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So, 24 Jul 2016
Die Welt für Menschen, die denken

Die Wissenschaft des Geistes
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Life Preserver

Wovon hängt es ab, ob sich Kindesmissbrauch in die nächsten Generationen fortsetzt?

Werden geprügelte Kinder später selbst oft zu prügelnden Eltern und misshandeln den eigenen Nachwuchs? Jein, sagen nun Forscher, die Betroffene 30 Jahre lang begleitet haben.
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Dass Kinder, die daheim regelmäßig Opfer von häuslicher Gewalt werden, später zu Eltern heranwachsen, die ihren eigenen Nachwuchs ebenfalls häufiger misshandeln, ist eine weit verbreitete Annahme. Tatsächlich ist bisher aber unklar, wie groß der Einfluss solcher bedrückenden Kindheitserfahrungen tatsächlich ist. Während manche Forschungsarbeiten darauf hinweisen, dass Gewalt von Generation zu Generation weitergegeben wird, fanden andere keinen Effekt. Ein neues Licht auf dieses Thema wirft nun eine Studie, die Wissenschaftler um Cathy Widom von der City University of New York im Fachmagazin Science veröffentlichten. Ihre aufwändige Langzeituntersuchung demonstriert: Die Antwort auf die Frage, ob Opfer später tatsächlich häufiger selbst zu Tätern werden, hängt vermutlich auch entscheidend davon ab, wen man fragt.

Kommentar: Wie man an der Auswahl der unten aufgelisteten Artikel sehen kann, ist Kindesmissbrauch, vor allem der sexuellen Art, sehr weit verbreitet. SOTT hat mehrfach über die Existenz eines weltweit agierenden Pädophilen-Netzwerks berichtet, das im Dunkeln agiert und deren Mitglieder Personen aus den höchsten Rängen der Gesellschaft sind. Recherchiert man diese Fälle, so wird vor allem klar, dass es sich bei den Tätern kaum nur um selbst Traumatisierte handelt, sondern um pathologische Personen, so dass die Opferrolle in diesen Fällen nicht anwendbar ist: In Bezug darauf, wer dieses selbst erlebte Leid an die eigenen Kinder weitergibt und wer nicht, hier einige interessante Artikel zum Thema Trauma und Heilung, und welche Menschen sich eher erholen als andere:


People

Chemische Signalstoffe im Schweiß vermitteln auch positive Emotionen

Signalstoffe im Schweiß vermitteln auch positive Emotionen.

Menschen lassen ihre Umwelt durch chemische Signalstoffe wissen, wenn sie glücklich sind - und wer ein solches Signal empfängt, gibt diese Emotion selbst wieder. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher um Gün Semin von der Universität Utrecht nach Experimenten mit dem Schweiß glücklicher Personen. Diese versetzte das Forschungsteam mit Hilfe eines kurzen Videos in den gewünschten emotionalen Zustand und erntete ihren Achselschweiß. An diesem ließen Semin und sein Team dann Frauen schnüffeln. Rochen die Probandinnen Schweiß von glücklichen Männern, zeigten sie mehr Aktivität in Muskeln, die fürs Lächeln zuständig sind. Ihr impliziter emotionaler Zustand änderte sich allerdings nicht.

Butterfly

Über die absurde Annahme, dass "Tiere dumm sind"

Wieder und wieder stellen verblüffte Forscher fest: Tiere sind intelligenter als gedacht. Warum nur diese Pauschalannahme vom dummen Tier? Das schadet uns und der Tierwelt, kommentiert Laura Hennemann.
Womöglich begann alles Anfang des 20. Jahrhunderts mit dem Klugen Hans. Dem Pferd, das rechnen konnte. Oder zumindest als Rechen-Genie präsentiert wurde. Denn natürlich waren die Zahlen, die es mit dem Huf klopfte, keine echten Rechenergebnisse. Hans achtete auf Mimik oder Haltung seines Besitzers. Der entspannte sich unwillkürlich, sobald die gewünschte Zahl erreicht war, Hans hörte auf, die Zuschauer johlten - bis der ungewollte Schwindel aufflog. Doch die Moral dieser Geschichte lautet bis heute nicht: Einige Tiere haben eine große emotionale Intelligenz, sie registrieren beispielsweise Nuancen der menschlichen Regung. Nein, sie lautet: Tiere können nicht rechnen, also sind sie nicht intelligent.

Sowieso ist "Intelligenz" das falsche Wort. Erstens, weil sie sich bei Tieren nicht so messen lässt wie beim Menschen; Stichwort IQ-Test. Zweitens, weil es ein anthropozentrischer Ansatz ist, denn für Tiere sind andere Fähigkeiten relevant als für uns. Und so fehlen uns sogar die Worte, um kognitive und empathische Fähigkeiten von Tieren begrifflich klar zu fassen.

Kommentar:


Family

Die Schattenseite von Oxytocin

Das Hormon Oxytozin schafft Liebe und Vertrauen, doch es hat auch seine Schattenseiten. Dort haben sich Wissenschaftler nun umgesehen.
© iStock / jack191
Oxytozin macht eigentlich betrunken: So lautet die Botschaft einer Studie des Teams um Ian Mitchell von der University of Birmingham. Die Wissenschaftler haben Studien verglichen, die das Sozialverhalten sowie die Emotionen von Probanden unter dem Einfluss von Alkohol oder dem als Kuschelhormon bekannt gewordenen Oxytozin untersucht haben. Beide Substanzen wirken ähnlich auf unseren Körper. Abhängig von den äußeren Umständen entfaltet demnach auch Oxytozin negative Empfindungen wie Neid und Aggression.

Kommentar:


Family

Kindheitstraumata führen zu dauerhaften Veränderungen des Immunsystems - Anfälliger für seelische und körperliche Krankheiten

Misshandelte Kinder weisen als Erwachsene höhere Entzündungswerte auf. Das könnte erklären, warum viele von ihnen anfälliger für seelische und körperliche Erkrankungen sind.
Wer schon als Kind traumatische Ereignisse wie Missbrauch oder Misshandlungen erlebt, der hat auch später im Leben häufiger mit körperlichen oder seelischen Beschwerden zu kämpfen. Das zeigen inzwischen zahlreiche Studien. Wie diese Anfälligkeit auf biologischem Wege zu Stande kommt, ist bisher aber noch unklar. Nun verdichten sich allmählich die Hinweise darauf, dass entzündungsfördernde Immunbotenstoffe dabei eine wichtige Rolle dabei spielen könnten.

Kommentar:


Brick Wall

"Habe ich es verdient?" Die Angst vor dem Glücklichsein und was dahinter stecken könnte

Manche Menschen fürchten sich regelrecht davor, glücklich zu sein. Wie kommt es zu dieser sonderbaren Reaktion? Und ist sie sinnvoll - oder ein Zeichen für Depression?
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Unter Freudentränen überreicht ihm seine Großmutter die Trophäe für den "Sportler des Jahres 2014". Es könnte ein Moment puren Glücks sein für den Diskuswerfer Robert Harting. Doch was er sagt, klingt anders: "Ich fühle mich wie in der Grundschule. Da habe ich mit acht oder neun Jahren einen Wettbewerb gewonnen, und am nächsten Tag mochten mich die Klassenkameraden nicht mehr." Die Reaktion des Spitzensportlers verrät: Glück kann knifflig sein. Denn es führt oft Befürchtungen und Zweifel im Gepäck: Habe ich es verdient? Wird es mich bald verlassen? Oder neiden es mir andere?

Für einige Menschen machen solche Bedenken das Leben zu einer Achterbahnfahrt. Kaum empfinden sie einmal Freude, haben sie Sorge, der Moment könne allzu rasch vergehen und sie könnten ins nächste Tief schlittern. Statt Glücksmomente zu genießen, fürchten sie sie regelrecht. "Fear of Happiness", Angst vor dem Glücklichsein, nennen Psychologen das Phänomen.

Kommentar: Die Epidemie der Depression dient als Weckruf für die Menschheit: Entweder jetzt oder nie


Bad Guys

Das 1x1 der Ponerologie: Der politische Psychopath

© sott.net
Psychopathen regieren unsere Welt. Sechs Prozent der Weltbevölkerung sind genetisch geborene Psychopathen. Wissen sie, was das für den Rest von uns bedeutet?
Vor ihrer Forschung von gesellschaftlicher Psychopathie stellten Paul Babiak und seine Kollegen verschiedene Fragen auf, die nach einer Antwort verlangten. Sie sind bei der Untersuchung politischer Psychopathie gleichermaßen relevant und können wie folgt umformuliert werden:
  • Wie könnte ein Psychopath andere Kandidaten in den Schatten stellen und Erfolg in der Politik erzielen?
  • Weshalb sollte ein Psychopath in die Politik eintreten wollen?
  • Wie lange könnte ein Psychopath in solch einer Umgebung erfolgreich agieren?
Jim Kouri, der in der National Drug Task Force (Drogeneinsatztruppe der USA, AdÜ) diente, Polizisten und Sicherheitspersonal überall in den Vereinigten Staaten ausgebildet hat, und derzeit der fünfte Vizepräsident der National Association of Chiefs of Police (Landesverband der Polizeichefs) ist, beantwortet die erste Frage in einem Leitartikel des examiner.com:
Ganz einfach, die meisten [psychopathischen] Serienkiller und viele professionelle Politiker müssen das nachahmen, von dem sie annehmen, dass es passende Reaktion auf Situationen denen sie begegnen sind wie Betroffenheit, Einfühlungsvermögen, Mitgefühl, und andere Reaktionen auf äußerliche Reihe. ... Wenn Gewalttäter psychopathisch sind, sind sie fähig zu Körperverletzung, Vergewaltigung und Mord ohne Bedenken bezüglich gesetzlicher, moralischer oder gesellschaftlicher Folgen. Das erlaubt ihnen zu tun, was sie wollen, wann immer sie wollen. Paradoxerweise existieren diese gleichen Eigenschaften in Männern und Frauen, welche sich zu in der Öffentlichkeit stehenden und Machtstellungen in der Gesellschaft hingezogen werden, einschließlich politischen Amtsinhabern.

Kommentar: Es handelt sich hier um Teil 4 der Serie "Das 1x1 der Ponerologie" von Sott-Redakteur Harrison Koehli. Folgende Teile sind ebenfalls ins Deutsche übersetzt worden: Eine hervorragende Erläuterung der Politischen Ponerologie finden Sie hier: Die anderen Teile können Sie unter folgenden Links auf Englisch lesen: Die Hoffnung liegt letztlich in der Tatsache, dass der Prozentsatz an Psychopathen vergleichsweise gering ist und normale Menschen in der Überzahl sind. Wenn diese Menschen wissen, was hier seit Langem gespielt wird und sich nicht mehr länger täuschen und unterdrücken lassen, sondern gemeinsam an einer besseren Welt arbeiten, dann könnte sich ein Ausweg anbahnen.

Hier finden sich notwendige Werkzeuge zur Heilung der eigenen Wunden: Auch die Ernährung ist von großer Bedeutung, denn ein gesunder Geist setzt einen gesunden Körper voraus:


Info

Eher rational oder emotional? Diese Unterschiede sind im Gehirn sichtbar

Manche Menschen sind sehr gefühlsbetont, andere gehen sachlich mit allem um. Diese Verhaltensunterschiede zeichnen sich auch physisch im Gehirn ab.
© dreamstime / Markwaters
Manche Menschen erschrecken bei jeder Szene im Gruselfilm zu Tode und weinen bei traurigen Ereignissen im Kino. Andere hingegen sind stets betont sachlich - auch außerhalb der Filmpaläste: Sie verfügen über ein hohes Maß an so genannter kognitiver Empathie und erkennen, was andere fühlen, leiden aber nicht mit. Der Unterschied zwischen beiden Gruppen lässt sich allerdings nicht nur an ihren Reaktionen feststellen: Er manifestiert sich auch physisch im Gehirn, wie Robert Eres von der Monash University und seine Kollegen mit Hilfe von bildgebenden Verfahren festgestellt haben. Mit der voxelbasierten Morphometrie vermaßen sie das Ausmaß der grauen Substanz im Denkapparat von 176 Freiwilligen, die zuvor anhand eines Fragenkatalogs als eher affektiv oder kognitiv empathisch eingestuft worden waren.

Kommentar:


Heart

Es gibt auch das "Happy Heart Syndrom": Das Herz "bricht" durch emotionale Schocks

Das „gebrochene Herz“ ist nicht nur ein eingebildetes Gefühl. Vielmehr können Stress, Trauer und Sorgen tatsächlich starke körperliche Auswirkungen bedeuten. Das so genannte „Broken-Heart-Syndrom“ ähnelt einem Herzinfarkt mit Symptomen wie Brustschmerzen und einem Engegefühl. Nun zeigen neuere Studien, dass offenbar auch schöne Erlebnisse dazu führen können, dass das Herz „bricht“. Von diesem „Happy heart syndrome“ berichten Experten aktuell im European Heart Journal.
Ähnliche Symptome wie bei einem Herzinfarkt

Bereits seit Anfang der 1990er Jahre ist in der Kardiologie das sogenannte „Broken-Heart-Syndrom“ („Gebrochenes-Herz-Syndrom“) als Krankheitsbild bekannt. Die in Fachkreisen als „Stress-Kardiomyopathie“ bezeichneten Beschwerden können z.B. bei schweren Verlusten, Liebeskummer und psychischer Belastung auftreten und gehen mit ähnlichen Symptomen einher wie ein Infarkt: Das Herz krampft sich zusammen, es treten starke Brustschmerzen und ein Engegefühl auf. Auslöser ist hier jedoch nicht eine verschlossene Ader, sondern eine Verengung der Herzkranzgefäße infolge des Stresses und damit eine Funktionsstörung des Herzmuskels. „Betroffen sind Menschen, die plötzlich existenziell in Not sind, etwa weil plötzlich die ganze Lebensgrundlage entzogen ist“, erläutert Jürgen Pache, Chefarzt der Kardiologie an der Schön Klinik Starnberger See, gegenüber der Nachrichtenagentur „dpa“.

Kommentar: Broken-Heart-Syndrom: Wenn der Verlust eines geliebten Menschen tötet


People

"Gefühle gedeckelt": Cannabis beeinträchtigt die Fähigkeit, sich in andere Menschen hinzuversetzen

Bei der Frage, wie genau sich Cannabis auf das Gehirn auswirkt, liegt noch vieles im Dunkeln. Eine neue US-Studie deutet jetzt darauf hin, dass sich die Droge auf die Fähigkeit auswirkt, Gefühle wie Freude, Traurigkeit oder Ärger zu erkennen und sich in andere Menschen hineinzuversetzen.
© Haramis Kalfar - Fotolia
Wer regelmäßig Marihuana raucht, dem fällt es offenbar schwer, sich in andere Menschen hineinzufühlen.
Für die Studie hatten sich etwa 70 Freiwillige Gesichter angeschaut, die unterschiedliche Gefühle ausdrückten: Freude, Angst, Ärger oder kein Gefühl. Im Elektroenzephalogramm (EEG) zeigte sich, dass Cannabis-Raucher stärker auf negative Gefühle im Gesichtsausdruck reagierten, speziell auf Ärger. Dagegen fiel die Reaktion auf glückliche Gesichter weniger stark aus, wie Psychologen der Colorado State University im Fachblatt PLOS ONE berichten. Sollten sich die Teilnehmer explizit darauf konzentrieren, was für ein Gefühl ein Gesicht zeigte, gelang es Cannabis-Konsumenten wie Nicht-Konsumente gleich gut, dieses richtig zu identifizieren. Sollten sie ihre Konzentration jedoch auf das Geschlecht eines Gesichts richten und erst anschließend eine Aussage über den Gefühlsausdruck machen, fiel es Cannabis-Rauchern schwerer, das richtige Gefühl zu benennen. Unter dem Einfluss von Cannabis scheint es Menschen demnach schwerer zu fallen, Emotionen von anderen zu erfassen, so das Fazit von Lucy Troup und ihrem Team. Darüber hinaus taten sie sich schwerer damit, sich in andere hineinzuversetzen.

Kommentar: