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Di, 04 Aug 2020
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Vader

Syrien - Mit Panzern und Scharfschützen gegen die Demonstranten

Guvecci/Türkei. Die syrischen Streitkräfte sind nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten am Donnerstag mit Panzern in ein Dorf an der türkischen Grenze eingerückt. Auf einigen Dächern in der Ortschaft Chirbet al-Dschus seien zudem Scharfschützen in Stellung gebracht worden, sagten Mitarbeiter des Örtlichen Koordinationskomitees unter Berufung auf Augenzeugen. Journalisten der Nachrichtenagentur AP konnten von der türkischen Seite der Grenze aus bewaffnete Männer sowie ein gepanzertes Fahrzeug in der Nähe des Dorfes sehen.

Angesichts der gewaltsamen Niederschlagung der seit drei Monaten anhaltenden Proteste gegen das Regime von Präsident Baschar Assad waren zuletzt tausende Syrer aus Angst vor weiterer Gewalt in die Türkei geflüchtet. Rund 100, die noch in Zelten auf der syrischen Seite der Grenze lebten, überquerten auch am Donnerstag die Grenze, als Soldaten das Dorf Chirbet-al-Dschus umstellten. Die Türkei verstärkte die Bewachung des dortigen Grenzabschnitts.

Nach Angaben des Koordinationskomitees, das die gewaltsamen Aktionen des Regimes gegen Demonstranten dokumentiert, sind seit März etwa 1.400 Menschen getötet worden.

Bad Guys

Vergewaltigungs-Vorwürfe in Frankreich: Ex-Staatssekretär droht Haftstrafe

Gegen den ehemaligen französische Staatssekretär Tron läuft nun offiziell ein Ermittlungsverfahren wegen Vergewaltigung und sexueller Belästigung. Zwei seiner Ex-Mitarbeiterinnen und eine weitere Frau werfen ihm "sexuelle Angriffe" vor. Der Politiker ist gegen Auflagen auf freiem Fuß. Er muss im Falle einer Verurteilung mit 20 Jahren Haft rechnen.

George Tron, Ex-Staatssekretär Frankreich
© dpa
Die französische Justiz hat wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung und der sexuellen Belästigung offiziell ein Ermittlungsverfahren gegen den ehemaligen französischen Staatssekretär Georges Tron eingeleitet. Er wurde aber zunächst unter Auflagen auf freien Fuß gelassen, wie sein Anwalt mitteilte. Zuvor war Tron in Evry bei Paris den Untersuchungsrichtern vorgeführt worden. Am Montag war er wegen der gegen ihn erhobenen Vorwürfe in Polizeigewahrsam genommen worden.

Evil Rays

Nordirland: Straßenschlachten zwischen Protestanten und Katholiken

In Belfast in Nordirland ist es erneut zu Straßenschlachten zwischen Protestanten und Katholiken gekommen. Mehrere Menschen wurden verletzt, als nach Polizeiangaben Feuerwerkskörper und Molotow-Cocktails geworfen wurden. Doch Auseinandersetzungen in Nordirland um den 12. Juli sind nichts Ungewöhnliches.

Bei Straßenschlachten zwischen Protestanten und Katholiken in der nordirischen Hauptstadt Belfast sind in der Nacht zum Mittwoch drei Menschen verletzt worden. An den Auseinandersetzungen in der zweiten Nacht in Folge waren rund 400 Menschen beteiligt.

Nach Angaben der Polizei bewarfen sie sich mit Feuerwerkskörpern und Molotow-Cocktails. Dabei erlitten zwei Männer Verbrennungen. Ein Fotoreporter wurde am Bein verletzt, als ein Mann auf eine Gruppe von Fotografen schoss.

Zusammenstöße um den 12. Juli sind nicht ungewöhnlich. An diesem Tag erinnern jedes Jahr Zehntausende Protestanten mit Märschen an den Sieg von Wilhelm von Oranien über das katholische Heer in der Schlacht von Boyne. In diesem Jahr gelten die Ausschreitungen als besonders heftig. Bereits am Montag waren zwei Personen durch Schüsse an den Beinen verletzt worden.

Bad Guys

Ai Weiwei wurde freigelassen, muss nun aber schweigen

Vor zweieinhalb Monaten wurde der Künstler verhaftet. Steuerbetrug warfen die chinesischen Behörden ihm vor, aber eine Anklage gab es nicht. Jetzt darf Ai gehen, weil er angeblich die ihm zur Last gelegten Verbrechen gestanden hat.

Ai Weiwei
© ddp
Der inhaftierte chinesische Künstler Ai Weiwei kommt frei. Das berichtete die Nachrichtenagentur Xinhua unter Berufung auf die Pekinger Polizei. Der Künstler, dem Steuerbetrug vorgeworfen wird, sei geständig. Außerdem habe eine chronische Krankheit die Behörden zu seiner Freilassung bewogen.

Bei seinem ersten Auftritt vor Journalisten sagte er, dass sein Gesundheitszustand gut sei. Ai bedankte sich bei Reportern, die am Mittwoch vor seinem Studio warteten, für deren Unterstützung. "Mir geht es gut. Ich bin wieder zu Hause. Und ich bin frei", sagte Ai Weiwei laut "Bild.de". Er erklärte, aufgrund von Freilassungsauflagen könne er sich nicht weiter dazu äußern.

X

Symbolisch oder beabsichtigt? Zwei Konstrukteure eines Atomkonzerns und mindestens drei Manager einer führenden Firma für Atomreaktoren starben bei einem Flugzeugabsturz

Im Nordwesten Russlands ist in der Nacht auf Dienstag eine Tupolew der Fluglinie Rusair abgestürzt. 44 Menschen kamen dabei ums Leben. Erste Untersuchungen deuten auf eine defekte Landebahnbeleuchtung hin.

Beim Absturz eines Passagierflugzeugs im Nordwesten Russlands sind 44 Menschen getötet worden. Acht Menschen überlebten das Unglück zum Teil schwer verletzt, allerdings schweben sieben von ihnen in Lebensgefahr. Die Chartermaschine vom Typ Tupolew Tu-134 ist am späten Montagabend beim Landeanflug auf die Stadt Petrosawodsk nahe der finnischen Grenze am Boden zerschellt, teilte das Zivilschutzministerium mit. Mittlerweile sei der Flugschreiber geborgen worden, hieß es. Die Behörden machten relativ schnell den Piloten für den Absturz verantwortlich.

Kommentar: In diesem Artikel wird erwähnt, dass auch 3 Manager einer Moskauer Firma für Atomreaktoren starben.


Nuke

Zweites US-AKW von Flut betroffen

Von dem ständig steigenden Hochwasser am Missouri-River ist nun auch das Atomkraftwerk Cooper bei Brownville betroffen.

Arbeiter versuchen das noch im Leistungsbetrieb befindliche Kraftwerk mit Sandsäcken zu schützen. Laut Betreiberangaben soll das AKW heruntergefahren werden, wenn der Flusspegel um weitere 90 Zentimeter steigt.

Das seit Ende Mai andauernde Hochwasser am Missouri-River bedroht das AKW Fort Calhoun im US-Bundesstaat Nebraska. Das Kraftwerk ist bereits vollständig von Wasser umgegeben und gleicht einer Insel in den braunen Fluten.

Mit Sandsäcken und Wasserpumpen wird versucht, den Reaktor vor einer Überflutung zu schützen. Das US-Militär warnt davor, dass der Pegel des Flusses noch weiter ansteigen wird und das Hochwasser noch für mehrere Wochen andauern kann. Auch eine Flutwelle, ausgelöst durch einen Dammbruch, kann nicht ausgeschlossen werden.

Whistle

Betrugsverdacht: Helios-Razzia - Ermittlungen gegen 14 Mitarbeiter

Die Polizei hat Räume der Helios-Kliniken in Berlin durchsucht. Gegen mehrere Geschäftsführer sowie gegen verschiedene Ärzte und Chefärzte besteht der dringende Tatverdacht des Abrechnungsbetruges.

Helios-Klinikum Berlin
© dpa
Polizeibeamte in Zivil tragen Kartons mit Unterlagen aus dem Helios-Klinikum Buch.
Nach einer Razzia wegen des Verdachts des Abrechnungsbetrugs an den Berliner Helios-Kliniken ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft gegen 14 Personen. Die Zahl könne sich noch vergrößern, da die Ermittlungen nicht abgeschlossen seien, sagte der Berliner Staatsanwalt, Thorsten Cloidt, am Dienstag.

Gegen mehrere Geschäftsführer der Helios-Kliniken und der Poliklinik am Helios-Klinikum Buch sowie gegen verschiedene Ärzte und Chefärzte besteht den Angaben zufolge der dringende Tatverdacht des Abrechnungsbetruges zum Nachteil der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin. Die Höhe des Schadens kann Cloidt zufolge noch nicht abgeschätzt werden.

Arrow Down

Patienten beklagen Ärztepfusch in Tausenden Fällen

Fehldiagnosen, unerkannte Leiden, falsche Behandlungen: Rund 11.000 Patienten beschwerten sich im vergangenen Jahr über Pfusch in Arztpraxen und Kliniken.

OP
© PA
Trotz aller Bemühungen um mehr Sicherheit in der Medizin haben Gutachter im vergangenen Jahr erneut bei Tausenden Patienten Ärztefehler festgestellt.
Kann man seinem Arzt vertrauen? Ist seine Diagnose wirklich richtig, sein Therapievorschlag sinnvoll und eine mögliche Operation sicher? Solche Fragen stellen sich täglich tausende Patienten in Deutschland. Und auch die Bundesärztekammer untersucht, wie die Qualität der ärztlichen Behandlungen sich in Deutschland entwickelt.

Wie in jedem Jahr stellte sie die Statistik der Behandlungsfehler in Kliniken und Privatpraxen für das Jahr 2010 vor. Demnach hatten sich im vergangenen Jahr 11.016 Patienten bei den Schlichterstellen beschwert, 44 mehr als im Vorjahr. 7355 Beschwerden wurden daraufhin untersucht.

HAL9000

Genmanipulation: USA stoppen Frankenstein-Fisch

Kongress-Abgeordnete blockieren die Zulassung des ersten Gen-Tiers als Lebensmittel. Das ist ein herber Rückschlag für die Milliarden-Industrie.

Fisch
© Reuters/HO
Der heftig umstrittene genetisch veränderte Zuchtlachs Aquadvantage wird in den USA voraussichtlich nicht als Lebensmittel zugelassen. Am Mittwochabend verabschiedete das US-Repräsentantenhaus einen Gesetzentwurf, der der Lebensmittelbehörde FDA Geld für die Zulassung versagt. Der Entwurf muss noch den Senat passieren.
Die Blockade hat Signalwirkung für sämtliche Firmen, die an gentechnisch veränderten Tieren für die Nahrungsproduktion forschen. Der von Kritikern als "Frankenfisch" bezeichnete Lachs wäre das weltweit erste sogenannte transgene tierische Lebensmittel gewesen. Seine Gegner setzten sich mit ihren Vorbehalten durch, obwohl die FDA ihn im vergangenen Herbst für sicher erklärt hatte: Er wird in geschlossenen Tanks an Land gezüchtet, und sollte er entkommen, kann sich der sterile Fisch nicht mit Wildlachsen fortpflanzen. Unternehmen, die deutlich schwieriger abzuschottende Rinder und Schweine gentechnisch verändern, drohen so hohe Hürden für den Markteintritt.

Evil Rays

Verschwiegene Statistik: Immer mehr Menschen nehmen sich vor Zügen das Leben

München - Technische Störungen und im Schnitt fast einen Notarzteinsatz täglich stören die Fahrpläne. Genervt sind nicht nur die Fahrgäste, sondern auch die Verantwortlichen.

Menschenmenge Bahnhof
© Schlaf
Die Auslöser von Notarzteinsätzen sind vielfältig. Die Folge fast immer: lange Wartezeiten für die anderen Fahrgäste wie hier am Hauptbahnhof.
Die S-Bahn-Fahrgäste nervt es, die Verantwortlichen auch: Neben technischen Störungen bringen immer häufiger Notarzt-Einsätze die Fahrpläne durcheinander: „Das Thema steht bei uns ganz besonders im Fokus. Wir haben im S-Bahn-Netz täglich im Durchschnitt einen Notarzt-Einsatz. Die Tendenz ist steigend“, erklärt S-Bahn-Geschäftsleiter Bernhard Weisser.

Das Netz ist zwar rund 440 Kilometer lang: Trotzdem bringt jede Betriebsunterbrechung auch auf den Außenstrecken den Fahrplan zumindest einer Linie durcheinander: Mangels zweiter Innenstadt-Röhre und stark ausgelasteter Stammstrecke schlägt das oft auch auf andere Linien durch. Das Schlimme: Laut Weisser kommt es alleine auf der Stammstrecke im Schnitt drei Mal pro Woche zu einer Betriebsunterbrechung.