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Mo, 26 Sep 2016
Die Welt für Menschen, die denken

Verborgene Geschichte
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Älteste Nähnadel der Welt in Denissowa-Höhle gefunden - Denisova Menschen weiterentwickelt als bisher vermutet

Paläontologen haben während ihrer Ausgrabungen in der sibirischen Denissowa-Höhle eine 50.000 Jahre alte Nähnadel entdeckt, die aus Knochen angefertigt wurde und als die älteste der Welt gezählt werden darf.
© Vesti
Die Nadel wird als Beleg dafür angesehen, dass die lange verschwundenen Denisova-Menschen - benannt nach der Höhle - weiter entwickelt waren als man bisher geglaubt hat.
Nadel wurde von den Denisova-Menschen angefertigt

Die Höhle mit einer Bodenfläche von etwa 270 m² befindet sich etwa 670 Meter über dem Meeresspiegel und etwa 28 Meter oberhalb des rechten Ufers des Anui, eines linken Nebenflusses des Ob. Sie ist eine wahre paläontologische Fundgrube im sibirischen Altai-Gebirge.

Nun haben die Forscher während ihrer Ausgrabungen dort eine sieben Zentimeter lange Nähnadel gefunden, die nicht mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht vom Homo sapiens hergestellt und benutzt wurde, sondern von dem sogenannten Denisova-Menschen (auch Homo altaiensis genannt).

Document

Patent belegt: Nikola Tesla könnte der erste Entwickler von Drohnen gewesen sein

Ein über 100 Jahre altes Patent des weltberühmten Erfinders, Physikers und Elektroingenieurs Nikola Tesla (1856 - 1943) ist jetzt in den USA aufgetaucht, dass ihn möglicherweise zum allerersten Entwickler von Drohnen auszeichnen könnte, denn darin werden tatsächlich unbemannte, ferngesteuerte Objekte beschrieben.

Aus dem Patent vom 8. November 1898 geht hervor, dass man seine Maschinen für viele unterschiedliche Einsatzbereiche wie den Transport von Briefen, Verpflegung oder jedes andere beliebige Material nutzen könnte. Aber auch zur Erkundung von in für den Menschen nur schwer bzw. gar nicht zugänglichen Gebieten oder um mit schwer erreichbaren Regionen Kontakt zu halten, wäre es ein geeignetes Instrument. Für die Forschung wäre es ebenfalls eine große Hilfe, da es beispielsweise die Lebewesen in den Tiefen der Meere erforschen und gegebenenfalls einfangen könnte.

Archaeology

"Super-Stonehenge" Strukturen waren wahrscheinlich Holzpfosten in riesigen Gruben

Einst lag die größte Jungsteinzeitsiedlung Nordeuropas zu Füßen der Steinkreise im Norden von Stonehenge. Am Ende ist Superhenge aber womöglich teilweise absichtlich eingeebnet worden.

© Wikimedia
Die im 4. Jahrtausend v. Chr. wohl größte Siedlung Nordeuropas - die Durrington Walls mit dem gewaltigen Superhenge - soll einst viel weiträumiger angelegte Megalithreihen und Wallanlagen als der etwas südlich gelegene berühmte Komplex von Stonehenge geboten haben. Ein exakter Überblick über die Bedeutung der Monumente fehlt den Archäologen, die seit geraumer Zeit vor Ort buddeln, aber noch immer. Nun fördern Grabungsberichte neue Theorien über ein offenbar einschneidendes Ereignis in der Geschichte der Jungsteinzeitsiedlung: Offenbar wurde der riesige Komplex in den letzten Bauphasen nie fertig gestellt und schließlich sogar gezielt und sorgfältig verschüttet, so dass die Ausgräber heute über eine radikale, umwälzende Episode in der Jungsteinzeit spekulieren können.

Ausgangspunkt der Überlegungen ist die gerade abgeschlossene Grabung an Stellen, wo auf Grund von Bodenradaruntersuchungen alte Steinsetzungen vermutet worden waren. Diese gruppierten sich, wie man gedacht hatte, einst zu einer imposanten Reihe von 200 bis 300 Megalithen. Tatsächlich aber fanden sich an zwei der fraglichen Orte keine Spuren einstiger Megalithe: Das zuvor identifizierte radardichte Material entpuppte sich stattdessen als Kalksteinschutt, mit dem die rund eineinhalb Meter tief ausgehobenen Löcher noch in der Jungsteinzeit verfüllt worden waren. Spuren seitlicher Stabilisierungspfahlaushebungen deuten darauf hin, dass hier einst größere Holzpfähle aufgerichtet waren. Unter einem Loch fanden die Archäologen ein vielleicht rituell vergrabenes, in eine Schaufelform umgeschnitztes Schulterblatt eines Rinds.

Kommentar:


Book 2

Faksimiles des rätselhaften Voynich-Manuskripts werden von spanischem Verlag herausgebracht

Ein spanischer Verlag erhielt die Genehmigung der Yale University, das mysteriöse Dokument zu replizieren

© apa/afp/cesar manso
Qualitätskontrolle im Verlagshaus Siloé. Hier werden Faksimiles des berühmt-berüchtigten Voynich-Manuskripts angefertigt.
Burgos - Wertvoller Geheimcode, uraltes Rätsel, unschätzbares Wissen - oder doch nur ein Witz? Das mysteriöse Voynich-Manuskript zieht Wissenschafter und Glücksritter schon seit seiner Entdeckung im Jahr 1912 in den Bann. Das Manuskript, bestehend aus 102 Blättern voller Abbildungen unbekannter Pflanzen, rätselhafter mechanischer Vorrichtungen und astronomischer Diagramme nebst merkwürdiger Frauenfiguren, konnte bis heute nicht entschlüsselt werden.

Der umfangreiche Text ist in einer nicht bekannten Schrift und Sprache verfasst. Während Materialuntersuchungen darauf hinweisen, dass das Dokument authentisch ist und in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts entstanden sein muss, ist sein Inhalt nach wie vor vollkommen unbekannt. Es ist noch nicht einmal klar, ob es überhaupt über einen sinnvollen Inhalt verfügt.

Laut einem beiliegenden Dokument hatte Kaiser Rudolf II. das Manuskript jedenfalls einst für 600 Dukaten erworben. Benannt ist das Schriftstück nach Wilfrid Michael Voynich, der es 1912 im italienischen Frascati entdeckte. Heute befindet es sich im Besitz der Beinecke Bibliothek der Yale-Universität.

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Newspaper

Deodoro: Brasiliens Folterkeller unter dem Olympia-Park

Gestern endeten die Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro. Es feiern die fünf Medaillen-Sieger USA, Grossbritannien, China, Russland und Deutschland, es zelebriert das Internationale Olympische Komitee (IOC). Doch in Brasilien wurden die Spiele gemischt aufgenommen und zum Feiern war den Wenigsten zumute. An der gedrückten Olympia-Stimmung der Brasilianer hatten auch die von westlichen Medien totgeschwiegenen Leichen unter dem Olympia-Park ihren Anteil.
Die Tageszeitung Folha de São Paulo schätzte bereits Ende Juli, dass sich die Einnahmen des IOC auf fünf bis sechs Milliarden Euro belaufen. Die Gewinne stammten hauptsächlich aus dem Verkauf von Eintrittskarten und medialen Übertragungsrechten. Insgesamt dürften die Gewinne etliche Millionen über den Einnahmen liegen, welche die FIFA im Jahr 2014 mit der Fußball-WM machte.

Von der beachtlichen Geldsumme profitiert das Austragungsland kaum. Noch schlimmer: Obwohl das Land mit den Spielen rund zehn Milliarden Euro an Unkosten einfährt, musste Brasilien dem IOC die Mehrheit der landesüblichen Steuern erlassen. Allein eine Milliarde machte der Steuerverlust für den Olympischen Park Deodoro aus.

2 + 2 = 4

Der Ishango-Knochen - Primzahlen auf dem Kerbholz

Archäologen finden ein paar Kerben auf einem 22.000 Jahre alten Knochen und deuten sie als erste Rechenkünste. Die große Frage lautet nun: Wann begann das mathematische Denken?

© Unbekannt
Ishango-Knochen
Die große Zahl der Kerben auf dem kleinen Knochen fällt sofort auf, 168 Vertiefungen sind es insgesamt. In drei Spalten sind sie geordnet und darin jeweils in kleinen Gruppen zusammengefasst. In der ersten Spalte finden sich hintereinander 3 und 6, 4 und 8, 5 und 10, jeweils eine Zahl und das Doppelte davon. Am Ende der Spalte folgen noch 5 und 7, zwei Primzahlen. Noch überraschender ist die zweite Spalte: Hier finden sich 11, 13, 17, 19 Kerben. Es sind sämtliche Primzahlen zwischen 10 und 20, in der Summe ergeben sie die Zahl 60. Auch die Kerben der dritten Spalte mit den Werten 11, 21, 19, 9 ergeben zusammen 60.

Nur zehn Zentimeter ist dieser unscheinbare, bräunlich schimmernde Knochen mit der kleinen Kristallspitze lang. Archäologen fanden ihn in den 1950er-Jahren nahe dem Edward-See unweit des Äquators an der Grenze zu Uganda, dort, wo auch der Nil einen seiner Ursprünge hat. Nach einem Fischerdorf benannt, ist der Ishango-Knochen das älteste bekannte Zeugnis einer mathematischen Kultur. Ein Hinweis darauf, dass Menschen vor 22.000 Jahren bereits elementare Arithmetik beherrscht haben könnten.

Kommentar:


Horse

Nach der Eiszeit überlebten Wildpferde Temperaturanstieg, Klimawandel und den Menschen

Das Schicksal des Wildpferdes hing während und nach der Eiszeit am Klima und an den Menschen. Dabei war es widerstandsfähiger, als bisher in der Fachwelt angenommen und überlebte den Temperaturanstieg und Klimawandel.

© Centre National de la Prehistoire - Jean Clottes
Das fanden jüngst die Zoologen und Paläoökologen Dr. Robert Sommer, Privatdozent am Institut für Natur- und Ressourcenschutz - Abteilung Landschaftsökologie an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU), und Dr. Ulrich Schmölcke, Bereichsleiter Archäozoologie und Geschichte der Fauna bei der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen, heraus. In der kommenden Ausgabe des Fachblatts Journal of Quaternary Science (Heft 8, Band 26) erscheinen ihre Forschungsergebnisse, die bereits im Internet in der online early Version zu finden sind.

Kommentar:


Cloud Precipitation

Archäologen finden Beweise für legendäre große Flut in China vor 4000 Jahren

Die "Große Flut" gilt als Gründungsmythos des ersten chinesischen Herrschergeschlechts. Nun rekonstruiert eine Studie dort tatsächlich eine Überschwemmung gigantischen Ausmaßes; Forscher liefern erstmals Beweise für eine gigantische Flut vor 4000 Jahren.

© AFP
Mythos oder Tatsache? Frühe chinesische Schriften berichten von einer "Großen Flut", die letztlich zur Gründung der ersten Dynastie und zur Entstehung der Zivilisation in China führte. Lange Zeit hielten Experten dies für eine Legende, um den Herrschaftsanspruch des damaligen Kaiserhauses zu legitimieren. Nun rekonstruiert ein internationales Forscherteam im Fachblatt "Science" eine beispiellose Flutwelle am Gelben Fluss, die vor rund 4000 Jahren das Flusstal Tausende Kilometer weit überströmte.

Offenbar wurde die Naturkatastrophe etwa ein Jahrtausend lang mündlich überliefert, bevor sie vor etwa 3000 Jahren schriftlich festgehalten wurde. Dem Text zufolge bändigte der Held Yu die Fluten durch Kanäle und Abwassergräben und stieg so zum Kaiser auf. Yu begründete die Xia-Dynastie, deren Beginn Historiker bislang auf etwa 2200 vor Christus datierten. Trotz ausgiebiger Suche fanden Forscher lange keine Belege für eine tatsächliche Flut.

© pd
Der chinesische Kaiser Yu, Begründer der Xia-Dynastie.
Geröll türmte sich 200 Meter hoch

Nun entdeckte das Team um den Archäologen Quinglong Wa von der Universität Peking am Gelben Fluss in der Provinz Qinghai Rückstände eines Damms, der offenbar nach einem Erdbeben bei einem Erdrutsch entstanden war. Demnach türmten sich das Geröll nach dem Erdrutsch in der Jishi-Schlucht über eine Länge von einem Kilometer etwa 200 Meter hoch auf. Der Damm unterbrach den Wasserfluss den Berechnungen der Forscher zufolge etwa sechs bis neun Monate lang.

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Europas älteste Monumentalbauten in Niederösterreich - Neolithische Kreisgrabenanlagen als Steinzeit-Kalender?

Die rund 50 mittelneolithischen Kreisgrabenanlagen in Niederösterreich gehören zu Europas ältesten Monumentalbauten: Sie wurden zwischen 4.800 und 4.500 v. Chr. erbaut und genutzt - wofür, ist bis heute noch nicht eindeutig geklärt. Eine der diversen Hypothesen über ihre Rolle im Leben der "Steinzeit-NiederösterreicherInnen" konnten der Archäologe Wolfgang Neubauer und der Astronom Georg Zotti von der Universität Wien kürzlich bestätigen: Einige der Bauten dienten offenbar als Sonnen- bzw. Sternenkalender. In einem laufenden FWF-Projekt sollen nun alle bekannten Kreisgrabenanlagen im Hinblick auf diese "Kalenderfunktion" archäoastronomisch untersucht werden.

© Unbekannt
Die Kreisgrabenanlage Goseck gilt als einer der frühesten archäologischen Belege für systematische Himmelsbeobachtungen. Das mit 7000 Jahren älteste Sonnenobservatorium der Welt wird als Meilenstein in der Archäologie und Astronomie angesehen.
Zur Zeit der mittelneolithischen Kreisgrabenanlagen in Niederösterreich steckte Stonehenge noch in den Kinderschuhen: Die komplexen, von einem tiefen Graben umgebenen Monumentalbauten wurden rund 2.000 Jahre vor dem berühmten britischen Steinkreis errichtet. Allerdings aus einem vergänglicheren Material: Holz. Längst haben Witterung und jahrtausendelanger Ackerbau ihre Spuren in der Landschaft verwischt. Trotzdem kann man die rätselhaften Bauten heute wieder betreten - und zwar virtuell: Ein Team rund um Wolfgang Neubauer von der Interdisziplinären Forschungsplattform Archäologie (VIAS) hat die steinzeitlichen Kreisgrabenanlagen 1:1 am Computer "nachgebaut".

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Kupferzeitliche Kreisgrabenanlage in Südspanien entdeckt - War es eine Kultstätte?

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Sonderforschungsbereichs Ressourcen Kulturen an der Universität Tübingen haben in Südspanien eine Kreisgrabenanlage entdeckt, die aus der Zeit von 2.600 bis 2.200 v. Chr. aus der sogenannten Glockenbecherkultur stammt. Der Name dieser Periode in der späten Kupferzeit wird von der charakteristischen Form der damals hergestellten Gefäße hergeleitet. Die Stätte könnte rituellen Zwecken gedient haben. Ähnliche Kultstätten waren bislang nur aus Nordeuropa bekannt.

© SFB 1070 RessourcenKulturen, Javier Escudero Carrillo und Helmut Becker
Die neu entdeckte Kreisgrabenanlage La Loma del Real Tesoro II (nahe Carmona).
Ein Teilprojekt des Sonderforschungsbereichs untersucht in Feldstudien, wie die Bewohner Südspaniens in der Kupferzeit (ca. 3. Jahrtausend v. Chr.) mit Ressourcen ihres Lebensraums umgingen und welche Auswirkungen dies auf Gesellschaft, Handelsbeziehungen und Migrationsbewegungen in der Region hatte. Die Region um Valencina de la Concepción bei Sevilla ist als bedeutendes kupferzeitliches Siedlungszentrum bereits seit der Mitte des 19. Jahrhunderts bekannt. 1860 wurde dort mit dem Dolmen de la Pastora (Archäolog. Erstbeschreibung 1868, F.M. Tubino), einer langgezogenen Megalith-Grabanlage, bereits ein bedeutender kupferzeitlicher Fund gemacht.

Die nahe gelegene Siedlung von Valencina, mit 400 Hektar Ausdehnung die größte kupferzeitliche Siedlung Spaniens, war günstig für Ackerbau und Viehzucht in der fruchtbaren Küstenebene positioniert. Grabfunde aus früheren Untersuchungen zeigten, dass Handelsbeziehungen auch mit weiter entfernten Kulturen stattfanden: Unter den Grabbeigaben fanden sich exotische Luxusgüter wie Elefantenstoßzähne aus Afrika und Bernsteinperlen aus dem Norden. Exportschlager der Region waren vermutlich die Kupfererze aus dem Bergland unweit Valencina. Inwieweit die Siedlung mit dem Hinterland interagiert hat und wie genau die Handelsrouten und Migrationswege der damaligen Bewohner ausgesehen haben könnten, ist bisher noch wenig erforscht. Hier soll die Feldforschung des Tübinger Archäologenteams unter Leitung von Professor Martin Bartelheim neue Erkenntnisse bringen.

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