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So, 23 Jul 2017
Die Welt für Menschen, die denken

Verborgene Geschichte
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Dig

Wurde Amerika womöglich viel früher besiedelt als bislang gedacht?

Eine Knochenfundstelle in Südkalifornien liefert Hinweise, dass eine bislang unbekannte Art Mensch den Kontinent 100 000 Jahre früher besiedelt hatte als bisher gedacht. Kritiker glauben kein Wort.

© 3-d-rekonstruktion: university of michigan, foto: sdnhm
3-D-Rekonstruktion (links) und Überreste des Amerikanischen Mastodons aus Kalifornien. - derstandard.at/2000056622811/Amerika-wurde-womoeglich-viel-frueher-besiedelt-als-gedacht
Wer waren die ersten Amerikaner - und wie schafften sie es auf den Kontinent? Archäologen dachten jahrzehntelang, diese Fragen wären abgehakt: Alle verfügbaren Belege deuteten darauf hin, dass sich Großwildjäger aus Asien - die unter dem Namen "Clovis" bekannt wurden - als Erste vor etwa 13 000 Jahren auf die Reise in die Neue Welt begeben hatten, auf einer Route durch die heute vom Meer bedeckten Beringia-Landbrücke.

Dann aber, seit Beginn der 2000er Jahre, tauchten immer mehr Indizien auf, die eine frühere Besiedlung des amerikanischen Kontinents nahelegten - und das "Clovis-Zuerst"-Modell ad acta. Allmählich nahm eine neue Lehrmeinung Gestalt an: Homo sapiens kam per Boot entlang der Westküste vor mindestens 15 000 Jahren.

© SDNHM
Paläontologe Don Swanson deutet an der Ausgrabungsstätte auf dort gefundene Fels-Absplitterungen. Gefunden wurden die neben Knochen in Sand: Wer brachte sie dorthin?
Nun möchten ein Team von Forschern mit einer gerade in "Nature" publizierten Studie die Geschichte erneut umschreiben - und zwar drastisch und radikal. Sie beschreiben darin die gebrochenen Skelettknochen eines Mastodons (eines ausgestorbenen Verwandten des Elefanten) sowie abgenutzte und zerbrochene Steinbrocken, die in Südkalifornien ausgegraben wurden. Zusammen würden die Funde belegen, dass Menschen bereits vor 130 000 Jahren, also im frühen Pleistozän, in Amerika gelebt haben, meinen die Forscher. Sollte das tatsächlich stimmen, wäre die lange Zeit unbestrittene Überzeugung widerlegt, dass der Homo sapiens die erste und einzige der Menschenarten war, die einen Fuß auf den amerikanischen Kontinent gesetzt hat: Schließlich lebten zu dieser Zeit noch mehrere menschliche Spezies parallel nebeneinander, etwa der Neandertaler. Zudem würde die Studie bedeuten, dass in der archäologischen Forschung Paläoamerikas eine rund 100 000 Jahre große Lücke klafft, aus der keinerlei Fundstücke vorliegen. An heftiger Kritik an der neuen Studie mangelt es nicht: Andere Forscher weisen darauf hin, dass die vorgestellten Funde eben nicht die Anwesenheit des Menschen beweisen - oder dass sie nicht mit Sicherheit so alt sind wie behauptet.

Kommentar: Die ersten Amerikaner - Hinweise einer uralten Migration:




Dig

Russland: 23.000 Jahre alte Venusfigur nahe Brjansk gefunden

© RT
Russische Archäologen haben während ihrer Ausgrabungen nahe der Stadt Brjansk eine gut erhaltene Venusfigur gefunden. Die Ausgrabungen in der Siedlung Chotyljowo scheinen reich an Funden zu sein, die vom Leben der Menschen im Altertum in dieser Gegend zeugen.

Archäologen der Russischen Akademie der Wissenschaften haben während einer Ausgrabung bei der Siedlung Chotyljowo eine Figur gefunden, die etwas mehr als fünf Zentimeter groß ist. Diese besteht aus dem Elfenbein eines Mammuts und soll vor 23.000 Jahren hergestellt worden sein.

Die Figur ist nicht geschliffen worden und ist daher etwas kantig. Das verleihe ihr einen besonderen Ausdruck, so der Historiker Kontantin Gawrilow, stellvertretender Leiter des Referats für Steinzeitliche Archäologie des Archäologieinstituts der Russischen Akademie der Wissenschaften.

Meteor

Göbekli Tepe: Neue Interpretation der Tiersymbole bestätigt Kometeneinschlag als Auslöser einer Mini-Eiszeit vor 13.000 Jahren

© Teomancimit (WikiCommons), CC-by-SA 3.0
Gesamtansicht des Grabungsfelds mit den Anlagen A–D, Zustand 2011.
Edingburgh (Großbritannien) - In einigen der Tiersymbole in den Steinstelen der steinzeitlichen Kultanlage Göbekli Tepe nahe Sanliurfa (Edessa) glauben schottische Forscher Reliefdarstellungen des Einschlags eines Schwarms von Kometenfragmenten auf der Erde vor 13.000 Jahren zu erkennen. Damit würden die Darstellungen kontroverse Theorien um eben einen solchen Einschlag als Ende einer vorgeschichtlichen Hochzivilisation bestätigen, deren Überlebende die Grundlage spätrer Hochzivilisationen weltweit gelegt haben sollen.

Wie Martin B. Sweatman von der University of Edinburgh und Dimitrios Tsikritsis aktuell im Fachjournal Mediterranean Archaeology and Archaeometry (DOI: 10.5281/zenodo.400780) berichten, konzentriert sich ihre astronomische Interpretation auf eine der tonnenschweren Steinstelen, die wegen ihrer größten Darstellungen als „Vulture Stone“ (Stein des Geiers) bezeichnet wird.

Heart - Black

UN-Archivdateien zeigen: Die Alliierten wussten vom Holocaust und sie taten nichts

© REUTERS/ Alexandros Avramidis
Die Alliierten sollen schon 2,5 Jahre früher vom Holocaust gewusst haben, als bislang angenommen. Dies berichtet die britische Zeitung „The Independent“ unter Berufung auf das demnächst erscheinende Werk des Wissenschaftlers Dan Plesch, „Human Rights After Hitler“ (zu Deutsch: „Menschenrechte nach Hitler“).

Wie aus den bislang geheimen UN-Dokumenten über den Holocaust hervorgeht, die in der kommenden Woche erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollen, war der US-amerikanischen, britischen und sowjetischen Regierung bereits im Dezember 1942 bekannt, dass bis dahin mindestens zwei Millionen Juden umgebracht wurden und weiteren fünf Millionen dasselbe Schicksal drohen würde. Dennoch hätten die Alliierten kaum etwas dagegen unternommen.

Laut den UN-Archivunterlagen soll Viscount Cranborne, ein Minister im Kriegskabinett von Winston Churchill, im März 1943 gesagt haben, dass die Massenmorde an Juden nicht als besonderer Fall angesehen werden sollten und dass das britische Reich schon genügend Migranten als sicherer Hafen diene.

Pharoah

Ägypten: Archälogen entdecken 3500 Jahre alte Mumien und ca. 1000 Grabstatuen

© AFP 2017 / Stringer
In der antiken ägyptischen Stadt Luxor haben Archäologen sechs bislang unbekannte Mumien in einer 3500 Jahre alten Grabstätte entdeckt. Dies teilt die Agentur AFP mit.

Wie das ägyptische Ministerium für Altertümer erklärte, befanden sich die Mumien in farbigen Holzsärgen. Die Grabstätte, die in der Nekropole Draa Abul Nagaa in der Nähe des berüchtigten Tals der Könige entdeckt wurde, gehörte dem Ministerium zufolge einem Adeligen, der als Richter arbeitete.

Zudem seien mehr als eintausend Begräbnisstatuen gefunden worden.

Bacon

Der Übergang von Jäger und Sammlerkulturen zu Bauernkulturen könnte anders ausgesehen haben als bislang angenommen

Nahrungsspektren prä- und frühhistorischer, nichtagrarischer Gesellschaften waren laut einer Studie von Paläontologen und Archäologen vielfältiger als bisher angenommen. Wie die archäobotanische Untersuchung von Fundmaterial aus Nordjapan belegt, gab es bereits in der Ochotsk-Kultur im ersten Jahrtausend n. Chr. eine besondere Form hybrider Subsistenzwirtschaft. Diese war gekennzeichnet durch Jagen und Sammeln auf der einen Seite sowie Landwirtschaft mit dem Anbau vollständig domestizierter Pflanzen wie Gerste auf der anderen Seite.

© Rodolph Schlaepfer
Der Anbau von Pflanzen habe aber nicht dazu geführt, dass die Gemeinschaft ihre Lebensweise als Jäger und Sammler aufgegeben hätten, fanden die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen heraus. Die Ochotsk-Kultur war im Nordwest-Pazifik beheimatet und bisher bekannt als typische Jagdkultur, spezialisiert auf die Ausbeutung der nahrungsreichen Meeresküsten. Dieser Befund ist nach Einschätzung der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler das erste wissenschaftlich dokumentierte Beispiel für diese spezielle Form hybrider Subsistenz in der Frühgeschichte Ostasiens und ist deshalb von bahnbrechender Bedeutung. An der Studie waren neben dem Institut für geologische Wissenschaften der Freien Universität Forscherinnen und Forscher des Deutschen Archäologischen Instituts, der Universität Hokkaido (Japan), der University of Alberta (Kanada) und des Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte beteiligt. Die Ergebnisse wurden in der jüngsten Ausgabe des Magazins PLOS ONE veröffentlicht.

"Wir waren überrascht über den Beweis, dass auch domestizierte und selbst angebaute Pflanzen wie Gerste ein Teil der Ernährung waren - der Feldbau aber trotzdem nicht zur Transformation der Jäger- und Sammlerkultur in eine Bauernkultur geführt hat", betont Erstautor Dr. Christian Leipe, der Studie koordinierte. "Die neu gewonnenen Daten regen an, die bislang etablierte Klassifikation von Subsistenzstrategien zeitlich und räumlich fremder Kulturen zu hinterfragen.

Sheeple

Anzeichen für Weidewirtschaft vor 7000 Jahren in den Hochalpen gefunden

Bereits vor 7.000 Jahren - und damit viel früher als bisher angenommen - waren die Menschen in der Schweiz in den Hochalpen unterwegs und betrieben Weidewirtschaft. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Universität Bern, in der archäologisches Wissen mit Erkenntnissen aus der Paläoökologie kombiniert werden. Eine entscheidende Rolle spielten dabei prähistorische Funde vom Schnidejoch Pass.

© Kathrin Glauser
Das Eisfeld am Schnidejoch Pass (2.756 m.ü.M.) ist in den vergangenen Jahrzehnten stark abgeschmolzen. Das Bild zeigt die Situation im Jahr 2005.
Zogen Hirten mit ihren Herden tatsächlich um 5.000 vor Christus aus dem Unterwallis ins Berner Oberland und weideten dort ihre Schafe? Vieles deutet daraufhin, dass diese These, die noch vor kurzem als Spekulation abgetan worden wäre, der Realität entsprach. »Wir haben starke Indizien, die dafür sprechen, dass die Menschen viel früher mit ihrem Vieh im Gebirge unterwegs waren, als man bisher angenommen hat«, sagt Albert Hafner, Professor für prähistorische Archäologie an der Universität Bern.

Die Beweiskette, die diese Annahme stützt, haben Albert Hafner und Christoph Schwörer, Umweltwissenschafter und Spezialist für Vegetationsgeschichte am Institut für Pflanzenwissenschaften der Universität Bern, soeben in einem Artikel in der Fachzeitschrift »Quaternary International« geliefert. Beide Wissenschafter sind Mitglieder des Oeschger-Zentrums für Klimaforschung der Universität Bern. »Die Kombination der beiden Herangehensweisen«, erklärt Albert Hafner, »hat es uns erlaubt, bessere Daten zu erheben und diese auch mit einem neuen Blickwinkel zu interpretieren. Im Alleingang wäre weder die Archäologie noch die Paläoökologie zu diesen neuen Erkenntnissen gekommen.«

Gemäß der Studie muss man sich die frühe Alpwirtschaft zwischen Wallis und Berner Oberland so vorstellen: Die Gegend um das heutige Sitten war um 5.000 vor Christus von Menschen besiedelt, die Ackerbau und Viehwirtschaft betrieben. Sie hielten unter anderem Schafe und Ziegen. Doch die steilen und trockenen Hängen des Unterwallis gaben nur wenig Futter her, weshalb die Hirten einen zweitägigen Fußmarsch bis in Berner Oberland auf sich nahmen, wo sie unterhalb des 2.756 Meter über Meer gelegenen Schnidejoch-Passes gute Weidemöglichkeiten fanden. Praktikabel war diese Wanderweidewirtschaft nur, da während des sogenannten holozänen Wärmemaximums die Gletscher stark zurückgegangen waren. Das Schnidejoch war während mehreren Jahrhunderten eisfrei.

Kommentar: Auch damals gab es ein Wärmemaximum, das was heute als Klimaerwärmung bezeichnet wird. Darauf gab es eine Kälteperiode, die Gletscher entstehen ließ an einer Stelle an der Menschen ihr Vieh weiden ließ.


Bulb

Angst vor Zombies: Dorfbewohner verstümmelten anscheinend Tote in Yorkshire

Menschliche Knochen aus dem mittelalterlichen Dorf Wharram Percy weisen massive Verletzungen auf. Forscher vermuten Furcht vor Wiedergängern dahinter.
© historic england
Das einst wohlhabende Dorf Wharram Percy wurde im 16. Jahrhundert aufgegeben.
Die Furcht vor einer Wiederkehr der Toten ist aus Sagen und Legenden unterschiedlichster Kulturkreise bekannt. Auch archäologische Funde, die von Gegenmaßnahmen zeugen, kennt man aus vielen Teilen der Welt: Am Balkan oder in Polen etwa wurden Tote mitunter geköpft und mit Steinen oder Pflugscharen beschwert, um sie auch ja am Emporsteigen aus ihren Gräbern zu hindern.

Nun berichten Forscher erstmals von ähnlichen Funden in England: Die Bewohner eines einstigen Dorfs in der Grafschaft Yorkshire legten zwischen dem 11. und dem 14. Jahrhundert offenbar immer wieder Hand an, um ihre Toten von einer Wiederkehr abzuhalten. Wissenschaftler der University of Southampton und der staatlichen Denkmalpflegebehörde Historic England entdeckten im mittelalterlichen Dorf Wharram Percy zahlreiche menschliche Knochen, die Spuren schwerer Verstümmelungen aufweisen. Wie die Forscher im Journal of Archeological Science: Reports berichten, dürften die Gewaltakte aber allesamt postmortal stattgefunden haben.

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Archäologen finden Hinweise an den Glauben an Untote in England

© Historic England
Ein Schädelknochen mit Brandspuren aus Wharram Percy.
Southampton (Großbritannien) - Bei Ausgrabungen in der mittelenglischen Grafschaft Yorkshire haben Archäologen erstmals Hinweise auf Praktiken gefunden, die offenbar verhindern sollten, dass Verstorbene aus ihren Gräbern auferstehen und die Lebenden heimsuchen.
„Offenbar waren einige Menschen derart von der Existenz sogenannter Wiedergänger überzeugt, dass sie die Körper und Skelette einiger Verstorbener zerstückelten und anschließend verbrannten, um so sicher zu gehen, dass diese in ihren Gräbern bleiben würden“,
berichten die Archäologen der britischen Denkmalschutzbehörde Historic England und der University of Southampton.

Water

China: Menschen vor 1.800 Jahren entnahmen zu viel Wasser und lösten ein Umweltdesaster aus

Der Untergang des chinesischen Königreichs Loulan fiel mit der Austrocknung des Lop-Nor-Sees zusammen. Die Ursache: Landwirtschaft

© nasa
Einst See, heute Wüste: Satellitenaufnahme vom mittleren Teil des Seebeckens Lop Nor.
Potsdam - Der Aralsee war einst das viertgrößte vollständig von Land umschlossene Gewässer der Welt - nun gilt er als mahnendes Beispiel für die Folgen menschlicher Eingriffe in die Natur: Durch die Entnahme großer Mengen an Wasser aus seinen Zuflüssen schrumpfte der einst riesige Binnensee in den vergangenen Jahrzehnten dramatisch. Die Küstenlinie hat sich um Dutzende Kilometer verlagert, um die Jahrtausendwende zerfiel der See durch die Austrocknung in mehrere Teile. Doch wie Forscher in "Scientific Reports" berichten, war der Aralsee bei weitem nicht der erste See, den dieses Schicksal ereilte.

Das Team unter Beteiligung des Helmholtz-Zentrums Potsdam untersuchte Sedimente im Tarimbecken im äußersten Westen Chinas, um den Niedergang des Königreiches Loulan im zwischen dem 3. und 7. Jahrhundert zu rekonstruieren. Sie kamen zum Schluss: Nicht Klimawandel war die Ursache, wie Experten bisher vermutet hatten. Stattdessen wurden die Wasserzuflüsse des Lop-Nor-Sees wahrscheinlich durch intensive Bewässerung so weit reduziert, dass das einst große Gewässer massiv schrumpfte. Die Forscher sprechen von einer "menschgemachten Umweltkatastrophe, die vergleichbar mit der heutigen Krise des Aralsees ist".
© nasa
Ähnlich erging es auch dem Aralsee: Links eine Aufnahme von 1989, rechts von 2014.

Kommentar: Es gab in der Geschichte der Menschheit immer wieder Perioden, wo unsere Umwelt zum Vorteil einiger rücksichtslos ausgebeutet wurde. Sehr häufig endete dies mit vielen Kriegen in denen die herrschenden Eliten die Menschen drangsalierten, gehäuft Naturkatastrophen und Seuchen auftraten und große Reiche untergingen. In diesen vergangenen Zeiten verstanden die Menschen, dass der menschliche Geist und die Zustände der kollektiven menschlichen Erfahrung sowohl den Kosmos als auch Phänomene auf der Erde beeinflussen. Wir leben jetzt wieder in einer Periode, in denen Arten aussterben und sich Kriege und Naturkatastrophen häufen...
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