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Fr, 24 Feb 2017
Die Welt für Menschen, die denken

Verborgene Geschichte
Karte

Horse

Vom Pferd der Könige zum Überbringer der Pest - Bevorzugte Fellfarben im Laufe der Jahrhunderte

Menschliche Vorlieben hinsichtlich der Fellfärbung bei Pferden haben sich über die Zeit und die Kulturen sehr verändert. Gefleckte und helle Pferde waren vom Beginn der Domestikation bis zur Römerzeit häufig, wohingegen einfarbige, nichtgescheckte Pferde im Mittelalter dominierten. Zu dieser Erkenntnis kommt ein internationales Forschungsteam unter der Leitung des Leibniz-Institutes für Zoo- und Wildtierforschung (IZW).

© Beato de Fernando I Doña Sancha 1047 n. Chr. / National Bibliothek, Madrid/Wikimedia
Die vier Reiter der Apokalypse.
Die kürzlich in der frei zugänglichen Zeitschrift »Scientific Reports« veröffentlichte Studie zeigt, dass die Mannigfaltigkeit der Fellfarben bei Pferden seit ihrer Domestizierung 3.500 v. Chr. stark von kulturellen Unterschieden geprägt wurde. Um die Geschichte der Pferdezüchtung zu untersuchen, analysierten die Wissenschaftler mehr als 200 Proben historischen Pferde-Erbguts und entdeckten dabei insgesamt 14 verschiedene Fellfarbtypen. Frühe Züchtungen zeigten sechs Farbvarianten, von denen drei bereits in der Zeit vor der Domestikation vorkamen. Während der Bronzezeit (2.700 - 900 v. Chr.) und der Eisenzeit (900 v. Chr. - 400 n. Chr.) stieg die Zahl der Farbvarianten von sechs auf neun an, was den Wunsch der Menschen nach neuen Farbmustern zu verdeutlichen scheint. Gefleckte und helle Pferde waren während dieser Epochen weit verbreitet.

Im Zuge des Mittelalters nahm die Attraktivität gescheckter Pferde ab und einheitlich gefärbte Pferde, unter ihnen besonders Füchse, dominierten. Die Religion hat dabei wahrscheinlich eine wichtige Rolle gespielt. Zu Beginn des Mittelalters bevorzugten Herrscher, beeinflusst vom biblischen Text »Die Offenbarung des Johannes« (81 - 96 n. Chr.) aus dem Neuen Testament, helle und gescheckte Tiere. Die Offenbarung beschreibt vier verschiedenfarbige Pferde für die vier apokalyptischen Reiter. Der Reiter des Sieges besitzt ein weißes oder geschecktes Pferd, der Reiter der Hungersnot reitet einen Rappen, der Reiter des Todes sitzt auf einem Braunen und der Reiter des Krieges kommt auf einem Fuchs daher. Aufgrund verschiedener Seuchenzüge (u.a. Pest) änderte sich dieser Symbolismus: der einzige »gute« Reiter, der Reiter des Sieges, wurde durch eine weiteren »bösen« Reiter, den Reiter der Krankheiten und Seuchen, ersetzt. Dadurch waren weiße und gescheckte Pferde nun ebenfalls negativ belegt, was sich in der gefundenen Abnahme ihrer Häufigkeit in den Untersuchungen widerspiegelt. Weitere Gründe für den Rückgang von hellen Schecken könnten Verbesserungen in der Waffentechnik wie die Erfindung des Langbogens gewesen sein, da diese Pferde zweifelslos ein leichter zu treffendes Ziel darstellten.

Kommentar:


Pyramid

Guatemala: Forscher entdecken Straßennetz und Pyramiden der Maya

In Guatemala haben Wissenschaftler in der Maya-Metropole im Norden von Guatemala das erste Straßennetz der Welt entdeckt. Es besteht aus 17 Landstraßen mit einer Gesamtlänge von mehr als 240 Kilometern. Die Forscher haben die Erdoberfläche mit Laserstrahlen gescannt und eine dreidimensionale Karte der Region erstellt.
© Reuters
Forscher entdecken Landstraßen-Netz der Maya in Guatemala
Dabei wurden nicht nur Straßen, sondern auch Pyramiden, Terrassen, Kanäle, Deiche und Mauern gefunden. Mit Hilfe der entdeckten Landstraßen war die Stadt mit anderen Ortschaften verbunden. Der Leiter des Projekts, Richard Hansen, erzählte, dass vorher rund um die Maya-Metropole mehr als eine Million Menschen gelebt hatte. Der Wissenschaftler bezeichnet sie als „der erste Staat in Amerika.“


Footprints

Fossile Fußspuren deuten auf hochgewachsenen menschlichen Vorfahren

© Masao et al. / eLife 2016;5:e19568
Einige der 14 an Fundstelle Laetoli im nördlichen Tansania neu entdeckte großen Fußabdrücke.
Dar es Salam (Tansania) - Im nördlichen Tansania hinterließ vor rund 3,7 Millionen Jahren ein für seine Zeit ungewöhnlich hochgewachsener Vormensch seine heute versteinerten Fußabdrücke. Mit nahezu 1,65 Metern erreichte der Vertreter der Vormenschenart Australopithecus afarensis, der auch die berühmte „Lucy“ angehörte, eine Körpergröße, wie Menschen sie erst 1,5 Millionen Jahren später erst wieder erreichen sollten. Neben seiner stattlichen Statur entdeckten die Forscher noch ein weiteres Merkmal: Der „Riese“ war vermutlich in Begleitung seines Harems.

Insgesamt hinterließ der ungewöhnlich große Vormensch 14 Fußabdrücke in der einstigen Vulkanasche, die sich später dann zu Felsgestein verfestigte und so die Spuren konservierte. Aufgrund der ungewöhnlichen Fußlänge von 26 Zentimetern schließen die Forscher um Fidelis T. Masao von der University of Dar es Salaam, die ihre Auswertungen des Fundes aktuell im Fachjournal eLife (DOI:10.7554/eLife.19568) veröffentlicht haben, darauf, dass es sich um ein männliches Exemplar von rund 45 Kilogramm Gewicht gehandelt hatte.

Kommentar: Echte Riesen sowie auch Zwerge scheint es im Übrigen tatsächlich gegeben zu haben:


Map

Ältestes Landstraßen-Netzsystem in Guatemala entdeckt

© Picture Alliance
El Mirador, wie es gemäß dem LIDAR-Scan einst ausgesehen hat.
El Mirador, im heutigen Guatemala gelegen, war in der Antike nicht nur die größte Stadt der westlichen Hemisphäre und erste staatenähnliche Gesellschaft in Amerika, es besaß auch das erste Landstraßen-Netz der Welt, wie sich jetzt herausgestellt hat.

Wie Projektleiter Richard Hansen vergangenen Freitag mitteilte, konnten die Archäologen nun mit Hilfe modernster Laser-Technologie in der »Wiege der Maya-Kultur« das erste Landstraßen-Netz der Welt ausfindig machen (es sei darauf hingewiesen, dass es hier um das älteste Landstraßen-Netzsystem geht, nicht um die ältesten Wege oder Straßen, die wesentlich älter sind). In Guatemalas nördlichster Region Petén, an der Grenze zu Mexiko, konnten sie so über 80 Städte und Siedlungen kartieren, die durch insgesamt 17 Straßen mit einer Gesamtlänge von über 240 Kilometern verbunden waren und einst die Maya-Metropole El Mirador mit den umliegenden Ortschaften verbunden hatten.

Question

Kilometerlange Steinwälle in Kalifornien stellen uns vor ein Rätsel

Kilometerlange Steinwälle an der Ostküste der Vereinigten Staaten stehen in der heutigen Landschaft herum und niemand kann erklären, wozu sie einst dienten, wann sie errichtet wurden oder wer ihre Erbauer waren.

Die rätselhaften Steinwälle verlaufen in Abschnitten durch den Ed R. Levin County Park im Santa Clara County, dem Russian Ridge in den Bergen von Santa Cruz, verschiedenen Parks an der Ostküste Kaliforniens einschließlich des East Bay Regional Parks und einigen privaten Ranches in Livermore Valley. Aber auch in den Ausläufern der Sierra, hinter der Stadt El Dorado Hills entlang des Highways 50 - praktisch im gesamten Bundesstaat Kalifornien verteilt. Sie verlaufen aber nicht nur geradlinig, sondern auch schlangenförmig oder bilden zur Abwechslung rund 60 Meter breite Spiralen.

Wenn man die US-Archäologen nach diesen Wällen fragt, erhält man die Antwort, dass es keine definitive Antwort auf deren Herkunft gibt.

Bulb

Vielleicht von König Artus besucht: Ältestes Kloster Großbritanniens entdeckt

Kloster könnte vom sagenhaften König Artus besucht worden sein
© South West Heritage Trust
Das Kloster auf Beckery Island bestand vor gut 1500 Jahren aus wenig mehr als ein paar einfachen Häusern.
Hier betete vielleicht schon König Artus: Im britischen Somerset liegt das älteste Kloster Großbritanniens - es könnte schon vor dem Jahr 450 gegründet worden sein. Belege dafür liefert nun eine Datierung der Überreste von sieben toten Mönchen aus dem einstigen Klosterfriedhof. Weil angebliche Grab des König Artus in Glastonbury Abbey ganz in der Nähe liegt, könnte das Kloster auch von ihm besucht worden sein.

Die in der Nähe von Glastonbury gelegene Kapelle von Beckery war im Mittelalter berühmt. Denn dort soll hunderte Jahre zuvor der sagenhafte König Artus beim Gebet eine religiöse Vision erlebt haben. Wie William of Malmesbury im Jahr 1135 berichtet, sollen dem König dabei Maria Magdalena und das Jesuskind erschienen sein. Auch die Heilige Bridget, die im fünften Jahrhundert mehrere Klöster in Irland gründete, soll Beckery im Jahr 488 besucht haben.

Archaeology

War Goliath eine historische Person? Riesen hat es scheinbar wirklich gegeben

Homo Sapiens Giganteus Orientalis - Biblische Bösewichte, rätselhafte Reisende: Wer waren die Philister? Nach dem Fund eines großen Philisterfriedhofs stellten Forscher erste Ergebnisse vor.

Im Juli 2016 präsentierten Archäologen eine Sensation: Sie hatten in der israelischen Hafenstadt Aschkelon erstmals einen großen Friedhof des biblischen Volkes der Philister freigelegt. Noch nie zuvor war man auf eine derart umfangreiche Begräbnisstätte dieses sagenumwobenen Volkes gestoßen. Erste Zwischenergebnisse wurden nun auf einem Kongress der American Schools of Oriental Research in San Antonio, Texas, vorgestellt.

Wie Adam Aja vom Harvard Semitic Museum berichtete, sei der mehr als 3000 Jahre alte Friedhof zwar erst zu geringen Teilen erschlossen, bisher habe man aber schon die Überreste von mindestens 227 Personen freigelegt. Seiner Schätzung nach dürften dort insgesamt an die 1200 Menschen in einer Zeitspanne von etwa hundert Jahren die letzte Ruhestätte gefunden haben.

Kommentar:


Dig

Helfen Gräber dabei das Rätsel der Herkunft der Bajuwaren zu lösen?

  • In Regensburg haben Archäologen das größte Gräberfeld in Süddeutschland gefunden.
  • Auf dem Areal, auf dem Tausende Römer bestattet wurden, ruhen auch die ersten Bayern.
  • Diese Funde könnte Licht in die Übergangszeit zwischen Spätantike und frühes Mittelalter bringen - und die Frage klären, woher die Bajuwaren kamen.
© Unbekannt
Verschiedene Tongefäße und eine Gürtelschnalle aus dem 4. und 5. Jahrhundert.
Bei Bauarbeiten auf dem Areal Dörnberg in Regensburg sind Archäologen auf das größte bekannte Gräberfeld in Süddeutschland gestoßen. Seit 2015 wurden dort mehr als 1500 Gräber freigelegt, die vor allem aus der Römerzeit stammen. Es handelt sich um eines der bedeutendsten römischen Gräberfelder nördlich der Alpen.

Darüber hinaus wurden Gräber aus dem frühen Mittelalter (5. bis 7. Jahrhundert) entdeckt. Die Anfänge der bayerischen Geschichte, über die wenig bekannt ist, rücken damit in ein neues Licht. Bislang steht fest, dass der Friedhof vom Jahr 179 bis zum Jahr 670 genutzt wurde, also bis in die nachrömische Zeit hinein.

Kommentar:


Info

Protest am Standing Rock: Kapitel in der Geschichte der systematischen Entrechtung und Marginalisierung der amerikanischen Ureinwohner


Das Oberhaupt der Hunkpapa-Lakota-Sioux, Sitting Bull, und Offizier George Armstrong Custer vom 7. US-Kavallerie-Regiment.
Der aktuelle Protest der "Standing Rock Sioux" gegen die North Dakota Pipeline am Rande ihres Reservats steht in einer leidvollen Tradition des Kampfes der „First Nations“ um Land, Würde und Leben. In den vergangenen Jahrhunderten kämpften die ursprünglichen Einwohner Amerikas zahllose Schlachten.

Das 3,7 Milliarden US-Dollar teure "Dakota Access Pipeline Project" sieht vor, auf einer Länge von 1.170 Meilen Rohöl von den expandierenden Ölfeldern in North Dakota nach Illinois zu leiten. Nach Angaben von Dakota Access, einer Tochtergesellschaft der Energy Transfer Crude Oil Company, sollen während der Konstruktionsphase der Verbindung 8.000 bis 12.000 Arbeitsplätze entstehen und auf diese Weise die Unabhängigkeit der USA von ausländischen Ölimporten weiter verringert werden.

Unter der Beteiligung etwa 200 Angehörigen weiterer indigener Stämme leisten Aktivisten der "Standing Rock Sioux" jedoch aktuell erbitterten Widerstand, um die Verlegung der Öl-Pipeline unter Teilen des Missouri Rivers zu verhindern.

Auch wenn es sich bei dem beanstandeten Teilabschnitt um ein Gebiet knapp außerhalb des ihnen zugedachten Reservats in Cannon Ball, North Dakota handelt, befürchten die Aktivisten sowohl die Entweihung heiliger Stätten als auch die Kontaminierung des Trinkwassers durch den Austritt von Rohöl.

Kommentar: Die Kolonialisierung Amerikas war der Anfang der Welt-Kolonialisierung durch die USA, wie wir es heute erleben.


Dig

Ungewöhnlicher Fund: Archäologen in Israel entdecken 3.800 Jahre altes Tongefäß mit Skulptur in Denkerpose

© Israel Antiquities Authority
Die 3.800 Jahre alte Tonfigur in Denkerpose bei ihrer Ausgrabung
Einzigartige Skulptur schmückt Bronzezeit-Gefäß aus dem frühen Israel

Faszinierender Fund: In Israel haben Archäologen ein Tongefäß mit einer einzigartigen Skulptur entdeckt. Die 3.800 Jahre alte Tonfigur stellt einen sitzenden Menschen in Denkerpose dar - das Kinn auf eine Hand gestützt. Gefäß und Figur wurden in der Bronzezeit hergestellt und dienten wahrscheinlich als Grabbeigabe. Warum die Menschen damals jedoch einem ihrer Toten ein so ungewöhnliches Objekt mit ins Jenseits gaben, ist bisher rätselhaft.

Vor rund 4.000 Jahren war die Levante - der Küstenstreifen von Israel bis nach Syrien - ein begehrtes Gebiet. Denn hier verliefen wichtige Handelsrouten von Ägypten nach Mesopotamien. Trotz der kargen Landschaft entstanden in dieser Region mehrere Kleinkönigreiche und Stadtstaaten. Zeitweilig waren Teile der Levante von Ägypten besetzt, wovon bis heute Funde von altägyptischen Amuletten und einer Sphinx-Statue zeugen.

Tonfigur in klassischer Denkerpose

Jetzt jedoch sind Archäologen nahe der israelischen Stadt Yehud auf einen extrem ungewöhnlichen Fund gestoßen. Bei Ausgrabungen im Vorfeld eines Bauprojekts entdeckten die Forscher die Fragmente eines rund 18 Zentimeter hohen, bauchigen Tongefäßes. Auf dem "Hals" dieses 3.800 Jahre alten Gefäßes thronte die Tonskulptur einer menschlichen Figur. Sie wurde wahrscheinlich nachträglich auf den Krug aufmodelliert.

"Der Hals des Kruges bildet die Basis für den oberen Teil der Figur, Arme, Beine und das Gesicht wurden dann noch nachträglich ergänzt", erklärt Grabungsleiter Gilad Itach von der israelischen Antikenbehörde. "Man kann erkennen, dass der Kopf der Figur auf eine Hand gestützt ist, als wenn dieser Mensch gerade nachdenkt."