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Do, 26 Nov 2020
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Mit Burka eingekauft: Frau muss 150 Euro zahlen

burka,polizei,frankreich
© dpa/DPA
Proteste gegen Vollverschleierung: In Frankreich ist künftig das Tragen von Nikab oder Burka unter Strafe gestellt (Bild vom 11. April)

In Paris wurde der erste Strafzettel wegen Verstoßes gegen das Burka-Verbot verhängt. Eine weitere Frau enthüllte ihr Gesicht erst nach Festnahme.

Paris. Das Verbot gegen Vollverschleierung in der Öffentlichkeit ist keinen Tag alt, und schon gibt es erste Verstöße gegen das sogenannte Burka-Verbot in Frankreich. Gegen eine 28-Jährige wurde am Dienstag ein Bußgeld in Höhe von 150 Euro verhängt, weil sie in einem Einkaufszentrum im Pariser Vorort Mureaux ihren Vollschleier nicht abnehmen wollte. Das berichtete der Radiosender France Info. Nach Polizeiangaben vom Dienstag kann sich die Frau alternativ zur Geldstrafe innerhalb eines Monats für einen Kurs in Staatsbürgerkunde anmelden.

Che Guevara

Frauen und Kinder demonstrieren in Syrien

Aus Syrien werden neue Demonstrationen gegen das autoritäre Regime von Präsident Baschar al Assad gemeldet. Tausende Frauen und Kinder hätten aus Protest gegen die Festnahme ihrer Männer und Väter eine Straße zwischen den Küstenstädten Tartus und Banias blockiert, hieß es in Agenturberichten unter Berufung auf Augenzeugen. Polizisten und Geheimdienstagenten hätten am Dienstag in der Ortschaft Baida bei Banias rund 350 Männer nach einer Demonstration von Regierungsgegnern festgenommen. Nach einer Meldung der Agentur AFP ist es erstmals auch in Aleppo, der zweitgrößten Stadt Syriens, zu einer Demonstration gekommen. Rund 500 Studenten hätten teilgenommen.

Che Guevara

Korruption und Machtmissbrauch: Ägyptens Jugend feiert die Verhaftung der Mubaraks

Husni Mubarak und seine Söhne sind offiziell Untersuchungshäftlinge - für Ägypter ein Grund zum Feiern. Doch die Zeichen stehen nicht auf Entwarnung.

Das Tora-Gefängnis ist eines der bekanntesten in Ägypten. Es liegt im Süden der Hauptstadt, und bisher saßen hier meist unbekannte Schwerverbrecher. Das Gefängnis hat prominenten Zugang erhalten: die Söhne des ehemaligen Präsidenten Husni Mubarak.

Der Geschäftsmann Alaa (49) und sein jüngerer Bruder Gamal Mubarak (47), der bis zum Sturz des alten Regimes als Nachfolger seines Vaters gehandelt wurde, sind von Scharm al-Scheich am Toten Meer nach Kairo ausgeflogen worden, um dort vernommen zu werden.

Attention

Polen: Siebenjähriges Mädchen erschießt Vierjährige

Zwei kleine Mädchen haben in einem Dorf ein geladenes Gewehr gefunden. Als sie damit spielten, kam die Vierjährige ums Leben.

Das Gewehr hatte es auf dem Hof gefunden, berichtete die polnische Nachrichtenagentur PAP.

Ein 55-Jähriger hatte die schussbereite Waffe dort abgelegt, nachdem er auf Vögel geschossen hatte.

Er muss sich nun wegen fahrlässiger Tötung verantworten. PAP zufolge erklärte der Mann aus dem bei Radom liegenden Dorf, er werde jedes Urteil akzeptieren.

Che Guevara

Ägypter protestieren gegen Militär-Regierung

Schwere Zusammenstöße auf Tahrir-Platz in Kairo. Mubarak bestreitet Amtsmissbrauch

Kairo. Auf dem Kairoer Tahrir-Platz hat es am Wochenende die schwersten Zusammenstöße zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Husni Mubarak vor zwei Monaten gegeben. In der Nacht zum Sonnabend gingen Hunderte Sicherheitsbeamte mit Tränengas, Gummigeschossen und scharfer Munition gegen Demonstranten vor. Mindestens ein Mensch wurde nach amtlichen Angaben getötet, 71 wurden verletzt. Augenzeugen sprachen von mindestens einem weiteren Toten.

Führer der Protestbewegung waren danach bemüht, die Lage zu beruhigen. Friedensnobelpreisträger Mohammed al-Baradei erklärte auf seiner Facebook-Seite, zwischen Militär und Volk müsse Vertrauen herrschen. Das sei eine "rote Linie zum Schutz der Nation".

Die Militärführung, die seit Mubaraks Rücktritt im Februar die Macht in Ägypten ausübt, versuchte, die Zusammenstöße auf dem Tahrir-Platz herunterzuspielen. In einer Erklärung wurde dementiert, dass es Tote gegeben habe.

Handcuffs

Lebenslange Haft: Vater hatte vierjährige Tochter von Brücke geworfen

Kleinen Brüder mussten Wahnsinnstat mitansehen

Ein Vater hatte in Melbourne seine vierjährige Tochter von einer Brücke in den Tod gestoßen - ein australisches Gericht verurteilte ihn am Montag wegen Mordes zu lebenslanger Haft. Die beiden kleinen Brüder des Mädchens hatten den Tod ihrer Schwester mitansehen müssen. Ihr Vater hatte im Jänner 2009 seinen Wagen gestoppt und seine Tochter in der morgendlichen Rush-Hour von der Brücke geworfen. Einen Tag zuvor war die Scheidung des Mannes von seiner Frau endgültig vollzogen worden.

Der heute 37 Jahre alte Vater hatte auf nicht schuldig plädiert und eine geistige Beeinträchtigung geltend gemacht. "Die Umstände der Tötung waren furchtbar", sagte der Vorsitzende Richter Paul Coghlan. "Es kann nur gefolgert werden, dass Sie Ihre Tochter benutzt haben, um Ihre Ex-Frau so tief wie möglich zu verletzen."

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Religionsfreiheit: Frankreichs Polizei fürchtet das Burka-Verbot

Demo gegen Burka-Verbot
© Pascal Le Segretain/Getty Images
Die Französin Kenza Drider während der Demonstration gegen das Burka-Verbot in Paris.
Das öffentliche Tragen eines Vollschleiers ist in Frankreich ab jetzt strafbar. Bei einer Demonstration gegen das Verbot wurden Burka-Trägerinnen festgenommen.

In Frankreich ist es seit Montag gesetzlich verboten, sein Gesicht zu verschleiern oder zu vermummen. Wer sich dennoch in der Öffentlichkeit mit Kleidungsstücken wie Burka oder Niqab zeigt, muss mit bis zu 150 Euro Bußgeld rechnen. Männer, die Frauen zum Tragen eines Schleiers zwingen, müssen mit bis zu zwei Jahren Haft und einer Geldstrafe in Höhe von bis zu 60.000 Euro rechnen.
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Gegner des Burka-Verbots versammelten sich am Montag vor der Pariser Kathedrale Notre-Dame. Weil die Kundgebung nicht angemeldet war, löste die Polizei die Versammlung auf und nahm drei Schleier tragende Frauen vorübergehend fest. Hintergrund sei aber nicht das Tragen eines Schleiers, sondern die Teilnahme an der nicht genehmigten Kundgebung gewesen, teilte die Polizei mit.

Nuke

Anti-Atom-Proteste in Tokio - Kaum Fortschritte im AKW

Tokio (Reuters) - In Tokio haben am Sonntag rund 5000 Menschen gegen die Nutzung von Atomkraftwerken protestiert, während sich die Experten am schwer beschädigten Kraftwerk in Fukushima auf einen langen Weg zur Überwindung der Katastrophe einstellten.

Die Demonstranten forderten auf Schildern "Nie wieder Fukushima" und "Nein zum Atom". Demonstrationen sind in Japan eher selten, und Atomkraftgegner waren bislang exotische Außenseiter in der Gesellschaft. Mit der anhaltenden Hilflosigkeit bei der Überwindung der AKW-Katastrophe von Fukushima wächst aber auch in Japan der Widerstand gegen die Atomkraft.

Zudem wurde damit gerechnet, dass bei den Regionalwahlen am Sonntag die Bürger ihren Ärger darüber Luft machen, wie die Regierung mit der Katastrophe umgeht. Ministerpräsident Naoto Kan hatte bereits vor dem Erdbeben in der Wählergunst stark gelitten.

Che Guevara

Budapest: Zehntausende demonstrieren gegen EU-Sparpolitik

Demo in Budapest gegen EU-Sparpolitik
© dpa
40.000 Menschen nahmen an der Demonstration in Budapest teil.
In der ungarischen Hauptstadt Budapest sind zehntausende Demonstranten aus 21 Staaten gegen die Sparpolitik ihrer Länder und der EU auf die Straße gegangen.

Der europäische Gewerkschaftsverband ETUC hatte zu der Kundgebung aufgerufen, weil zeitgleich die EU-Finanzminister in Gödöllö bei Budapest tagten. Nach Angaben der ungarischen Nachrichtenagentur MTI nahmen etwa 40.000 Menschen an dem Protest teil. Die Demonstranten trugen Spruchbänder mit Slogans wie "Nein zur Sparpolitik, Nein zu Europa" und "Wir fordern einen Pakt für Jobs, gerechte Bezahlung und ein soziales Europa".

ETUC-Generalsekretär John Monks sagte, die Banken hätten die Finanzkrise verursacht und müssten stärker belastet werden. Nicht die Arbeitnehmer sollten die Kosten der Krise tragen. Es sei "schwer zu akzeptieren, dass die früher geretteten Banken zu ihren früheren Geschäftspraktiken und zu den früheren Bonuszahlungen zurückgekehrt sind", fügte er hinzu.

Light Saber

Kampf gegen Korruption in Indien: Der neue Gandhi

© dapd
"Anna" (großer Bruder) Hazare beflügelt die Fantasie seiner Anhänger.
Der Bürgerrechtler Anna Hazare mobilisiert gegen die ausufernde Korruption. Innerhalb weniger Tage gewann er zehntausende Anhänger.

DELHI taz | Indiens Regierung fürchte sich. Sie hat Angst vor der dem charismatischen Bürgerrechtler "Anna" Hazare. Denn dem 72-jährigen Protestveteran ist es binnen weniger Tage gelungen, zehntausende Anhänger für seinen Kampf gegen die ausufernde Korruption gewinnen. Hazare hat angekündigt, sich notfalls zu Tode zu hungern, um Indiens Politiker zu zwingen, härtere Regeln gegen Bestechung zu schaffen.

Hazare, der von seinen Anhängern respektvoll "Anna" (großer Bruder) genannt wird, beflügelt die Fantasie der Massen: Stets mit dem traditionelle weißen Khadi-Dress bekleidet erinnert er an Indiens Nationalhelden Mahatma Gandhi, der auch den Hungerstreik als politisches Mittel nutzte. Zehntausende Menschen im ganzen Land unterstützen jetzt Hazares Protest mit Lichterketten, Mahnwachen und Kundgebungen. Die sozialen Medien Facebook und Twitter sind voll mit Solidaritätsbekundungen für den Reformer. Auch Bollywood-Stars und TV-Moderatoren haben sich hinter ihn gestellt.