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Sa, 23 Jul 2016
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Verborgene Geschichte
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Forscher verblüfft über außergewöhnlich kunstfertiges und naturalistisches Vogelbild aus der Steinzeit

35.000 Jahre altes Relief ist außergewöhnlich kunstfertig und naturalistisch
© Iluminada Ortega, Joseba Rios-Garaizar, Diego Garate Maidagan, Juan Arizaga, Laurence Bourguignon
Zwei Ansichten des 35.000 Jahre alten Vogelbilds aus der Dordogne.
Steinzeitversion des Twitter-Vogels: In Frankreich haben Archäologen ein 35.000 Jahre altes Vogelrelief entdeckt, das in gleich mehrerer Hinsicht außergewöhnlich ist. So ist das Vogelbild für damalige Zeit ungewöhnlich naturalistisch und erlaubt sogar Rückschlüsse auf die Vogelart. Zum anderen ist die Machart als eingesenktes Relief für die Altsteinzeit extrem unüblich, wie die Forscher berichten. Auch der Fund auf einem Abfallstück der Faustkeil-Produktion sei einzigartig.

Schon unsere steinzeitlichen Vorfahren nutzten Bilder, um ihre Gefühle, Gedanken oder ihren Glauben auszudrücken. Davon zeugen unter anderem die Höhlenmalereien in der Grotte von Chauvet, die älteste bekannte Felszeichnung in der Höhle von Abri Castanet oder Handabdrücke auf der Insel Sulawesi.

Kommentar: Auffällig, dass es Forscher immer wieder zu verblüffen scheint, wenn sie herausfinden, dass frühere Menschen nicht so primitiv waren, wie allseits angenommen wird.


Bulb

Knochenfund belegt: Irland wurde 2500 Jahre früher besiedelt

Die Analyse eines Bärenknochens, der 1903 in einer Höhle in der Grafschaft Clare an der Westküste von Irland gefunden wurde, beweist, dass Irland bereits 2.500 Jahre früher besiedelt wurde, als man bisher glaubte - denn er weist eindeutige Schnittspuren von menschlichen Steinwerkzeugen auf.
Archäologen vom irischen Institute of Technology in Sligo hatten die Überreste eines Knieknochens von einem Bären genauer unter die Lupe genommen, das seit den 1920er-Jahren im National Museum of Ireland gelagert wurde. Dabei stellten sie fest, dass der Knochen Schnittspuren aufweist, wie sie typisch bei von Menschen geschlachteten Tieren sind. Was für die Forscher die Entdeckung so faszinierend macht, ist die Tatsache, dass die Radiokarbon-Datierung für den Knochen ein Alter von 12.500 Jahren auswies und somit die menschliche Besiedelung Irlands um rund 2.500 Jahre früher angesetzt werden muss, als uns die Geschichtsbücher lehren. Denn die bisher ältesten gefundenen Hinterlassenschaften des Homo sapiens in Irland hatten ein Alter von maximal 8.000 Jahren.

Das irische Forscherteam schickte eine zweite Probe an die University of Oxford um ihr Ergebnis nochmals unabhängig überprüfen zu lassen und ihre Schlussfolgerungen bestätigen zu lassen. Auch ihre britischen Kollegen kamen zu dem selben Resultat: Der Knochen des Bären enthält eindeutige Schnittspuren, die um 10.500 v. Chr. von Menschen mit primitiven Werkzeugen verursacht wurden. Diese neue Datierung bedeutet, dass die menschliche Besiedelung von Irland schon bereits in der Steinzeit oder Altsteinzeit erfolgte und nicht erst in der späterenMittelsteinzeit.

Pyramid

Polnische Pyramiden mittels Hightech entdeckt: Älter als die Pyramiden in Ägypten

Im Westen Polens haben Archäologen der Universität Stettin eine Stätte mit alten Megalithgräbern entdeckt, die sogar älter als Ägyptens Pyramiden sind.
© Fernando Calvo, Foto: M. Schiller
Die alten Steinstrukturen wurden in der Nähe des Dorfes Dolice entdeckt und stammen vermutlich von der Trichterbecherkultur (etwa 4000 v. Chr. bis etwa 3500 v. Chr.). Die bislang insge- samt 18 entdeckten Gräber sind vor rund 5.000 Jahren pyramidenförmig und in der Regel mit großen Steinblöcken an deren Außenseite errichtet worden. Man vermutet, dass es sich um die letzten Ruhestätten der Stammesältesten handelt.

Diese Megalithgräber stellen eine wichtige Entdeckung dar und könnten zu den größten ihrer Art in ganz Europa gehören. Sie wurden unter anderem mittels Lasertechnik und 3D-Karto-graphierung aufgedeckt und viele von ihnen waren noch nie zuvor vor identifiziert worden. „Das Gebiet um Dolice ist zweifellos das interessanteste, wir haben dort das Potential von noch mindestens ein Dutzend Megalithgräbern. Im Rahmen der Untersuchung des Gebietes konnten wir eindeutig die Existenz von 18 Megalithgräbern des Kujawien-Typus bestätigen, eine viel höhere Zahl als bisher aus der Literatur bekannt war“, sagt Dr. Agnieszka Matuszewska von der Universität Stettin.

Footprints

Entdeckung von Neandertaler-DNA in 400.000 Jahre alten Hominiden aus Spanien wirft Fragen über die menschliche Evolution auf

Erbgut von Hominiden aus der Fundstätte Sima de los Huesos belegt Verwandtschaft mit Neandertalern.

© Kennis & Kennis Madrid Scientific Films
Die Homininen aus Sima de los Huesos lebten vor ungefähr 400.000 Jahren während des Mittleren Pleistozäns.
Frühere Untersuchungen des mütterlich vererbten mitochondrialen Genoms eines Hominiden aus der "Knochengrube" Sima de los Huesos aus dem Jahre 2013 hatten ergeben, dass die Mitochondriengenome dieser Frühmenschen entfernt mit denen der Denisova-Menschen verwandt waren, ausgestorbenen Verwandten des Neandertalers aus Asien. Dieses Ergebnis überraschte, denn äußerlich weisen die Fossilien einige Neandertaler-Merkmale auf. Um die Verwandtschaftsverhältnisse näher zu beleuchten, sequenzierten Forscher des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig nun Erbgut aus dem Zellkern dieser Fossilien - eine technische Herausforderung, denn von der extrem alten DNA waren nur noch sehr kurze Fragmente übrig. Die Ergebnisse zeigen, dass die Sima-Hominiden frühe Neandertaler waren.

Bisher war unklar, wie die 28 400.000 Jahre alten Individuen aus der Sima de los Huesos Höhle in Nordspanien mit Neandertalern und Denisova-Menschen verwandt sind, die bis vor etwa 40.000 Jahren lebten. Eine frühere Studie aus dem Jahre 2013 basierte auf Analysen mitochondrialer DNA (mtDNA) von einem der Funde und deutete auf eine entfernte Verwandtschaft mit Denisova-Menschen hin. Dies war überraschend, weil sie in Westeuropa lebten und in ihren Skeletten einige Ähnlichkeiten mit Neandertalern aufweisen.

Kommentar:



Sherlock

Entdeckung ältester Siedlungen Zentralamerikas in Costa Rica

© Fernando Calvo, Foto: Museo Nacional CR
Bei Bauarbeiten für einen Staudamm am Fluss Reventazón im Osten von Costa Rica hat man die Überreste menschlicher Anwesenheit entdeckt, die als ältestes Zeugnis der Besiedelung Zentralamerikas angesehen werden.

Nachdem man bei Aushebungsarbeiten für ein zukünftiges Wasserkraftwerk auf uralte Gebäudefragmente stieß, wurden nach genauerer Untersuchung des Geländes auf einer Fläche von über 1.000 Hektar insgesamt 66 archäologische Stätten gefunden, die unter anderem viele Straßen, Häuserfundamente, Grabbeigaben, Jagdutensilien, Handwerkskunst, Petroglyphen, Steinwerkzeuge, Kochutensilien, Keramik und verschiedene andere Objekte beinhalteten. Die Forscher gehen davon aus, dass es sich um die ältesten Siedlungen Zentralamerikas handeln dürfte. Der zuständige archäologische Grabungsleiter Luis Hurtado: Die Funde deuten auf das Vorhandensein von 12.200 Jahre alten menschlichen Siedlungen hin, was von der Radiokarbon-Analyse auch bestätigt wurde." Aus diesen Stätten soll anschließend das Volk der Cabécar hervorgegangen sein, die zu den größeren indianischen Gruppen in Costa Rica gehören.

Mit der Untersuchung der archäologischen Stätte wurde im Jahr 2006 begonnen und von der Nationalen Archäologischen Kommission (CAN) genehmigt und überwacht. Die Entdeckung und Ergebnisse wurden jedoch erst jetzt öffentlich bekannt gemacht.

Family

Bessere Umweltanpassungen der Europäer durch Jäger und Sammler der Steinzeit

Umweltanpassungen in den Genen der Europäer stammen eher von Jägern als von Bauern

Moderne Menschen haben sich im Laufe von vielen Tausend Jahren an ihre Umwelt angepasst. Doch wie genau verschiedene Varianten des Erbguts zu dieser Anpassung beigetragen haben, war lange umstritten. Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig haben nun das Erbgut von Menschen analysiert, die vor 45.000 bis 7.000 Jahren gelebt haben.

Die Analysen zeigen, dass die Anpassung an lokale Umweltbedingungen zu einem gehäuften Vorkommen bestimmter Genvarianten in Europäern geführt hat. Interessanterweise traten die meisten dieser adaptiven Varianten bereits bei frühen Jägern und Sammlern auf, jedoch nicht bei frühen Bauern. Jäger und Sammler, die mehrere Tausend Jahre vor Auftreten der Bauern in Europa lebten, waren also an die Umweltbedingungen vor Ort angepasst und haben diese Genvarianten an heute lebende Europäer weitergegeben.

Blackbox

Mittelalterliches Schwert mit Rätselhafter Gravur - Schwert einem Heiligen gewidmet?

Die seltsame Inschrift auf der Klinge eines mittelalterlichen Schwertes gibt Historikern Rätsel auf. Die eingelegte Buchstabenkombination lässt sich keiner bekannten Sprache zuordnen. Der Historiker Julian Harrison hat die Öffentlichkeit um Hilfe gebeten.

© Schwert aus Lincolnshire / British Library
Das Schwert mit der Innenschrift: +NDXOXCHWDRGHDXORVI+
London (Großbritannien). Das Schwert wurde 1825 in dem Fluss Witham in Lincolnshire gefunden und war auf den ersten Blick unscheinbar. Die 1,2 Kilogramm schwere und 96 Zentimeter lange Waffe stammt aus dem 13. Jahrhundert und wurde vermutlich in Deutschland geschmiedet. Laut Harrison handelt es sich um ein zweischneidiges Schwert, welches für diese Zeit typisch war. Ausgestellt wird das Schwert in der British Library als Teil der Ausstellung zur Magna Carta. Das Objekt ist Teil der Sammlung des British Museum.

Goldene Inschrift als Besonderheit

Erst auf den zweiten Blick erkannte der Wissenschaftler die Besonderheit des Schwertes. Mit Goldfaden wurde eine Inschrift in die Klinge gelegt, die Buchstabenreihe +NDXOXCHWDRGHDXORVI+. Die Kennzeichnung von Klingen war im Mittelalter nichts Ungewöhnliches und galt als Markenzeichen der herstellenden Schmiede. Meist waren es Widmungen an Gott oder den Träger.

Bacon

Die Paleo-Ernährung der Neandertaler: Viel Großsäugerfleisch mit ein wenig Pflanzenkost

Wissenschaftler des Senckenberg Center for Human Evolution and Palaeoenvironment (HEP) in Tübingen haben die Ernährung von Neandertalern untersucht. Anhand von Isotopenzusammensetzungen im Kollagen der Urmenschenknochen zeigen sie, dass die Neandertaler sich überwiegend von großen Pflanzenfressern wie Mammuts und Nashörnern ernährten, jedoch auch pflanzliche Kost zu ihrem Speiseplans gehörte. Die zugehörigen Studien sind kürzlich in den Fachjournalen »Journal of Human Evolution« und »Quaternary International« erschienen.

© Bocherens
Die verschiedenen Jäger und ihre Beute.
Die Paleo-Diät ist einer der neuen Trends ernährungsbewusster Menschen - doch was genau stand bei unseren ausgestorbenen Verwandten eigentlich auf dem Speiseplan? »Wir haben uns die Ernährung von Neandertalern im Detail angeschaut«, erklärt Prof. Dr. Hervé Bocherens vom Senckenberg Center for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen und fährt fort: »Dabei konnten wir feststellen, dass die ausgestorbenen Verwandten des heutigen Menschens sich überwiegend von pflanzenfressenden Großsäugern wie Mammut und Wollnashorn ernährten.« 

Die zwei untersuchten Fundstellen in Belgien boten dem internationalen Wissenschaftlerteam rund um den Tübinger Biogeologen zahlreiche zwischen 45.000 und 40.000 Jahre alte Knochen von Mammuten, Wollnashörnern, Wildpferden, Rentieren, Wisenten, Höhlenhyänen, -bären und -löwen sowie Überreste von Wölfen. In unmittelbarer Nähe wurden auch Knochen mehrerer Neandertaler-Individuen entdeckt. Die Forschenden zeigen in ihren Studien anhand von Isotopenuntersuchungen am Knochen-Kollagen, dass sich die Nahrung der Neandertaler deutlich von der anderer Raubtiere unterschied. Kollagen ist ein wesentlicher organischer Bestandteil des Bindegewebes in Knochen, Zähnen, Knorpeln, Sehnen, Bändern und der Haut.

Kommentar:


Footprints

Glashandwerker und ihre Kunst im Frühmittelalter

Glas ist ein Produkt, das aus gewöhnlichem Sand bei etwa 1700 °C erschmolzen werden kann. Da solche Temperaturen bis in die Neuzeit hinein nicht kontrolliert zu erzeugen waren, nutzte und nutzt man zusätzlich sogenannte Flussmittel, die die Schmelztemperatur senken, sowie als dritten Bestandteil einen sogenannten Stabilisator - im Allgemeinen Kalk - , der
© Wikipedia Commons
das molekulare Netzwerk des Glases stärkt.

Von den historischen Flussmitteln sind insbesondere zu nennen:
  1. Die seit über 4000 Jahren verwendete, sodahaltige Asche von Meeres- oder Wüstenpflanzen, sogenannten Halophyten, die bis heute ununterbrochen im Mittleren Osten im Gebrauch ist.
  2. Die im frühen ersten Jahrtausend v.u.Z. eingeführte und insbesondere im klassischen Römischen Reich verwendete mineralische Soda aus Ägypten.
  3. Die Holzasche der mitteleuropäischen Pflanzenarten Buche, Eiche und Farn, die erstmals in Funden aus der 776 oder 777 erbauten Königspfalz Karls des Großen in Paderborn nachgewiesen ist; sie stellt eine Anpassung des alten, orientalischen Glasrezeptes an europäische Verhältnisse dar.
Zur Herstellung von Glas müssen Sand, Flussmittel und Stabilisator in einem festen Verhältnis gemischt werden; dies war die Aufgabe eines Glasschmelzers, der bis in die Zeit des Hochmittelalters hinein die Glasmasse in riesigen Öfen zu erschmelzen hatte. Das hierin erzeugte Glas wurde zerkleinert und ging anschließend an lokal ansässige Sekundärglashütten, die bei gemäßigten Temperaturen die Glasbröckchen erneut einschmolzen, um sie zu Hohl- oder Flachglasprodukten zu verarbeiten. Diese zweigeteilte Produktionsweise war im Römischen Reich Stand der Technik; sie führte zu einer leichten Verfügbarkeit des Rohglases auf den Märkten und war somit stoffliche Grundlage für einen zum großen Teil selbstbewussten und freien Handwerkerstand, der selbst filigrane Diatretgläser herzustellen wusste, wobei dem zuständigen Handwerker bei der Ausführung dieser Arbeit vom Gesetz Haftungsausschluss zugestanden wurde.

Kommentar:


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Video: Peking vor fast 100 Jahren

Im Internet sind seltene Videoaufnahmen vom Alltagsleben der chinesischen Hauptstadt aufgetaucht, wie es vor knapp hundert Jahren aussah. Das haben wir einem Kanadier zu verdanken, der Peking in den Jahren zwischen 1920 und 1929 gefilmt hat.