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Sa, 03 Dez 2016
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Die Wissenschaft des Geistes
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Das 1x1 der Ponerologie: Menschenschinder oder Manager - Psychopathen bei der Arbeit

© Unbekannt
Psychopathen haben kein Problem, ihre 'Maske' zu wechseln
Der kriminelle Psychopath wird seit fast einem Jahrhundert beobachtet und untersucht. Mit Ausnahme einer kurzen Erwähnung bei Cleckley blieb die Vorstellung eines erfolgreichen Psychopathen durch jene allgegenwärtige "Mauer des Schweigens" verschleiert - wie es entsprechend fast aller äußeren Standards gängig war. Während diese Serie ihren Fortgang nimmt, wird es deutlich, weshalb dies der Fall ist und was die Auswirkungen einer solch gefährlichen Wahrnehmungs- und Wissenslücke sind. Bislang ist das 2006 veröffentlichte Buch Menschenschinder oder Manager: Psychopathen bei der Arbeit von Paul Babiak und Robert Hare die einzige detaillierte Darstellung des Problems erfolgreicher Psychopathen. Das Buch ist eine äußerst wichtige Lektüre und hat das Potential, buchstäblich Ihr Leben zu retten. Die darin enthaltenen Informationen sind allgemeingültig und können für Interaktionen auf jedem gesellschaftlichem Niveau angewendet werden.

In seinem Beruf als Arbeits- und Organisationspsychologe begegnete Babiak 1992 seinem ersten Psychopathen in einem Unternehmen. Indem er Mitarbeiter wie "Dave" in einem Unternehmensumfeld untersuchte, zeigte Babiak nicht nur die Methoden auf, mit denen Psychopathen Karrierenetzwerke infiltrieren und mit ihrer Hilfe aufsteigen, sondern erschütterte vorherige Illusionen darüber, was für Psychopathen zu erreichen möglich ist und was nicht. Viele in der Industrie dachten, dass Psychopathen im Geschäftsleben nicht erfolgreich seien. Sie nahmen an, dass das Mobbing und das narzisstische Verhalten der Psychopathen potentielle Arbeitgeber abschrecken, und ihr Missbrauch und ihre Manipulationen zwangsläufig zum Scheitern innerhalb des Unternehmens führen würden. Tatsächlich hätten die sogenannten "Experten" nicht falscher liegen können. Sie scheinen die unheimliche Geschicklichkeit von Psychopathen vernachlässigt zu haben, ihren Opfern einen Image äußerster Normalität und sogar hervorragender Leistungen darstellen zu können. Und das ist was wir für sie sind: Opfer, eine potentielle "Zielscheibe", Trottel.

Kommentar: Es handelt sich hier um Teil 3 der Serie "Das 1x1 der Ponerologie" von Sott-Redakteur Harrison Koehli. Folgende Teile sind ebenfalls ins Deutsche übersetzt worden: Eine hervorragende Erläuterung der Politischen Ponerologie finden Sie hier: Die anderen Teile können Sie unter folgenden Links auf Englisch lesen: Die Hoffnung liegt letztlich in der Tatsache, dass der Prozentsatz an Psychopathen vergleichsweise gering ist und normale Menschen in der Überzahl sind. Wenn diese Menschen wissen, was hier seit Langem gespielt wird und sich nicht mehr länger täuschen und unterdrücken lassen, sondern gemeinsam an einer besseren Welt arbeiten, dann könnte sich ein Ausweg anbahnen.

Hier finden sich notwendige Werkzeuge zur Heilung der eigenen Wunden: Auch die Ernährung ist von großer Bedeutung, denn ein gesunder Geist setzt einen gesunden Körper voraus:


Info

Unser Gehirn räumt im Schlaf auf - Dadurch bleibt es lernfähig

© imago/Science Photo Library
Noch immer ist nicht eindeutig geklärt, weshalb Menschen und Tiere schlafen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Freiburg zeigen in einer am 23. August 2016 im Fachmagazin Nature Communications veröffentlichten Studie, dass im Schlaf die allgemeine Aktivität der als Synapsen bezeichneten Nervenzell-Verbindungen reduziert wird. Die meisten Verbindungen werden geschwächt, manche sogar ganz abgebaut. Nur wichtige Synapsen bleiben bestehen oder werden gestärkt. Dadurch schafft das Gehirn wieder Platz, um neue Informationen zu speichern. Diese als synaptische Plastizität bezeichnete Anpassungsfähigkeit ist eine wichtige Grundlage für Lernen und eine flexible Informationsverarbeitung. Der Abbau dürfte zudem Platz und Energie sparen, da beides im Gehirn zu einem Großteil von den Verbindungsstellen benötigt wird.

Nehmen wir tagsüber Informationen auf, werden im Gehirn Synapsen gestärkt oder neu angelegt. „Wir konnten jetzt erstmals beim Menschen zeigen, dass Schlaf die Synapsen wieder heruntergeregelt und damit Platz für neue Informationen schafft. Das Gehirn räumt also im Schlaf auf“, sagt Studienleiter Prof. Dr. Christoph Nissen, Ärztlicher Leiter des Schlaflabors an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Freiburg. „Wird dieser Prozess durch Schlafmangel unterbunden, gerät das Gehirn in einen Sättigungszustand. Synapsen können dann nicht mehr ausreichend verstärkt oder neu aufgebaut werden. Entsprechend schwer fallen auch Lernen und flexible Informationsverarbeitung.“

Kommentar:


Butterfly

Gedankenübertragung bei befreundeten und verwandten Personen: EEG-Experiment zeigt "soziale Fernwirkung" auf

Florenz (Italien) - Italienische Neuropsychologen haben Hinweise dafür gefunden, dass die Gehirne von zwei befreundeten oder direkt verwandten Personen eine Fernwirkung aufeinander ausüben können: Während die aktiven „Sender“ innerhalb der Experimente audiovisuelle Reize bekam zeigten sich bei den „Empfängern“ synchron eine mittels EEG messbare, leicht erhöhte Hirnaktivität im Alphawellenbereich.
© grewi.de
Symbolbild: Gedankenübertragung (Illu.)
Wie das Team um William Giroldini von Evanlab in Florenz und Patrizio Tressoldi vom Dipartimento di Psicologia Generale an der Università di Padova aktuell im Online-Fachjournal „F1000Research“ (DOI. 10.12688/f1000research.6755.1) berichtet, haben sie in ihren Versuchen eng befreundete oder miteinander verwandte Partner untersucht, die zugleich erfahren in Meditationstechniken waren. Letzteres um sicherzustellen, dass die Probanden über eine längerfristige Konzentrationsfähigkeit verfügten.

Kommentar:


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Hinter den Schlagzeilen: Politische Ponerologie - Psychopathen an der Macht


Politische Ponerologie: Eine Wissenschaft über das Wesen des Bösen und ihre Anwendung für politische Zwecke
Pornero... was? Ponerologie. Dieses Wort findet man heute zum Glück immer öfter im Internet. Es stammt aus dem Griechischen "poneros" (Übel/das Böse) und bedeutet "die Wissenschaft des Bösen". Es wurde bis jetzt vor allem in der Religion verwendet. Doch heute wird es im Zusammenhang mit den Ereignissen auf der Welt verwendet, im politischen Zusammenhang mit Gesellschaften und Regierungen. Im Jahr 1984 wurde die dritte Kopie vom letzten überlebenden Wissenschaftler, Dr. Andrzej M. Łobaczewski, aus dem Gedächtnis niedergeschrieben. Zbigniew Brzezinski verhinderte die Veröffentlichung dieser Kopie. Nachdem das Buch ein halbes Jahrhundert lang unterdrückt wurde, ist es nun endlich verfügbar.

Politische Ponerologie ist in seiner klinischen und nüchternen Beschreibung der Natur des Bösen schockierend. In seinen literarischen Textstellen ist es aber auch ergreifend, wenn der Autor die immensen Leiden jener Wissenschaftler beschreibt, die von der Krankheit, die sie untersuchten, angesteckt oder gar von ihr vernichtet wurden.

Monkey Wrench

Gehirnjogging ist kein Humbug - Bestimmte Übungen senken Demenzrisiko um knapp 50%

Spezielles Training senkt das Erkrankungsrisiko im Alter deutlich
© A Health Blog, CC BY-SA
Doch kein Humbug? Bestimmte Formen des Gehirnjoggings wirken offenbar tatsächlich vorbeugend gegen Demenz, wie eine Studie belegt. Demnach kann das regelmäßige Training vor allem der visuellen Aufmerksamkeit bei Senioren nicht nur die Leistungsfähigkeit in Alltagssituationen steigern. Es vermag sogar das Demenzrisiko im Alter um bis zu 48 Prozent zu senken, wie die Forscher auf einer Tagung in den USA berichten.

Gehirnjogging soll gegen den geistigen Abbau helfen und die kognitive Leistungsfähigkeit bis ins hohe Alter hinein steigern. So zumindest lautet das einhellige Werbeversprechen der zahlreichen Anbieter solcher Trainingsprogramme. Doch ob das Sortieren von Symbolen, Ordnen von Zahlenreihen oder anderen computerbasierten Spielen tatsächlich wirkt, ist umstritten. Kritiker betonen, dass es den meisten Gehirnjogging-Trainings an einer wissenschaftlich fundierten Grundlage fehlt: Die Methode halte nicht, was sie verspreche.

"Viele machen dabei jedoch den Fehler, alle Hirntrainings in einen Topf zu werfen", bemängelt Jerri Edwards von der University of South Florida in Tampa. Das sei, als wenn man für eine Analyse der Wirkung von Antibiotika auch Zuckerpillen und Nahrungsergänzungsmittel in die Stichprobe einschließen würde. Ähnlich mangelhaft seien die meisten Studien zum Thema Hirnjogging.

Kommentar: Bei jeder Studie sollte nicht andere Faktoren vergessen werden, wie sich zum Beispiel die Menschen ernährten.


Hardhat

Wo leuchtet es im Gehirn: Forscher verbessern Verständnis, was bei der Hypnose im Gehirn abläuft

Forscher identifizieren neuronale Veränderungen im Trancezustand
Hirn im Ausnahmezustand: Forscher haben erstmals beobachtet, was im Gehirn bei Hypnose genau vor sich geht. Ihre Studie zeigt: Der Trancezustand offenbart sich durch drei typische Veränderungen in der Hirnaktivität. Das Wissen darüber, welche Regionen im Gehirn an einer erfolgreichen Hypnose beteiligt sind, eröffnet nun neue Ansätze für Therapien. Vor allem Menschen, die sich bislang nur schlecht hypnotisieren lassen, könnten davon profitieren.

Manche Menschen halten Hypnose für faule Zauberei - zu Unrecht, wie die Medizin heute weiß. Tatsächlich lassen sich mit dieser Methode psychische und körperliche Prozesse beeinflussen, die sonst nur schwer steuerbar sind. Studien belegen: Hypnose hilft Patienten mit Angststörungen, lindert chronische Schmerzen und kann sogar die Schlafqualität verbessern.

"Hypnose ist die älteste Form westlicher Psychotherapie", sagen Wissenschaftler um Heidi Jiang von der Northwestern University in Chicago. "Sie ist ein effektives Mittel, um die Art und Weise zu verändern, wie wir unser Gehirn benutzen - und kann damit unsere Wahrnehmung und unseren Körper kontrollieren." Doch obwohl das medizinische Potenzial der Methode immer mehr Anerkennung finde, wisse man nur wenig darüber, wie sie auf der physiologischen Ebene funktioniere. Das Forscherteam hat diese Wissenslücke nun geschlossen - und herausgefunden, was im Gehirn unter Hypnose passiert.

Compass

Quintessenz aus Studien zum freien Willen: Deine Entscheidungen und Taten haben Gewicht und sie sind dein Werkzeug zur Veränderung

© Wikipedia
Viele Argumente sprechen gegen die Existenz eines freien Willens. Setzen wir die Moral aufs Spiel, wenn wir ihn aufgeben?

Der freie Wille gehört zum geistigen Inventar der Menschheit. Nach einer Studie aus dem Jahr 2010 (und nichts spricht dafür, dass sich das seitdem tiefgreifend geändert hat) glauben je nach Kulturkreis zwischen 65 und 85 Prozent der Menschen an ihn. Daran, dass wir unsere Entscheidungen völlig frei treffen. So gesehen ist die Welt voller Libertärer.

Dennoch sind ernste Zweifel an der Existenz eines freien Willens angebracht. Zunächst: In der Natur ist Freiheit nicht vorgesehen. Physikalische, chemische und biologische Prozesse laufen nach dem Prinzip von Ursache und Wirkung. Davon kann sich selbst der Mensch nicht freimachen.

Kommentar: Wichtig in diesem Zusammenhang ist, dass es einen ausreichend großen Spielraum des freien Willens gibt, durch den wir uns durch unsere täglichen Entscheidungen immer weiter verbessern und nach unseren Idealen streben können. Das allerdings ist erst dann möglich, wenn man sich des Ausmaßes unserer Einschränkungen und der verschiedenen Beeinflussungen von außen sowie von innen bewusst werden:


Blackbox

Uni Frankfurt untersucht Gewalt- und Friedenspotenzial von Islam, Christentum und Judentum

© Berthold Werner / gemeinfrei
In Jerusalem begegnen sich nicht nur die drei großen monotheistischen Religionen, sondern auch Vergangenheit und Moderne.
Im Rahmen des neuen Studienschwerpunkts „Religiöse Positionierung: Modalitäten und Konstellationen in jüdischen, christlichen und islamischen Kontexten“ wird an der Goethe-Universität in Frankfurt das Verhältnis von Judentum, Christentum und Islam zu religiöser Vielfalt und Differenz in historischer und empirischer Perspektive untersucht.

Zum Hintergrund erläutert die Pressemitteilung der Universität: „Gegenwärtig wird angesichts einer Vielzahl gewaltförmiger Konflikte, in denen Religion zum Tragen kommt, über die ebenso sinnstiftende wie auch zerstörerische Rolle von Religion und Religionen kontrovers debattiert.

Besonders monotheistischen Religionen wird dabei unterstellt, sie ständen aufgrund ihrer zum Teil exklusiven Geltungsansprüche dem Pluralismus feindlich gegenüber und hätten eine Tendenz zu fundamentalistischen Positionen oder zur Gewalt. Andere Interpretationen hingegen sehen in ihnen ein Potenzial, Konflikten, Kriegen und Terror entgegenzuwirken.“

Kommentar: Wenn man die Konfliktpotenziale von Religionen betrachtet und das mit dem Wissen über (politische) Psychopathie in Einklang bringt, kommt man zu der unweigerlichen Schlussfolgerung, dass Religionen in Geschichte und Gegenwart von einflussreichen Psychopathen zu ihren Zwecken gestaltet und missbraucht worden sind bzw. werden.

Radikalisierung ist eine Seite dieses Prozesses, einschließlich des Hetzens verschiedener religiöser Gruppen aufeinander. Die Ausnutzung der Angst vor dem Fremden - z.B. vor muslimischen Flüchtlingen - ist eine weitere Facette: eine Kultur wird gegen die andere gestellt.

Es sind auch Psychopathen in Machtpositionen, die die radikalen Potenziale von Religionen (z.B. dem Islam - aber nicht nur!) gezielt gestalten und ausnutzen, um Terrorismus zu erzeugen. Das wiederung verstärkt die Angst vor dem Fremden (z.B. vor Flüchtlingen) und propagiert die Projektion von Nachteilen einer Religion (ob echt oder durch Meinungsmache induziert) auf ganze Bevölkerungsgruppen.

All das geschieht ganz nach dem Prinzip des "Teile und Herrsche": In diesem Klima von Konflikterzeugung, Verunsicherung und Angst können die zunehmende Überwachung, Militarisierung und Totalisierung, die wir in der sog. westlichen politischen Sphäre beobachten können, besonders gut gedeihen.


Bulb

Immunsystem beeinflusst unser Sozialverhalten: Enge Verbindung zwischen Gehirn und Immunsystem

Unser Immunsystem beeinflusst das Sozialverhalten und neurologische Erkrankungen
© Tatiana Shepeleva/fotolia.com
Beeinflusst unser Immunsystem bestimmte Vorgänge in unserem Gehirn? Forscher stellten fest, dass unser Immunsystem unser soziales Verhalten beeinflussen kann und sogar Auswirkungen auf soziale Defizite bei neurologischen Erkrankungen hat.
Gibt es einen Zusammenhang zwischen unserem Immunsystem und sozialen Defiziten? Forscher fanden jetzt heraus, dass ein schlecht funktionierendes Immunsystem für soziale Defizite bei neurologischen Erkrankungen wie Autismus-Spektrum-Störungen und Schizophrenie verantwortlich sein kann.

Wissenschaftler von der University of Massachusetts Medical School und der University of Virginia stellten bei ihrer neuen Untersuchung fest, dass unser Immunsystem unser Sozialverhalten beeinflussen kann. Die Ergebnisse könnten zu einem tieferen Verständnis von sozialen Dysfunktionen bei Autismus und Schizophrenie beitragen. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer neuen Studie in der Fachzeitschrift Nature.

Kommentar: Da unser Immunsystem vor allem direkt durch die Nahrung, die wir zu uns nehmen beeinflusst wird, ist es besonders wichtig auf eine gesunde Ernährung zu achten. Man darf sinnieren, wieviel von unseren Verhaltensweisen, "Macken" und anderen Eigenheiten in unserem Sozialverhalten lediglich Auswirkungen einer Entzündungsreaktion des Immunsystems sind, die durch eine Korrektur des Lebensstils verschwinden würden. Ein faszinierendes Forschungsgebiet!


Question

Mann mit winzigem Gehirn schockiert Ärzte: Normales Leben mit nur 10 Prozent Gehirnzellen

© Philipp Nagels für Business Insider
Links: Das Hirn des erkrankten Mannes. Rechts: Ein gesundes Gehirn.
Es ist eine der größten Fragen der Menschheitsgeschichte: Warum haben wir ein Bewusstsein? Und wie funktioniert das? Ein spektakulärer medizinischer Fall aus Frankreich wirft ein besonderes Licht auf diese Gretchenfrage. 2007 berichteten Dr. Lionel Feuillet und seine Kollegen im Fachmagazin The Lancet von einem damals 44-jährigen Franzosen, der ein normales, bewusstes Leben führte, obwohl ihm bis zu 90 Prozent seines Gehirns fehlten.

Der Fall stellt viele Theorien auf den Kopf

Das ist nicht nur für Laien schwer vorstellbar, auch wissenschaftliche Theorien über das Bewusstsein kommen da an ihre Grenzen. Viele gehen etwa davon aus, dass spezifische Gehirnregionen (etwa das Claustrum, der Pecuneus und frontopolare Areale) eine besonders wichtige Rolle bei der „Erzeugung“ von Bewusstsein spielen.

Wenn dem so wäre, müsste eine Beschädigung oder gar der Wegfall dieser Regionen mit erheblichen kognitiven Beeinträchtigungen — etwa Störungen des Bewusstseins — einhergehen. Warum war das bei dem Franzosen nicht der Fall? Axel Cleeremans, Professor an der Université Libre de Bruxelles, formuliert es gegenüber Quartz so: „Jede Theorie des Bewusstseins muss in der Lage sein zu erklären, warum eine Person, der 90 Prozent ihrer Gehirnzellen fehlen, immer noch normales Verhalten zeigt.“ Cleeremans ist Kognitionspsychologe und hat kürzlich beim jährlichen Treffen der Association for the Scientific Study of Consciousness eine Theorie vorgestellt, die den unglaublichen Fall des Franzosen erklären können soll. Seine »Radical Plasticity Thesis« hat er 2011 erstmals veröffentlicht.

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