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Mi, 24 Aug 2016
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Verborgene Geschichte
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Archäologen finden Reste von riesige Werften der antiken Seemacht Athens

Archäologen finden Reste gewaltiger Hallen, Rampen und Mauern im Hafen von Piräus
© Vassilis Tsiairis
Ein Archäologe beim Tauchgang zu antiken Resten einer Schiffshalle in Mounichia.
Antike Machtbasis: Schiffshallen so groß wie zwei Fußballfelder, mächtige Schutzmauern und Rampen für enorme Kriegsschiffe - im Hafen von Piräus haben Archäologen in jahrelanger Arbeit aufgedeckt, welches gewaltige Ausmaß die Werften und Hafenanlagen der antiken Seemacht Athen hatten. Vor knapp 2.500 Jahren gehörten sie zu den größten Gebäudekomplexen der Antike.

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Überraschung: Menschen der Bronzezeit führten chirurgische Schädelöffnungen durch

In Südrussland haben deutsche und russische Archäologen 13 Schädel mit sogenannten Trepanationen entdeckt. Hierbei handelt es sich um gezielte chirurgische Schädelöffnungen, die mit einfachsten Mitteln ohne die modernen medizinischen Methoden, ohne Anästhesie durchgeführt wurden. Obwohl die Eingriffe höchst gefährlich und sogar tödlich sein konnten, haben die Patienten diese offenbar sogar langfristig überlebt. Wozu die Schädelöffnungen allerdings durchgeführt wurden, ist weiterhin ein Rätsel.

© J. Gresky / DAI Zentrale (CC BY NC-ND)
Ansicht einer gut verheilten und lange überlebten Trepanantion durch Schabetechnik.
Berlin (Deutschland) - Wie die Anthropologen um Dr. Julia Gresky vom Referat Naturwissenschaften und der Eurasien Abteilung des Deutschen Archäologischen Instituts gemeinsam mit russischen Kollegen aktuell im Fachjournal American Journal of Physical Anthropology (DOI: 10.1002/ajpa.22996) berichten, handelt es sich um insgesamt 13 rund 6.000 Jahre alte Schädel, mit Trepanationen an jeweils identischer Stelle: „Obwohl diese Stelle aus anatomischen Gründen das höchste Operationsrisiko hat, überlebten die meisten der Patienten den Eingriff. Die spezielle Lokalisation und die Tatsache, dass keine Spuren von Trauma oder Krankheiten am Schädel sichtbar waren, lässt einen rituellen Hintergrund der Operation vermuten.

Funde von Trepatationen erlauben den Wissenschaftlern immer wieder faszinierende Einblicke in die frühen medizinischen Kenntnisse und Fertigkeiten der Menschen seit mehr als 10.000 Jahren.

Cow

Der Mensch beeinflusst seine Umwelt und das Ökosystem schon seit Jahrtausenden

Vom Menschen unberührte Landschaften gibt es - von wenigen Ausnahmen abgesehen - schon seit Tausenden von Jahren nirgendwo mehr auf der Erde. Das unterstreicht eine aktuelle in der Fachzeitschrift PNAS veröffentlichte Studie unter der Leitung von Nicole Boivin, Direktorin am Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte und Wissenschaftlerin an der Universität Oxford. Die umfassende Zusammenschau archäologischer Daten der letzten 30 Jahre gibt Aufschluss darüber, wie der Mensch etwa durch Jagd, Landwirtschaft und Handel die Landschaften der Erde seit Jahrtausenden prägt. Die Daten zeigen auch den tiefgreifenden Einfluss des Menschen auf die Verteilung der Tier- und Pflanzenarten weltweit.

© gemeinfrei
Seit Jahrtausenden prägen Menschen die Landschaften, in denen sie leben. Vogelfang (Gänse) und Feldbestellung im Alten Ägypten um ca. 2700 v. Chr.
Die Befunde des internationalen Forschungsteams legen nahe, dass den bisherigen Debatten zum Naturschutz ohne archäologische Erkenntnisse ein wichtiger Aspekt fehlt. Es sei eine Fehleinschätzung, dass Gesellschaften vor der industriellen Revolution die Umwelt oder die Vielfalt der Arten nur wenig beeinflusst haben, so die Autorinnen und Autoren. Die Veröffentlichung stützt sich auf aktuelle Datensätze von historischer DNA und RNA, stabilen Isotopen und Mikrofossilien sowie auf neue statistische Methoden und Berechnungsverfahren. Viele der heute am häufigsten vorkommenden Pflanzen- und Tierarten wurden von unseren Vorfahren begünstigt, umgekehrt führten Jagd und veränderte Landnutzung bereits vor Tausenden von Jahren zum Aussterben vieler Arten. Das Forschungsteam kommt zu dem Schluss, dass wir in Anbetracht dieser und anderer Belege für langfristige anthropogene Veränderungen eher pragmatische Lösungen für den Naturschutz suchen sollten, statt das unerreichbare Ideal "natürlicher Bedingungen" anzustreben.

Die Studie nennt vier Hauptphasen, in denen die Menschen die Welt um sich herum so veränderten, dass es tiefgreifende Auswirkungen auf die Ökosysteme hatte: die globale Ausbreitung des Menschen im späten Pleistozän, die neolithische Verbreitung der Landwirtschaft, die Ära der Besiedlung von Inseln durch den Menschen und das Aufkommen früher städtischer Gesellschaften und weltweiter Handelsbeziehungen. Die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen stützen sich dabei auf Fossilienfunde, die zeigen, dass der moderne Mensch (Homo sapiens) vor rund 195.000 Jahren in Ostafrika lebte und sich vor 12.000 Jahren bis in die entlegensten Winkel Eurasiens, Australiens, Nord- und Südamerikas ausgebreitet hatte. Diese weitreichende Besiedlung des Planeten ist mit dem Aussterben zahlreicher Arten verbunden. So verschwanden im Zeitraum zwischen 50.000 und 10.000 Jahren vor heute rund zwei Drittel der damals lebenden rund 150 Großtierarten (Megafauna). Dieses vielleicht bedeutsamste Artensterben hatte - laut der Studie - "dramatische Auswirkungen" auf die Struktur der Ökosysteme, die Verfügbarkeit von Nährstoffen und die Samenverbreitung.

Kommentar: Es gab in der Geschichte der Menschheit immer wieder Perioden, wo unsere Umwelt zum Vorteil einiger rücksichtslos ausgebeutet wurde. Sehr häufig endete dies mit vielen Kriegen in denen die herrschenden Eliten die Menschen drangsalierten, gehäuft Naturkatastrophen und Seuchen auftraten und große Reiche untergingen. In diesen vergangenen Zeiten verstanden die Menschen, dass der menschliche Geist und die Zustände der kollektiven menschlichen Erfahrung sowohl den Kosmos als auch Phänomene auf der Erde beeinflussen. Wir leben jetzt wieder in einer Periode, in denen Arten aussterben und sich Kriege und Naturkatastrophen häufen...
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2000 Jahre alter Mechanismus von Antikythera Inschriften zeigen: Komplexe Apparatur für astrologische Berechnungen

Cardiff (Großbritannien) - Bei dem sogenannten Mechanismus von Antikythera handelt es sich um eine komplexe, feinmechanische Apparatur, deren Überreste vor etwas mehr als hundert Jahren von Schwammtauchern aus einem römischen Schiffswrack vor der griechischen Insel Antikythera geborgen wurden. Die Komplexität des Räderwerks ist nach bisherigem Wissensstand für die Antike einzigartig und wurde erst wieder von Uhrmachern im spätmittelalterlichen Europa erreicht. Jetzt haben Wissenschaftler Inschriften auf dem „antiken Computer“ identifiziert, mit dessen Hilfe astronomische Konstellationen und Zeitperioden berechnet werden konnten entziffert und damit neue Informationen über den Zweck der Apparatur herausgefunden.
© Wikimedia User: Marsyas, CC BY-SA 2.5
Die Vorderseite des sog. „Fragments A“ des Antikythera-Mechanismus.
Wie das Team des Antikythera Mechanism Research Project (AMRP) um Mike Edmunds, Prof. emeritus an der Cardiff University und Alexander Jones vom Institute for the Study of the Ancient World aktuell im Fachjournal Almagest berichtet, weisen die jetzt mit Hilfe von CT-Scans entzifferten Inschriften auf den Außenseiten des rund 2000 Jahre alten Geräts darauf hin, dass der Mechanismus auch dazu benutzt wurde, um astrologische Vorhersagen zu treffen. Darüber hinaus deutet nun vieles darauf hin, dass die Apparatur auf der Insel Rhodos konzipiert wurde.

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Schon im Mittelalter spielte man Fußball und Stadttore dienten als Tor

Wer glaubt, heute ginge es auf dem Spielfeld grob zu, der würde sich über den mittelalterlichen Fußball wundern: Das Spiel stand den damals allseits beliebten Steinschlachten und Faustkämpfen in nichts nach. Es kam ohne Spielfeld aus, Stadttore dienten als Tor. Fußball wird seit Jahrhunderten gespielt, das beweisen alte Quellen.

© Repro aus "Kulturgeschichte des Sports", C.H.Beck, S.181
Fresco von Jan van der Straet: Calcio vor Santa Maria Novella, 1558 (Palazzo Vecchio, Florenz)
In England und Italien war dieser Sport spätestens seit dem zwölften Jahrhundert weit verbreitet. In der Renaissance erhoben ihn die Medici-Fürsten zum Nationalspiel. Der Kulturhistoriker Wolfgang Behringer von der Universität des Saarlandes in Saarbrücken hat die Geschichte des Fußballs vom ersten Auftauchen in den Quellen bis heute erforscht.

Warum sind an manch altem Gemäuer in englischen oder italienischen Altstädten die Fenster auch der oberen Stockwerke vergittert? Warum betrieb man in schwindelnder Höhe solch teuren Aufwand? Die Antwort von Wolfgang Behringer: "Fußball! Zu Renaissance-Zeiten hatten die Menschen ihre Erfahrung damit: Sie wollten die teuren Fenstergläser vor den harten Bällen schützen." Fußball ist weit älter, als man vielleicht vermuten würde. Zwar ist er keine antike olympische Disziplin. Aber Professor Behringer hat in unzähligen Quellen - in Chroniken, Briefwechseln, Tagebüchern, Memoiren - Nachweise gefunden, die bis ins Mittelalter reichen.

Aus welcher Zeit stammt der älteste Beleg für den Fußball? "Quellen aus dem Mittelalter nennen nur Ballspiele, ohne weitere Unterscheidung. Ballspiele waren damals generell sehr beliebt. Etwa das dem Volleyball ähnliche Pallone, das in Deutschland und Italien die populärste Sportart war. Als die Quellen für Fußball einsetzen, gibt es diesen schon, so dass man über seine Anfänge nur spekulieren kann. Der vielleicht älteste handfeste Nachweis stammt aus dem Jahr 1137: Es handelt sich um einen Bericht vom Tod eines Jungen, der beim Fußballspiel in England starb", erklärt Behringer.

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Zur Erinnerung: "Sir, ich werde für Sie nicht den Dritten Weltkrieg beginnen!"

Heute, am 11. Juni, jährt sich der Tag, an dem 1999 Europa an einem Krieg mit Russland gerade nochmals vorbeigeschrammt ist. Nicht irgendein schießwütiger General sondern der NATO-Oberbefehlshaber Europa (Supreme Allied Commander Europe - SACEUR) hatte den Befehl zum Angriff auf russische Truppen im Kosovo gegeben. Der Befehlsempfänger war der britische 3-Sterne General, Sir Mike Jackson, damals Kommandeur der NATO-KFOR-Invasionstruppe.
© Reuters
Sein "Nein" verhinderte möglicherweise eine militärische Katastrophe, der britische 3-Sterne General, Sir Mike Jackson, damals Kommandeur der NATO-KFOR-Truppen im Kosovo. Auf dem Bild: Jackson im Gespräch mit dem russischen General Viktor Zawarzin auf dem Flughafen von Pristina, 26. Juni 1999.
Zum Glück widersetzte sich der kühle Brite dem wahnsinnigen und wiederholt eingeforderten Befehl seines US-amerikanischen Vorgesetzten, der US-Vier-Sterne General Wesley Clark. Stattdessen schaltete Sir Mike die Regierung in London ein und drohte mit seinen sofortigen Rücktritt. (Siehe: „Gen Sir Mike Jackson: My clash with Nato chief.“) Die britische Regierung wurde aktiv, telefonierte mit Washington. Von dort wurde SACEUR Clark dann zurückgepfiffen, allerdings ziemlich widerwillig, wie sich später herausstellte.

Angesichts des zunehmenden militärischen Aufmarschs der NATO an den Grenzen zu Russland und der markigen Worte von NATO-Politikern und Militärs, die vor einem schon bald zu erwartenden Krieg „warnen“, als Rechtfertigung, um Russland noch mehr mit dem Rücken an die Wand zu drücken, ist der Schießbefehl des NATO-Oberbefehlshabers vom 11. Juni 1999 von hochaktueller Bedeutung. Die damaligen Ereignisse verdienen daher, nochmals in Erinnerung gerufen zu werden.

Kommentar:


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Entdeckung: 900 Jahre alte Ruinen des wohl größten Imperiums in Kambodscha entdeckt

Australische Forscher haben im kambodschanischen Dschungel bisher unbekannte Städte aus dem Mittelalter entdeckt. Der Fund könnte die Geschichtsschreibung Südostasiens grundlegend verändern, wie die „Süddeutsche Zeitung“ schreibt.

© AP Photo/ Eugene Hoshiko
Ein Forscherteam um den Archäologen Damian Evans fand in Kambodscha riesige Stadtanlagen aus dem 12. Jahrhundert. Den Wissenschaftlern zufolge handelt es sich um Siedlungen nahe der Tempelanlage von Angkor Wat, die zuvor ein Teil des Reiches der Khmer gewesen waren. Die Experten halten die Entdeckung für eine der wichtigsten der vergangen Jahre.

Mittels einer neuen Lasertechnologie sei es den Forschern gelungen, aus der Luft die alten Städte im Detail sichtbar zu machen. Sie seien etwa 900 bis 1400 Jahre alt und einige von ihnen seien so groß wie die heutige Hauptstadt Kambodschas, Phnom Penh, so die Süddeutsche Zeitung.

Sherlock

Petra, Jordanien: 2000 Jahre alte Plattformen durch Satellitenaufnahmen entdeckt

In der historischen Stadt Petra in Jordanien haben Archäologen über Satellitenaufnahmen die Strukturen einer riesigen Plattform entdeckt, die über 2.000 Jahre alt sein soll, berichtet „National Geographic“.
© Flickr/ federico maccagni
Die Plattform ist laut den Berechnungen der Wissenschaftler Sarah Parcak und Christopher Tuttle etwa 50 Meter lang und fast doppelt so breit, also zweimal größer als ein olympisches Schwimmbecken. Außerdem konnten die Forscher noch eine zweite kleinere Plattform feststellen, die etwa 8,5 mal 8,5, Meter groß ist. Diese zweite Plattform wäre ursprünglich mit Steinen gepflastert und an der Ostseite mit Säulen begrenzt gewesen und hätte an der Spitze einer Treppe gelegen.


Parcak und Tuttle konnten ihre Entdeckung nur durch das System Google View sowie Worldview 1 und 2 zustande bringen.

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Neu-Datierung: Indus-Kultur 2.500 Jahre deutlich älter als angenommen

Kalkutta (Indien) - Mit einer bis heute nicht entzifferten Schrift, geradezu modernen Städten und einer enormen Ausdehnung gilt die auch als Harappa bezeichnete Indus-Kultur, neben dem Ägypten und Mesopotamien als die heute noch immer rätselhafteste der antiken Hochkulturen. Bislang glaubten Archäologen zumindest das Alter der bronzezeitlichen Zivilisation mit rund 5.500 Jahren relativ genau zu kennen. Eine neue Studie indischer Archäologen fand nun jedoch Hin- und Beweise dafür, dass die kaum bekannte Indus-Kultur mit einem Alter von rund 8.000 Jahren sogar noch älter ist als die Hochkulturen Ägyptens und Mesopotamiens.
© Saqib Qayyum (Ruinen), Mamoon Mengal (Figur) via Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0; Collage: grewi.de
Steinfigur eines vermeintlichen „Priesterkönigs“ vor dem Hintergrund der heutigen Ruinen von Mohenjo-Daro.
Korrektur: In der ursprünglichen Version dieser Meldung hieß es, dass die gefundenen und auf ein Alter von 6.000 Jahren datierten Funde von Töpferwaren, „die ältesten Funde von Töpferware überhaupt darstellen“. Gemeint waren damit jedoch die Funde an den indischen Grabungsstellen. Sowohl aus Japan, Europa und dem mesopotamischen Raum sind vergleichbare oder ältere Funde bekannt. Dies wurde im Meldungstext korrigiert.
Die Induskultur erstreckte sich einst über fast das gesamte heutige Pakistan sowie Teile Afghanistans und Indiens. Insgesamt umfasste sie 1.250.000 Quadratkilometer und damit eine größere Landfläche als das antike Ägypten und Mesopotamien zusammen.

Kommentar: Das Elektrische Universum - Teil 16: Anomalien in der Radiokarbon-Datierung


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"Prinzessin von Ukok": 2.500 Jahre alte Mumie wird in russischem Museum ausgestellt

Die Überreste der berühmten 2.500 Jahre alten Mumie „Altai“, der der Spitzname „Prinzessin von Ukok“ gegeben worden ist, wird nun erstmals im russischen „Anokhin Museum“ in Gorno-Altaisk für die Öffentlichkeit ausgestellt. Mitarbeiter des Museums sind sehr erfreut, denn diese Entdeckung ist eine der sensationellsten archäologischen Funde des zwanzigsten Jahrhunderts.
© RT Ruptly
Die „Prinzessin“ ist 1993 auf der Hochebene Ukok an der Grenze zur Mongolei und China entdeckt worden und ist durch den Dauerfrostboden erstaunlich gut erhalten.

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