Die französischen Luftangriffe haben die Offensive der Islamisten im Norden Malis vorerst nicht stoppen können. Indes droht einer der Führer mit Vergeltung. Mit der Mali-Intervention habe „Frankreich für alle Franzosen die Tore zur Hölle geöffnet“.
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Einer der Führer der Dschihadisten, Omar Ould Hamaha, droht Frankreich wegen der militärischen Intervention in Mali mit Vergeltung. Dem Radiosender Europe 1 sagte der Islamist in sehr aggressivem Tonfall, die Französische Armee werde ihre Ziele nicht erreichen. Frankreich stehe an „den Pforten zur Hölle“.

Die Situation wäre gefährlicher als die im Irak, Afghanistan oder Somalia. Das sei alles erst der Anfang, verkündete Omar Ould Hamaha. Auch Abou Dardar, Sprecher der Bewegung für Einheit und Dschihad in Westafrika, drohte Frankreich mit Vergeltung.

Islamisten eroberen die Stadt Diabali
Frankreich hatte sich am Freitag in den Konflikt in Mali eingeschaltet. Die Islamisten, die seit April weite Teile des Nordens kontrollieren, hatten in der vergangenen Woche Konna erobert und rückten weiter vor. Malis Armee startete daraufhin eine Gegenoffensive. Die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) beschloss die Entsendung von Kampftruppen.

Am Montag eroberten Islamisten die Stadt Diabali, 400 Kilometer nördlich der Hauptstadt Bamako, wie der französische Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian bestätigte. Die Islamisten hätten die kleine Stadt Diabali „nach heftigen Kämpfen und Widerstand durch die malische Armee“ eingenommen, sagte Le Drian dem Fernsehsender BFM. Zuvor hatte er versichert, insgesamt entwickle sich die Lage „günstig“. Die Islamisten hätten die östliche Stadt Konna aufgegeben.

Kenias Regierung begrüßt Frankreichs militärische InterventionKenias Regierungschef Raila Odinga sagte AFP, der französische Einsatz ergänze die Bemühungen der ECOWAS, „die Extremisten zurückzudrängen und Frieden und öffentliche Ordnung in Mali wiederherzustellen“.

Bei französischen Luftangriffen in Gao wurden laut Einwohnern am Sonntag mehr als 60 islamistische Kämpfer getötet. Am Montag flog die französische Armee auch Angriffe auf Stellungen der Islamisten in der zentralmalischen Stadt Douentza. Malis Außenminister Tieman Hubert Coulibaly sagte, seit dem Beginn der Militäroffensive seien etwa hundert islamistische Kämpfer getötet worden.

Tuareg-Rebellen auf der Seite der französischen Soldaten

Die Tuareg-Rebellen im Norden Malis wollen die französischen Soldaten unterstützen. Ein Touareg-Sprecher sagte, sie seien bereit, „die Arbeit am Boden“ zu erledigen. Die säkularen Rebellen hatten gemeinsam mit den Islamisten den Norden Malis unter ihre Kontrolle gebracht, wurden von diesen aber später vertrieben.

Nato-Sprecherin Oana Lungescu erklärte, die Nato sei grundsätzlich zur Unterstützung des französischen Einsatzes bereit, habe aber noch keine Anfrage Frankreichs erhalten. Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) bot an, zu prüfen, wie Deutschland Frankreich, „politisch, logistisch, medizinisch und humanitär“ unterstützen könne. Regierungssprecher Steffen Seibert stellte aber klar, ein Kampfeinsatz für deutsche Soldaten komme „nicht in Frage“.

frz/mit Agenturmaterial