Willkommen bei SOTT.net
Mi, 20 Okt 2021
Die Welt für Menschen, die denken

Ernteausfälle

Attention

Dürre in Österreich macht Milch teurer

weizen, hitze, getreide, sonne
© dpa
Wegen der Trockenheit herrscht Futtermangel, die Kühe geben weniger Milch. Molkereien kündigen in den kommenden Wochen daher Preiserhöhungen an.

Durchschnittlich 80 Liter Milch trinkt der Österreicher pro Jahr. 20 Kilogramm Käse verspeist er. Was dem Konsumenten wohl weniger schmecken wird: Für Milchprodukte muss er künftig tiefer in die Brieftasche greifen. Die Dürre lässt nämlich den Milchpreis steigen. Mit einem Plus von fünf Prozent muss je nach Produktgruppe gerechnet werden. In zwei Wochen dürfte die Erhöhung im Verkaufsregal in den Lebensmittelmärkten ankommen - um fünf bis zehn Cent je Liter.

Kärntnermilch-Chef Helmut Petschar - er ist auch Präsident der Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter - spricht von einer "Preisanpassung". Nach einer Preisreduktion im vergangenen Sommer sei schon länger über eine Erhöhung der Preise in Österreich verhandelt worden. "Aufgrund der gestiegenen Futtermittel- und Treibstoffpreise kommen die Bauern nicht mehr zurecht", sagt Petschar. Die Trockenheit mache die Situation jetzt aber akut. Denn es gibt weniger Weidefutter, wodurch die Kühe weniger Milch geben. Viele Bauern müssen bereits jetzt ihre Herbst- und Wintervorräte verfüttern.

Arrow Down

Namibia droht Hungerkatastrophe: Schlimmste Trockenperiode seit Jahrzehnten

Auf Grund der schlimmsten Trockenperiode seit Jahrzehnten droht in Namibia eine massive Hungerkatastrophe. Schon jetzt seien etwa 400.000 Menschen von der Dürre betroffen, teilte die Regierung mit.

Damit stieg die Zahl der Gefährdeten um ein Drittel, seit Präsident Hifikepunye Pohamba wegen der Dürre im Mai den Ausnahmezustand ausrief. Seitdem verteilt der Staat Nahrungsmittel; die Behörden haben die internationale Staatengemeinschaft um Hilfe gebeten.

Nach Angaben des Kinderhilfswerks UNICEF droht auf absehbare Zeit 778.000 Menschen Unterernährung, darunter 109.000 Kinder unter fünf Jahren. Namibia ist das trockenste afrikanische Land südlich der Sahara. Nur zwei Prozent der Fläche bekommen ausreichend Regen, um sie landwirtschaftlich nutzen zu können.

AFP

Clipboard

Durch Wetterbedingungen: Preissteigerungen für Obst und Gemüse erwartet

Der strahlende Sonnenschein der vergangenen Tage hat zwar fast jeden Gedanken an das verregnete Frühjahr verdrängt, für die Bauer sind die Folgen jedoch deutlich sichtbar. Landwirtschaftsministerin Aigner erwartet deutliche Preissteigerungen für Obst und Gemüse.
Bild
© picture alliance / dpa
Die Wetterfolgen bekommen auch die Verbraucher zu spüren.
Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner rechnet in den kommenden Wochen mit deutlichen Preissteigerungen bei Obst und Gemüse. Wegen des nassen und kalten Wetters im Mai und dem folgenden Starkregen und Hochwasser sei die Versorgung überall in Europa knapper als in den Vorjahren, sagte die CSU-Politikerin der Neuen Osnabrücker Zeitung. Lebensmittel-Engpässe wegen des Hochwassers im Juni befürchtet Aigner indes nicht.

Die Preise von Kartoffeln könnten laut Aigner um bis zu 30 Prozent steigen. Bei Obst sei das Preisniveau im vergangenen Monat - verglichen mit dem Juni 2012 - im Schnitt um bis zu zehn Prozent gestiegen. Die Erdbeerernte im Freiland werde nach vorläufigen Ergebnissen um drei Prozent unter der Bilanz von 2012 liegen. Beim Getreide erwartet die Ministerin insgesamt einen soliden Ertrag. In manchen Standorten allerdings habe das sehr trockene und heiße Juliwetter den Reifeprozess des Getreides erheblich beschleunigt, was den Ertrag dort schmälere. Anderorts sind die schweren Schäden des jüngsten Hochwassers noch nicht behoben.

Attention

Große Ernteausfälle drohen für Österreich - Wenn es nicht bald regnet

vertrockneter mais
© APA/ROLAND SCHLAGER
Kommt kein Regen, drohen Ausfälle bei Mais, Zuckerrüben, Erdäpfel und Sonnenblumen. Wetterprognosen freuen Urlauber, nicht aber die Bauern.

Der für Badbetreiber und Eisverkäufer ideale Sommer hat auch eine andere Seite. Bauern fürchten um ihre Ernten, Händer um ihre Lieferanten. Den Preis dafür könnten letzten Endes die Kunden zahlen, die dann auf Importware aus dem Ausland zurückgreifen müssten. Hält die Trockenheit nämlich noch länger an - und danach sieht es aus - drohen große Ernteausfälle.

Im Burgenland etwa sind im Bezirk Neusiedl am See Mais, Sonnenblumen und Soja bedroht. Bei Mais seien teilweise Totalausfälle zu befürchten, sagten Landwirte bei einem Treffen mit Bundeskanzler Werner Faymann. Der tröstete die Anwesenden mit einem geplanten "Maßnahmenpaket", das allerdings frühestens am 13. August bei einer Ministerratssitzung behandelt werden wird.

Radar

Kräftiger Preisanstieg bei Nahrungsmitteln

Getrieben von teureren Nahrungsmitteln zieht die Inflation in Deutschland weiter an. Im Juli kletterte die jährliche Teuerungsrate von 1,8 Prozent im Vormonat auf 1,9 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag in einer ersten Schätzung mitteilte.

Wiesbaden - Mit der höchsten Rate des Jahres nähert sich der Wert inzwischen wieder der Warnschwelle von 2,0 Prozent an, bis zu der die Europäische Zentralbank (EZB) ein stabiles Preisniveau gewahrt sieht.

Vor allem Nahrungsmittel verteuerten sich im Juli binnen Jahresfrist mit 5,7 Prozent kräftig. „Neben der Witterung in Deutschland dürften dafür auch schlechte Ernten in anderen Ländern verantwortlich sein“, schrieb Commerzbank-Ökonomin Ulrike Rondorf. In den kommenden Monaten dürfte die Inflationsrate ihrer Einschätzung zufolge leicht zurückgehen.

Im Vergleich zum Juni 2013 stiegen die Verbraucherpreise voraussichtlich um 0,5 Prozent. Volkswirte hatten lediglich einen Anstieg um 0,3 Prozent prognostiziert. Das Statistische Bundesamt gibt Details zur Preisentwicklung erst mit den endgültigen Zahlen am 13. August bekannt.

Arrow Down

Ernteausfälle durch Hagelschaden und Stürme im Enzkreis

Seit genau einem Vierteljahrhundert ist Gerd Philipp für den Birkenhof auf Neuhausens Höhen verantwortlich. Doch so etwas wie am Sonntagabend hat der Landwirt noch nie erlebt. „Mein Raps, den ich auf 60 Hektar anbaue, sah sehr gut aus. Doch nach dem gigantischen Hagelschaden beträgt der Ausfall mindestens 60 bis 70 Prozent. Zum Teil lohnt es sich gar nicht mehr, zu ernten.“

Der Niefern-Öschelbronner Bauer Roland Barth kennt Kollegen in Öschelbronn, „die zu 100 Prozent den Ausfall ihres Rapses“ beklagen müssen. Er selbst hat andere Kulturen angebaut. „Mir hat es teilweise die Körner aus dem Winterweizen gehauen und die Ähren abgeschlagen“, schildert er nicht minder drastisch das wie wild tobende Unwetter. „Zuerst legte der Sturm den Mais flach, einen Tag später kam nochmals ein Sturm und dazu auch noch Hagel.“ Barth berichtet über ein Phänomen: „Die Felder an den Hängen in Öschelbronn wurden großflächig vernichtet, das Tal bei Niefern dagegen weitgehend verschont.“

Ähnliches hat auch Benjamin Schmierer in Mühlacker-Mühlhausen festgestellt: „Im Tal an der Enz hatten wir fast gar keine Probleme, dagegen ist entlang der B 10 und der Landesstraße nach Lomersheim und Roßwag ein Drittel bis die Hälfte des Weizens vernichtet worden.“ 30 Hektar Weizen und 15 Hektar Mais kann er komplett abschreiben - allerdings sollte dafür die Hagelersicherung einspringen.

Magnify

Hitze macht der Ernte in Bayern zu schaffen: Bauern verfüttern teilweise Wintervorräte für Tiere

Erst zu viel Regen und nun zu wenig: Die Bauern in Bayern leiden unter dem Wetter. Die Trockenheit hat Auswirkungen auf Menge und Qualität der Ernte.
weizen, hitze, getreide, sonne
© dpa
München/Ansbach. Erst war es zu kalt und zu nass, jetzt ist es zu heiß und zu trocken - den Landwirten in Bayern machen heuer die starken Wetterschwankungen zu schaffen. Weizen, Kartoffeln und Mais, Wiesen und Weiden leiden unter der Hitze und Trockenheit. In etlichen Regionen Bayerns gab es seit Wochen keinen Regen mehr. Die Lage auf den Feldern spitze sich zu sagte Walter Heidl, Präsident des Bayerischen Bauernverbandes (bbv), am Freitag.

„Die Pflanzen müssen in diesem Jahr mit zwei Extremsituationen umgehen“, sagte bbv-Sprecher Markus Peters: Wegen des Dauerregens im Mai und Juni hätten die Pflanzen keine langen Wurzeln gebildet. Deswegen könnten sie nun keine Feuchtigkeit aus tieferen Bodenschichten ziehen, erklärte Peters. Wärme und Wind begünstigten die Verdunstung, so dass dem Grün zusätzlich Wasser entzogen werde.

Rinderbauern verfüttern schon Wintervorräte

Weil kein Gras nachwachse, müssten manche Rinderbauern schon an die Wintervorräte, um ihr Vieh zu füttern. „Regionale Gewitter brachten nur vorübergehend Linderung für die Pflanzen“, sagte auch Günther Felßner, Präsident des bbv Mittelfranken, in Ansbach.

Bell

Durch Unwetterschäden verliert China großen Teil seiner Weizenernte - Steigende Nahrungsmittelpreise

Frost und Regenfälle könnten bis zu 20 Millionen Tonnen Weizen in China vernichtet haben - doppelt so viel wie ursprünglich befürchtet. Nun drohen weltweit kräftig steigende Preise.
Bauern,Weizen
© picture alliance/Photoshot
Bauern verkaufen Weizen in China: Die Ernte wird in diesem Jahr mager ausfallen
Die Ausfälle bei der Weizenernte in China könnten wegen der schlechten Wetterbedingungen doppelt so hoch ausfallen wie zunächst befürchtet. Informationen von Landwirten und Analysten zufolge könnten der Frost in der Wachstumszeit sowie die Regenfälle bei der Ernte bis zu 20 Millionen Tonnen Weizen für den menschlichen Verzehr unbrauchbar gemacht haben. Das wären 16 Prozent der Ernte und doppelt soviel wie zunächst gemeldet.

Bell

"Kanarienvögel im Bergwerk": Neben weltweitem Bienensterben sind ein Drittel der amerikanischen Bienenvölker gestorben - Nahrungsmittelversorgung gefährdet

Im vergangenen Winter starb oder verschwand ein Drittel der kommerziell bewirtschafteten Honigbienenvölker in den USA. Dieser kaum aufzuholende Rückgang gefährdet die Nahrungsmittelversorgung des ganzen Landes.
Imker, Bienen
© branislavpudar/Shutterstock
Zahlreiche Faktoren wie Pestizide, Fungizide, Parasitenbefall, Viren und Unterernährung werden als Ursachen für die hohen Verluste angeführt, die am Mittwoch vergangener Woche durch eine Gruppe von Forschern, Imkern und wissenschaftlichen Mitarbeitern des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums offiziell bestätigt wurden. »Wir kommen einer Situation immer näher, in der wir nicht mehr über ausreichend viele Bienen verfügen, um die Bestäubung in diesem Land zu gewährleisten«, erklärte der Entomologe Dennis van Engelsdorp von der Universität Maryland, der die Untersuchung leitete, die diesen massiven Rückgang dokumentierte.

Ende 2012 und Anfang 2013 verloren die Imker 31 Prozent ihrer Bestände. Damit fielen die Verluste ungefähr doppelt so hoch aus wie aufgrund natürlicher Ursachen als normal gilt. Diese Verluste stehen im Einklang mit vergleichbaren Rückgängen seit 2006, als nach besorgniserregenden Berichten der Imker die erste umfassende Untersuchung des Gesundheitszustandes der Bienenvölker durchgeführt wurde. Nachdem die Verluste 2011/2012 auf 22 Prozent zurückgegangen waren, hatte sich Hoffnung auf Besserung geregt, die nun durch die neuen Zahlen wieder zunichte gemacht wurde.

Apple Red

Süßkirschenernte: Bauern rechnen mit mäßiger Ernte in NRW

Die Süßkirschensaison in NRW hat in diesem Jahr spät und verhalten begonnen. Wegen der oft kühlen und regnerischen Witterung im Mai und Juni konnten sich die Früchte nicht gut entwickeln, sodass viele vorzeitig vom Baum gefallen sind, teilt die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen mit. Zudem platzt ein Teil der Kirschen bei den häufigen Regenfällen. Daher rechnen die Obstbauern mit einer mittleren bis schwachen Erntemenge.

Die Ernte hat im Vergleich zu 2012 etwa 10 bis 14 Tage später begonnen. Jetzt werden die früh reifenden, saftigen Sorten, wie Merchant und Bellise, geerntet. Diese Früchte sind sehr saftig und haben ein mildes Aroma. Von Mitte Juli an reifen die großfruchtigen und knackigen Sorten, zum Beispiel Kordia und Samba. Den Abschluss der Kirschensaison bilden die Sorten Regina und Sweetheart. So sind bis Anfang August kontinuierlich frische Kirschen erhältlich. Von Mitte Juli an ergänzen Sauerkirschen das Sortiment.

Für die Süßkirschen war das Wetter in diesem Frühjahr nicht optimal. Zwar herrschte zur Blütezeit günstiges, trockenes Wetter mit viel Sonne. Daher konnten sich die Obstbauern über einen zunächst guten Fruchtansatz freuen. Die nachfolgende kühle und dunkle Witterung hat aber die weitere Fruchtentwicklung behindert. Der natürliche Fruchtfall im Juni, das sogenannte Röteln, fiel daher ungewöhnlich stark aus. In vielen Kirschenanlagen werden nun nur noch 30 bis 80% eines Vollertrages erwartet. Ein Teil davon ist allerdings bei den Regenfällen der vergangenen Tage bereits geplatzt.