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Sa, 10 Dez 2016
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Verborgene Geschichte
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Frühmittelalter: Nördlichster Teil des Karlsgrabens aus der Zeit Karls des Großen ausgegraben

© Grafik nach http://franconica.uni-wuerzburg.de/ub/fries/pages/fries/101.html.
Darstellung des Karlsgraben-Baus in der Chronik des Lorenz Fries (16. Jahrhundert
Der Karlsgraben ist das bedeutendste und ambitionierteste Infrastrukturprojekt des frühen Mittelalters in Zentraleuropa: Karl der Große wollte im Jahr 793 einen durchgehenden Schifffahrtsweg zwischen Rhein und Donau schaffen. Der etwa drei Kilometer lange Kanal ist eines der größten Bodendenkmäler Süddeutschlands. Nun liefern aktuelle Ausgrabungen einer Forschergruppe der Universitäten Jena, Leipzig und Kiel, des Leibniz-Institutes für Photonische Technologien Jena sowie des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege neue Ergebnisse.

© Lukas Werther/FSU
Flechtwerkmatte aus Ästen im Böschungsbereich der Fahrrinne des Karlsgrabens, die offenbar zur Stabilisierung des Untergrunds diente.
Die genaue Bauzeit dieses Bauwerks war lange umstritten. Erst 2013 konnte der Karlsgraben durch eine Ausgrabung und die dendrochronologische Untersuchung der Bauhölzer in das Jahr 793 datiert werden. Bislang war ungeklärt, ob der Karlsgraben jemals fertiggestellt wurde oder ob das Kanalbauprojekt unvollendet blieb. Es fehlte nicht nur der Nachweis für die mögliche Schiffbarkeit des Kanals, sondern auch der Nachweis für den Anschluss des Kanals an den Bach Rezat. Bis vor wenigen Jahren war insbesondere der nördlichste Teil des Bauwerkes der Forschung noch völlig unbekannt.

Nach den aktuellen Forschungsergebnissen ist der Kanal bis unmittelbar an den Bachlauf der Rezat ausgeschachtet und teilweise auch dort mit aufwändigen Holzeinbauten stabilisiert worden. Ein internationales Grabungsteam unter Leitung von Dr. Lukas Werther von der Friedrich-Schiller-Universität Jena dokumentierte bei der Grabung zahlreiche Bauhölzer, darunter mächtige Eichenbohlen und Flechtwerkmatten zur Stabilisierung der Kanalböschungen. Die Archäologen sicherten auch Abfälle von der Bearbeitung der Hölzer vor Ort. Dank des hohen Grundwasserstandes und der Überdeckung mit Sedimenten unmittelbar nach dem Bau sind die mittelalterlichen Holzkonstruktionen konserviert und in außergewöhnlich gutem Zustand erhalten geblieben.

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"HMS Terror": Verschollenes Schiff nach 168 Jahren wiedergefunden - Dank eines Inuit

Gjoa Haven - Fast 170 Jahre lang waren die zwei Schiffe verschollen, mit denen Sir John Franklin die Nordwestpassage finden wollte. Jetzt führte ein Inuit die Forscher zum Wrack der HMS Terror. Sie führte ihren Namen zurecht.
© Arctic Research Foundation/dpa
Am Ende kam der entscheidende Tipp von einem Inuit-Ureinwohner. Trotz jahrelanger, teurer Suche mit Satellit und Unterwasseraufnahmen hatten Forscher das britische Expeditionsschiffs HMS „Terror“ nicht aufspüren können, das im Eis der Arktis stecken blieb und 1848 aufgegeben wurde. Jetzt, rund 170 Jahre später, hat der Inuit-Jäger Sammy Kogvik die Wissenschaftler zum Wrack geführt. Und eines der großen Geheimnisse der Schifffahrt gelüftet.

Sir John Franklin hatte versucht, die Nordwestpassage zu finden, den viel kürzeren nördlichen Seeweg um Amerika. Er starb 1847 während der Expedition. Was geschah, nachdem seine Schiffe „HMS Erebus“ und „HMS Terror“ im Eis eingeschlossen wurden, ist bis heute unklar - jedenfalls kam keiner der Männer durch. Lange wurde vermutet, dass die 105 überlebenden Crewmitglieder versuchten, sich ihren Weg vom im Eis gefangenen Schiff nach Süden zu bahnen. Knochenfunde bestätigen, dass die Überlebenden am Ende in ihre Verzweiflung zu Kannibalen wurden.

Bulb

Pressekonferenz in Bozen: Ältester Schneeschuh der Welt in den Alpen gefunden

Der älteste uns bekannte Schneeschuh der Welt wurde in den italienischen Alpen, nahe der Grenze zu Österreich, gefunden.
© Südtirol News
Das 5.800 Jahre alte Artefakt wurde am vergangenen Montag auf einer Pressekonferenz im italienischen Bozen vorgestellt und wird in die Zeit des späten Neolithikums (Jungsteinzeit) datiert. Es stammt also von den Vorfahren der 5.300 Jahre alten berühmten Eismumie namens Ötzi, die man vor 25 Jahren in der Nähe eines abschmelzenden Gletschers der Ötztaler Alpen in Südtirol gefunden hat.

Der Kartograph Simone Bartolini vom Militärgeographischen Institut Florenz fand den nahezu perfekt erhaltenen Schneeschuh im Sommer 2003, als er 3.134 Meter über dem Meeresspiegel an dem südtiroler Gletscher Gurgler Eisjoch im Pfossental Vermessungen durchführte. Er hielt das Stück zunächst für einen historisch bedeutungslosen Schneeschuh, den ein Bauer vor rund 100 Jahren verloren habe. Ahnungslos über den tatsächlichen Wert seines Fundes, verwahrte er ihn über die ganzen Jahre in seinem Büro, bis er es schließlich dem italienischen Landesamt für Bodendenkmäler übergab.

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Katastrophe in Galveston, Texas, 1900: Der schlimmste Hurrikan der US-Geschichte

Eine acht Meter hohe Flutwelle, Sturmböen von 225 Stundenkilometern - am 8. September 1900 wurde das schmucke Galveston in Texas von einem Wirbelsturm zerstört. Mindestens 6000 Menschen starben.

© Library of Congress
Erinnerung: Ein zeitgenössischer Druck stellt die tragische Sturmnacht dar. Die kleinen Bilder in den Ecken zeigen den Horror der Aufräumarbeiten: Das Einsammeln der Leichen (oben links), das Massenbegräbnis von mehr als 2600 Toten auf See (oben rechts), die Leichenverbrennung (unten rechts), die Erschießung von Plünderern und Leichenschändern (unten links) sowie die Ruinen der Sacred Heart Kirche am Broadway und der First Baptist Kirche (unten Mitte).
Als der Sturm die Außenmauern des St.-Mary-Waisenhauses abzutragen begann und das Wasser weiter stieg, fasste Mutter Oberin M. Camillus Tracy einen Entschluss: Sie und die neun Schwestern schlangen den jüngeren der 93 Kinder ein Stück Wäscheleine um den Bauch und banden sich das Ende selbst um die Taille, um sie im Chaos des Hurrikans nicht zu verlieren. Jede der Nonnen bildete eine Kette mit sechs bis acht Kindern, nur einige ältere waren auf sich allein gestellt. Um die Kleinen zu beruhigen, stimmten sie ihr Lieblingslied an: "Queen of the Waves" - Königin der Wellen.

Dann fuhren die Naturgewalten mit voller Wucht in das Gebäude und zerstörten es binnen Sekunden. Die Nonnen und die Kinder wurden weggespült. Die Wäscheleine, zur Rettung gedacht, brachte das Verhängnis: Sie verfing sich in Trümmerteilen und zog die Menschenkette unter Wasser. 90 Kinder und alle zehn Schwestern ertranken. Nur drei Jungs überlebten: Die Nonnen hatten ihnen keine Wäscheleine umgebunden.

Die Tragödie im Waisenhaus ist eine von vielen an jenem 8. September 1900, als ein Hurrikan der zweithöchsten Kategorie vier die texanische Stadt Galveston nahezu auslöschte. Mit mindestens 6000 Opfern, nach manchen Schätzungen sogar mehr als 10.000 Toten, gilt der Galveston-Hurrikan als bis heute tödlichste Naturkatastrophe in der Geschichte der USA - weit verheerender noch als der Wirbelsturm Katrina, der 2005 im Südosten rund 1800 Menschenleben forderte. Und doch ist der Hurrikan des Jahres 1900 außerhalb von Texas fast in Vergessenheit geraten.

Auf dramatische Art widerlegt wurde eine Meteorologie, die erst in den Kinderschuhen steckte und dennoch alles über das Wetter zu wissen glaubte. Galvestons Chef-Meteorologe Isaac Cline hatte ein Jahrzehnt vor der Katastrophe in einem Artikel versichert: "Kein Hurrikan könnte der Stadt Galveston etwas anhaben."

Anhand von Clines Wetteraufzeichnungen, Memoiren und Zeitzeugenberichten lassen sich die Ereignisse der Nacht rekonstruieren. Autor Erik Larson hat die Geschichte im Bestseller "Isaacs Sturm" verarbeitet.

Die modernste Stadt in Texas

Cline war 1889 mit seiner Frau Cora Mae und seinen drei Töchtern nach Galveston gezogen. Die Insel vor der Küste von Texas ist eine 43 Kilometer lange und fünf Kilometer breite Sandbank, im Norden das Wasser der Galveston Bay, im Süden der Golf von Mexiko. An ihrer höchsten Stelle erhebt die Insel sich zweieinhalb Meter über den Meeresspiegel.

Die Stadt galt Ende es 19. Jahrhunderts als New York der Golfküste. 1899 war Galveston größter Umschlagsplatz für Baumwolle und drittwichtigster Hafen der USA, angelaufen von 45 Dampfschifflinien. Die Geschäftsstraße "The Strand" galt mit ihren zahlreichen Versicherungen und Banken als "Wall Street des Südwestens".

Kommentar:


Airplane

Terroranschlag 11. September 2001

Ein Video zum Thema des Terroranschlags am 11. September 2001.


Sherlock

Australien: 9.000 Jahre alte Häuser entdeckt

Archäologen der University of Western Australia haben die Überreste der ältesten, uns bekannten Siedlung des australischen Kontinents entdeckt. Die Strukturen werden auf ein Alter zwischen 8.000 und 9.000 Jahre datiert und stammen somit aus der Zeit kurz nach der letzten Eiszeit.
© Leptictidium/Wikipedia
Zweck der Häuser ist den Forschern noch unbekannt

Die Entdeckung gelang Professor Jo McDonald und seinem Team auf einer Insel des Dampier-Archipels, einer Inselgruppe mit 42 weitgehend unbewohnten Inseln und Felsen in der westaustralischen Region Pilbara. Eigentlich wurden die Überreste der runden Steinhäuser bereits in 2014 entdeckt, doch man konnte sie erst jetzt datieren, nachdem man in ihrem Inneren die Schalen von essbaren Mangrovenschnecken fand. Die Forscher hatten kniehohe Steinwände entdeckt und glauben, dass, wer auch immer diese Strukturen vor 9.000 Jahren gebaut haben mag, für das Dach entweder Äste, Zweige oder andere Pflanzenteile verwendeten. Sie waren auch erstaunt, dass die Häuser separate Zimmer aufweisen und es beispielsweise einen gesonderten Bereich zum Schlafen und einen anderen zum Arbeiten zu haben scheinen.

Crusader

"Engel des Todes": Das wahre Gesicht der "heiligen" Mutter Teresa und ihres Ordens

© psychologytoday.com

Kommentar: Mutter Teresa, die als "Engel der Armen" galt, wurde am 4. September 2016 von Papst Franziskus in Rom heiliggesprochen. Der folgende Artikel aus dem Jahr 1999, nur ca. zwei Jahre nach Mutter Teresas Tod entstanden, zeichnet ein anderes Bild dieses "Engels" und ihres Ordens.



Selig sind die Armen


Ihre Menschenverachtung weist Mutter Teresa einen Platz unter den Englein zu

Sie war eine hoch geachtete Persönlichkeit, nach ihrem Tod kamen anerkennende Worte aus allen Regierungspalästen, bei Umfragen unter Jugendlichen taucht sie regelmäßig unter den Top Ten der Vorbilder auf: Mutter Teresa, der “Engel der Armen”. 1997 im Alter von 87 Jahren gestorben schickt sich die weltbekannte Nonne an, in Rekordzeit zur Heiligen aufzusteigen. Der Prozess der Seligsprechung ist bereits eingeleitet und kein Beobachter zweifelt daran, dass die Prozedur schnell vonstatten gehen wird. Dabei geht es allerdings weniger um Wunder und gute Werke, sondern um knallhartes politisches Kalkül der Strategen im Vatikan.

Mutter Teresa steht geradezu synonym für praktizierte Nächstenliebe; sie gilt, weit über kirchliche Kreise hinaus, als integre Persönlichkeit, deren Orden die überwiesenen Spenden bestmöglich zur Unterstützung der Ärmsten der Armen einsetzt. Dieses Image hat die katholische Kirche immer wieder zielstrebig eingesetzt, um Sympathiepunkte und Geld einzuheimsen. Mutter Teresa, vertrauenswürdig und an den sozialen Brennpunkten der Welt aktiv, schien das genaue Gegenbild zum skandalumwitterten Vatikan wie auch zu einem (nicht nur in Sachen Verhütung) zunehmend weltfremder argumentierenden Papst. Mit ihrer Heiligsprechung würde sicherlich eine attraktivere, zeitgemäßere Identifikationsfigur geschaffen als der heilige Nikodemus oder die heilige Agathe.

Das Leben der Mutter Teresa erscheint tatsächlich als Bilderbuch-Karriere einer potentiellen Heiligen. Im Alter von 18 Jahren trat die 1910 in Skopje als Agnes Gonxha Bojaxhiu geborene Albanerin in den Loreto Orden ein. Bald ging sie nach Indien, seit 1946 hatte sie ihre Missionsstation in den Elendsvierteln von Kalkutta. Mit päpstlicher Erlaubnis gründete sie vier Jahre später ihren eigenen Orden, die “Missionarinnen der Nächstenliebe”. Das Unternehmen wuchs und gedieh, heute verfügt es über mehr als 400 Niederlassungen weltweit. In den 1970ern machten die Medien sie als “Engel der Armen” bekannt, 1979 erhielt sie den Friedensnobelpreis. Seither war ihr Orden überaus populär, die Spenden flossen reichlich.

Kommentar: Auch lesenswert zum Thema:
  • Der Todesengel von Kalkutta - Die Zerstörung des Mythos um Mutter Teresa



Pyramid

War Wasserknappheit der Grund für das Ende der Maya?

Irgendetwas Dramatisches muss passiert sein, im neunten Jahrhundert, als die klassische Periode der Maya zu Ende ging. Innerhalb kurzer Zeit erlebte die blühende Hochkultur in Mittelamerika einen Einbruch, die Bevölkerungszahl ging stark zurück, monumentale Steinbauten, wie man sie vorher auf Yucatán errichtet hatte, wurden danach keine mehr gebaut. Der Grund für diesen Niedergang ist bis heute umstritten. Eine mögliche Erklärung liefern nun Modellrechnungen der TU Wien: Gerade die Bewässerungstechnik, die den Maya in Dürrezeiten oft wichtige Dienste geleistet hat, könnte die Gesellschaft verwundbarer gegenüber großen Katastrophen gemacht haben.

© Chromolithographie von Frederick Catherwood, 1844.
Maya-Ruine »Las Monjas« in Uxmal, Yucatán, Mexiko.
Daraus können wir auch für unsere eigene Zeit wichtige Schlüsse ziehen: Man muss mit natürlichen Ressourcen sorgsam umgehen - wenn technische Maßnahmen bloß die oberflächlichen Symptome einer Ressourcenknappheit bekämpfen, ohne dass man das Verhalten anpasst, wird die Gesellschaft verwundbar.

Sozio-Hydrologie

 »Das Wasser beeinflusst die Gesellschaft und die Gesellschaft beeinflusst das Wasser«, sagt Linda Kuil, Dissertantin von Prof. Günter Blöschl im FWF-Doktoratskolleg Wasserwirtschaftliche Systeme an der TU Wien. »Der Vorrat an Wasser bestimmt, wie viel Nahrung zur Verfügung steht, und beeinflusst somit das Bevölkerungswachstum. Umgekehrt wird bei einer Bevölkerungszunahme auch in den natürlichen Wasserkreislauf eingegriffen - etwa durch den Bau von Wasserreservoirs.« 

Weil Wasser und Gesellschaft einander so unmittelbar beeinflussen, genügt es nicht, beides getrennt voneinander zu beschreiben. Daher versucht man an der TU Wien heute, die Wechselwirkungen zwischen Soziologie und Hydrologie in mathematische Modelle zu fassen. So entstand das Forschungsgebiet der Sozio-Hydrologie.

Kommentar: Der Mensch im Allgemeinen und die Maya im Besonderen haben schon immer die Ressourcen ausgenutzt - auch bis zum geht nicht mehr: In der Geschichte der Menschheit ist noch bisher jede Hochkultur früher oder später zusammengebrochen. Häufig sind weltweit alle Hochkulturen gleichzeitig kollabiert und die entsprechende Geschichte gleicht sich sehr häufig bezüglich ihrer Begleiterscheinungen: menschliche Gier, extremes Wetter, korrupte, psychopathische Eliten, Ausbeutung der Umwelt, Katastrophen. Das gleicht sehr dem, was wir jetzt erleben... Weitere Artikel über die Maya:


People 2

Entwicklung des Menschen - Asien der vergessene Kontinent

Ausgrabungen aus China stellen die gängigen Theorien zur Evolution des Menschen und unserer engsten Verwandten wieder in Frage.

© dpa
Rekonstruktion einer Peking-Frau nach einem späteren Schädelfund (rechts).
Direkt am Stadtrand von Peking erhebt sich ein kleiner Berg aus Kalkstein über die Stadt - der Drachenknochenhügel. An dessen Nordseite führt ein Pfad hoch zu ein paar umzäunten Höhlen, die jährlich von 150 000 Besuchern im Schulkind- bis Rentenalter besucht werden. Hier hatten Forscher 1929 einen fast vollständig erhaltenen Schädel gefunden, dessen Alter auf zirka eine halbe Million Jahre bestimmt wurde. Der Schädel des so genannten Peking-Menschen gehörte zu den ältesten je entdeckten menschlichen Überresten; und viele überzeugte der Fund davon, dass die Entwicklung der Menschheit von Asien ausging.

Seitdem ist die zentrale Bedeutung des Peking-Menschen allerdings verblasst. Zwar ist der Fund inzwischen mit modernen Datierungsmethoden auf ein Alter von sogar 780 000 Jahren geschätzt worden, schließlich aber übertrumpften ihn Ausgrabungen noch wesentlich älterer Verwandte des Menschen aus Afrika. Damit war Afrikas Status als Wiege der Menschheit zementiert: Von nun an galt Afrika als der Kontinent, von dem aus sich der moderne Mensch und seine Vorfahren über die Erde ausbreiteten. Asien wurde dagegen auf so etwas wie eine evolutionäre Sackgasse zurückgestuft.

Doch die Geschichte des Peking-Menschen beschäftigte weiterhin ganze Generationen chinesischer Forscher, die alle seine Beziehung zum modernen Menschen entschlüsseln wollten. "Es ist eine Geschichte ohne Ende", sagt der Paläontologe Wu Xinzhi vom Institute of Vertebrate Paleontology and Paleoanthropology (IVPP) der chinesischen Akademie der Wissenschaften in Peking. Die Forscher fragen sich, ob die Nachkommen des Peking-Menschen und die Artgenossen der Homo-erectus-Spezies tatsächlich ausstarben oder ob sie sich eher zu einer moderneren Spezies entwickelt haben und so zum Genpool des heutigen Chinas beigetragen haben.

Kommentar:
Frühmenschen: Denisova-Menschen: Neandertaler:


Rainbow

Name von etruskischer Göttin "Uni" auf 2.400 Jahre alter Stele gefunden

Ein rarer Fund: Auf einer bei Florenz entdecken Stele der Etrusker haben Archäologen den Namen der Göttin "Uni" entdeckt. Dies bestätigt, dass es sich bei der Inschrift um einen religiösen Text handelt - und macht ihn zu einem ganz besonderen Fund. Denn sowohl lange Texte als auch religiöse Inschriften aus der Etruskerzeit sind extrem selten. Die Stelen-Inschrift könnte daher wertvolle Einblicke in Religion und Kultur dieses rätselhaften Volkes liefern.

© Mugello Valley Project
Kaum zu erkennen: Eingeritzte etruskische Zeichen auf der 2.400 Jahre alten Stele
Im Mugello-Tal nordöstlich von Florenz lag vor rund 2.500 Jahren eine Siedlung der Etrusker. Dieses noch immer rätselhafte Volk lebte vor und während der Römerzeit im nördlichen Mittelitalien. Dort sind bis heute etruskische Nekropolen erhalten, deren Gräber und Grabbeigaben fast die einzigen Zeugnisse dieser Kultur sind. Längere Inschriften oder Aufzeichnungen dieser Kultur fehlen völlig.

Spannender Stelenfund im Tempel

Anfang dieses Jahres jedoch machten Archäologen im Mugello-Tal eine Aufsehen erregende Entdeckung: Sie stießen im Fundament eines etruskischen Tempels erstmals auf eine Stele mit einer längeren Inschrift darauf. Auf der Vorderseite der rund 2.400 Jahre alten Stele sind mindestens 120 eingravierte Buchstaben und Satzzeichen zu erkennen.

"Diese Inschrift könnte neue Wörter enthalten, die wir nie zuvor gesehen haben - auch weil sie nicht im Umfeld eines Grabes oder einer Nekropolis entstand", spekulierte damals Grabungsleiter Gregory Warden von der Southern Methodist University. "Wir hoffen, dass diese Stele uns den Namen der Gottheit oder Göttin verraten wird, die an diesem Ort verehrt wurde."

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