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Mo, 20 Nov 2017
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Verborgene Geschichte
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Bizarro Earth

Japan: Könnte Starkbeben den Sanriku-Tsunami von 1586 ausgelöst haben?

Rätsel gelöst? Im Jahr 1586 traf ein starker Tsunami die Nordostküste Japans. Doch was ihn verursachte, war bisher unbekannt. Jetzt haben Forscher erstmals Hinweise auf das auslösende Erdbeben gefunden. Demnach kommt am wahrscheinlichsten ein Starkbeben in den östlichen Aleuten als Urheber in Frage. Nur ein solches Ereignis hätte in Japan und auf Hawaii ausreichend starke Fluten verursachen können, so die Forscher.

© Hokusai/ historisch
Im Jahr 1686 soll ein starker Tsunami Japans Nordostküste getroffen haben. Doch was löste ihn aus?
Die Sanriku-Küste im Nordosten Japans gehört zu den am häufigsten von Tsunamis getroffenen Regionen Japans. Sie liegt nicht nur parallel zu einer der aktivsten Verwerfungen vor der japanischen Küste, ihre zerklüftete Küstenform führt auch dazu, dass sich Flutwellen besonders hoch auftürmen. Beispiele für verheerende Tsunamis sind das Meiji-Sanriku-Seebeben des Jahres 1869, bei dem 25 Meter hohe Fluten mehr als 27.000 Menschen töteten. Auch das Tohoku-Seebeben vom März 2011 traf diese Küstenregion besonders stark.

Tsunami mit unbekanntem Auslöser

Einer der Tsunamis an der Sanriku-Küste jedoch gab bisher Rätsel auf: der Sanriku-Tsunami von 1586. Denn dieser aus historischen Aufzeichnungen bekannten Flut konnten Forscher bisher kein auslösendes Erdbeben zuordnen. Sie galt deshalb bisher als "Waisen"-Tsunami. Am ehesten vermuteten Wissenschaftler ein Erdbeben in Peru aus dem gleichen Jahr als Urheber, doch eindeutige Belege fehlten.

Jetzt haben Rhett Butler von der University of Hawaii in Manoa und seine Kollegen sich dieses historischen Rätsels angenommen. Sie rekonstruierten mit Hilfe eines Computermodells historische Erdbeben und deren potenzielle Tsunamis aus dieser Zeit und analysierten Korallenfragmente aus einer Meereshöhle auf Hawaii.

Family

Gemeinsames genetisches Erbe von Süditalien bis Griechenland

Die Mittelmeerküsten von Sizilien, über Süd-Italien bis zum südlichen Balkan sind Zeugen einer langen Reihe von Migrationsbewegungen und intensiven Austauschs. Ungeachtet dieser komplexen Geschichte und heutiger nationalen Grenzen teilen die Bewohner der südosteuropäischen Mittelmeerküsten jedoch ein gemeinsames genetisches Erbe und die Bewohner mancher griechischsprachiger Inseln sind genetisch enger mit einigen Populationen Süditaliens verwandt als mit den Bewohnern des griechischen Festlands. Dies ist eines der zentralen Ergebnisse einer in Scientific Reports publizierten Studie, an der auch Chiara Barbieri vom Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte in Jena beteiligt war.

© Sarno et al. DOI: 10.1038/s41598-017-01802-4
Karte der albanisch-, griechisch- oder italienischsprachigen Orte an denen die Gen-Proben für die Studie gesammelt wurden
Die von Prof. Davide Pettener von der Universität Bologna koordinierte Studie beschreibt mit Hilfe hochauflösender genomischer Marker die genetischen Fingerabdrücke für mehr als 500 Personen heutiger Populationen der südosteuropäischen Küstenregionen. Ihre genetischen Profile wurden analysiert, um die genetischen Beiträge früherer Populationen und die demographische Geschichte der Region zu rekonstruieren; finanziert wurde die Arbeit von der National Geographic Society. Erwartungsgemäß hat die wechselhafte Geschichte der Region, vielfältige Spuren im Erbgut der untersuchten Populationen hinterlassen. Dennoch: eine dieser Schichten bezeugt die gemeinsame genetische Abstammung der Bewohner entlang der Küsten von Sizilien bis nach Zypern und Kreta, einschließlich der ägäischen Inseln und Anatolien. "Diese gemeinsame Mittelmeer-Abstammung reicht möglicherweise zurück bis in prähistorische Zeiten und könnte das Ergebnis mehrerer Migrationswellen mit Spitzen in der Jungsteinzeit und Bronzezeit sein", sagt Erstautorin Stefania Sarno, Wissenschaftlerin an der Universität Bologna. Anscheinend war die Errichtung der "Magna Graecia", die Kolonialisierung Süditaliens und Siziliens ab dem 8. Jahrhundert vor Christus durch griechische Siedler, nur eines der letzten Ereignisse in einer langen Geschichte der Ost-West-Bewegungen, bei denen das Mittelmeer als bevorzugte Drehscheibe für den genetischen und kulturellen Austausch diente.

Kommentar:


Black Magic

Die Hexenprozesse von Salem - Fakten

Ein Tweet von US-Präsident Trump hat kürzlich auf ein dunkles Kapitel in der Geschichte der USA angespielt.

© Steve and Donna O'Meara, National Geographic Creative
Das Hexenhaus von Salem – das frühere Heim des Richters Jonathan Corwin – ist das einzige verbleibende Gebäude in der Stadt, das einen direkten Bezug zu den Hexenprozessen von 1692 hat.
„Das ist die größte Hexenjagd auf einen Politiker in der amerikanischen Geschichte!“ So lautete der Tweet von US-Präsident Donald Trump von letzter Woche - anscheinend eine Reaktion darauf, dass das Justizministerium einen Sonderermittler ernannt hat, der Trump und seine Mitarbeiter auf Verbindungen nach Russland überprüfen soll.

Die Hexenprozesse von Salem, die in den USA als Ursprung für das Wort „Hexenjagd“ im Sinne der ungerechtfertigten Verfolgung einer Person gelten, fanden während des Winters und Frühlings von 1692-1693 in Salem, Massachusetts statt.

Bis sie schließlich ihr Ende fanden, wurde 141 Verdächtigen, sowohl Männern als auch Frauen, der Prozess gemacht. Neunzehn von ihnen wurden gehängt. Einer wurde von schweren Steinen zerquetscht. Viele andere starben in den brutalen Gefängnissen.

„Unser Land hat eine lange Geschichte der Hexenjagd, besonders während der Kolonialzeit“, sagt Jason Coy. Er ist Professor für Geschichte am College von Charleston und ein Experte für Hexenjagden.

Coy sagt, dass die Art, auf die Trump das Wort genutzt hatte - in Unterstellung einer politisch motivierten Kampagne gegen eine unschuldige Person - , ihren Ursprung in zwei Dingen hat: Den McCarthy-Anhörungen zu mutmaßlichen Kommunisten in den 1950ern und dem erfolgreichen Theaterstück „Hexenjagd“ (en. „The Crucible“) von Arthur Miller von 1953, das als Allegorie auf die Anhörungen geschrieben wurde.

Hier haben wir fünf Fakten darüber zusammengetragen, was wir über die echte Hexenjagd tatsächlich wissen:

Kommentar: Wie man sieht wurden in unruhigen Zeiten Unschuldige schnell einmal angeklagt und verurteilt. In solchen Situation stirbt so mancher sehr schnell.Diese Geschichte zeigt einmal mehr, wie hysterisiert die Bevölkerung (bis auf einige Ausnahmen) in Bezug auf sogenannte "Hexen" war. Viele unschuldige Menschen wurden Opfer dieser Hysterie. Mehr Hintergründe zum Hexenwahn und mögliche Parallelen zu heute:


Bomb

Rätselhafte Steinstelen in New Mexico?

Der Historiker und Autor Louis Serna hat die letzten vier Jahre damit verbracht, die Herkunft von zwei kunstvoll bearbeiteter Steinstelen zu ermitteln, die ursprünglich in einem Wald des US-Bundesstaates New Mexico gefunden wurden.
© KRQE NEWS 13
Die erste Stele entdeckte er zufällig 2013 in der Hotellobby des St. James Hotels in Cimarron und da er sie sofort für außergewöhnlich hielt, fragte er die Hotelmitarbeiter nach deren Herkunft. Sie sagten ihm, dass es wohl eine alte Santa-Fe-Wegmarke gewesen sei, doch Serna konnte das nicht glauben und versuchte, von dem ehemaligen Besitzer des Gebäudes, Ed Sitzberger, nähere Informationen darüber zu erhalten. Der wiederum berichtete, dass die rund 1 m hohe Stele 1987 von einem Rancher in einem Wald entdeckt wurde und anschließend in seinem Hotel aufgestellt wurde. Serne gab sich mit dieser Geschichte aber noch nicht zufrieden und recherchierte in der Angelegenheit weiter, in der Hoffnung mehr Details zu der seltsamen Steinsäule zu bekommen.

Nachdem er weder von den Universitätsarchäologen, Historikern oder den Freimaurern Hilfe erhielt, konnte ihm zwar der U.S. Forest Service (Nationalforstverwaltung) einige Antworten geben, doch die warfen nur noch weitere Fragen auf. Denn die teilten ihm nämlich mit, dass die Stele aus dem Hotel lediglich eines von zwei solcher Steinsäulen sei, die im Carson National Forest von New Mexico gefunden wurden. Die zweite Stele befände sich noch immer dort und soll einst wahrscheinlich ebenfalls als Wegweiser gedient haben.

Family

Spekulative Studie: Lebte der älteste Vormensch in Europa?

© velizar simeonovski
Künstlerische Darstellung von Graecopithecus freybergi, der vor 7,2 Millionen Jahren im Athener Becken gelebt haben dürfte
Geht es nach zwei neuen Publikationen, könnten sich die Abstammungslinien von Schimpansen und Menschen in Europa getrennt haben, nicht in Afrika.

Tübingen - Die Abstammungslinien von Schimpansen und Menschen trennten sich möglicherweise in Europa - und nicht in Afrika. Zudem könnte sich dieser Evolutionsschritt einige Hunderttausend Jahre früher ereignet haben als bisher angenommen. Diese Hypothese vertritt zumindest ein Forscherteam im Fachblatt "Plos One".

Die Wissenschafter um Madelaine Böhme vom Senckenberg Centre for Human Evolution and Paleoenvironment (HEP) in Tübingen stützen ihre Annahme auf neue Analysen der beiden einzigen bekannten Funde des Hominiden Graecopithecus freybergi: ein Unterkiefer aus Griechenland und ein Zahn aus Bulgarien. Sie kommen in zwei Studien zu dem Schluss, dass es sich bei Graecopithecus um einen Vormenschen handeln könnte und die Funde 7,2 Millionen Jahre alt sein dürften. Damit wäre Graecopithecus älter als Sahelanthropus tchadensis, der früheste bekannte potenzielle Vormensch Afrikas.

Archaeology

Die verschollene Stadt Mahendraparvata der Khmer wiederentdeckt?

Jahrhundertelang galt sie als verschollen - und vielleicht sogar als bloßer Mythos. Doch jetzt haben Archäologen sie aufgespürt: Mahendraparvata, die legendäre erste Hauptstadt des Khmerreiches. Verborgen unter dichtem Dschungel enthüllten erst Laserscans die Existenz und enorme Größe dieser 1.200 Jahre alten Stadt.

© Jean Pierre Dalbéra/CC-by-sa 2.0
Eine Tempelruine auf dem Phnom Kulen - dem Plateau, auf dem einst die sagenhafte Stadt Mahendraparvata lag.
Das Reich der Khmer dominierte jahrhundertelang weite Teile Südostasiens. Vom 9. bis zum 15. Jahrhundert herrschten ihre Könige über das Gebiet vom Golf von Thailand bis ins heutige Laos und Nordvietnam. Heute zeugen die einzigartigen Tempelstädte von Angkor von der Größe und dem Reichtum dieser untergegangenen Kultur. Millionen Menschen aus aller Welt besuchen jedes Jahr diese Überreste des alten Khmerreiches.

Doch seinen Anfang nahm das Reich der Khmer woanders: in der auf einem heiligen Berg erbauten Stadt Mahendraparvata. Dort soll, so berichten es Inschriften, der erste König der Khmer das Reich begründet haben. Wo diese Stadt jedoch lag, blieb Jahrhunderte lang unbekannt. Erst vor einigen Jahren spürten Archäologen die verlorene Hauptstadt der Khmer wieder auf - mit Hilfe von modernster Lasertechnologie.

Dig

Menschenopfer? Zwei Skelette unter Moon-Festung in Südkorea entdeckt

Archäologen legten zwei Skelette unter berühmter Banwolseong-Festung in Gyeongju frei.

© apa/afp/ gyeongju national research institute of cultural heritage / taemin
Seoul - Archäologen haben in Südkorea bei Ausgrabungen erstmals Hinweise auf Menschenopfer bei antiken Bauvorhaben entdeckt. Die Forscher fanden unter den Mauern der Banwolseong- oder Moon-Festung in Gyeongju zwei entsprechende Skelette aus dem fünften Jahrhundert, teilte die Altertümer-Verwaltung des Landes am Dienstag mit. Die Festung stammt aus der Silla-Zeit, eines der drei Reiche Koreas im ersten Jahrtausend unserer Zeitrechnung.

Die Beerdigung von lebenden Opfern als Diener an der Seite von toten Herrschern war in alten koreanischen Kulturen durchaus üblich. Dass auch bei erfolgreichen Bauvorhaben Menschen geopfert wurden, war allerdings nur aus Legenden bekannt, aber bislang unbewiesen. Nun liegen erstmals auch Belege für diese als "Inju" bezeichnete Praxis vor, erklärte Choi Moon Jung, Sprecherin des nationalen Altertumsinstituts von Gyeongju.
© apa/afp/ gyeongju national research institute of cultural heritage / taemin

Wedding Rings

Fand Schliemann wirklich Troja oder doch etwas Anderes?

Heinrich Schliemann wollte das antike Troja wieder entdecken. Aber was fand der deutsche Abenteurer-Archäologe bei seinen Ausgrabungen wirklich?

© Süddeutsche Zeitung Photo
Ausgrabungsarbeiten in den Ruinenhügeln von Hisarlik um 1890, dem Ort, wo Schliemann das antike Troja vermutet hat.
Beim Versuch, Abenteurer in Venezuela zu werden, sank sein Schiff schon vor Texel. Vom einfachen Kontorboten in Amsterdam hatte der Pastorensohn aus Mecklenburg sich aber 1847 schon wieder emporgearbeitet zum erfolgreichen Geschäftsmann, der in Sacramento eine Bank für Goldsucher gründete und Salpeter und Pech für die Kanonen der Zarenarmee im Krimkrieg lieferte.

Als Heinrich Schliemann alle Tricks des Gewerbes kannte und enorm reich geworden war, wandte er sich ab von seinen zuweilen krummen Geschäften und von seiner russischen Frau in Sankt Petersburg, mit der er drei Kinder hatte. Er beschloss, archäologischer Schatzsucher zu werden, lernte Latein und Griechisch und ließ sich in Abwesenheit zum Dr. phil. promovieren.

Heinrich Schliemann war als Vorläufer von "Indiana Jones" tatsächlich ein grabender Pionier. Zunächst ohne, dann mit Genehmigung der osmanischen Regierung, auf dem Hügel Hisarlik an den Dardanellen.

Dort vermutete er die Überreste des antiken Troja, um das die Griechen einst wegen der Entführung der schönen Helena ein beispielloses Blutvergießen voller Heroenkämpfe veranstaltet hatten. So steht es jedenfalls in der "Ilias" von Homer.

Schliemann nahm Homer beim Wort

Dieses früheste Zeugnis griechischer Abenteuer- und Mythenliteratur trug Schliemann stets bei sich und nahm die beschriebenen Kämpfe und Ortsbeschreibungen beim Wort. Angetrieben von seiner Homer-Lektüre schlug er mit seinen Arbeitern gigantische Schneisen in das Ruinenfeld der vermuteten Überreste von Troja.

Question

Sensation? Bestätigt Steintafel den biblischen Turm zu Babel?

Der Turmbau zu Babel wird in der Genesis zwar nur in neun Versen (11: 1-9) erwähnt, dennoch gehört es zusammen mit der damit verbundenen babylonischen Sprachverwirrung zu den bekanntesten biblischen Erzählungen des Alten Testaments. Aber hat dieses Ereignis denn überhaupt wirklich jemals stattgefunden?
© Smithsonian-Kanal
Seit Jahrhunderten streiten sich Gelehrte, Historiker und Theologen darüber, ob dieser legendäre Turm tatsächlich in einem Land namens Schinar existiert hat. Jetzt glaubt der Assyriologe Dr. Andrew George von der University of London, in einer alten Steintafel aus der Zeit um 600 vor Christus endlich die Antwort darauf gefunden zu haben, schreibt die Christian Post.


Kommentar: Wie aus diesen Daten die Schlussfolgerung entstehen kann, dass es sich hier definitiv "um den Turm zu Babel handelt", bleibt ebenfalls rätselhaft.


Bulb

Rätselhafte Geoglyphe von Lanzarote: Erst kürzlich entstanden?

Auf Lanzarote, am Fuße des Gebirgszuges Los Ajaches, kann man mit Google Earth eine rätselhafte Geoglyphe sehen. Es stellt ein 100 Meter langes Pfeilgebilde dar, dessen Position mittig: 28°53'59.65'' N - 13°44'51.65'' W beträgt. Fest steht bisher nur, dass sie keinesfalls von den alten Ureinwohnern, den Guanchen, stammen kann.
© Google Earth
Lanzarote befindet sich vor der nordwestafrikanischen Küste und gehört zu den spanischen Kanarischen Inseln. Auf den Satellitenbildern, die 2003 vom spanischen Umweltministerium erstellt und ausgewertet wurden, ist dieses Piktogramm noch nicht zu sehen, doch im Jahre 2006 wurde es bereits von einigen Touristen fotografiert. Das heißt, irgendwann zwischen 2003 und 2006 muss es entstanden sein. Aber wer es erstellte, bleibt ein Rätsel. Die einheimischen Inselbewohner können sich das Gebilde ebenso wenig erklären und vermuten, dass es das Werk eines dieser Esoteriker-Gruppen sein könnte, die sich auf der Insel niedergelassen haben. Das einzige, das man weiß, ist, dass die Geoglyphe scheinbar aus dem Boden gescharrt wurde, um sie von dem Umgebungsboden optisch abzuheben und sie aus großer Höhe erkennbar ist.