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Di, 26 Jul 2016
Die Welt für Menschen, die denken

Verborgene Geschichte
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Ice Cube

Waren die Justinianische Pest und die Völkerwanderung Folge einer »Kleinen Eiszeit«?

Alte Bäume offenbaren »Spätantike Kleine Eiszeit« vor rund 1.500 Jahren

© onionstatic.com
Jahrringmessungen decken eine drastische Kälteperiode in Eurasien zwischen 536 und etwa 660 nach Christus auf. Sie überlagert sich zeitlich mit der Justinianischen Pest sowie mit politischen Umwälzungen und Völkerwanderungen sowohl in Europa als auch in Asien. Dies berichtet ein interdisziplinäres Team unter Leitung der Eidg. Forschungsanstalt WSL und des Oeschger-Zentrums der Universität Bern im Fachjournal »Nature Geoscience«.

Die Wissenschaftler um den Jahrringforscher Ulf Büntgen von der WSL konnten erstmals präzise die Sommertemperaturen der letzten 2.000 Jahre in Zentralasien rekonstruieren. Möglich machten dies neue Jahrringmessungen aus dem russischen Altai-Gebirge. Die Ergebnisse ergänzen die bereits 2011 im Fachjournal »Science« von Büntgen und Kollegen publizierte Klimageschichte der Alpen, welche 2.500 Jahre zurückreicht. »Der Temperaturverlauf im Altai passt erstaunlich gut mit dem der Alpen überein«, sagt Büntgen. Die Studie ermöglicht erstmals Aussagen über die Sommertemperaturen in grossen Teilen Eurasiens für die letzten 2.000 Jahre.

Aus der Breite der Jahrringe kann man die sommerlichen Klimabedingungen der Vergangenheit jahrgenau ableiten. Dabei stach den Forschenden eine Kälteperiode im 6. Jahrhundert ins Auge, die noch kälter, länger und grossräumiger war als die bisher bekannten Temperatureinbrüche innerhalb der »Kleinen Eiszeit« zwischen dem 13. und 19. Jahrhundert. »Es war die stärkste Abkühlung auf der Nordhalbkugel während der letzten 2000 Jahre«, sagt Büntgen.

© Vladimir S. Myglan
Dank alter Bäume im Altai-Gebirge können die Sommertemperaturen für die letzten 2.000 Jahre rekonstruiert werden
Klima und Kultur

Die Forschenden bezeichnen deshalb erstmals den Zeitraum von 536 bis etwa 660 nach Christus als »Spätantike Kleine Eiszeit« (Late Antique Little Ice Age, LALIA). Auslöser waren drei grosse Vulkanausbrüche in den Jahren 536, 540 und 547 nach Christus, deren Effekt auf das Klima durch die verzögernde Wirkung der Ozeane und ein Minimum der Sonnenaktivität noch verlängert wurde.

Gemäss dem Team aus Natur-, Geschichts- und Sprachforschern fällt eine ganze Reihe von gesellschaftlichen Umwälzungen in diese Periode. Nach Hungersnöten etablierte sich zwischen 541 und 543 die Justinianische Pest, die in den folgenden Jahrhunderten Millionen von Menschen dahinraffte und vermutlich zum Ende des Oströmischen Reichs beitrug.

© Ulf Büntgen
Die »Spätantike Kleine Eiszeit« (Late Antique Little Ice Age, LALIA) begann 536 n. Chr. Sie tritt in den rekonstruierten Sommertemperaturen deutlich hervor (blaue Schraffierung links).

Kommentar: Sowohl am Ende der Antike als auch im Mittelalter kam ein Großteil der Menschen wegen Seuchen wie der Pest um und zeitgleich gab es eine "Kleine Eiszeit". Sind Krankheiten wie die Pest und Klimaveränderungen vielleicht ein Warnzeichen von Mutter Natur, die unsere Aufmerksamkeit erlangen sollen? Kriege, Gerüchte von Kriegen, etc.? "Wenn man aus der Geschichte nicht lernt, muss man sie wiederholen." Nachdenklich geworden? Möglicherweise sind dann auch diese Artikel interessant:


Question

Zweiter Weltkrieg: Noch immer werden etwa 1,5 Millionen Menschen vermisst

Etwa 1,5 Millionen Menschen gelten seit dem Ende des Großen Vaterländischen Krieges (1941/45) immer noch als vermisst. Diese Zahl nannte Generalmajor a. D. Alexander Kirilin am Mittwoch in Moskau.
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1945 habe es rund 4,5 Millionen Vermisste gegeben, sagte der Sekretär des Forschungsrates der militär-historischen Gesellschaft auf einer Pressekonferenz.

Kommentar: Gemeinsames Projekt Deutschland und Russland: Aufklärung der Schicksale von Kriegsgefangenen


MIB

Neue Dokumente: Die CIA mischte auch eifrig in Ecuador mit

US-Geheimdienst nahm bis 2007 massiv Einfluss auf ecuadorianische Sicherheitsbehörden. Polizei und Militär sollten Zielen Washingtons
Leila Hadad Pérez, hier links im Bild. Das Foto stammt aus einem Bericht des Fernsehsenders Telesur
© Telesur
Leila Hadad Pérez, hier links im Bild. Das Foto stammt aus einem Bericht des Fernsehsenders Telesur
Quito. Der US-amerikanische Geheimdienst CIA hat offenbar versucht, gezielt auf Sicherheitsbehörden und das Militär in Ecuador Einfluss zu nehmen. Dies geht aus einem Bericht der regierungsnahen ecuadorianischen Tageszeitung El Telégrafo vom Montag hervor, der sich auf entsprechende Dokumente stützt, die dem Blatt zugespielt wurden.

Den Unterlagen zufolge hat die amerikanische CIA-Agentin Leila Hadad Pérez bis 2007 Ämtervergaben in Sicherheitsbehörden sowie beim Militär beeinflusst. Laut dem Bericht sollte vorgeblich sichergestellt werden, dass im Interesse der USA mehr gegen den Drogenhandel unternommen wird. Mit falschen Papieren ausgestattet, hatte Hadad bereits im Jahr 1984 in der Hauptstadt Quito zunächst einen Kosmetiksalon und anschließend einen Teppichladen eröffnet. Mit Hilfe dieser Tarnung nahm sie seither Einfluss auf die Politik ecuadorianischer Sicherheitsbehörden.

Kommentar: Wie im oberen Kommentar bereits genannt, ist das eine typische Strategie der USA Länder zu destabilisieren. Auch viele andere Länder (Ukraine, Syrien, Irak etc.) werden von CIA finanzierten Agenten unterwandert und unterstützt, um "Revolutionen" durchzuführen.


Black Magic

Auf der Spur des Schwarzen Todes vom Mittelalter bis in die Neuzeit

Ein einzelner Stamm des Pestbakteriums Yersinia pestis hat zum Ausbruch mehrerer historischer und neuzeitlicher Pestepidemien rund um den Globus geführt. Das zeigt die Analyse und der Vergleich von Genomen des Erregers von unterschiedlichen Krankheitsausbrüchen und mehreren Regionen Europas durch ein internationales Forschungsteam unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte in Jena.

© Rainer Weiss, Landesamt für Denkmalpflege, Baden-Württemberg
Massengrab von Pestopfern eines Krankheitsausbruchs im 16. Jahrhundert in Ellwangen, Süddeutschland. Von hier stammt einer der Erregerstämme, dessen Genom für die aktuelle Studie rekonstruiert wurde
Die Pest war auch nach dem Ende ihres wohl verheerendsten Ausbruchs, dem Schwarzen Tod (1347-1351), noch für Jahrhunderte die am meisten gefürchtete Krankheit in Europa und bis ins 18. Jahrhundert kam es wiederholt zu Ausbrüchen der Krankheit, die zusammenfassend mit dem Begriff »zweite Pandemie« bezeichnet werden. Heute gilt der Erreger auf dem europäischen Kontinent als ausgestorben, in anderen Regionen der Welt existiert er jedoch noch.

Um die Entwicklungsgeschichte dieses berüchtigten Erregers näher zu untersuchen, wurden für die vor kurzem in der Fachzeitschrift »Cell Host&Microbe« veröffentlichte Studie historische Genome des Pesterregers, Yersinia pestis, aus Massengräbern in Barcelona, Spanien und Ellwangen, Süddeutschland, sowie aus einem Einzelgrab in Bolgar, Russland rekonstruiert und mit historischen sowie heutigen Erreger-Genomen verglichen. Während der spanischen Erreger auf die Mitte des 14. Jahrhundert datiert und damit am ehesten den Beginn des Schwarzen Todes repräsentiert, stammt das russische Genom aus den Jahrzehnten nach dem Abklingen der Pandemie. Die Ellwanger Probe ist einem späteren Pestausbruch im 16. Jahrhundert zuzurechnen. »Wir haben gehofft, durch die Untersuchung von Pestopfern verschiedener Pestwellen, unterschiedliche Entwicklungsstufen des Bakteriums im mittelalterlichen Europa erfassen zu können«, sagt Maria Spyrou, die Hauptautorin der Studie.

Aus historischen Quellen lässt sich schließen, dass die Pest in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts in Richtung Nordosteuropa nach Russland reiste. Was die Geschichtsbücher nicht verraten, ist, dass die Pest damit nicht gebannt war. Schon 2014 wurde spekuliert, dass die Pest von Russland aus weiter nach China wanderte. »Unsere Arbeit bietet erstmals genetische Belege dafür, dass mit dem Abklingen des Schwarzen Todes in Mitteleuropa, Stämme der europäischen Pest nach Osten wanderten, am Ende des 14. Jahrhunderts das Gebiet der Goldenen Horde im heutigen Russland erreichten und schließlich bis nach China gelangten, wo sie die dritte weltweite Pestpandemie auslösten, die in der Mitte des 19. Jahrhunderts begann«, erläutert Johannes Krause, Direktor am Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte die Ergebnisse.

Kommentar: Dass die Pest aus Europa verschwunden ist bedeutet nicht, dass sie nicht wieder einmal an "unsere Türen klopfen könnte". Die Pest suchte uns nicht nur in den letzten Jahrhunderten heim, sondern Schnitter Tod raffte während "schlechter Zeiten" in der Menschheitsgeschichte immer wieder die Menschen dahin: Sind Krankheiten wie die Pest und auch Ebola vielleicht ein Warnzeichen von Mutter Natur, die unsere Aufmerksamkeit erlangen sollen? Kriege, Gerüchte von Kriegen, etc.? Ebola als hämorrhagisches Fieber passt ziemlich genau zum "Schwarzen Tod" im Mittelalter und anderen Seuchen und Plagen in der Menschheitsgeschichte. Wie bereits im Artikel beschrieben, kam während dieser Perioden ein Großteil der Menschen wegen dieser Krankheiten um. "Wenn man aus der Geschichte nicht lernt, muss man sie wiederholen." Neugierig auf weitere Informationen?


Binoculars

Nicht durch direkte Menschenhand: Überschwemmungen vor hundert Jahren in Paris

Einige Teile von Frankreich sind derzeit mehr als 6 Meter tief unter Wasser, was einige dazu nutzen, der globalen Erwärmung die Schuld daran zu geben. Aber eine Fotografin aus Frankreich hat ein Bild zum Vergleich, das die Ängste der Alarmisten zum Schweigen zu bringen versucht.

© Golem13, Julien Knez
Bilder, aufgenommen von der französischen Fotografin Julien Knez, kontrastieren zwei Fluten brillant und zeigen, dass hohe Wasserstände in der aktuellen Historie Frankreichs, Zweifel an die Ansprüche der globalen Erwärmung aufwirft, für die aktuellen Überschwemmungen verantwortlich zu sein.

Map

Archäologen finden Reste von riesige Werften der antiken Seemacht Athens

Archäologen finden Reste gewaltiger Hallen, Rampen und Mauern im Hafen von Piräus
© Vassilis Tsiairis
Ein Archäologe beim Tauchgang zu antiken Resten einer Schiffshalle in Mounichia.
Antike Machtbasis: Schiffshallen so groß wie zwei Fußballfelder, mächtige Schutzmauern und Rampen für enorme Kriegsschiffe - im Hafen von Piräus haben Archäologen in jahrelanger Arbeit aufgedeckt, welches gewaltige Ausmaß die Werften und Hafenanlagen der antiken Seemacht Athen hatten. Vor knapp 2.500 Jahren gehörten sie zu den größten Gebäudekomplexen der Antike.

Bulb

Überraschung: Menschen der Bronzezeit führten chirurgische Schädelöffnungen durch

In Südrussland haben deutsche und russische Archäologen 13 Schädel mit sogenannten Trepanationen entdeckt. Hierbei handelt es sich um gezielte chirurgische Schädelöffnungen, die mit einfachsten Mitteln ohne die modernen medizinischen Methoden, ohne Anästhesie durchgeführt wurden. Obwohl die Eingriffe höchst gefährlich und sogar tödlich sein konnten, haben die Patienten diese offenbar sogar langfristig überlebt. Wozu die Schädelöffnungen allerdings durchgeführt wurden, ist weiterhin ein Rätsel.

© J. Gresky / DAI Zentrale (CC BY NC-ND)
Ansicht einer gut verheilten und lange überlebten Trepanantion durch Schabetechnik.
Berlin (Deutschland) - Wie die Anthropologen um Dr. Julia Gresky vom Referat Naturwissenschaften und der Eurasien Abteilung des Deutschen Archäologischen Instituts gemeinsam mit russischen Kollegen aktuell im Fachjournal American Journal of Physical Anthropology (DOI: 10.1002/ajpa.22996) berichten, handelt es sich um insgesamt 13 rund 6.000 Jahre alte Schädel, mit Trepanationen an jeweils identischer Stelle: „Obwohl diese Stelle aus anatomischen Gründen das höchste Operationsrisiko hat, überlebten die meisten der Patienten den Eingriff. Die spezielle Lokalisation und die Tatsache, dass keine Spuren von Trauma oder Krankheiten am Schädel sichtbar waren, lässt einen rituellen Hintergrund der Operation vermuten.

Funde von Trepatationen erlauben den Wissenschaftlern immer wieder faszinierende Einblicke in die frühen medizinischen Kenntnisse und Fertigkeiten der Menschen seit mehr als 10.000 Jahren.

Cow

Der Mensch beeinflusst seine Umwelt und das Ökosystem schon seit Jahrtausenden

Vom Menschen unberührte Landschaften gibt es - von wenigen Ausnahmen abgesehen - schon seit Tausenden von Jahren nirgendwo mehr auf der Erde. Das unterstreicht eine aktuelle in der Fachzeitschrift PNAS veröffentlichte Studie unter der Leitung von Nicole Boivin, Direktorin am Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte und Wissenschaftlerin an der Universität Oxford. Die umfassende Zusammenschau archäologischer Daten der letzten 30 Jahre gibt Aufschluss darüber, wie der Mensch etwa durch Jagd, Landwirtschaft und Handel die Landschaften der Erde seit Jahrtausenden prägt. Die Daten zeigen auch den tiefgreifenden Einfluss des Menschen auf die Verteilung der Tier- und Pflanzenarten weltweit.

© gemeinfrei
Seit Jahrtausenden prägen Menschen die Landschaften, in denen sie leben. Vogelfang (Gänse) und Feldbestellung im Alten Ägypten um ca. 2700 v. Chr.
Die Befunde des internationalen Forschungsteams legen nahe, dass den bisherigen Debatten zum Naturschutz ohne archäologische Erkenntnisse ein wichtiger Aspekt fehlt. Es sei eine Fehleinschätzung, dass Gesellschaften vor der industriellen Revolution die Umwelt oder die Vielfalt der Arten nur wenig beeinflusst haben, so die Autorinnen und Autoren. Die Veröffentlichung stützt sich auf aktuelle Datensätze von historischer DNA und RNA, stabilen Isotopen und Mikrofossilien sowie auf neue statistische Methoden und Berechnungsverfahren. Viele der heute am häufigsten vorkommenden Pflanzen- und Tierarten wurden von unseren Vorfahren begünstigt, umgekehrt führten Jagd und veränderte Landnutzung bereits vor Tausenden von Jahren zum Aussterben vieler Arten. Das Forschungsteam kommt zu dem Schluss, dass wir in Anbetracht dieser und anderer Belege für langfristige anthropogene Veränderungen eher pragmatische Lösungen für den Naturschutz suchen sollten, statt das unerreichbare Ideal "natürlicher Bedingungen" anzustreben.

Die Studie nennt vier Hauptphasen, in denen die Menschen die Welt um sich herum so veränderten, dass es tiefgreifende Auswirkungen auf die Ökosysteme hatte: die globale Ausbreitung des Menschen im späten Pleistozän, die neolithische Verbreitung der Landwirtschaft, die Ära der Besiedlung von Inseln durch den Menschen und das Aufkommen früher städtischer Gesellschaften und weltweiter Handelsbeziehungen. Die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen stützen sich dabei auf Fossilienfunde, die zeigen, dass der moderne Mensch (Homo sapiens) vor rund 195.000 Jahren in Ostafrika lebte und sich vor 12.000 Jahren bis in die entlegensten Winkel Eurasiens, Australiens, Nord- und Südamerikas ausgebreitet hatte. Diese weitreichende Besiedlung des Planeten ist mit dem Aussterben zahlreicher Arten verbunden. So verschwanden im Zeitraum zwischen 50.000 und 10.000 Jahren vor heute rund zwei Drittel der damals lebenden rund 150 Großtierarten (Megafauna). Dieses vielleicht bedeutsamste Artensterben hatte - laut der Studie - "dramatische Auswirkungen" auf die Struktur der Ökosysteme, die Verfügbarkeit von Nährstoffen und die Samenverbreitung.

Kommentar: Es gab in der Geschichte der Menschheit immer wieder Perioden, wo unsere Umwelt zum Vorteil einiger rücksichtslos ausgebeutet wurde. Sehr häufig endete dies mit vielen Kriegen in denen die herrschenden Eliten die Menschen drangsalierten, gehäuft Naturkatastrophen und Seuchen auftraten und große Reiche untergingen. In diesen vergangenen Zeiten verstanden die Menschen, dass der menschliche Geist und die Zustände der kollektiven menschlichen Erfahrung sowohl den Kosmos als auch Phänomene auf der Erde beeinflussen. Wir leben jetzt wieder in einer Periode, in denen Arten aussterben und sich Kriege und Naturkatastrophen häufen...
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2000 Jahre alter Mechanismus von Antikythera Inschriften zeigen: Komplexe Apparatur für astrologische Berechnungen

Cardiff (Großbritannien) - Bei dem sogenannten Mechanismus von Antikythera handelt es sich um eine komplexe, feinmechanische Apparatur, deren Überreste vor etwas mehr als hundert Jahren von Schwammtauchern aus einem römischen Schiffswrack vor der griechischen Insel Antikythera geborgen wurden. Die Komplexität des Räderwerks ist nach bisherigem Wissensstand für die Antike einzigartig und wurde erst wieder von Uhrmachern im spätmittelalterlichen Europa erreicht. Jetzt haben Wissenschaftler Inschriften auf dem „antiken Computer“ identifiziert, mit dessen Hilfe astronomische Konstellationen und Zeitperioden berechnet werden konnten entziffert und damit neue Informationen über den Zweck der Apparatur herausgefunden.
© Wikimedia User: Marsyas, CC BY-SA 2.5
Die Vorderseite des sog. „Fragments A“ des Antikythera-Mechanismus.
Wie das Team des Antikythera Mechanism Research Project (AMRP) um Mike Edmunds, Prof. emeritus an der Cardiff University und Alexander Jones vom Institute for the Study of the Ancient World aktuell im Fachjournal Almagest berichtet, weisen die jetzt mit Hilfe von CT-Scans entzifferten Inschriften auf den Außenseiten des rund 2000 Jahre alten Geräts darauf hin, dass der Mechanismus auch dazu benutzt wurde, um astrologische Vorhersagen zu treffen. Darüber hinaus deutet nun vieles darauf hin, dass die Apparatur auf der Insel Rhodos konzipiert wurde.

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Schon im Mittelalter spielte man Fußball und Stadttore dienten als Tor

Wer glaubt, heute ginge es auf dem Spielfeld grob zu, der würde sich über den mittelalterlichen Fußball wundern: Das Spiel stand den damals allseits beliebten Steinschlachten und Faustkämpfen in nichts nach. Es kam ohne Spielfeld aus, Stadttore dienten als Tor. Fußball wird seit Jahrhunderten gespielt, das beweisen alte Quellen.

© Repro aus "Kulturgeschichte des Sports", C.H.Beck, S.181
Fresco von Jan van der Straet: Calcio vor Santa Maria Novella, 1558 (Palazzo Vecchio, Florenz)
In England und Italien war dieser Sport spätestens seit dem zwölften Jahrhundert weit verbreitet. In der Renaissance erhoben ihn die Medici-Fürsten zum Nationalspiel. Der Kulturhistoriker Wolfgang Behringer von der Universität des Saarlandes in Saarbrücken hat die Geschichte des Fußballs vom ersten Auftauchen in den Quellen bis heute erforscht.

Warum sind an manch altem Gemäuer in englischen oder italienischen Altstädten die Fenster auch der oberen Stockwerke vergittert? Warum betrieb man in schwindelnder Höhe solch teuren Aufwand? Die Antwort von Wolfgang Behringer: "Fußball! Zu Renaissance-Zeiten hatten die Menschen ihre Erfahrung damit: Sie wollten die teuren Fenstergläser vor den harten Bällen schützen." Fußball ist weit älter, als man vielleicht vermuten würde. Zwar ist er keine antike olympische Disziplin. Aber Professor Behringer hat in unzähligen Quellen - in Chroniken, Briefwechseln, Tagebüchern, Memoiren - Nachweise gefunden, die bis ins Mittelalter reichen.

Aus welcher Zeit stammt der älteste Beleg für den Fußball? "Quellen aus dem Mittelalter nennen nur Ballspiele, ohne weitere Unterscheidung. Ballspiele waren damals generell sehr beliebt. Etwa das dem Volleyball ähnliche Pallone, das in Deutschland und Italien die populärste Sportart war. Als die Quellen für Fußball einsetzen, gibt es diesen schon, so dass man über seine Anfänge nur spekulieren kann. Der vielleicht älteste handfeste Nachweis stammt aus dem Jahr 1137: Es handelt sich um einen Bericht vom Tod eines Jungen, der beim Fußballspiel in England starb", erklärt Behringer.