank. Immer mehr Studenten schlucken Psychopharmaka, immer öfter werden ihnen psychische Störungen attestiert. Fast jede dritte Hochschülerin hat laut Techniker Krankenkasse (TK) im vergangenen Jahr mindestens einmal diese Diagnose erhalten, bei den jungen Männern war es jeder achte. Von 400 Studierenden schaffen 16 ihre Vorlesungen nur noch mit Antidepressiva. Die Elite von morgen - ein Häuflein von angst- und verhaltensgestörten Psychowracks?

Es sind vor allem die Steigerungsraten, die Kassenchef Norbert Klusen beunruhigen. In nur vier Jahren stieg das Volumen der verordneten Nervenarznei bei den TK-versicherten Studenten um 54 Prozent - auf im Schnitt 13,5 Tagesdosen pro Person und Jahr.

Nuke

Physiker über Atomanlagen in USA: "Das große Feuer ist ein Risiko"

Naturgewalten wie Feuer und Fluten machen derzeit einigen Atomanlagen in den USA zu schaffen. Der atomkritische Physiker Edwin Lyman über die möglichen Folgen der Probleme.
Brände Los Alamos
© dapd
Brände und Löschversuche nahe der Atomanlage in Los Alamos.
taz: Wie gefährlich sind die Wald- und Buschbrände in New Mexico für das Atomlabor in Los Alamos?

Edwin Lyman: Das Labor arbeitet seit 1944 mit radioaktivem Material, inklusive Plutonium. Das Material wird sowohl verkapselt als auch offen gelagert. Insofern könnte ein großes Feuer ein Risiko darstellen.

Im Jahr 2000 hat der Wald am Rand der Anlage schon einmal gebrannt. Welche Konsequenzen hatte das?

Jener Brand war zwar sehr viel kleiner als der jetzige, aber er ist beinahe in die Anlage hereingekommen. Anschließend hat Los Alamos verschiedene Vorsichtsmaßnahmen ergriffen. Das Material wird heute verstärkt in unterirdischen Strukturen aufbewahrt, die als Flammenhemmer wirken sollen. Aber es kann Feuer geben, die so heiß werden, dass sie einige dieser Materialien gefährden. Hinzu kommt das offene radioaktive Material. Jahrzehntelang ist in Los Alamos radioaktiver Müll in die Canyons gekippt worden. Hinzu kommt der sogenannte transuranische Müll.
Edwin Lyman
© privat
EDWIN LYMAN, 47, ist Physiker und gehört der atomkritischen Vereinigung "Union of Concerned Scientists" in Washington an. Er forschte unter anderem an der Princeton University.

Eye 1

Chinesische Behörden gehen gegen Menschenrechtsanwälte vor

Die chinesischen Behörden gehen nach Angaben von Amnesty International seit einiger Zeit verstärkt gegen Menschenrechtsanwälte vor. Damit wolle Peking Protesten wie in den arabischen Ländern vorbeugen, stellt Amnesty in einem in Hongkong vorgestellten Bericht fest. Darin wird die "systematische Einschüchterung der Anwälte durch die chinesische Regierung" an 39 Fallbeispielen gezeigt.

Maja Liebing, die Asien-Expertin der deutschen Amnesty-Sektion, erklärte, wenn Anwälte sich weiter für Regierungskritiker einsetzten, würden sie als Dissidenten angesehen und müssten "jederzeit mit staatlicher Gewalt rechnen". Dazu gehörten "willkürliche Festnahmen, 'Verschwindenlassen' oder Folter".

Eye 1

Regierung will Vereinbarung gegen Folter nicht unterzeichnen

gefängnis
© unbekannt
Menschenrechte im geschlossenen Knast
Menschenrechte im geschlossenen Knast(Fortaleza, 27. Juni 2011, adital).- Das kolumbianische Netzwerk im Kampf gegen Folter (La Coalición Colombiana contra la Tortura) hat in einer Erklärung seine Besorgnis darüber geäußert, dass die kolumbianische Regierung ein freiwilliges Protokoll der Vereinbarung zur Ächtung der Folter nicht unterzeichnen will. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Adital unter Berufung auf das Anwaltskollektiv José Alvear Restrepo.

Mit der Unterschrift Kolumbiens unter dieses Protokoll hätte sich das Land verpflichtet, nationalen und internationalen unabhängigen Stellen regelmäßige Besuche in den Gefängnissen des Landes zu gewähren. Diese Maßnahmen sollen zur Verhinderung von Folter und anderen brutalen, erniedrigenden und unmenschlicher Behandlung von Inhaftierten beitragen.

Nuke

Nuklearindustrie will Schadenersatz aus Steuergeldern

Atomkraftwerk
© DPA
AKW Biblis: Fukushima hinterließ Spuren in den juristischen Gutachten
Die zwei größten AKW-Besitzer klagen vor dem Verfassungsgericht gegen den Atomausstieg. Sie fordern Schadensersatz. Doch es geht nicht nur ums Geld. Die Fukushima-Katastrophe hat die Maßstäbe für die Einschätzung des Restrisikos bei der Kernenergie verschoben - und so die Lebenslüge der Atomindustrie zerstört.

Das folgenreichste Erdbeben der Weltgeschichte ereignete sich am 1. November 1755 morgens kurz vor zehn. Die Erdstöße zerstörten die blühende Stadt Lissabon gerade, als die frommsten der Bewohner in der Kirche waren, der anschließende Tsunami, der Portugals Küste heimsuchte, forderte Zehntausende Todesopfer und riss ganze Stadtteile und Dörfer mit sich. Die Frage der Überlebenden, wie Gott so großes Unglück ausgerechnet am Allerheiligentag zulassen konnte, war das Öl in den Flammen der Aufklärung, die bald in ganz Europa züngelten und schließlich, nur 34 Jahre später, mit der Französischen Revolution die Zeitenwende zu Demokratie und Menschenrechten brachten.

Das Erdbeben, das am 11. März 2011 vor Japan einen Tsunami und damit eine Kernschmelze in den Atomanlagen in Fukushima auslöste, hat nicht minder schwere Verheerungen in der blühenden Hightech-Hochkultur Japans ausgelöst. Und schon in den nächsten Monaten könnte ausgerechnet im fernen Deutschland für die Geschichtsbücher aktenkundig werden, dass die weltweiten politischen Folgen dieser Katastrophe denen von 1755 kaum nachstehen.

Beaker

Deutschland: Erbgutveränderndes Chrom 6 sickert ins Grundwasser

Gift
© Reinhard Klawitter
Verseuchter Boden: Auf dem Gelände der alten Galvanik in der Puschkinstraße wurde unter anderem das hoch giftige Chrom 6 gefunden.

Umweltprobleme in der Schelfstadt: Der Boden an der alten Galvanik zwischen Puschkin- und Münzstraße ist teilweise stark verseucht. "Wir haben dort Chrom 6 gefunden", sagt Baudezernent Dr. Wolfram Friedersdorff.

SCHELFSTADT - Umweltprobleme in der Schelfstadt: Der Boden an der alten Galvanik zwischen Puschkin- und Münzstraße ist teilweise stark verseucht. "Wir haben dort Chrom 6 gefunden", sagt Baudezernent Dr. Wolfram Friedersdorff. "An einigen Stellen ist es bereits vier bis fünf Meter in den Boden gesickert und in die grundwasserführenden Schichten gelangt." Obwohl das Wasser in diesem Bereich sehr langsam fließe und die so genannte "Fahne" ständig beobachtet wird, will die Stadt womöglich noch in diesem, spätestens aber im nächsten Jahr mit der Säuberung des Wassers beginnen. Weitere Sicherungsmaßnahmen auf dem Gelände sind schon für die nächsten Wochen geplant. "Diese Sanierung wird uns einen sechsstelligen Betrag kosten", so Friedersdorff. Der Baudezernent rechnet mit Kosten in Höhe von rund einer halben Millionen Euro. Eine unmittelbare Gefährdung für die Bevölkerung bestehe allerdings nicht. Das Grundstück selbst ist durch Zäune gesichert, das Grundwasser habe man stets im Blick. "Weil wir für ganz Schwerin nur zwei Entnahmestellen haben, nämlich im Nuddelbach und in Pinnow, achten wir immer sehr auf die Qualität", so Friedersdorff. "Niemand muss sich wegen der Kontaminierung auf dem Galvanik-Gelände Sorgen machen."

Chrom 6 ist ein gängiges Mittel in der Galvanotechnik oder auch in Holzschutzmitteln. Es ist allerdings sehr gefährlich: Chrom 6-oxid, wie es der Fachmann nennt, ist brandfördernd und erhöht die Feuergefahr bei Berührung mit brennbaren Stoffen. Es ist sehr giftig und gilt sowohl als erbgutverändernd und krebserregend. Beim Verschlucken sind Verdauungsstörungen, Nierenschäden, Krämpfe und Lähmungen die Folge. Bereits 0,6 Gramm können tödlich sein.