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Mo, 23 Okt 2017
Die Welt für Menschen, die denken

Verborgene Geschichte
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Post-It Note

Vormenschen-Zähne im Ur-Rhein sind bis zu 5 Mio Jahre älter als vergleichbare Funde in Afrika

© Naturhistorisches Museum Mainz
Die in Sedimenten des Ur-Rheins gefunden Vormenschen-Zähne.
Eppelsheim (Deutschland) - In Sedimenten des Ur-Rheins im rheinhessischen Eppelsheim haben Archäologen zwei Vormenschen-Zähne gefunden, die mit einem Alter von fast 10 Millionen Jahren bis zu 5 Millionen Jahre älter sind als vergleichbare Funde in Afrika. Die Entdeckung könnte die Vorgeschichte des Menschen neu schreiben.

Entdeckt wurden die beiden Zähne bereits im September 2016 und zeigen trotzt ihres hohen Alters "verblüffende morphologische Ähnlichkeiten zu erdgeschichtlich jüngeren Vormenschen (sog. Hominini) aus Afrika", erläutern die Archäologen um Dr. Herbert Lutz vom Naturhistorisches Museum Mainz.

Die sogenannten "Dinotheriensande" von Eppelsheim gehören zu den am längsten bekannten und bedeutendsten Fundstellen fossiler Säugetiere in Europa. 25 erstmals hier entdeckte Arten haben Eppelsheim weltberühmt gemacht. Auch der weltweit erste Fossilfund eines Menschenaffen, der Oberschenkel einer Gibbonähnlichen Art, gelang schon 1820 bei Eppelsheim.

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In der Bronzezeit waren mitteleuropäische Frauen mobil

Mobile Frauen und Kinder waren der Schlüssel für den Kulturaustausch am Anfang der Bronzezeit.

© Stadtarchäologie Augsburg
Diese Frau kam aus der Fremde und wurde im Lechtal wie eine Einheimische bestattet.
Dass der Mensch schon in der Steinzeit viel unterwegs war, vermittelt der Zeichentrickheld Fred Feuerstein, der sich mit einem "Yabba Dabba Doo!" ins Laufauto schwingt, um zum Bowling oder ins Wochenende zu düsen. Deutsche Forscher haben nun nachgewiesen, dass die Autoren der Trickserie im Grunde richtig lagen: Steinzeit-Menschen waren tatsächlich mobil. Jedoch reisten in Wirklichkeit nicht die Männer, sondern die Frauen und Kinder, und sie legten weit größere Distanzen zurück als die Feuersteins.

Frauen und Kinder waren der Schlüssel zum kulturellen Austausch im Übergang von der Steinzeit zur Bronzezeit, berichten Archäologen der Ludwig Maximilians-Universität in München und des Max Planck Instituts für Menschheitsgeschichte in Jena in den "Proceedings" der US-Akademie der Wissenschaften. Vor 4000 Jahren übersiedelten europäische Frauen ab dem 17. Lebensjahr von ihren Heimatorten zur Familiengründung in die bis zu 500 Kilometer entfernten Höfe ihrer Ehemänner. Im Gepäck hatten sie Bronzegeräte und andere Werkzeuge und Neuerungen aus Metall. Die Männer blieben dagegen zeitlebens an ihrem Geburtsort. Diese Form der gesellschaftlichen Organisation war auch kein vorübergehendes Phänomen, sondern sie wurde über 800 Jahre praktiziert. Zu diesem Schluss kommen die Wissenschafter anhand von Analysen der sterblichen Überreste von 84 Individuen, die zwischen 2500 und 1650 vor Christi Geburt im bayerischen Lechtal in der Nähe von Augsburg lebten.

Kommentar:


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In verschiedenen Zivilisationen: Der Rätselhafte Chak Mo'ol aus Mittelamerika

Das Chichén Itzá der Maya und das Tula der Tolteken waren die Zentren verschiedener Zivilisationen, die vor allem auch zu verschiedenen Zeiten und in verschiedenen Regionen lebten. Sie sprachen sogar völlig verschiedene Sprachen und dennoch gibt es etwas, das beide Städte verband: Der geheimnisvolle Chak Mo'ol.

Chak Mo'ol-Statue aus Tenochtitlan
Der Chak Mo'ol (auch Chac Mool oder Chac M'ol; auf Maya etwa Roter Jaguar oder Großer Jaguar) ist eine unverwechselbar Statue, die überwiegend in zwei mittelamerikanischen Regionen gefunden wurde: Tula, der Heimat der Tolteken-Zivilisation, nahe des heutigen Mexico City, und Chichén Itzá, fast zwölfhundert Kilometer weiter östlich auf der nördlichen Halbinsel Yukatan, tief im Maya-Gebiet. Was ist aber der Chak Mo'ol überhaupt? Es ist eine dreidimensionale, freistehende und lebensgroße Figur, die aus einem einzigen Stein herausgearbeitet wurde. Er wird stets auf dem Rücken dargestellt, Füße und Ellenbogen nach unten, Bauch horizontal, Knie und Brust zurückgelehnt, den Kopf hoch und um 90 Grad gedreht. Die Details der Statue variieren aber die Form an sich bleibt ziemlich konstant. Welchen Namen die Maya und Tolteken für diese als Figur verewigte Gestalt hatten, ist uns nicht bekannt.

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Mindestens 12.000 Jahre alt: Forscher meinen - Es gab eine zweite große Sphinx in Gizeh

Aus der Nachbarschaft der Pyramiden von Gizeh ist sie nicht wegzudenken: Die Große Sphinx. Eines ihrer vielen vielleicht weniger bekannten Rätsel ist der Umstand, warum die Statue - im Gegensatz zu nahezu allen anderen Sphinxdarstellungen, die meist paarweise auftreten - offenbar alleine ist. Forscher glauben nun, die Reste der zweiten Sphinx auf dem Gizeh-Plateau gefunden zu haben und das sogar in Blickweite der bekannten Sphinx.
© unbekannt (bearb.: grewi.de)
In diesem Hügel (Kreis) vermutet der Ägyptologe Bassam El Shammaa die Reste der einst zweiten Sphinx von Gizeh.
Gizeh (Ägypten) - Tatsächlich gibt es historische Quellen, die bereits eine zweite Sphinx erwähnen: Griechen, Römer und Araber. Allerdings sei diese zweiten Riesenstatue bereits spätestens zwischen 1.200 zerstört worden.

Offenbar basierend auf der früheren Theorie des Ägyptologen Bassam El Shammaa, der von der einstigen Existenz zweier Sphinxe auf Gizeh überzeugt war, zeigen sich Gerry Cannon und Malcolm Hutton nun sicher in einem unscheinbaren Hügel ganz in der Nähe der Sphinx die Überreste ihres Gegenstücks lokalisiert zu haben.

Tatsächlich zeigen die meisten Darstellungen ein Sphinxen-Paar - eine männliche und eine weibliche Sphinx - nicht zuletzt, da auch ach altägyptischer Vorstellung die Sonne jede Nacht einen unterirdischen Tunnel durchwandert, dessen Eingänge von jeweils einem Sphinxen-Paar bewacht werden. Auch die sogenannte Traumstele, zwischen den Vorderpranken der großen Sphinx in Gizeh, zeigt zwei der mythologischen Wesen.

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Ende der Bronzezeit: Hieroglyphen sollen Rätsel der Seevölker im Mittelmeer klären

Die sogenannte Invasion der Seevölker und der Niedergang von Staaten und Kulturen im Mittelmeerraum zum Ende der Bronzezeit gilt als eines der großen Rätsel der Archäologie. Der Geoarchäologie Dr. Eberhard Zangger glaubt schon schon länger die Antwort zu kennen und skizziert mit den Luwiern eine geheimnisvolle und von der Archäologie bislang vernachlässigte kleinasiatische Land- und Seemacht. Jetzt sieht sich der Archäologe durch Wiederentdeckung der längsten luwischen Hieroglypheninschrift aus der Bronzezeit bestätigt - schildert diese doch den Einfall der maraudierender "Seevölker" ins östliche Mittelmeer. Allerdings widerspricht Zanggers Luwier-Theorie damit der bisherigen Lehrmeinung über die Gründe für das Ende der dortigen Großmächte. In seinem aktuellen Buch formuliert Zangger zugleich auch scharfe Kritik an der etablierten Archäologie, die aktiv Fortschritte und neue Erkenntnisgewinner be- und verhindere.
© LuwianStudies.org
Im Fries von Beyköy lies Kupanta-Kurunta, der Großkönig von Mira, von den Überfällen einer Flotte der vereinten Königreiche Westkleinasiens auf die Küsten des östlichen Mittelmeers berichten.
Zürich (Schweiz) - Den Grund für den Niedergang der bronzezeitlichen Kulturen im östlichen Mittelmeer sehen die meisten Archäologen in einer Kom­bi­na­ti­on aus Na­tur­ka­ta­stro­phen, Hun­gers­nö­ten und ei­nem Klimawandel während der Bronzezeit.

Allerdings berichten schon antike Historiker und Schriften, etwa aus der Regierungszeit Ramses III. im 12. Jahrhundert auch von den sogenannten "Seevölkern", die nicht nur Ägypten sondern auch zahlreiche andere Staaten im östlichen Mittelmeer angegriffen und am Ende der Bronzezeit große Teile des östlichen Mittelmeerraumes verwüsteten.

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Schon vor 34.000 Jahren wurde Inzucht vermieden

© University of Cambridge/Benito Álvarez
Eine der reich ausgestatteten Begräbnisstätten von Sungir, rund 200 Kilometer von Moskau entfernt. DNA-Analysen der Toten zeigen keine Spuren der Fortpflanzung naher Blutsverwandter.
Frühe Europäer dürften eine bewusste Fortpflanzungspolitik betrieben haben: DNA-Analysen zeigen trotz kleiner Populationen keine Anzeichen von Inzucht.

Vor 34.000 Jahren war Europa nicht gerade dicht besiedelt: Menschen lebten verstreut in kleinen Gruppen. Doch anders als einigen Neandertaler-Gruppen gelang es den anatomisch modernen Menschen offenbar schon damals, Inzucht zu vermeiden, wie nun ein internationales Forscherteam mit österreichischer Beteiligung berichtet. Da ihre Gruppen kaum mehr als zwei Dutzend Individuen umfassten, mussten sie sich dazu wohl aktiv mit anderen Sippen austauschen - sprich: bewusste Fortpflanzungspolitik betreiben.

Unter der Leitung von Martin Sikora und Eske Willerslev vom Dänischen Naturhistorischen Museum in Kopenhagen haben die Forscher das Genom von vier anatomisch modernen Menschen untersucht, die vor 34.600 bis 33.600 Jahren im europäischen Teil des heutigen Russlands lebten. 1955 wurde am archäologischen Fundplatz Sungir das Grab eines erwachsenen Mannes gefunden, außerdem entdeckte man dort ein Doppelgrab zweier Buben, die im Alter von neun bis dreizehn Jahren verstorben waren. Bei ihnen lag als Grabbeigabe ein männlicher Oberschenkelknochen, der mit Rötel gefärbt war und vermutlich als Talisman diente, erklärte der aus Wien stammende Archäologe Philip Nigst, der an der Universität Cambridge forscht.

Dig

DNA Test: Wikingerkämpfer entpuppt sich als Frau

Forscher untersuchen das Grab eines Wikinger-Kämpfers und finden: eine Frau. Sie war vermutlich sogar eine Anführerin im Heer.

© Russell Young/Global Look Press
Der Krieger war mit allem ausgerüstet, was man so braucht für die letzte große Reise. Dem Grab war ein Schwert beigelegt, eine Axt, ein Kampfmesser, zwei Schilde. Mit ihm fanden seine beiden Pferde die letzte Ruhe - ein Wikingergrab wie aus dem Bilderbuch. Doch jetzt wurde eine Tatsache bekannt, die nicht so recht zum Klischee passt: Der Krieger war mit ziemlicher Sicherheit eine Frau!

Bereits Ende des 19. Jahrhunderts war die Fundstätte Bj581 in der Wikingerstadt Birka in Schweden entdeckt und ausgegraben worden. Mehr als 3000 Gräber sind an dem Ort bekannt, ungefähr 1100 sind geöffnet. Doch Bj581 galt wegen seines guten Erhaltungszustandes und der reichen Ausstattung als exemplarisches Beispiel eines Kriegergrabes aus der Mitte des 10. Jahrhunderts.

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Archäologen wollen Rätsel um Steinkreise auf Orkney gelüftet haben

© A. Müller, grenzwissenschaft-aktuell.de
Die „Stones of Stennes“
Kirkwall (Großbritannien) - Die Orkney-Inseln vor der nordatlantischen Küste Schottlands gehören zu den bedeutendsten steinzeitlichen Regionen Westeuropas und werden heute noch von zahlreichen imposanten Megalithbauten wie den Steinkreisen von Stennes, Brodgar oder Skara Brae geprägt. In einem Langzeitprojekt haben britische Archäologen nun zahlreiche Rätsel rund um die Monumente und deren Erbauer gelüftet.

Wie das Team um Professor Alex Bayliss von der englischen Denkmalpflegebehörde "English Heritage" und Professor Alasdair Whittle of Cardiff University aktuell im Fachjournal Antiquity (DOI: 10.15184/aqy.2017.140) berichtet, haben sie die steinzeitlichen Monumente und Siedlungen anhand von Ausgrabungen und mehr als 600 Radiokarbondatierungen (C-14) im Rahmen des "The Times of Their Lives" untersucht und damit deren Bau- und Nutzungszeitraum auf ca. 3200 bis 2500 v. Chr. bestimmt.

Question

Haben Archäologen das echte Grab des heiligen Nikolaus gefunden?

© Gemeinfrei
Porträtdetail eines Gemäldes des hl. Nikolaus von Myra, Jaroslav Čermák (1831 – 1878).
Myra (Türkei) - Während neber der Geburts- und Wirkungsstadt des Heiligen, dem türkischen Myra, auch zahlreiche andere Städte weltweit von sich in Anspruch nehmen, Knochenreliquien des Nikolaus von Myra aufzubewahren, haben Archäologen am eigentlichen Begräbnisort des Heiligen eine Entdeckung gemacht, die die Authentizität der bisherigen Reliquien in Frage stellen.

Während die sterblichen Überreste des Heiligen Nikolaus ursprünglich in Myra beigesetzt wurden, sollen die Knochen im Jahre 1087 von italienischen Kaufleuten gestohlen worden und in deren Heimatstadt Bari gebracht worden sein, nachdem das Grab selbst durch ein Erdbeben zerstört worden war. Auf diese Weise sollen die Gebeine des Heiligen letztlich an viele Orte gelangt sein, die noch heute für sich in Anspruch nehmen, Reliquien des St. Nikolaus zu besitzen.

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Zealandia: Neue Hinweise deuten vermehrt auf versunkenen achten Kontinent

Heute liegen nur noch sechs Prozent seiner Fläche über dem Wasser. Und doch sprechen immer mehr Indizien für einen achten Kontinent namens Zealandia.
© IODP
Zwei Monate lang kreuzten Geowissenschaftler an Bord des Forschungsschiffes »JOIDES Resolution« durch die Weiten des Pazifiks zwischen Neuseeland, Australien und Neukaledonien - wo nach ihren Erkenntnissen vor 70 Millionen Jahren eigentlich festes Land gelegen haben muss. Zealandia heißt der offiziell noch nicht bestätigte Kontinent, der heute zu 94 Prozent versunken ist und dessen größte noch vorhandene Landmassen Neuseeland, Neukaledonien und Inseln wie Lord Howe vor der australischen Küste sind. Die Tiefseebohrungen der beteiligten Forscher um Gerald Dickens von der Rice University bringen weitere Details zur Geschichte der ehemaligen Landmasse und dazu, welche Rolle sie beispielsweise für viele Tier- und Pflanzenarten gespielt haben könnte.

Wie die Forscher auf ihrem Expeditionsblog schreiben, fanden sich in den Sedimentproben unter anderem zahlreiche Fossilien - beispielsweise von Algen und Weichtieren, die in flachen und warmen Gewässern lebten, sowie Sporen und Pollen von Landpflanzen. Sie deuten an, dass die Geografie und das Klima Zealandias einst deutlich anders waren, als dies über große Teile des Gebiets heute der Fall ist. Zugleich bestätigte sich, dass sich der geologische Untergrund von Zealandia stark von der typischen ozeanischen Kruste unterscheidet, die man in dem Meeresgebiet eigentlich erwarten müsste. Zealandias Kruste entspricht im Durchmesser nicht einer typischen kontinentalen Landmasse, die 30 bis über 45 Kilometer dick sein kann. Sie ist aber auch deutlich mächtiger als die üblichen sieben Kilometer für ozeanische Krusten. Die Ausdünnung war einer der Gründe, warum der achte Kontinent letztlich im Meer unterging.