Willkommen bei SOTT.net
Do, 20 Jan 2022
Die Welt für Menschen, die denken

Die Wissenschaft des Geistes
Karte

Robot

Menschen haben auch Mitleid mit Robotern

Beobachtung von Roboter oder Mensch aktiviert gleiche Hirnareale

Roboter sind auch nur Menschen - jedenfalls wenn es darum geht, mit ihnen mitzufühlen. Sehen wir einen Roboter, der gut oder schlecht behandelt wird, löst dies bei uns ähnliche Gefühle aus, als wenn wir einen Menchen in dieser Lage sehen. Wir neigen dazu, die Maschine zu vermenschlichen. Und auch im Gehirn werden dabei die gleichen Areale aktiv, wie ein Experiment Duisburger Forscher jetzt zeigt. Das liefere wertvolle Hinweise auch darauf, wie Haushalts- oder Pflegeroboter beschaffen sein müssen, damit sie von ihren Nutzern dauerhaft akzeptiert werden, so die Forscher auf der Jahrestagung der International Communication Association in London.

Bild
© Gnsin / CC-by-sa 3.0
Roboter - wir leiden mit, wenn er misshandelt wird
Ob R2D2 und C3PO im "Krieg der Sterne" oder der Android Data in Star Trek - zumindest im Film zeigen Roboter längst menschenähnliche Züge. Und auch ihre menschlichen Partner kommunizieren mit ihnen wie mit einem Mitmenschen und bilden enge Beziehungen zu ihnen aus und trauern um sie, wenn sie verloren gehen oder zerstört werden. Aber wie sieht es damit in Realität aus? Sehen auch wir in Robotern trotz ihrer Maschinennatur unwillkürlich ein lebendes Wesen und schreiben wir ihnen Gefühle ähnlich den unsrigen zu? Genau diese Frage haben Astrid Rosenthal-von der Pütten von der Universität Duisburg-Essen und ihre Kollegen nun in zwei Experimenten genauer untersucht.

People

Neurochirurg schildert seine Nahtoderfahrungen: Vom Skeptiker zum eigenen Nahtod-Erlebnis

Ein den Schilderungen von Nahtoderfahrungen (NTEs) gegenüber ablehnend eingestellter Mediziner fällt in ein sieben Tages währendes Koma. Er macht dabei selbst eine der erstaunlichsten Erfahrungen am Rande zum Jenseits. Seitdem ist er davon überzeugt, dass NTEs höchst real sind und Einblicke in völlig fremde Dimensionen geben. Das Buch des Neurochirurgen Dr. Eben Alexander sorgt für weltweites Aufsehen und ist ein spannender Bestseller.
Bild
© Viktor Gladkov / Shutterstock
Als Gehirnchirurg mit langjähriger Berufserfahrung hatte Dr. Eben Alexander bereits viel Ungewöhnliches erlebt. Er war immer wieder auch mit Berichten seiner Patienten konfrontiert worden, Schilderungen, die als typische Nahtoderfahrungen aufgefasst werden können. Da befinden sich Menschen an der Schwelle zum Tod. Ihr Gehirn ringt darum, das Bewusstsein aufrecht zu erhalten. Schließlich entgleitet die Situation. Die Ärzte scheinen den Betroffenen nicht mehr retten zu können. Die Gehirnfunktionen kommen zum Erliegen. Alles hängt nur noch am berühmten seidenen Faden. Doch der Patient kehrt wieder ins Leben zurück und erzählt von erstaunlichen Sinneseindrücken, die er eigentlich gar nicht mehr gehabt haben dürfte.

Post-It Note

Emotionale Ansteckung: Präfrontaler Cortex ist der Lautstärkeregler für emotionale Signale

lachen
© ap photo/rodrigo abd
In Gesellschaft lacht sich's am besten - auch wenn manche sich partout nicht anstecken lassen wollen.
Grazer Forscherin analysiert entscheidenden Einfluss des präfrontalen Cortex

Graz - Was läuft im menschlichen Gehirn beim "Mitweinen" bei einem Liebesfilm oder dann, wenn uns das Lachen eines anderen ansteckt, ab? Und warum neigen manche Menschen eher zu solchen unwillkürlichen Übernahmen eines emotionalen Zustands als andere? Dieser Frage geht die Forschergruppe der Grazer Neuropsychologin Ilona Papousek nach. Das Prinzip dahinter beruht im Wesentlichen auf der unbewussten Wahrnehmung von Bewegungen, Mimik und Körperhaltungen unserer Mitmenschen.

Music

Zweisprachige wechseln zwischen verschiedenen parallel existierenden Lautsystemen

Mit zwei Sprachen Aufgewachsene hören Laute je nach Sprache unterschiedlich
Zweisprachigkeit, Zweisprachige
© SXC
Zweisprachigkeit
Kinder, die zweisprachig aufwachsen, entwickeln offenbar zwei komplett getrennte Wahrnehmungssysteme für Laute. Sie nehmen dadurch Klänge und Silben jeweils leicht unterschiedlich wahr - je nachdem, welche Sprache sie gerade erwarten zu hören. Das zeigt ein Experiment US-amerikanischer Forscher. Die Existenz zweier verschiedener Lautsysteme bei Zweisprachigen erkläre, warum diese akzentfrei sprechen und flexibel zwischen beiden Sprachen umschalten können, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin Psychological Science.

Bullseye

Neuer Intelligenztest testet Wahrnehmung - Intelligente Gehirne unterscheiden zwischen Wesentlichem und Unwichtigem

Ein simpler Wahrnehmungstest erweist sich als zuverlässiger Anzeiger für die Intelligenz
Gehirn
© grewi.de

Langwierige IQ-Tests sind passé: Ein kurzer, einfacher Wahrnehmungstest könnte künftig ausreichen, um festzustellen, wie intelligent jemand ist. Denn US-amerikanische Forscher haben einen verblüffenden Zusammenhang entdeckt: Menschen mit einem höheren IQ erkennen und erfassen zwar vieles besser. In einem Punkt aber hinken sie ihren weniger intelligenten Artgenossen hinterher: Großräumige Bewegungen im Hintergrund nehmen sie schlechter wahr. Denn ihr Gehirn filtert diese als potenziell unwichtig heraus - intelligente Gehirne unterscheiden demnach konsequenter zwischen Wesentlichem und Unwichtigem, berichten die Forscher im Fachmagazin Current Biology.

Info

Wie der Einsatz des Körpers beim Lernen hilft: Faustballen hilft beim Merken und Abrufen von Information

Einseitige Anspannung regt gezielt die für das Merken und Abrufen wichtigen Hirnhälften an
Faust
© SXC
Die rechte Faust beim Memorieren zu ballen hilft.
Klingt kurios, funktioniert aber offensichtlich: Wenn wir beim Pauken von Vokabeln oder anderen Fakten die rechte Faust ballen, prägen sie sich besser ein. Ballen wir dann beim Abrufen des Gelernten die linke Faust, hilft dies ebenfalls. Das zeigt ein Experiment US-amerikanischer Forscher. Sie haben auch eine Idee, warum das funktioniert: Die einseitige Anspannung aktiviert jeweils die entgegengesetzte Seite unseres Gehirns. Und weil die Zentren fürs Merken und Abrufen in jeweils anderen Hirnhälften liegen, lässt sich ihre Tätigkeit gezielt anregen, wie die Forscher im Fachmagazin PloS ONE berichten.

People 2

Moralischer Kompass instabil? Schwedische Studie wirft Fragen auf

Wer gerade noch A gesagt hat, lässt sich leicht dazu bringen, nun vehement B zu vertreten - selbst in moralischen Fragen. Dazu reicht schon ein simpler Bühnentrick, wie schwedische Forscher berichten.

Sich die Welt hinzubiegen, wie sie einem gefällt - das ist die Paradedisziplin der Menschen. Sie rechtfertigen noch die seltsamsten Dinge, die sie selbst verbockt haben. Sie fordern das eine und tun das Gegenteil. Und was man gestern geäußert hat, ist heute nichts mehr wert. Psychologen um Lars Hall von der schwedischen Universität Lund demonstrieren diese geschmeidige Flexibilität des Menschen und seiner Meinungen im Fachmagazin Plos One (Bd. 7, S. e45457, 2012) mit fast erschreckender Deutlichkeit.


Magnet

Wie das Verstärken der Schwingungsamplitude von Hirnwellen Schlaf und Gedächtnisfunktion verbessern

Werden Hirnwellen im Tiefschlaf durch Geräusche stimuliert, verbessert dies Schlaf und Gedächtnisfunktionen, wie Wissenschaftler der Universität Tübingen herausfanden.
Schlaf
© Mark Sebastian, markjsebastian.com
Symbolbild: Schlaf.
Tübingen (Deutschland) - Die langsamen Hirnwellen, die beim Menschen im Tiefschlaf auftreten, sind wesentlich, um Gelerntes besser im Gedächtnis zu behalten. Werden diese Wellen durch Geräusche im gleichen Rhythmus in der Schlafphase stimuliert, führt dies sowohl zu besserem Schlaf als auch zu besseren Gedächtnisleistungen. Dies haben Professor Jan Born vom Institut für Medizinische Psychologie der Universität Tübingen und Kollegen von der Universität Lübeck in einer Studie festgestellt: Testpersonen wurden dabei im Schlaf Geräusche vorgespielt, die mit dem Rhythmus dieser langsamen Hirnwellen synchronisiert waren. Die Wissenschaftler haben damit eine einfache, nicht-invasive Methode gefunden, mit der sich die menschliche Hirnaktivität beeinflussen lässt, um sowohl Schlaf als auch Gedächtnis zu verbessern. Die Ergebnisse wurden kürzlich in der Fachzeitschrift Neuron veröffentlicht (doi: 10.1016/j.neuron.2013.03.006).

Info

Tummo-Meditation: Wissenschaftler bestätigen Möglichkeit der willentlichen Beeinflussung der Körperkerntemperatur

Einem internationalen Forscherteam ist erstmals der wissenschaftliche Nachweis dafür gelungen, dass es möglich ist, die Körperkerntemperatur, also der Temperatur der lebenswichtigen inneren Organe, willentlich durch Meditation zu beeinflussen.
Meditation, Temperaturkurven
© Kozhevnikov et al. / plosone.org (Komp. Grewi.de)
Ansteigende Temperaturkurven während des Tummo vor dem Hintergrund der Detailansicht der Handposition während der Tummo-Meditation.
Singapur - Wie das Team um Professor Maria Kozhevnikov vom Department of Psychology an der National University of Singapore (NUS), zu dem auch der Psychologe Klaus Gramann von der TU Berlin gehört, aktuell im Fachjournal PLoS One berichtet, gelang der Nachweis dieser Fähigkeit in Zusammenarbeit mit tibetischen Nonnen, die die sogenannte Tummo-Meditation, eine tantrische Meditationstechnik des Vajrayana-Buddhismus, praktizieren.

Frühere Studien anhand dieser Meditationstechnik konnten Anstiege der Körpertemperatur in Fingern und Zehen nachweisen (s. Video). Laut den Angaben des Tummo kontrolliere diese Praktik die "innere Energie" und wird von ihren Anhängern in Tibet als eine der heiligsten spirituellen Praktiken verstanden und praktiziert. Klöster, in denen das Tummo praktiziert wird, sind selten und liegen meist in abgeschiedenen Gegenden Tibets, berichten die Forscher.

Hearts

Die Herzen von Verliebten schlagen buchstäblich im gleichen Takt

In einer Liebesbeziehung teilen die Partner mehr als nur Interessen, Gewohnheiten und Geheimnisse. Das ergaben zwei Studien, die in den Fachzeitschriften Emotion und International Journal of Psychophysiology veröffentlicht wurden.
Bild
© Yuri Arcurs / Shutterstock
Wie Wissenschaftler der "University of California", "Davis" und der "University of Arizona" feststellten, synchronisieren Paare Herzschlag und Atmung, und zwar auch dann, wenn sie mehrere Meter voneinander entfernt sitzen. »Es ist schon oft untersucht worden, dass in einer Beziehung der eine Partner empfinden kann, was der andere im selben Moment gefühlsmäßig durchmacht. Unsere Studie zeigt, dass sie auch auf der physiologischen Ebene dasselbe erfahren«, betonte der Forscher Emilio Ferrer.