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Do, 21 Jun 2018
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Verborgene Geschichte
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Sheeple

Anzeichen für Weidewirtschaft vor 7000 Jahren in den Hochalpen gefunden

Bereits vor 7.000 Jahren - und damit viel früher als bisher angenommen - waren die Menschen in der Schweiz in den Hochalpen unterwegs und betrieben Weidewirtschaft. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Universität Bern, in der archäologisches Wissen mit Erkenntnissen aus der Paläoökologie kombiniert werden. Eine entscheidende Rolle spielten dabei prähistorische Funde vom Schnidejoch Pass.

Das Eisfeld am Schnidejoch Pass (2.756 m.ü.M.) ist in den vergangenen Jahrzehnten stark abgeschmolzen. Das Bild zeigt die Situation im Jahr 2005.
© Kathrin Glauser
Das Eisfeld am Schnidejoch Pass (2.756 m.ü.M.) ist in den vergangenen Jahrzehnten stark abgeschmolzen. Das Bild zeigt die Situation im Jahr 2005.
Zogen Hirten mit ihren Herden tatsächlich um 5.000 vor Christus aus dem Unterwallis ins Berner Oberland und weideten dort ihre Schafe? Vieles deutet daraufhin, dass diese These, die noch vor kurzem als Spekulation abgetan worden wäre, der Realität entsprach. »Wir haben starke Indizien, die dafür sprechen, dass die Menschen viel früher mit ihrem Vieh im Gebirge unterwegs waren, als man bisher angenommen hat«, sagt Albert Hafner, Professor für prähistorische Archäologie an der Universität Bern.

Die Beweiskette, die diese Annahme stützt, haben Albert Hafner und Christoph Schwörer, Umweltwissenschafter und Spezialist für Vegetationsgeschichte am Institut für Pflanzenwissenschaften der Universität Bern, soeben in einem Artikel in der Fachzeitschrift »Quaternary International« geliefert. Beide Wissenschafter sind Mitglieder des Oeschger-Zentrums für Klimaforschung der Universität Bern. »Die Kombination der beiden Herangehensweisen«, erklärt Albert Hafner, »hat es uns erlaubt, bessere Daten zu erheben und diese auch mit einem neuen Blickwinkel zu interpretieren. Im Alleingang wäre weder die Archäologie noch die Paläoökologie zu diesen neuen Erkenntnissen gekommen.«

Gemäß der Studie muss man sich die frühe Alpwirtschaft zwischen Wallis und Berner Oberland so vorstellen: Die Gegend um das heutige Sitten war um 5.000 vor Christus von Menschen besiedelt, die Ackerbau und Viehwirtschaft betrieben. Sie hielten unter anderem Schafe und Ziegen. Doch die steilen und trockenen Hängen des Unterwallis gaben nur wenig Futter her, weshalb die Hirten einen zweitägigen Fußmarsch bis in Berner Oberland auf sich nahmen, wo sie unterhalb des 2.756 Meter über Meer gelegenen Schnidejoch-Passes gute Weidemöglichkeiten fanden. Praktikabel war diese Wanderweidewirtschaft nur, da während des sogenannten holozänen Wärmemaximums die Gletscher stark zurückgegangen waren. Das Schnidejoch war während mehreren Jahrhunderten eisfrei.

Kommentar: Auch damals gab es ein Wärmemaximum, das was heute als Klimaerwärmung bezeichnet wird. Darauf gab es eine Kälteperiode, die Gletscher entstehen ließ an einer Stelle an der Menschen ihr Vieh weiden ließ.


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Angst vor Zombies: Dorfbewohner verstümmelten anscheinend Tote in Yorkshire

Menschliche Knochen aus dem mittelalterlichen Dorf Wharram Percy weisen massive Verletzungen auf. Forscher vermuten Furcht vor Wiedergängern dahinter.
Wharram Percy
© historic england
Das einst wohlhabende Dorf Wharram Percy wurde im 16. Jahrhundert aufgegeben.
Die Furcht vor einer Wiederkehr der Toten ist aus Sagen und Legenden unterschiedlichster Kulturkreise bekannt. Auch archäologische Funde, die von Gegenmaßnahmen zeugen, kennt man aus vielen Teilen der Welt: Am Balkan oder in Polen etwa wurden Tote mitunter geköpft und mit Steinen oder Pflugscharen beschwert, um sie auch ja am Emporsteigen aus ihren Gräbern zu hindern.

Nun berichten Forscher erstmals von ähnlichen Funden in England: Die Bewohner eines einstigen Dorfs in der Grafschaft Yorkshire legten zwischen dem 11. und dem 14. Jahrhundert offenbar immer wieder Hand an, um ihre Toten von einer Wiederkehr abzuhalten. Wissenschaftler der University of Southampton und der staatlichen Denkmalpflegebehörde Historic England entdeckten im mittelalterlichen Dorf Wharram Percy zahlreiche menschliche Knochen, die Spuren schwerer Verstümmelungen aufweisen. Wie die Forscher im Journal of Archeological Science: Reports berichten, dürften die Gewaltakte aber allesamt postmortal stattgefunden haben.

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Archäologen finden Hinweise an den Glauben an Untote in England

Schädelknochen mit Brandspuren aus Wharram Percy
© Historic England
Ein Schädelknochen mit Brandspuren aus Wharram Percy.
Southampton (Großbritannien) - Bei Ausgrabungen in der mittelenglischen Grafschaft Yorkshire haben Archäologen erstmals Hinweise auf Praktiken gefunden, die offenbar verhindern sollten, dass Verstorbene aus ihren Gräbern auferstehen und die Lebenden heimsuchen.
„Offenbar waren einige Menschen derart von der Existenz sogenannter Wiedergänger überzeugt, dass sie die Körper und Skelette einiger Verstorbener zerstückelten und anschließend verbrannten, um so sicher zu gehen, dass diese in ihren Gräbern bleiben würden“,
berichten die Archäologen der britischen Denkmalschutzbehörde Historic England und der University of Southampton.

Water

China: Menschen vor 1.800 Jahren entnahmen zu viel Wasser und lösten ein Umweltdesaster aus

Der Untergang des chinesischen Königreichs Loulan fiel mit der Austrocknung des Lop-Nor-Sees zusammen. Die Ursache: Landwirtschaft

Einst See, heute Wüste: Satellitenaufnahme vom mittleren Teil des Seebeckens Lop Nor.
© nasa
Einst See, heute Wüste: Satellitenaufnahme vom mittleren Teil des Seebeckens Lop Nor.
Potsdam - Der Aralsee war einst das viertgrößte vollständig von Land umschlossene Gewässer der Welt - nun gilt er als mahnendes Beispiel für die Folgen menschlicher Eingriffe in die Natur: Durch die Entnahme großer Mengen an Wasser aus seinen Zuflüssen schrumpfte der einst riesige Binnensee in den vergangenen Jahrzehnten dramatisch. Die Küstenlinie hat sich um Dutzende Kilometer verlagert, um die Jahrtausendwende zerfiel der See durch die Austrocknung in mehrere Teile. Doch wie Forscher in "Scientific Reports" berichten, war der Aralsee bei weitem nicht der erste See, den dieses Schicksal ereilte.

Das Team unter Beteiligung des Helmholtz-Zentrums Potsdam untersuchte Sedimente im Tarimbecken im äußersten Westen Chinas, um den Niedergang des Königreiches Loulan im zwischen dem 3. und 7. Jahrhundert zu rekonstruieren. Sie kamen zum Schluss: Nicht Klimawandel war die Ursache, wie Experten bisher vermutet hatten. Stattdessen wurden die Wasserzuflüsse des Lop-Nor-Sees wahrscheinlich durch intensive Bewässerung so weit reduziert, dass das einst große Gewässer massiv schrumpfte. Die Forscher sprechen von einer "menschgemachten Umweltkatastrophe, die vergleichbar mit der heutigen Krise des Aralsees ist".
Ähnlich erging es auch dem Aralsee: Links eine Aufnahme von 1989, rechts von 2014.
© nasa
Ähnlich erging es auch dem Aralsee: Links eine Aufnahme von 1989, rechts von 2014.

Kommentar: Es gab in der Geschichte der Menschheit immer wieder Perioden, wo unsere Umwelt zum Vorteil einiger rücksichtslos ausgebeutet wurde. Sehr häufig endete dies mit vielen Kriegen in denen die herrschenden Eliten die Menschen drangsalierten, gehäuft Naturkatastrophen und Seuchen auftraten und große Reiche untergingen. In diesen vergangenen Zeiten verstanden die Menschen, dass der menschliche Geist und die Zustände der kollektiven menschlichen Erfahrung sowohl den Kosmos als auch Phänomene auf der Erde beeinflussen. Wir leben jetzt wieder in einer Periode, in denen Arten aussterben und sich Kriege und Naturkatastrophen häufen...
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Wissenschaftler warnt vor Ende der Zivilisation: Unsere Gesellschaft steht vor dem Abgrund

Im Jahr 785 war die Zivilisation der Maya auf ihrem Höhepunkt, doch schon ab 810 begann der Zerfall des indigenen Volkes in Mittelamerika, so der Archäologe und Anthropologe Arthur Demarest. In den USA gilt der Professor der Vanderbilt University (US-Bundesstaat Tennessee) mit Doktortitel aus Harvard als "der echte Indiana Jones".
comets civilization
Im Podcast-Interview mit dem US-Nachrichtenportal Bloomberg sprach er mit den Journalisten Joe Weisenthal und Tracy Alloway darüber, welche Merkmale den beginnenden Kollaps einer Zivilisationen ankündigen. „Ich kann euch leider nicht dabei helfen, optimistisch zu bleiben“, sagte Demarest. Viele der Faktoren, die seiner Ansicht nach zum Zerfall einer Zivilisation führten, träfen auch auf unsere heutige Gesellschaft und unser Wirtschaftssystem zu, erklärte er. „Bill Gates sagte kürzlich, dass wir derzeit in der besten Zeit unserer Geschichte leben“, so Demarest. Das erinnere ihn an die Endzeit der Maya.

Der Anthropologe ist sicher: Der Grund für den Zerfall einer Zivilisation ist fast immer auch gleichzeitig der Faktor, der sie zuvor so stark gemacht hat, also ihre grundlegendes Merkmal. So sei die Stärke der Maya zum Beispiel die Fähigkeit gewesen, sich den tropischen Umständen anzupassen und dort unglaubliche Städte zu bauen.

Kommentar: Dieser Sorge können wir nur beipflichten: Erdveränderungen und die Mensch-Kosmos Verbindung


Question

Gehörte die neu entdeckte Pyramide Pharao Ameny Qemau oder ist sie viel älter?

Nachdem die Ägyptologen vor dem Rätsel standen, wer die von ihnen neu entdeckte Pyramide in der Nekropole Dahschur wohl errichtet haben könnte, glauben sie, in einem darin befindlichen Alabasterblock nun einen bedeutenden Hinweis darauf gefunden zu haben: Pharao Ameny Qemau.
Hieroglyphen
Wie wir bereits berichteten, hatten ägyptische Archäologen in Dahschur die Überreste einer fast 4.000 Jahre alten Pyramide entdeckt. In einem Korridor der von der Pyramide nach außen führt, fanden sie auch einen 17 x 15 cm großen Alabasterblock mit zehn vertikal eingravierten Hieroglyphenreihen. Nun berichtet Live Science, dass sich zwischenzeitlich einige Ägyptologen gemeldet haben, die auf dem stark verwitterten Alabasterblock unter anderem den Namen »Ameny Qemau« entziffern haben wollen.

Zwar regierte Ameny Qemau als 5. Pharao der 13. Dynastie um 1790 vor Christus über Ägypten aber es ist rätselhaft, wieso er in Dahschur gleich zwei Pyramiden errichtet haben soll. Denn in 1957 entdeckten Archäologen dort bereits eine andere Pyramide, die man ihm - wie man glaubt - eindeutig zuordnen kann. Darin befanden sich nämlich Fragmente von Kanopenkrüge, die Inschriften mit seinem Namen trugen und darauf schließen lassen, dass diese Pyramide dementsprechend auch für ihn gebaut wurde.

Kommentar: Im Artikel wurde etwas wichtiges erwähnt: Nur weil man Inschriften in der Nähe, vor einer, oder in einer Pyramide findet, bedeutet dies nicht auch gleichzeitig dass der Inhalt der Schriften in der selben Zeit kreiert wurde "als die Pyramide gebaut wurde". In anderen Worten: Die Pyramide könnte viel früher erbaut worden sein und die Inschrift zu einem späteren Zeitpunkt angebracht worden sein. Zumindest bei einigen Pyramiden in Ägypten (wie z.B. bei den Pyramiden von Gizeh) besteht dieser begründete verdacht.


Roses

Historische Spekulationsblase: Warum ein Virus letztendlich die Tulpenkrise auslöste

Vor 380 Jahren fand die Tulpenkrise statt. Was Epigenetik und ein Virus damit zu tun hatten, erklärt die Virologin Karin Mölling im Interview mit Spektrum.de. Sie war Professorin und Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie an der Universität Zürich sowie Gruppenleiterin am Max-Planck-Institut für Molekulare Genetik in Berlin. Ihre Arbeit über das Tulpenvirus beschreibt Frau Mölling in ihrem populärwissenschaftlichen Buch "Viruses. More Friends Than Foes", das 2016 erschienen ist.

Still Life with Flowers by Hans Bollongier (1623–1672) painted in 1639 showcasing the prized Semper Augustus tulip.
© Hans Bollongier (1623–1672) / Wikipedia Commons
Still Life with Flowers by Hans Bollongier (1623–1672) painted in 1639 showcasing the prized Semper Augustus tulip.
Frau Mölling, wie sind Sie dazu gekommen, sich mit Tulpen, genauer gesagt einem Tulpenvirus, zu beschäftigen?

Karin Mölling : Als Virologin faszinieren mich natürlich Viren aller Art. Doch während meines bisherigen Forscherlebens habe ich hauptsächlich krank machende Viren erforscht. Ich finde es äußerst spannend, mich nun mit solchen zu beschäftigen, die nicht - zumindest nicht sofort - krank machen. Bei den Tulpenviren hat mich die Frage interessiert, welche Rolle die Streifen bei der Tulpomanie, der durch die Blumen ausgelösten Wirtschaftskrise 1637, gespielt haben. Streifen wurden als besonders schön und begehrenswert empfunden. Man kann das wunderbar an Gemälden aus der Zeit des Tulpenfiebers nachvollziehen, die etwa eine Semper Augustus zeigen, jene begehrte weiß-rot gestreifte Tulpe, die ihr Muster einem Virus verdankt. Es handelt sich dabei - das weiß man heute - um das so genannte Tulip Breaking Virus (TBV). Dieses Virus ist die Ursache der Streifen - und die Ursache der Tulpenfinanzkrise. Denn diese Viren führen zu unvorhersehbaren und nicht wiederholbaren Mustern. Man konnte also eine Semper Augustus nicht einfach züchten und bestellen. Die Nachfrage war größer als der Markt - damit stiegen die Preise. Ich vertrete also die Meinung, dass Viren die Auslöser der Finanzkrise waren. Das ist neu.

Kommentar: Die Tulpenmanie wird als die erste relativ gut dokumentierte Spekulationsblase der Wirtschaftsgeschichte angesehen. Tulpen sind schon seit langem kein Spekulationsobjekt mehr. Es kann also geschehen, dass die Preise von manchen Spekulationsobjekten "in den Keller rauschen" und sich anschließend nie wieder erholen. Ob dies mit manchen von den heutigen Gegenständen der Begierde wieder so sein wird? Wir werden sehen.


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Vor den Azteken: 2.300 Jahre alter Palast im Tal von Oaxaca entdeckt

Ein US-amerikanisches Archäologenteam hat im mexikanischen Tal von Oaxaca die Überreste eines alten Palastes ausgegraben, dessen Alter auf eine Epoche weit vor den Azteken datiert wird.

Palast  Oaxaca
© Elsa M. Redmond, Charles Spencer
Das Tal von Oaxaca befindet sich im mexikanischen Bundesstaat Chiapas und liefert unseren Wissenschaftlern seit Jahrzehnten wichtige Informationen über untergegangenen Zivilisationen. Es beherbergt vor allem auch die bedeutende archäologische Ausgrabungsstätte El Palenque, wo nun im Norden des Platzes die Überreste eines alten Palastes ausgegraben wurden. Der einstige Prachtbau wurde auf ein Alter zwischen ca. 2.100 bis 2.300 Jahre datiert und man nimmt an, dass es als Wohn- und Handelszentrum eines Königs aus einem alten Reich lange vor der Aztekenherrschaft (zwischen 14. und frühen 16. Jahrhundert) diente.

Archaeology

Reste einer 4000 Jahre alten Pyramide in Kairo entdeckt

Pyramiden Gizeh
© Sputnik/ Andrei Stenin
Ägyptische Archäologen haben bei Kairo Überreste einer knapp 4000 Jahre alten Pyramide gefunden, teilt das ägyptische Ministerium für Altertümer-Angelegenheiten mit.

Demnach befinden sich die Baureste der Pyramide im Gebiet Dahschur rund 26 Kilometer von Kairo, südlich der berühmten Knickpyramide Snofru, und stammen vermutlich aus der Zeit der 13. Dynastie der ägyptischen Könige - aus dem 18.-17. Jahrhundert vor Christus.

„Der entdeckte Teil ist in gutem Zustand. Die archäologische Mission setzt ihre Arbeit fort, in der Hoffnung, andere Teile der Pyramide aufzugraben“, sagte der Leiter der zentralen Ministeriumsverwaltung für Kairo und Gizeh, Alaa al-Shahat.

Bulb

Qumran: Neue Funde in der berühmten Schriftrollen-Höhlen am Toten Meer

Bei einer erneuten archäologischen Untersuchungen jener Höhle von Qumran am Toten Meer, in der in den 1950er Jahren einige der bedeutendsten Funde antik-jüdische Schriftrollen gemacht wurden, haben Schweizer Archäologen neue Entdeckungen gemacht. Neben Leinen- und Lederfragmenten, die jenen gleichen, die auch für die Schriftrollen verwendet wurden, entdeckten die Archäologen auch eine bislang unbekannte Nebenhöhle.
Psalmen-Rolle
© Ian Scott (vai Wikimedia Commons), CC BY-SA 2.0 (Kollage: grewi.de)
Die entrollte „Große Psalmen-Rolle“ vor dem Eingang zur Höhle 11Q nahe Qumran am Toten Meer.
Jerusalem (Israel) - Wie das Team um Prof. Dr. Marcello Fidanzio vom Istituto di Cultura e Archeologia delle Terre Bibliche of the Facoltà di Teologia di Lugano (ISCAB FTL) und Gil Ad Lidor von der Università della Svizzera Italiana di Lugano (USI) berichtet, gelangen die neuen Funde in der als „11Q“ bzw. „Q11“ bezeichneten Höhle Nummer 11. In dieser wurden 1956 rund 30 der berühmten und einige der besterhaltenen „Schriftrollen vom Toten Meer“entdeckt, darunter die „Große Psalmen-Rolle“ (s.Abb.) die neun Meter lange „Tempel-Rolle“ oder die sog. PaleoLeviticus-Schriftrolle.

Nach weiteren, späteren Untersuchungen der Höhle 1988 und 1991, deren Ergebnisse bislang noch immer nicht vollständig publiziert wurden, fand die erneute Untersuchung der Höhle im vergangen März (2017) statt, um auch nach den früheren Grabungen noch weiterhin offene Fragen zu klären und einen umfassenden archäologischen Bericht über die Höhle zu verfassen.