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Mo, 29 Aug 2016
Die Welt für Menschen, die denken

Verborgene Geschichte
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Snakes in Suits

Illegale Medikamententests in der Schweiz: Opfer waren Patienten in psychiatrischer Klinik

Schweiz: Medikamente an Patienten in Psychiatrischer Klinik getestet
© Syda Productions/fotolia.com
In einer Psychiatrischen Klinik in der Schweiz wurden Ende der 1950er Jahre Medikamententests durchgeführt. Eine Patientin starb damals.
In einer Psychiatrischen Klinik in der Schweiz wurden Ende der 1950er Jahre nicht zugelassene Medikamente an Patienten getestet. Mehrere Personen kollabierten während der Tests. In Schweizer Medien ist auch von einem Todesopfer die Rede.

Nicht zugelassene Medikamente an Patienten getestet

„Teilnehmer für eine Arzneimittelstudie gesucht“ oder „Verdienen Sie gutes Geld als Testperson“ - solche und ähnliche Aufrufe kann man immer wieder in Anzeigen im Internet lesen.

Kommentar: Diese "dunkle seite der Psychiatrie-Geschichte" sowie der illegalen Medikamententests an Menschen ohne deren Einverständnis ist kein Relikt der Vergangenheit: Bis heute führen Pharmakonzerne solche Experimente durch, und zwar besonders gerne in Drittweltländern. Sobald psychopathische Individuen die Kontrolle über einen Bereich der Gesellschaft übernehmen, ist das Resultat stets Leid für normale Menschen durch die Gewissenlosigkeit und Machtsucht der Psychopathen.


Pirates

Neandertalerknochen wurden von einigen späten Neandertalern als Werkzeuge genutzt

Ein Forscherteam unter Tübinger Beteiligung entdeckt an Funden aus den Höhlen von Goyet in Belgien zudem Hinweise auf Gebrauch der Menschenknochen als Werkzeuge.
© redOrbit
An Neandertalerknochen aus der Ausgrabungsstätte in den Höhlen von Goyet in Belgien hat ein internationales Forscherteam klare Belege für intentionelle Schlachtungen gefunden. Dies ist der erste Nachweis von Kannibalismus unter Neandertalern im nördlichen Europa. Die Skelettüberreste wurden mit Hilfe der Radiokarbonmethode auf ein Alter von ca. 40.500 bis 45.500 Jahren bestimmt. Diese späten Neandertaler verwendeten die Knochen ihrer Mitmenschen auch als Werkzeuge, mit denen sie Steinwerkzeuge nachbearbeiteten. Vom Senckenberg Center for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen waren Professor Hervé Bocherens und Professor Johannes Krause als auch von der Universität Tübingen Cosimo Posth und Christoph Wißing an den Untersuchungen beteiligt. Bei der neuen Auswertung der Fundsammlung aus der "Troisième caverne" von Goyet flossen die Ergebnisse verschiedener Disziplinen mit ein, 99 bisher unbestimmte Knochenfragmente konnten eindeutig als Überreste von Neandertalern identifiziert werden. Damit erbrachte die Fundstelle den größten Bestand an Neandertaler-Überresten im nördlichen Europa. Durch die komplette Analyse der Mitochondrien-DNA von zehn Neandertalern verdoppelten die Forscher den genetischen Datenbestand zu dieser vor rund 30.000 Jahren ausgestorbenen Menschenart. Sie bestätigten die Ergebnisse vorhergehender Studien, die untereinander eine geringe genetische Vielfalt - beziehungsweise eine enge Verwandtschaft - der späten Neandertaler in Europa ergeben hatten. Die neuen Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Scientific Reports veröffentlicht.

© Royal Belgian Institute of Natural Sciences
Die Knochenfragmente aus der "Troisième caverne“ von Goyet stammen von mindestens 5 Individuen. Die mit einem Stern gekennzeichneten Knochen sind 40.500–45.500 Jahre alt.
Die "Troisième caverne" von Goyet wurde bereits vor fast 150 Jahren ausgegraben. Neue Erkenntnisse gewinnen die Forscher jedoch durch moderne Untersuchungsmethoden, wie eine präzise digitale Vermessung und Beschreibung der Knochen, die Untersuchung der ursprünglichen Ablagerungsbedingungen, der Isotopenanalyse und genetischen Analysen.

Kommentar:


Family

Paläogenetik: Der Neandertaler ist ein Urahn moderner Europäer

Den ersten Europäer kennt man heute viel besser als noch vor zwei Jahren: Die Nachrichten aus der Archäologie, vor allem aber aus der Paläogenetik überschlugen sich zuletzt und vervollständigen unser Bild von der Wanderung des modernen Menschen auf unseren Kontinent vor 45 000 Jahren und sein Zusammentreffen mit den Neandertalern. Die alteingesessenen Europäer verschwanden irgendwann für immer - nicht aber ihre Spuren in unseren Genen.
© fotolia / procy_ab
Sex der Subspezies - auch im alten Europa?

Seit einiger Zeit steht nach Genanalysen fest: Moderner Homo sapiens und Neandertaler hatten gelegentliche Gelegenheiten genutzt, um Nachwuchs zu produzieren. Sehr wahrscheinlich sind sich die beiden Unterarten schon früh begegnet, als moderne Menschen von Afrika aus die Welt zu erobern begannen: Vor 50 000 bis 60 000 Jahren paarten sie sich im Nahen Osten. Und bereits vor dem gerade erst publizierten endgültigen Beweis lag schon nahe, dass Homo sapiens neanderthalensis und Homo sapiens sapiens einander auch in Europa sympathisch fanden. Tatsächlich entstand das letzte gemeinsame Kind wohl vor erstaunlich kurzer Zeit: Gerade einmal 40 000 Jahre alt sind die in Rumänien gefundenen Überreste eines Mannes der "Oase"-Fundstelle, dessen Gene einen Neandertaler-Urururgroßvater vor vier bis sechs Generationen verraten.

Wo sind die Nachkommen heute?

Neandertalergene finden sich in fast allen heutigen Menschen - die Familienlinie des uralten Mischrumänen aus "Oase" allerdings ist hier ausgestorben. Das liegt sicherlich daran, dass die Pioniere der ersten Einwanderungswelle, die Europa am Ende der Eiszeit allmählich wieder besiedelten, später von anderen Einwanderern verdrängt wurden.

Neandertalergene brachten allerdings auch diese Neuankömmlinge mit. Insgesamt dürfte die wiederholte Umwälzung des europäischen Genpools dazu beigetragen haben, dass heutige Europäer nicht größere Neandertalergenanteile tragen als etwa Asiaten. Vielleicht sind die nach Asien abgewanderten Menschengruppen sogar häufiger auf Neandertalerpopulationen gestoßen? So bleiben nur die alteingesessenen heutigen Afrikaner, die fast gar keine Neandertalergenbeimischung haben: Nach Afrika hat es der Neandertaler nie in nennenswerter Zahl geschafft, und nur wenige Menschen mit Neandertalergenen sind nach dort zurückmigriert.

Mehr als bloß Sex: Kulturaustausch mit dem Neandertaler

Einige Forscher vermuten nach Ausgrabungen der jüngsten und letzten verbliebenen Neandertaler in Europa, dass diese sich Tricks vom modernen Menschen abgeschaut haben - etwa bei der Werkzeugproduktion, aber auch bei der Schmuckgestaltung und der damit vielleicht in Verbindung stehenden Symbolik. Forscher wie Chris Stringer vom Natural History Museum in London vermuten sogar, dass Neandertaler überhaupt erst durch den Kontakt und die genetische Vermischung mit modernen Menschen die Fähigkeit erworben haben, solche kulturellen und handwerklichen Sprünge zu machen. Eine solche Korrelation von genetischer und kultureller Evolution könnte sich in der Zukunft womöglich belegen lassen, hofft der Forscher optimistisch.

War der moderne Mensch dem alten Neandertaler überlegen? Der Neandertaler ist ausgestorben, der moderne Mensch nicht - naheliegend, dass Letzteres etwas mit Ersterem zu tun haben könnte. Über Gründe spekuliert man allerdings kontrovers: Vielleicht waren die Neandertaler schlechter an Klimaveränderungen angepasst, vielleicht rafften vom Neuankömmling eingeschleppte Krankheiten sie dahin, vielleicht überlebten moderne Menschen sogar deshalb, weil sie allein Wölfe zum besten Freund und hilfreichen Jagdgefährten gezähmt hatten. Wer ist der Urgroßvater der Europäer?

Der Neandertaler-Urururgroßvater aus dem nacheiszeitlichen Rumänien hat im modernen Europa also keinen direkten Nachkommen mehr - aber von welchen Linien ist er denn nun ersetzt worden? Zu den Kandidaten zählt der Klan eines vor 37 000 Jahren gestorbenen, als "Kostenki-14"-Fund bekannten, dunkelhäutigen Menschen, dessen Überreste schon 1954 in einer Höhle in Westrussland gefunden wurden. Die Gene dieses derzeit ältesten direkten Vorfahren sind denen der heutigen Europäer ähnlicher als denen moderner Asiaten.

Von wo und wann kamen die ersten Europäer?

Woher die heute ausgestorbenen ersten Ureuropäer kamen, also die Vorgänger der zuwandernden Kostenki-14-Sippschaft, ist umstritten. Nahe läge, dass sie aus Afrika kommend um das Mittelmeer herum wanderten und über Anatolien Europa erreichten. Tatsächlich finden sich in und um diesen Korridor durch die Levante Steinwerkzeug- und Muschelschmuck-Artefakte aus passender Zeit, die denen ähneln, die man an den frühesten archäologischen Fundstellen moderner Menschen in Europa entdeckte. Solche Belege tauchten etwa im Libanon auf, wo Menschen vor 45 000 Jahren ähnlich lebten wie der oben erwähnte "Oase"-Paläorumäne. Möglich ist aber auch, dass Menschen einen weiten Bogen nach Osten schlugen, bevor sie dann von dort westwärts nach Europa wanderten. Eine erkennbare genetische Spur haben sie nicht hinterlassen, aber vielleicht ähnelten sie in ihrem Erbgut dem merkwürdigen 45 000 Jahre alten Individuum von Ust'-Ishim aus Sibirien, dessen Ahnen zu einer solchen Auswanderungswelle aus Afrika über Asien nach Europa gehört haben könnten. Diese Menschen sind aber weder mit den heutigen Europäern noch mit den heutigen Asiaten verwandt. Vom Schicksal der ersten Europäer-Linien wissen wir daher wenig.

Kommentar:


Sherlock

Trias: Bisher unbekannte Urzeit-Katastrophe aufgedeckt

Immer wieder kam es in der Erdgeschichte zu globalen Massenaussterben mit massiven Konsequenzen für die Umwelt. Jetzt haben Schweizer Forscher eine weitere Katastrophe ausgemacht, die vor rund 250 Millionen Jahren - während der sog. Unteren Trias - die vorherrschende Vegetation völlig veränderte.

© UZH
Überblick über den zeitlichen Ablauf der Krisen während des Trias. Die jetzt entdeckte Katastrophe fand rund 500.000 Jahre nach dem Massenaussterben an der Perm/Trias-Grenze statt.
Zürich (Schweiz) - Das größte bislang bekannte Massenaussterben ereignete sich vor rund 252 Millionen Jahren an der Grenze vom Perm zur Trias, als fast alle Meeresbewohner und etwa zwei Drittel aller Reptilien und Amphibien ausstarben. „Kurzzeitige Diversitätsabnahmen gab es auch in der Pflanzenwelt. Diese erholte sich jedoch innerhalb einiger Tausend Jahre, sodass wieder ähnliche Bedingungen herrschten wie zuvor“, berichtet das Team um Peter A. Hochuli und Hugo Bucher vom Paläontologischen Institut und Museum der Universität Zürich aktuell im Fachjournal Nature Scientific Reports (DOI: 10.1038/srep28372).

Die Wissenschaftler haben nun eine weitere, bisher unbekannte ökologische Krise ähnlichen Ausmaßes in der Unteren Trias entdeckt: „Ungefähr 500.000 Jahre nach der großen Naturkatastrophe an der Perm/Trias-Grenze ein weiteres Ereignis die Vegetation grundlegend und nachhaltiger veränderte.“

Cow Skull

Die Reste eines 6000 Jahre alten Massakers im Elsass entdeckt

Im Elsass mussten sich einst jungsteinzeitliche Bauern gegen fremde Krieger wehren. Ihr Zorn gegen die Angreifer mündete anscheinend in exzessiver Leichenschändung.

© Philippe Lefranc / Inrap
Das Ende der Linearbandkeramik im 5. Jahrtausend v. Chr. war eine unruhige Zeit. Das zeigen beispielsweise mit umlaufenden Gräben und großen Toren gesicherte Befestigungsanlagen, mit denen Ortsansässige versuchten, Eindringlinge abzuwehren. Eine solche Siedlung haben Forscher der französischen Denkmalbehörde Inrap nun im elsässischen Achenheim bei Straßburg ausgegraben - und dabei die Überreste einer grausigen Szene entdeckt.

In einer der zahlreichen Vorratshäuser fanden sie die Skelette von insgesamt sechs Individuen, nämlich von fünf Männern und einem Heranwachsenden. Alle waren dort kreuz und quer übereinandergeworfen. Und alle hatten zahllose Knochenbrüche an den Händen, Armen, Beinen, Füßen, dem Schädel und dem Kiefer. Nach Meinung des Teams um Philippe Lefranc wurden die Toten kurz nach ihrem Ableben mit Steinbeilen übel zugerichtet. Die Forscher sprechen von einem "ritualisierten Kriegerzorn".

Magnify

Keine mechanische Einwirkung: Der Langschädel des koreanischen Silla-Reichs

Seoul (Südkorea) - In einem selten gut erhaltenen Grab einer Frau aus der Zeit des koreanischen Silla-Reichs (57 v.Chr. bis 935) haben Archäologen ein Skelett mit einem ungewöhnlich verlängerten Schädel entdeckt. Während zwar auch in Teilen Koreas das mechanische Herbeiführen dieser Kopfform praktiziert wurde, sind sich die Wissenschaftler in diesem Fall jedoch sicher, dass die ungewöhnliche Schädelform- und Größe des jetzt entdeckten Skeletts nicht das Ergebnis mechanischer Einwirkungen sind.
© Woo, Shin et al. / PLoS One
Der rekonstruierte Langschädel einer Frau aus dem koreanischen Silla-Reich weist einen nicht mechanisch herbeigeführten Langschädel auf.

Wie das Team um die Anthropologen Dong Hoon Shin vom Seoul National University College of Medicine und Eun Jin Woo Seoul National University aktuell im Fachjournal PLoS One (DOI:10.1371/journal.pone.0156632) berichtet, stießen sie bereits 2013 auf einen im Vergleich zu den meisten anderen Silla-Gräber, die aufgrund der hohen Bodenfeuchtigkeit nur schlecht erhalten sind, gut erhaltenen traditionellen Sarg - einen sogenannten Mokgwakmyo Frau, die wohl mit Ende 30 verstorben war und sich - offenbar aufgrund des buddhistischen Einflusses - rein vegetarisch ernährt hatte.

Bulb

Astronomische Werkzeuge: Jungsteinzeitliche Ganggräber wurden wahrscheinlich als Sternwarte genutzt

Während die meisten Archäologen in sogenannten Ganggräbern hauptsächlich megalithische Ritual- und Grabbauten sehen, haben Archäo-Astronomen nun deren Nutzbarkeit zur astronomischen Beobachtung lichtschwacher Sterne und des Aldebaran aufgezeigt. Sollte sich seine Theorie bestätigen, könnten sich quer durch Europa unzählige dieser prähistorischen Observatorien und Vorgänger von Teleskopen finden.
© Fabio Silva
Der „Dolmen da Orca“ in Portugal.
Copyright:
Nottingham (Großbrittanien) - Charakteristisch für die sogenannten Ganggräber ist der namensgebende lange Gang, der die eigentliche, meist unterirdisch gelegene Haupt- bzw. Grabkammer durch den Eingang mit der Oberfläche verbindet. Derartig angelegte Gräber finden sich hauptsächlich in Deutschland und Skandinavien, sowie vereinzelt in Frankreich und in den Niederlanden - aber auch bis nach Portugal.

Auf dem National Astronomy Meeting in Nottingham berichteten Kieran Simcox und Fabio Silva von der University of Wales Trinity Saint David von ihren Untersuchungen zahlreicher Ganggräber und der Entdeckung, dass diese gerade zur Beobachtung lichtschwacher Sterne genutzt werden konnten (...und können), die sonst mit bloßem Auge nur schwer oder gar nicht zu erkennen sind. Silva vermutet, dass es sich bei den Anlagen um die ersten astronomischen Beobachtungsinstrumente überhaupt handeln könnte.

„Durch die Dunkelheit in der Hauptkammer und den Blick durch den ebenfalls dunklen, am Ende aber zum Horizont gerichteten Blick, gewöhnen sich die Augen schnell an die Dunkelheit und Sternenkundige Beobachter können gerade vor Sonnenaufgang dann noch lichtschwache Sterne beim erstmaligen jahreszeitlichen Aufgang beobachten“, so Silva.

Colosseum

Das antike Rom - Hauptstadt der Seuchen

Das chronisch überbevölkerte antike Rom hatte immer wieder mit verheerenden Epidemien zu kämpfen. Die tausenden Toten bestattete man auf pragmatische Art und Weise.

© fotolia / gekaskr
Der Aufstieg vom Stadtstaat zur Hauptstadt eines Weltreichs ließ Rom aus den Fugen geraten. Von der Mitte des 3. Jahrhunderts v. Chr. bis zur Hochphase des Kaiserreichs im 2. Jahrhundert n. Chr. wuchs die Bevölkerung von 250 000 auf 750 000 oder gar eine Million Einwohner an. Diese Entwicklung hatte aber ihren Preis: Überbevölkerung und Platznot zwang die Ärmeren dazu, auf engstem Raum zusammenzuleben. Diese Bedingungen begünstigten die Verbreitung von Krankheiten und dürften zumindest teilweise erklären, wieso die Stadt so häufig von Epidemien heimgesucht wurde.
Auf einen Blick
Stapelweise Leichen
  1. Mehrere Epidemien suchten Rom im Lauf der Antike heim. Eine von ihnen, die so genannte Antoninische Pest, soll tausende Menschen pro Tag das Leben gekostet haben.
  2. Eine solche Zahl von Toten ließ sich nicht mehr in Einzelgräbern bestatten. Die Katakombe von Sankt Petrus und Marcellinus zeigt, dass die Leichen stattdessen in Gemeinschaftsanlagen gestapelt wurden. Trotz Massengrab gab es Bestattungsriten: Man bestrich die Leichen mit Gips, streute Bernstein und Harze darüber und gab Vornehmen wertvolle Gegenstände mit.

Kommentar:


Bulb

China: Archäologen finden Schädelreliquie des Buddha

In einer Gruft unter dem buddhistischen Bao’en Tempel haben chinesische Archäologen einen Reliquienschrein entdeckt, in dem - glaubt man der Inschrift - ein Schädelknochen des als Buddha verehrten Siddhartha Gautama aufbewahrt wird.

© Courtesy of Chinese Cultural Relics
Diese goldene Kiste (Hintgr. l.) bewahrt angeblich einen Scheitelbeinknochen des Buddha auf.
Weitere Ansichten der jetzt beschriebenen Reliquie finden Sie HIER
Nanjing (China) - Wie das archäologische Fachjournal Chinese Cultural Relics berichtet, wird der Scheitelbeinknochen umgeben von einer Gold- und einer Silberkiste im Innern eines reich verzierten und mit Szenen aus dem Leben Buddhas dekorierten Holzmodells einer Stupa entdeckt, das selbst wiederum in einer Eisenkiste und diese wiederum in einer Steintruhe aufbewahrt wurde.

Sherlock

Borneo: 40.000 Jahre alter Schädel widerspricht Migrationstheorie

© Fernando Calvo / Cumoe
Eine neue Studie zu dem rund 40.000 Jahre alten menschlichen Schädel namens »Deep Skull« hat ergeben, dass die Überreste keine Verwandtschaft zu den indigenen Australiern aufweisen, wie man ursprünglich vermutete.

Der Schädel wurde 1958 in der Großen Höhle der Niah-Höhlen auf der Insel Borneo entdeckt und stellt den ältesten Fund eines modernen Menschen auf einer südostasiatischen Insel dar. Wissenschaftler um den Professor Darren Curnoe vom Palaeontology, Geobiology and Earth Archives Research Centre (PANGEA) haben eine detaillierte Untersuchung des Schädels vorgenommen und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass er erstens wohl zu einer Frau mittleren Alters gehörte und nicht zu einem jungen Mann und zweitens, dass sie nicht zu den Vorfahren der indigenen Australier oder Tasmanier gehörte.

„Unsere Analyse bringt die lang gehegten Ansichten über die Frühgeschichte dieser Region zum Kippen. Wir haben nämlich festgestellt, dass diese sehr alten Überreste am ehesten denen einiger indigenen Völker aus dem heutigen Borneo mit ihren zarten Zügen und kleiner Körpergröße ähneln und weniger den australischen Eingeborenen", sagt Professor Curnoe. Die Studie würde auch die Theorie der zwei Siedlungswellen auf Süd-Ost-Asien wiederlegen, nach der zuerst indigene Australier und Neuguineaner und dann chinesischen Bauern dort eingewandert wären. Sie zeigt auch, dass zumindest ein Teil der indigenen Völker von Borneo nicht durch die migrierten Bauern abgelöst wurden, sondern sie die neue landwirtschaftliche Kultur vor etwa 3.000 Jahren von ihnen übernahmen.

„Unsere Arbeit, in Verbindung mit den jüngsten genetischen Studien von Menschen aus ganz Südostasien, ist eine ernsthafte Herausforderung für die zwei Siedlungswellen-Theorie bezüglich Borneo und den weiter nördlich befindlichen Inseln. Wir müssen unsere Vorstellungen über die Vorgeschichte der Region neu überdenken, da sie viel komplizierter war, als wir sie bisher eingeschätzt hatten", erklärt Curnoe.