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Do, 19 Okt 2017
Die Welt für Menschen, die denken

Verborgene Geschichte
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Bulb

Versunkene römische Stadt Neapolis vor Tunesien entdeckt

Archäologen haben die Ruinen der alten römischen Stadt Neapolis entdeckt, die vor rund 1.700 Jahren durch einen Tsunami zerstört wurde.
Wo genau sich diese altrömische Stadt befand, war unseren Forschern bislang ein Rätsel, denn es gibt kaum historische Überlieferungen über sie. Ihre Bürger hatten sich während des Dritten Punischen Krieges von 149 - 146 v. Chr. mit Karthago verbündet anstatt mit Rom und der endete mit der Zerstörung Karthagos und der Versklavung seiner Einwohner durch die Römer. Lediglich der römische Soldat und Geschichtsschreiber Ammien Marcellin erwähnte sie in seinen Schriften und sorgte dadurch, dass unsere Historiker von Neapolis erfahren.


Man nahm an, dass Neapolis nach dem schweren Erdbeben vor Kreta am 21. Juli 365 durch den nachfolgenden Tsunami zerstört wurde, der auch Küstenregionen Zentral- und Südgriechenlands, Libyens, Ägyptens, Zyperns sowie Siziliens traf und große Verwüstungen anrichtete. Jetzt hat ein italienisch-tunesisches Archäologenteam bekanntgegeben, dass sie tatsächlich die Ruinen von Neapolis auffinden konnten, die unter Wasser auf einem 20 Hektar großen Gebiet vor der Küste von Tunesien liegen.

Question

Rätsel um Lehmmischung der Terrakotta-Armee gelöst?

Forscher haben herausgefunden, nach welchen Rezepten die berühmte Terrakotta-Armee produziert wurde. Die Handwerker verwendeten demnach eine einheitliche Lehmmischung, der aber je nach Zweck verschiedene Zutaten beigemischt wurden. Eine straffe Organisation und feste Arbeitsteilung sorgte dabei für einheitliche Standards. Entgegen früheren Annahmen müssen die Tonfiguren zudem in festen Öfen gebrannt worden sein, wie Materialanalysen nahelegen.


Die Terrakotta-Armee beeindruckt durch die enorme Anzahl und Kunstfertigkeit ihrer Figuren. Aber auch ihre Fertigung war erstaunlich komplex und fortgeschritten.
Generäle, Bogenschützen, Infanteristen, Offiziere, Wagenlenker: Die Terrakotta-Armee des chinesischen Kaisers Qin Shihuangdi ist einzigartig und weltberühmt. Mehr als 7.000 lebensechte Figuren ließ der Kaiser für sein Grabmal fertigen und in Kriegsformation aufstellen. Ein Großteil dieser Soldaten wurde aus vorgefertigten Tonteilen zusammengesetzt und dann individuell verziert und mit erstaunlich lebensechter Mimik ausgestattet. Analysen belegen zudem, dass die Figuren einst bunt bemalt waren.

Wie wurden sie hergestellt?

Rätselhaft jedoch blieb bisher, wie und wo die unzähligen Figuren produziert wurden. "Wegen ihrer Größe und ihres Gewichts nimmt man zwar an, dass die Tonfiguren im oder in der Nähe des Mausoleums gefertigt worden sind, aber bisher sind weder Werkstätten noch Produktionsabfälle in dessen Umfeld entdeckt worden", berichten Patrick Sean Quinn vom University College London und seine Kollegen.

Auch die Technik, mit der die Tonkrieger hergestellt wurden, ist ebenso unklar wie umstritten. Einige Forscher vermuten, dass die Handwerker vorwiegend ungebrannten Ton verwendeten. Es gibt aber auch Analysen, die auf ein Brennen des Materials hindeuten. Um mehr Aufschluss über den Fertigungsprozess der Tonkrieger zu erhalten, haben Quinn und seine Kollegen Proben von 14 Terrakotta-Figuren analysiert und mit Proben von fünf Tonziegeln des Bodens und Resten der Lehmfüllung von drei bronzenen Statuen aus dem Grab verglichen.

Airplane Paper

Rätsel gelöst? Weibliche Pilotin Amelia Earhart 1937 bei Erdumrundung im Pazifik verschollen

Beim Versuch, als Erste die Erde fliegend am Äquator zu umrunden, verschwindet Amelia Earhart

© Courtesy George Palmer Putnam Collection of Amelia Earhart Papers, Courtesy of Purdue University Libraries, Karnes Archives and Special Collections
Amelia Earhart
Es scheint, als habe diese Frau bereits alles erreicht: Wo immer Amelia Earhart mit ihrem Flugzeug landet, strömen die Menschen zusammen, bejubeln die Pilotin, die zahlreiche Rekorde aufgestellt hat. Doch nun, in ihrem 40. Lebensjahr, plant sie den schwierigsten Flug ihres Lebens: Sie will als erster Mensch die Erde entlang des Äquators umfliegen.

1920 ist die damals 23-Jährige erstmals in ein Flugzeug gestiegen, für einen zehnminütigen Rundflug. Sie ist sofort begeistert, nimmt Flugstunden, erhält schon bald die Pilotenlizenz.

1928 wird George P. Putnam auf sie aufmerksam. Der Verleger hat im Jahr zuvor die Autobiografie von Charles Lindbergh veröffentlicht und sucht nun das weibliche Pendant des Atlantikfliegers: eine Pilotin, die er einem großen Publikum verkaufen kann.

Putnams Plan: Earhart soll als erste Frau den Atlantik überfliegen, allerdings als Passagierin - die beiden Piloten lassen sie im Juni 1928 während des Flugs von Neufundland nach Wales nicht für eine Minute ans Steuer. Doch das interessiert keinen der Journalisten, die über die Reise berichten: Sie machen sie zu einem der bekanntesten Menschen der Erde.

Fish

Fernhandel in der Wikingerzeit - In Haithabu kam Lofoten-Dorsch auf den Tisch

Internationales Wissenschaftsteam weist frühen Lebensmittel-Fernhandel nach

Getrockneter Kabeljau von den Lofoten gehörte nachweislich seit dem 13. Jahrhundert zu den Handelsgütern, die Hansekaufleute mit guten Gewinnen bis nach Südeuropa lieferten. Doch wie alt der Fischhandel mit Nordnorwegen tatsächlich war, ist in der Wissenschaft umstritten. Eine neue Studie belegt, dass schon die wikingerzeitlichen Menschen in Haithabu Kabeljau von den Lofoten speisten.

© Petr Šmerkl, Wikipedia, Drying Stockfish Lofoten 2009 1, CC BY-SA 3.0
Stockfisch auf den Lofoten. Getrockneter Kabeljau (Dorsch) aus Nordnorwegen wird noch heute bis nach Südeuropa und Afrika geliefert. Im Mittelalter war er ein gewinnbringendes Handelsgut der Hanse. die neue Studie zeigt jedoch, dass der Handel mit Dorsch von den Lofoten mindestens bis in die Wikingerzeit zurückgeht.
Ananas aus Brasilien, Kiwis aus Neuseeland und Kaffee aus Kenia: Heutige Supermarktauslagen vermitteln eine Vorstellung vom globalen Netz des Lebensmittelhandels. Doch der Fernhandel mit Nahrung ist kein neues Phänomen. Ein bekanntes historisches Beispiel ist Trocken- oder Stockfisch. Auf den Lofoten vor Nordnorwegen aus Kabeljau (arktischem Dorsch) hergestellt, lieferten die Kaufleuten der Hanse ihn bis nach Südeuropa und erzielten damit zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert satte Gewinne. Umstritten ist aber bisher, wie lange es diesen Trockenfischhandel mit Nordnorwegen vorher schon gab.

Ein internationales Wissenschaftsteam unter Leitung der Universität Oslo hat jetzt mit Beteiligung des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel und des Schleswiger Zentrums für Baltische und skandinavische Archäologie Belege dafür gefunden, dass bereits in der Wikingerzeit zwischen 800 und 1100 n. Chr. Dorsch aus Nordnorwegen und der Arktis auf dem Speiseplan der Menschen in Mitteleuropa stand. »Der Dorsch, der beispielsweise in Haithabu gegessen und gehandelt wurde, stammte zumindest teilweise von den Lofoten«, sagt Koautor Jan Dierking, Biologe am GEOMAR.

Dig

Mathematische Geheimnisse von Babylonischer Keilschrift-Tafel entschlüsselt

3.700 Jahre alte Tontafel enthüllt verblüffend fortgeschrittene Mathematik

Überraschung in Keilschrift: Eine 3.700 Jahre alte Tontafel der Babylonier hat sich als die älteste trigonometrische Tabelle der Welt entpuppt. Die Keilschrift-Zahlenfolgen deuten darauf hin, dass die babylonischen Mathematiker schon tausend Jahre vor den Griechen die Trigonometrie kannten und nutzten. Überaschend auch: Das babylonische Sysstem erlaubte viel präzisere Berechnungen als das klassische winkelbasierte System.
© UNSW/Andrew Kelly
3.700 Jahre alt und doch erstaunlich modern: Die babylonische Keilschrift-Tafel "Plimpton 322"
Das alte Mesopotamien ist eine bedeutende Wiege der Astronomie und Mathematik: Schon die Gelehrten Babylons erkannten bestimmte Gesetzmäßigeiten in den Bewegungen von Planeten, der Sonne und den Sternen. Sie entwickelten daher mathematische Methoden, um diese Himmelsereignisse vorhersagen zu können. Ihre Berechnungen sind auf Keilschrifttafeln niedergeschrieben und teilweise bis heute erhalten.

Jetzt zeigt sich, dass die Babylonier auch in einer anderen mathematischen Disziplin die Nase vorn hatten - der Trigonometrie. Bisher galt diese als Errungenschaft der Griechen. Sie sollen erstmals ermittelt haben, wie man mithilfe von Winkel- und Kreisfunktionen von drei bekannten Merkmalen in einem Dreieck auf weitere schließen kann. Wichtig ist dies unter anderem für die Geodäsie, aber auch die Entfernungsberechnung von Himmelskörpern in der Astronomie.

Question

22. September 1979: Die rätselhafte Vela-Explosion

Kaum einer spricht noch von dem Ereignis, das sich am 22 September 1979 im Südatlantik zwischen der Bouvetinsel und den Prinz-Edward-Inseln abspielte: Eine mysteriöse Explosion, die bis heute ungeklärt geblieben ist.
© Wikimedia Commons
Der Name »Vela« bezieht sich auf das »Vela-Projekt« der USA, das zu dem Zweck entwickelte wurde, um die Einhaltung des im Jahre 1963 abgeschlossenen Moskauer Atomteststoppabkommen überwachen zu können. Die Vela-Satelliten bestanden aus einer Reihe von Überwachungssatelliten, die oberirdische Atombombentests anhand der ausgesandten Gammastrahlung vom Weltall aus auf der gesamten Erde messen konnten.

Archaeology

War 4.700 Jahre alter, ägyptischer Pharao ein Riese?

Das gut erhaltene Skelett eines altägyptischen Pharaos weist deutliche Anzeichen von Gigantismus auf, was ihn zum ersten nachweislichen »Riesen« auszeichnet.
© Royal Anthropological Institute of Great Britain and Ireland
Der vermeintliche Schädel von Pharao Sanacht
Geschichten über Riesen tauchen seit Jahrtausenden bei allen Kulturen auf der ganzen Welt auf und neue Untersuchungen an einem Skelett, dass man 1901 nahe dem ägyptischen Dorf Bait Challaf entdeckte, haben ergeben, dass es tatsächlich Menschen gab, die für damalige Verhältnisse eine gewaltige Größe erreichten. Man vermutet, dass es sich bei diesen Überresten um den Leichnam eines Pharaos der 3. Dynastie handelt, dessen Horusname Sanacht (auch Hor Sanacht oder Nacht-Sa) lautete und der etwa zwischen 2690 und 2670 v. Chr. in Ägypten regierte.

Kommentar:


Eye 1

Schon seit mindestens 45.000 Jahren beeinflussen Menschen Tropenwälder

Die erste umfassende Studie über die globalen Auswirkungen menschlicher Aktivitäten auf die Tropenwälder zeigt, dass diese Wälder bereits seit mindestens 45.000 Jahren durch menschliche Eingriffe verändert werden. Dieses Ergebnis wirkt der Auffassung entgegen, dass Tropenwälder bis zum Aufkommen der modernen Landwirtschaft und der Industralisierung unberührte Naturgebiete gewesen sind.

© Patrick Roberts
Blick von der antiken Stadt Polonnaurwa in Sri Lankas tropischen Trockenwald
Nach den Erkenntnissen der Studie, die am 3. August in Nature Plants veröffentlicht wurde, üben Menschen tatsächlich seit Zehntausenden von Jahren über Techniken, die von der Brandrodung einzelner Waldabschnitte über Pflanzen- und Tiermanagement bis hin zum Kahlschlag reichen, einen dramatischen Einfluss auf diese Waldgesellschaften aus. Während sich frühere Untersuchungen mit dem menschlichen Einfluss auf spezielle Waldregionen und Ökosysteme beschäftigten, liegt jetzt zum ersten Mal eine Studie vor, die Daten aus aller Welt zusammenführt.

Die Studie, die gemeinsam von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte, der Liverpool John Moores University, des University College London und der École française d»Extrême-Orient verfasst wurde, beschreibt drei Phasen der menschlichen Einwirkung auf die Tropenwälder, die ungefähr mit den Lebenshaltungsformen Jäger- und Sammlerkultur, kleinformatige Landwirtschaft und großformatige urbane Siedlungen korrespondieren.

Großer Einfluss kleiner Jäger- und Sammlergruppen

Offensichtlich haben bereits vor 45.000 Jahren die ersten modernen Menschen als Gruppen von Jägern und Sammlern, insbesondere in Südostasien, ganze Tropenwaldgebiete brandgerodet. Belege für ähnliche Aktivitäten des kontrollierten Abbrennens gibt es in Australien und Neuguinea. Das Roden von Teilen der Wälder diente dazu, mehr »Waldrand«-Gebiete zu schaffen, um das Vorkommen von Tieren und Pflanzen zu begünstigen, die den Menschen damals als Nahrungsgrundlage dienten.

Bulb

Ursprung der Mykener und Minoer durch Genanalysen geklärt

Rätselhafte Pracht: Die Hochkulturen der Minoer und Mykener entstanden scheinbar aus dem Nichts. Jetzt haben Forscher das Geheimnis ihres Ursprungs gelüftet. DNA-Analysen verraten, dass beide Bronzezeit-Kulturen gemeinsame Wurzeln hatten und sich aus der lokalen Bevölkerung entwickelten. Die Mykener jedoch wurden zusätzlich von einwandernden Steppennomaden aus Zentralasien beeinflusst, wie die Forscher im Fachmagazin "Nature" berichten.

© Harrieta171/ CC-by-sa 3.0
Der Stierkult der Minoer, hier auf einem Fresko aus dem Palast von Knossos, war Vorbild für die Sage des Minotaurus. Doch wer waren die Minoer?
Die Minoer und Mykener gehören zu den frühesten Hochkulturen Europas - und zu den geheimnisvollsten. Etwa ab 2.600 vor Christus errichteten die Minoer auf Kreta ihre ersten Paläste. Scheinbar aus dem Nichts entstanden damals komplexe Siedlungen, die Bewohner schufen kunstvollen Schmuck, prachtvolle Fresken und nutzten eine Schrift (Linear A), die bis heute nicht entziffert werden konnte.

Ursprung und Untergang bis heute rätselhaft

Doch woher kamen die ersten Minoer? Diese Frage blieb lange ungeklärt. Einige Historiker vermuteten, dass vielleicht Einwanderer aus Ägypten oder anderen Hochkulturen des Nahen Ostens den plötzlichen Entwicklungsschub der kretischen Kultur anstießen. 2013 jedoch belegten DNA-Analysen von Toten aus minoischen Gräbern, dass dies nicht der Fall war: Die Minoer waren keine Afrikaner.

Ähnlich rätselhaft sind bis heute die Mykener: Ihre Kultur begann etwa 1700 vor Christus auf dem Peleponnes und dominierte nach dem Niedergang der Minoer die gesamte Ägäis. Auch die Mykener bauten Paläste und schufen eine eigene Schrift - die Linear B. Aus ihr entwickelte sich später das Griechische. Unklar ist jedoch, ob die mykenische Kultur und Schrift auf der minoischen basierte.

Kommentar:


Horse

Die Skythen - Auf den Spuren einer rätselhaften Steppenkultur

Für die Griechen waren sie nur ungehobelte Trunkenbolde und grausame Krieger, die auf ihren schnellen Pferden aus der Steppe einfielen. Doch die Skythen waren alles andere als primitive "Barbaren": Ganz im Gegenteil: Sie schufen feinste Goldkunst, die noch heute für Erstaunen sorgt, lebten in komplexen Gesellschaften und ihre Kultur prägte 500 Jahre lang das gesamte Gebiet der eurasischen Steppe - von der Schwarzmeerküste bis in die Mongolei.

© Derzsi Elekes Andor / CC-by-sa 3.0
Goldene Tierfiguren, hier zwei kämpfende Pferde, sind typisch für die Kunst der Skythen.
Wer aber waren diese Reiternomaden, die überall in Zentralasien ihre auffälligen Grabhügel und sagenhafte Goldschätze hinterließen? Weil die Skythen keine schriftlichen Überlieferungen hinterlassen haben, sind viele Aspekte ihrer Kultur noch immer kaum bekannt. Unklar ist auch, welche griechischen Beschreibungen dieser "gefährlichen Nachbarn im Osten" einen wahren Kern haben und wo die antiken Berichte kreativ ausgeschmückt oder sogar frei erfunden sind. Gerade in den letzten zehn Jahren haben Ausgrabungen immer mehr Details über die Welt der Skythen ans Licht gebracht - und für einige neue Erkenntnisse, aber auch Überraschungen gesorgt.