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Mi, 12 Aug 2020
Die Welt für Menschen, die denken

Die Wissenschaft des Geistes
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Wann wir Wut einfach überhören

Psychologen der Universität Jena veröffentlichen Studie zur Wahrnehmung von emotionalen Reizen

Eine gute Nachricht für alle Ehepaare: Wenn er mal wieder das Gesicht hinter der Zeitung verbirgt und sich in die Sportberichte vertieft, während sie sich mit ihm unterhalten möchte und er auch auf die dritte Frage von ihr - inzwischen in deutlich verärgertem Ton - noch immer nicht reagiert, dann ist das nicht etwa Desinteresse. "Der Mann kann die Frau in dieser Situation gar nicht hören", sagt PD Dr. Thomas Straube von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. "Die Konzentration auf eine visuelle Aufgabe blockiert in diesem Augenblick die Aufnahme und Verarbeitung der auditiven Reize", erläutert der Psychologe vom Lehrstuhl für Biologische und Klinische Psychologie. Zu diesem Ergebnis sind Straube und seine Kollegen in einer aktuellen Studie gekommen, die die Jenaer Psychologen in der heute (29. Juni) erschienenen Ausgabe der Fachzeitschrift Journal of Neuroscience veröffentlichen (DOI:10.1523/JNEUROSCI.6665-10.2011).

"Bisher sind wir davon ausgegangen, dass soziale emotionale Reize - insbesondere Wut - vom Gehirn automatisch verarbeitet werden", sagt Martin Mothes-Lasch aus Straubes Team. Schließlich könnten sie ein Hinweis auf eine potenzielle Gefahrenquelle sein, so der Erstautor der Studie weiter. Gefahren zu erkennen, gehöre zu den überlebensnotwendigen Fähigkeiten eines jeden Organismus. Auch der Mensch ist mit dieser Fähigkeit ausgestattet. "Spricht jemand in hörbar wütendem Tonfall zu uns, wird unser Gehirn in Alarmbereitschaft versetzt", erläutert Doktorand Mothes-Lasch. Das funktioniere allerdings nur, wenn wir nicht von visuellen Informationen abgelenkt sind.

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Studie: Warum übergewichtige Frauen impulsiver sind

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© picture alliance
Bei Übergewichtigen enthalten generell diejenigen Hirnregionen mehr graue Substanz, die an der Bewertung von Belohnungsreizen beteiligt sind
Veränderungen in der grauen Hirnsubstanz könnten Ursache sein. Gleiche Abweichungen im Gehirn sind von Frauen mit Bulimie bekannt.

Leipzig. Übergewichtige Frauen haben ihr Verhalten offenbar nicht so gut unter Kontrolle wie ihre normalgewichtigen Geschlechtsgenossinnen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Leipziger Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften und des Integrierten Forschung- und Behandlungszentrums Adipositas-Erkrankungen.

Dabei nahmen normal- und übergewichtige Frauen und Männer an einer Art Glücksspiel teil. Sie wählten zwischen zwei Spielkartenstapeln, die mit unterschiedlichen Erfolgs- und Risikoaussichten belegt waren. "Im Prinzip spiegelt dieser Test die tägliche Abwägung zwischen kurzfristiger Befriedigung durch übermäßiges Essen und den langfristig negativen Auswirkungen auf den Körper wider", sagt Studienleiterin Annette Horstmann. Das Ergebnis: Normalgewichtige Frauen lernten im Laufe des Spiels, den Stapel mit Langzeitverlusten zu meiden. Übergewichtige Frauen hingegen griffen immer wieder zu dem Stapel, der zu hohen Sofortgewinnen, aber langfristig zu Verlusten führte. Dazu neigten, unabhängig vom Gewicht, auch die Männer.

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Fußball: Männer sind die größeren Schauspieler

Fußballerinnen inszenieren sich weniger, belegt eine Studie. Gehen die Männer nach einer Verletzung zu Boden, bleiben sie dort länger liegen als Frauen.

Berlin - Wenn deutsche Fans befragt werden würden, wer die größten Schauspieler im Fußball sind, würden viele wohl diese Antwort geben: Italiener. Dieses Vorurteil hat vor allem Stürmer Filippo Inzaghi immer wieder bestätigt, der sich selbst nach dem lausigsten Treffer so wild freute, als hätte er gerade den WM-Titel gewonnen, was ihm tatsächlich nur einmal gelungen ist.

Sportwissenschaftler der Technischen Universität München haben in einer Studie nun jedoch herausgefunden, dass Fußballer generell große Schauspieler sind. Jedenfalls im Vergleich zu den Frauen. Gehen die Männer nach einer Verletzung zu Boden, bleiben sie dort länger liegen als Frauen.

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Depression bei Stadtbewohnern: Das Leben in der Stadt gefährdet die Psyche

Der Großstadtdschungel hält viele Gefahren bereit - physisch und psychisch. Wissenschaftler haben jetzt herausgefunden, dass zwei für die Regulierung von Stress und Emotionen zuständige Hirnregionen bei Städtern verändert sind.

Frau im Büro
© Colourbox
Der "Gefahrensender" der Gehirns ist bei Städtern aktiver als bei Menschen, die auf dem Land leben. Folge: Stress
Stadtluft macht nicht nur frei, sondern zuweilen auch krank: Studien zufolge ist das Risiko, an Depressionen oder Angststörungen zu erkranken, bei Städtern deutlich höher als bei Menschen, die auf dem Land leben. Bei Kindern, die in Großstädten aufwachsen, ist zudem das Schizophrenie-Risiko zwei- bis dreimal so groß. Wissenschaftler haben jetzt herausgefunden, dass zwei für die Regulierung von Stress und Emotionen zuständige Hirnregionen bei Städtern verändert sind. Das Team um Prof. Andreas Meyer-Lindenberg vom Zentralinstitut für seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim präsentiert die Studie um Fachjournal Nature vom Donnerstag.

Kommentar: Es gibt eine nachgewiesene Technik, die Ihnen dabei helfen kann, Ihren Stress zu reduzieren, Ihren Geist zu beruhigen und zu fokussieren, bessere Verbindungen zwischen Körper und Geist zu schaffen und somit die Qualität Ihres Lebens zu verbessern und den Gemeinschaftssinn mit anderen Menschen zu stärken. Es wird Ihnen zu einer verbesserten allgemeinen Gesundheit, einem stärkeren Immunsystem, besseren Impulskontrolle, verminderter Entzündung, etc. verhelfen. Es wird Ihnen auch dabei helfen, emotionale Wunden zu heilen; alles, was Sie daran hindern oder davon abhalten könnte, ein gesundes und erfülltes Leben zu führen.

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Religionen können Gehirnschwund verursachen

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Forschungen weisen darauf hin, dass Glaube den Geist öffnen aber ebenso bewirken kann, dass sich das Gehirn in unterschiedlicher Geschwindigkeit verkleinert.

Forscher im Klinikum der Duke Universität in den USA behaupten, eine Korrelation zwischen religiösen Praktiken und Veränderungen in den Gehirnen älterer Erwachsener entdeckt zu haben.

Die Studie, die in der frei zugänglichen Wissenschaftszeitschrift Public Library of Science ONE veröffentlicht wurde, fragte 268 Leute zwischen 58 und 84 Jahren nach ihrer Religionszugehörigkeit, spirituellen Praktiken und lebensverändernden religiösen Erfahrungen. Veränderungen im Volumen ihres Hippocampus, der mit Lernen und Erinnerung assoziierten Gehirnregion, wurden über zwei bis acht Jahre mittels Kernspintomographie aufgezeichnet.

Es stellte sich heraus, dass Protestanten, die sich nicht als wiedergeboren definieren, weniger Verkümmerung (Atrophie) in der Region des Hippocampus aufwiesen, als wiedergeborene Protestanten, Katholiken oder jene ohne jede religiöse Zugehörigkeit. Die Häufigkeit von Gebeten hatte keinen Einfluss auf die Ergebnisse, während Teilnehmer, die angaben, eine religiöse Erfahrung erlebt zu haben, mehr Atrophie aufwiesen als jene, bei denen dies nicht der Fall war.

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Dem Gutsein auf der Spur

Lustenau (VN) - Lustenauer erforscht das Einfühlungsvermögen und macht damit Karriere an der Uni.

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Der Lustenauer hat große Ziele. „Ich will, dass die Menschen einander durch unsere Arbeit besser verstehen.“ Der 37- jährige Claus Lamm ist auf einem guten Weg. Seit Jahren arbeitet er wissenschaftlich an der Frage, welche fundamentalen Mechanismen es uns Menschen möglich machen, die Emotionen anderer nachzuempfinden. Diese Mechanismen gibt es, davon ist Lamm überzeugt. „Ansonsten könnten weder Kommunikation noch Zusammenarbeit funktionieren.“

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Das 1x1 der Ponerologie: Lobaczewski und die Wurzeln der Politischen Ponerologie

Ignota nulla curatio morbi -- Versuche nicht zu heilen, was du nicht verstehst
Verstehen. Darum geht es in diesem Buch. Verstehen, was das Böse ist, und dass es wirklich existiert. Dass es Menschen unter uns gibt, die sich nicht um das Leid eines anderen Menschen kümmern, und es sogar aktiv verursachen. Dieses Buch hält auch für Sie Antworten bereit, um zu verstehen, warum sich die Gesellschaft in unserer heutigen miserablen Lage befindet: geprägt von Korruption, Egoismus, Terrorismus, Manipulation und Ignoranz.


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Warum Experten-Gehirne jenen von Laien überlegen sind

Untersuchungen konnten zeigen: Es kommt auf die Fähigkeit an, Feinheiten und Details immer besser zu unterscheiden

Region im Hirn
© Nationales Bernstein Netzwerk Computational Neuroscience
Die Grafik zeigt jene Region im Präfrontalkortex, die bei der Schärfung der Wahrnehmung eine wichtige Rolle spielt.
Weinkenner erkennen bereits am ersten Schluck den Jahrgang, Maler bemerken winzige Farbabweichungen und Blinde unterscheiden feinste Oberflächenstrukturen. Warum sind sie Laien auf ihrem Gebiet so überlegen? Deutsche Wissenschafter haben nun entdeckt, welche Bereiche des Gehirns besonders aktiv sind, wenn man seine Wahrnehmung schult. In der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Neuron schreiben sie: Nicht durch das visuelle Verarbeiten von immer mehr Details wird man zum Experten, sondern durch die Fähigkeit, Feinheiten immer besser zu unterscheiden.

Eye 2

"Engel mit Eisaugen": Psychopathinnen

KNOX,PSYCHOPATHIN
© REUTERS
Amanda Knox: Sie wird des Mordes an einer anderen Studentin verdächtigt. Ihr Blick verrät kaum etwas über ihre Gefühle. Ob sie schuldig ist, konnte bislang nicht geklärt werden.
Warum sind fast alle Psychopathen männlich? Eine Berliner Psychologin hat deutsche Frauengefängnisse besucht. Ihr Befund: Auch Frauen sind vor dieser schweren Persönlichkeitsstörung nicht gefeit. Doch gelingt es ihnen besser, ihre Seelenkälte zu verbergen.

Irgendetwas stimmte nicht mit dieser jungen Frau. Schon nach der ersten Begegnung hatte der Psychiater Hervey Cleckley bei seiner Patientin Roberta eine gewisse seelische Verwahrlosung ausgemacht.

In mehreren Gesprächen fiel ihm besonders die Willkür auf, mit der Roberta ihre Entscheidungen fällte. Selbst Angelegenheiten von größter Tragweite behandle sie wie "ein Mensch, der in den Spiegel guckt und dann spontan beschließt, zum Friseur zu gehen".

Eye 2

Du lügst!

Sie glauben, dass ihr Partner wie Jörg Kachelmann ein Doppelleben führt oder ihre Kollegin schwindelt? Wie Sie jede Unwahrheit entlarven, erklärt die Betrugssachverständige Pamela Meyer.

Jörg Kachelmann kann aufatmen: Das Landgericht Mannheim hat den Schweizer Wettermoderator vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen. Die Begründung der Richter? Für eine Verurteilung reichten die Indizien nicht aus. Seine ehemalige Geliebte hatte ihn wegen Vergewaltigung angeklagt.

Mit der Festnahme des heute 52-Jährigen im Mai 2010 war auch das merkwürdige Doppelleben, beziehungsweise Vielfachleben des Wettermoderators aufgeflogen: 14 Frauen hatten bis dato gedacht, sie seien jeweils die Einzige in Jörg Kachelmanns Leben. „Lausemädchen“ nannte er sie alle, soll seine Gute-Nacht-Grüße als Rundmail verschickt haben. Eine gigantische Lebenslüge, die angesichts der Affärenskandale um Arnold Schwarzenegger und Tiger Woods wie eine Krankheit berühmter Männer scheint.

Kommentar: Sott.net ist der Ansicht, dass Lügen bei Psychopathen nicht ohne weiteres erkannt werden können, da sie sich keiner Schuld bewusst sind etwas Falsches zu tun. Zum anderen empfinden sie auch keinen Stress beim Lügen, d.h. keine dieser Körpersignale sind zu sehen. Doch bei dem Fall Kachelmann muss man vorsichtig sein, bevor ein endgültiges Urteil gesprochen werden kann.

Lesen sie diese Artikelserie über Psychopathen für mehr Informationen:

Der Psychopath - Teil 1: Die Maske der Vernunft