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Mi, 20 Sep 2017
Die Welt für Menschen, die denken

Die Wissenschaft des Geistes
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Music

Das Lernen beginnt tatsächlich bereits im Mutterleib: Ab der 16. Woche reagieren Ungeborene mit typischer Mimik auf Musik

Ab der 16. Woche zeigt der Fötus klare Reaktionen auf eine Beschallung
© Marquès Institut
Typische Mimik des Ungeborenen beim Musikhören: Mund auf und Zunge raus
Mund auf bei Musik: Kinder im Mutterleib können schon ab der 16. Woche Musik wahrnehmen - und sie reagieren sogar darauf, wie nun Ultraschall-Aufnahmen belegen. Ertönte eine Flötensonate, rissen die Ungeborenen den Mund auf und viele streckten die Zunge heraus. Forscher vermuten, dass dies mit der Stimulation von Sprachschaltkreisen im Gehirn zusammenhängt.

Ob die Stimme der Mutter oder laute Musik: Schon im Mutterleib hört das ungeborene Kind die Geräusche seiner Umgebung. Denn nach heutiger Erkenntnis ist das Gehör eines Kindes etwa ab der 16. Schwangerschaftswoche funktionsfähig. Unter anderem deshalb spielen viele Eltern ihrem ungeborenem Nachwuchs bereits Musik vor. Sie versprechen sich davon eine Förderung der Hirnentwicklung ihres Kindes.

Family

Unterschiede in der Reizverarbeitung: Frauen reagieren laut Studie stärker auf negative Gefühle

Schwächere Verknüpfung zweier Hirnareale dämpft rationale Verarbeitung

Die Verknüpfung ist schuld: Frauen reagieren stärker auf negative Gefühle als Männer - sowohl im subjektiven Empfinden als auch neuronal. Denn ihre "Angstzentrale" im Gehirn ist schwächer mit dem rationalen, präfrontalen Cortex verknüpft als bei Männern, wie Forscher herausgefunden haben. Je niedriger der Testosteronspiegel, desto schwächer ist demnach diese Verbindung. Das könnte auch erklären, warum Frauen anfälliger für Depressionen und Angststörungen sind.
© monkeybusiness/ thinkstock
Eine Verknüpfung im Gehirn beeinflusst, wie unmittelbar ein Mensch auf negative Gefühle reagiert.
Frauen gelten oft als das emotionalere Geschlecht. So erinnern sie sich besser an gefühlsintensive Eindrücke erinnern und lassen sich durch schlechte Nachrichten stärker stressen als Männer. Zudem leiden Frauen häufiger unter Depressionen Aber woran liegt das? Und lässt sich die unterschiedliche Reaktion der Geschlechter auf Emotionales auch am Gehirn festmachen?

Kommentar:


Family

Sprechen lernen: Wann lernt ein Kind welche Wörter - und warum

In einem aufwendigen Versuch haben Forscher drei Jahre lang jedes Wort aufgenommen, das ein Kleinkind zu Hause hörte. Sie wollten verstehen, welche Wörter ein Kind wann lernt - und warum.
"Mama", "Papa", "Bagger" - Eltern wissen meist ganz genau, welches Wort ihr Kind als erstes gesagt hat. Aber welche Wörter folgen? Und wovon hängt es ab, dass ein Kind manche Wörter früher, manche später lernt?

Um dies zu ergründen, erdachten Forscher am Massachusetts Institute of Technology in Cambridge ein Experiment, das an "Big Brother" erinnert: Sie dokumentierten fast lückenlos die ersten drei Jahren im Leben eines kleinen Jungen. Dafür lebte der Forscher Deb Roy mit seiner jungen Familie in einem eigens präparierten Haus. 14 Mikrofone nahmen zehn Stunden am Tag Gespräche auf, damit liefen sie 70 Prozent der Zeit, in der das Kind wach war. So kamen 200.000 Stunden Bild- und Tonmaterial zusammen.

Kommentar:


Nebula

Was geschieht nach dem Tod? Größte jemals durchgeführte Studie zum Thema findet Hinweise, dass das Bewusstsein nicht ausgelöscht wird

Was geschieht nach dem Tod mit unserer »Seele«? Darüber gibt es verschiedene religiös oder philosophisch begründete Theorien.
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Anhänger unterschiedlicher Religionen beispielsweise glauben an einen »Himmel« oder eine andere angenehme Form des Lebens nach dem Tod für alle, die auf der Erde ein gutes, tugendhaftes, moralisches Leben geführt haben.

Wissenschaftler lehnen solche Vorstellungen größtenteils ab, hauptsächlich deshalb, weil Wissenschaft prinzipiell auf dokumentierten und wiederholbaren Beweisen basiert. Die Frage, was nach dem Tod des Körpers mit dem menschlichen Bewusstsein geschieht, ist jedoch etwas ganz anderes.

Dessen eingedenk unternahmen Wissenschaftler an der Southampton University in Großbritannien die größte jemals durchgeführte Studie darüber, was nach dem Tod mit dem Bewusstsein geschieht. Sie kamen zu dem Schluss, man wisse zwar nicht wie oder warum, vieles deute aber darauf hin, dass nach dem physischen Tod eine Zeit lang noch eine Form von Bewusstsein und Aufmerksamkeit bestehe. Bewusstsein und Körper sind also offenbar irgendwie verbunden, können aber nach dem, was wir Menschen Tod nennen, einen getrennten, nicht-physiologischen Weg einschlagen.

Kommentar:


Heart

Omas Rolle in der Familie: Der "Großmutter-Effekt" - Omas wirken als Beziehungskitt

Großmütter sind unverzichtbarer Beziehungskitt. Sie helfen gestressten Eltern nicht nur als Babysitter. Eine Studie zeigt, dass vermutlich erst sie lange Paarbeziehungen ermöglicht haben.
© Corbis
Unverzichtbar: Großmutters Unterstützung der Famlie
Was jedem jungen Elternpaar mit der Geburt des ersten Kindes klar wird, haben jetzt auch Forscher mit Hilfe von Computersimulationen dingfest gemacht: Die Oma ist die Stütze der Partnerschaft. Sie habe möglicherweise eine entscheidende Rolle dafür gespielt, dass der Mensch überhaupt so ausdauernd in Paarbeziehungen lebe, berichten Wissenschaftler im Fachmagazin Proceedings of the National Academy of Sciences.

Hinter diesem Phänomen soll der sogenannte Großmutter-Effekt stehen. Er liefert eine Erklärung, warum Frauen nach Ende ihrer fruchtbaren Zeit noch so lange leben. Aus biologischer Sicht macht das zunächst keinen Sinn. Doch die Unterstützung der Großmütter bei der Versorgung kleiner Kinder war immens wichtig und erhöhte deren Überlebenschancen massiv. In der Folge setzten sich während der Evolution die Gene von Familien durch, in denen die Omas besonders lange lebten.

Snakes in Suits

Ihr Kind ein Psychopath? - Studie erkennt auffällige Verhaltensweisen

Kinder können gemein sein, das ist bekannt. Australische Forscher haben kindliches Verhalten unter die Lupe genommen und herausgefunden, dass schon Dreijährige eine Tendenz zu psychopathischem Verhalten zeigen.

Kinder ziehen andere an den Haaren, sie kratzen und beißen - und das alles nur zum Spaß. Sie quälen auch Tiere, zerteilen beispielsweise einen Regenwurm, um zu sehen, ob danach zwei davonkriechen. Reue empfinden Kleinkinder noch nicht.

Australische Forscher fanden heraus, dass sich psychopathische Züge bereits im Alter von drei Jahren erkennen lassen. Neben fehlender Reue gehören Gefühlskälte und die Unfähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen zu den charakterlichen Grundzügen von Psychopathen. In einer Untersuchung von 200 Drei- bis Sechsjährigen zeigten zehn Prozent ein auffälliges Verhalten.

Kommentar: Dass diese Untersuchungen fortgeführt werden, ist sehr wichtig. Doch viele Forschungen - und besonders bei Kindern - wurden unterdrückt, da Psychopathen das Talent haben, in die höchsten Positionen zu kommen (z.B. Politik) und natürlich nicht wollen, dass sie entdeckt werden. Es wird schon seit langer Zeit davon ausgegangen, dass Psychopathie genetisch weitergegeben wird, und das gefühllose Verhalten wird dann selbstverständlich schon bei Kindern sichtbar sein. Natürlich muss man vorsichtig bei solchen Beurteilungen sein und sie sollten nur von Experten ermittelt werden. Lesen Sie dazu das folgende Buch, das die besten Erklärungsmöglichkeiten zum Thema Psychopathie gibt:

© SOTT
Politische Ponerologie: Eine Wissenschaft über das Wesen des Bösen und ihre Anwendung für politische Zwecke



Family

Wie eingebaute Sinnestäuschungen soziale Beziehungen fördern

Täuschung unserer Empfindungen lässt die Haut Fremder weicher erscheinen

Zur Zärtlichkeit verführt: Erst eine Illusion unserer Wahrnehmung macht das gegenseitige Streicheln so befriedigend. Denn unser Tastsinn lässt uns die Haut des anderen bei sanften Berührungen immer weicher erscheinen als unsere eigene, wie ein Experiment zeigt. Und das weiche, glatte Gefühl löst wiederum eine positive Reaktion in unserem Belohnungszentrum aus., wie die Forscher im Fachmagazin Current Biology berichten.
© Hemera / thinkstock
Beim sanften Streicheln überlistet uns eine Illusion unserer Wahrnehmung. Sie lässt uns fremde Haut weicher erscheinen.
Ob für das Neugeborene oder den Erwachsenen: Wir Menschen brauchen für unsere seelisches Wohlergehen die Berührung. Der sanfte Kontakt fördert die soziale Bindung und bewirkt tiefgreifende neurophysiologische und sogar epigenetische Veränderungen. 2002 entdeckten Forscher, dass es für das sanfte Streicheln sogar ganz eigene Leitungen gibt: Das sogenannte CT-Netz reagiert speziell auf diese Berührungen und schickt die Signale direkt ans Gefühlszentrum des Gehirns.

Cell Phone

Die "Rosarote Brille" gibt es: Emotionen lassen uns anders Farben wahrnehmen

Ein lustiges Filmchen - und die Welt ist bunt. Dass das nicht von ungefähr kommt, hat ein US-Forscher jetzt belegt: Er spielte Freiwilligen Videos vor und ließ sie hinterher Farben bestimmen.
© picture alliance
Jeder kennt die Sprüche von der rosaroten Brille, der blauen Stimmung oder der grellbunten Freude. Unsere Gefühle werden häufig mit Farben in Verbindung gebracht. Das hat den Wissenschaftler Christopher Thorstenson von der University of Rochester hellhörig werden lassen. Er wollte wissen, ob sie ein Körnchen Wahrheit beinhalten. Denn schließlich könnte es ja sein, dass unsere Stimmung tatsächlich unsere Wahrnehmung beeinflusst. Thorstenson hat über dieses Thema seine Doktorarbeit geschrieben, die nun veröffentlicht worden ist.

Zum Test hat Thorstenson mit seinem Team Freiwillige zum Farbentest eingeladen. 260 Studenten nahmen an der Studie teil. Sie sollten sich zunächst einen Videoclip ansehen, der Traurigkeit auslöste. Dann einen, der gute Stimmung verbreitete - und einen, der emotional neutral war.

Nach jedem Video sollten die Studenten sich 48 Farbtafeln ansehen und sie den Grundfarben zuordnen. Die kleine Gemeinheit bei diesem Test: Die Farben hatten nur eine sehr geringe Farbsättigung, sodass die richtige Zuordnung nur bei einer präzisen Farbwahrnehmung möglich war.

Kommentar: Es wäre interessant herauszufinden, ob diese Ergebnisse auch in anderen Kulturkreisen übereinstimmen.


Vinyl

Musik ist ein sozialer Klebstoff

Tokio - Was macht Musik aus, über alle Kulturen und Erdteile hinweg? Musik habe Eigenschaften, die weltweit und in allen Genres auftreten, berichtet eine Forschergruppe im Fachjournal Proceedings der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften (PNAS).
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© Wikipedia/D. Sharon Pruitt
Dazu gehörten Tonhöhen und Rhythmen, aber auch soziale Aspekte. Auf der ganzen Welt diene Musik dem Gruppenzusammenhalt und der Abstimmung innerhalb einer Gruppe.

"Unsere Ergebnisse helfen zu verstehen, warum Menschen Musik machen. Wir zeigen, dass die weltweit häufigsten Merkmale von Musik damit zu tun haben, dass Menschen ihre Handlungen aufeinander abstimmen können", erklärt Mitautor Thomas Currie von der Universität Exeter in Großbritannien. "Das lässt vermuten, dass Musik hauptsächlich dazu da ist, die Menschen zusammenzubringen und Gesellschaftsgruppen zu einen - wie ein sozialer Klebstoff."

Die Forscher um Patrick Savage von der Universität der Künste in Tokio hatten 304 Musikaufnahmen aus aller Welt nach allgemeingültigen Merkmalen durchsucht. Sie fanden keine Eigenschaften, die in allen Aufnahmen auftraten. Allerdings entdeckten sie zahlreiche statistische Universalien - also solche, die auf allen Erdteilen sehr häufig zu hören sind. Dazu zählen zum Beispiel die Bildung von Takten mit zumeist zwei oder drei Schlägen, das Singen mit Bruststimme, fünfstufige Tonleitern und einheitliche Tonlängen.

Kommentar:


Family

Wenn Werte nicht bewusst reflektiert werden: Großzügigkeit hängt von der emotionalen Nähe zu einer Person ab

Forscher entschlüsseln Hirnregionen, die uns gegenüber Vertrauten freigiebiger machen. Universität Bonn beteiligt
Wenn man einen Menschen schätzt, zeigt man sich ihm meist großzügiger und ist eher bereit zu teilen, als gegenüber Unbekannten. Ein Wissenschaftlerteam der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf hat unter Beteiligung der Bonner Universität und Züricher Forschern nun die Hirnregionen identifiziert, die zu dieser Variabilität in großzügigem Verhalten führen. Die Ergebnisse können sich sowohl auf ökonomische Theorien als auch auf das Verständnis von sozialen Verhalten auswirken. Die Studie wird nun in den Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) vorgestellt.

Die Fähigkeit zu teilen ist eine wichtige Voraussetzung für eine funktionierende Gesellschaft. So kommt es zum Beispiel auch in der Ökonomie darauf an, die Interessen der anderen Marktteilnehmer bei Entscheidungen mit einzubeziehen. Wir verhalten uns aber nicht allen Menschen gegenüber gleichermaßen großzügig. Einer nahestehenden Person gegenüber sind wir meist freigiebiger als einem Unbekannten. Dieses Phänomen bezeichnet man auch als „soziale Distanz“.

Kommentar: Gerade in unseren Zeiten, wo psychopathische Machthaber die Welt immer mehr ins Chaos und Leid stürzen, ist es wichtig, dass sich unsere sozialen Werte über unsere privaten Kreise hinausbewegen. Hilfsbereitschaft, Wohlwollen, Großzügigkeit, etc., sind im Grunde universelle menschliche Werte, die wir jedem (außer Psychopathen) gegenüber bringen sollten - nicht nur unserer Familie und unseren Freunden. Denn nur dieser Zusammenschluß bildet die Grundlage dafür, den Aufhetzungen und Trennungs-Strategien von Psychopathen in Machtpositionen etwas Starkes entgegenzusetzen.