Wissenschaft und Technologie
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Pi

Quanten-Computer extrem anfällig für Störungen: eine Sonneneruption ist genug

© D-Wave Systems, Inc.
Ein angeblicher Quanten-Computer-Chip von D-Wave Systems Inc.
Quantencomputer gelten als großer Hoffnungsträger für Beschützer wie Enthüller von Geheimnissen, sollen sie doch - wenn in Zukunft wirklich verfügbar - die ultimativen Code-Knacker wie auch Verschlüssler sein. Denn durch die für unsere Alltagserfahrung absurd anmutenden Effekte der Quantenwelt können sie sehr viele Kombinationen auf einmal "ausprobieren", könnten damit auch zu den ultimativen Code-Knackern werden. Das "kleine" Problem: Bisher funktionieren sie nur unter Laborbedingungen, denn bisherige Konstruktionsansätze sind extrem anfällig gegen kleinste Störungen. Selbst eine winzige Magnet-Anomalie, eine Sonneneruption oder "falsche" Temperaturen lassen die Quantenrechner zusammenbrechen.
Bulb

"Nichts ging mehr": Stromausfall in Bonn zeigt, wie zerbrechlich unsere Zivilisation ist

umspannwerk stromnetz kraftwerk elektrizität
© wdr/Dietrich Sondermann
Rettungsarbeiten am Umspannwerk im Bonner Norden
Es war ein Kurzschluss mit weit reichenden Folgen: Im gesamten Bonner Norden und Nordwesten brach das Stromnetz zusammen. Betroffen waren rund 45.000 Bonner, aber auch viele Firmen, die die Arbeit einstellen oder mit Notbetrieb aufrechterhalten mussten.

Bei dem Kurzschluss im Umspannwerk in Buschdorf wurde ein Stadtwerke-Mitarbeiter schwer verletzt. Der Kurzschluss hatte einen Brand ausgelöst, wobei der Mann schwere Verbrennungen erlitt. Er wurde mit einem Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik nach Köln geflogen.

Kommentar: Das war nur ein relativ kleines Ereignis. Es ist kaum auszudenken was passiert, wenn die Stromversorgung in größerem Maßstab ausfällt.

Meteor

Marsrover Curiosity findet großen Eisenmeteoriten

Der Marsrover Curiosity fand auf dem Mars einen rund zwei Meter großen Eisenmeteoriten: der größte, der bislang auf dem Roten Planeten entdeckt wurde. Seine Existenz gibt den Forschern jedoch Rätsel auf.

asteorid eisen nickel mars
© © NASA, JPL / Caltech / LANL / CNES / IRAP / LPG Nantes / CNRS / IAS / MSSS
Rund zwei Meter lang ist dieser Eisenmeteorit, den der US-Marsrover Curiosity im Krater Gale auf dem Mars fand. Das Bild ist ein Komposit aus Aufnahmen der Mastkamera und dem Analyseinstrument ChemCam, die hier als rundliche Insets mit höherer Auflösung einkopiert sind. Die Analysen mit ChemCam belegen, dass dieser Meteorit aus einer Legierung aus metallischem Eisen und Nickel besteht.


Der rund zwei Meter lange Brocken aus metallischem Eisen und Nickel, den Curiosity am 25. Mai 2014 aus der Nähe untersuchte, ist nicht der erste Eisenmeteorit, der auf dem Mars gefunden wurde. Schon die beiden Vorgängersonden Opportunity und Spirit waren verschiedentlich auf kleinere Eisenmeteoriten gestoßen. In diesem Fall ist es aber die schiere Größe und damit Masse, welche die Forscher zum Staunen bringt. Es ist nämlich schwierig zu erklären, warum dieser Brocken mit der Bezeichnung "Lebanon" überhaupt existiert, denn er müsste eigentlich bei seinem Aufschlag explodiert und verdampft sein.
Satellite

ESA-Mission: Rosetta nimmt elektrischen Kometen ins Visier

Komet 67P/Tschurjumow-Gerassimenko
© ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA
So hat die OSIRIS-Kamera den Kometen abgelichtet
Die ESA-Sonde Rosetta hat erstmals ein detaillierteres Foto des Kometen gemacht, auf dem sie bald das Landemodul Philae absetzen soll. Überraschung: Der Eisbrocken sieht gar nicht aus wie eine Kartoffel.

Die ESA-Sonde Rosetta konnte während ihrer Annäherung an den Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko neue Aufnahmen von dem Himmelskörper machen. Auf den am 14. Juli gemachten Fotos erinnert der Komet an eine gigantische Gummiente und weniger an eine Kartoffel, wie der Eisbrocken auch schon bezeichnet wurde. Das sei keineswegs ungewöhnlich, schreibt die ESA und zählt mehrere Kometen auf, die ähnlich aufgebaut sind.

Es gebe bereits mehrere Theorien, wie so geformte Kometen entstehen. Vorstellbar wäre etwa, dass sich zwei Teile bei einer Kollision zusammengefunden haben. Es sei aber auch möglich, dass 67P/Tschurjumow-Gerassimenko durch die Anziehungskräfte großer Planeten wie Jupiter oder Saturn auseinander gezerrt wurde und sich irgendwann in zwei Teile spalten könnte. Auch andere Erklärungen werden diskutiert.


Kommentar: Diese Form könnte durch 'Sputtering' mittels Ionen in einen elektrisch geladenen Umfeld entstanden sein -- viel wahrscheinlicher als eine zufällige Kollision zweier Gesteinsbrocken im ungeheuerlich geräumigen Weltall. Wir empfehlen unseren Lesern, sich mit der alternativen "Electric Universe" Bewegung auseinanderzusetzen. Diese Kometen-Form scheint durchaus üblich zu sein, und konnte im Labor auf Mikro-Ebene durch elektrische Entladungen reproduziert werden:



hartley komet
© thunderbolts.info
Links: Ergebnis eines Laborexperiments von CJ Ransom. Rechts: Komet Hartley
Sherlock

Zweites Stonehenge aus Holz entdeckt: Das Alter des Stonehenge-Zwilling wird auf bis zu 5000 Jahre geschätzt

Österreichische Forscher haben einen Zwilling des Kreises gefunden. Der Holzkreis ist groß - er hat 25 Meter im Durchmesser, nur fünf Meter weniger als der aus Stein. Das Alter wird auf bis zu 5000 Jahre geschätzt.
Circular ditches
© Wikimedia Commons
Rekonstruierte Kreisgrabenanlage in Heldenberg, Österreich.
Jetzt müssen wir erst einmal schauen, wie wir die Kuhscheiße von unseren Geräten herunterbringen“, berichtet Wolfgang Neubauer, Direktor des Ludwig Boltzmann Instituts für Archäologische Prospektion und Virtuelle Archäologie (Wien), von den Feldern rund um Stonehenge, wo er und sein Team seit drei Wochen mit einem Traktor durch die Gegend fahren bzw. etwas vor sich herschieben, was an einen Rasenmäher erinnert. Aber es ist keiner, und auch der Traktor zieht keine Egge. Es sind Instrumente, die in den Erdboden schauen können - Georadar, Geomagnetik - , rasch, großflächig und zerstörungsfrei, am Computer werden dreidimensionale Bilder daraus. Ausgegraben wird nichts, schmutzig werden die Geräte doch.
Airplane Paper

Größter Dinosaurier mit vier Flügeln entdeckt

Neues Fossil mit langen Schwanz- und Beinfedern könnte ein guter Gleiter gewesen sein

Ein Raubdino als Gleiter? In China haben Paläontologen das Fossil des bisher größten "vierflügeligen" Dinosauriers entdeckt. Der Changyuraptor trägt nicht nur die längsten Schwanzfedern aller bekannten Dinos, sondern auch ausgeprägte Federn an den Hinterbeinen. Wie die Forscher im Fachmagazin "Nature" berichten, könnte ihn dies zu einem halbwegs guten Gleiter gemacht haben.
© S. Abramowicz / Dinosaur Institute, NHM
So könnte der Changyuraptor beim Gleiten ausgesehen haben.
In den letzten Jahren haben Paläontologen in China mehrere verblüffend vogelähnliche Dinosaurier entdeckt. Einer von ihnen ist der in der frühen Kreidezeit lebende Microraptor. Dieser flinke, kleine Raubdinosaurier trug bereits an allen vier Beinen und am Schwanz lange, dichte Federn. Viele Forscher vermuten deshalb, dass Microraptor nicht nur lief, sondern bereits als eine Art Vierflügel-Gleiter kleinere Strecken fliegen konnte.
Hearts

Freunde haben mehr genetisches Material gemeinsam als Fremde

So viele DNA-Übereinstimmungen wie bei einem Cousin vierten Grades
Freunde, Freundschaft
© freeimages
Freunde sind sich genetisch näher als mit Fremden
Genetische Nähe: US-Forscher haben herausgefunden, dass Freunde sich genetisch verblüffend ähnlich sind. Ihre Übereinstimmungen entsprechen denen eines Cousins vierten Grades - obwohl sie nicht miteinander verwandt sind. Offenbar wählen wir unbewusst diejenigen Menschen als Freunde aus, die auch genetisch zu uns passen. Wie das gelingt, ist allerdings noch rätselhaft, wie die Forscher im Fachmagazin Proceedings of the National Academy of Sciences berichten.

Wir teilen die gleichen Interessen, haben ähnliche Vorlieben, lachen über die gleichen Dinge und bewegen uns wahrscheinlich auch in ähnlichen Kreisen: Dass wir mit unseren Freunden viel gemeinsam haben, ist nichts Neues. Manchmal gleichen wir ihnen sogar im Typ - ähnlich wie dies bei vielen Ehepaaren der Fall ist. Nicholas Christakis von der Yale University und James Fowler von der University of California in San Diego haben nun erstmals untersucht, ob es auch in punkto Genetik mehr Gemeinsamkeiten mit Freunden als mit Fremden gibt.
Cow

Höhere Erkenntnisleistungen bei Nutztieren? Wenn Nutztiere von Menschen beobachtet werden, verändern sie ihr Verhalten

Werden Nutztiere von Menschen beobachtet, verändern sie ihr Verhalten. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie die zeigt, zu welchen höheren Erkenntnisleistungen diese Tiere fähig sind.
© Fir0002 / GFDL-1.2
Symbolbild: Hausziege.
Halle-Wittenberg/Dummerstorg (Deutschland) - Wie der Biologe Christian Nawroth vom Institut für Agrar- und Ernährungswissenschaften der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg als Ergebnis seiner Doktorarbeit in Kooperation mit dem Leibniz-Institut für Nutztierbiologie Dummerstorf im Fachjournal Animal Cognition (DOI: 10.1007/s10071-014-0777-5) aufzeigt, reagieren Zwergziegen deutlich auf die Aufmerksamkeit des Menschen.

In den Versuchen waren die Tiere zum Beispiel weniger aktiv und starrten länger, wenn der Experimentator seinen Kopf von den Tieren abgewandt hatte oder ihnen sogar den Rücken zudrehte. "Das deutet darauf hin, dass Zwergziegen die Rolle eines Menschen, und hier speziell dessen Aufmerksamkeitszustand ihnen gegenüber, im Kontext der Futtergabe interpretieren können", sagt Nawroth. Durch weitere Tests, in denen den Ziegen verschiedene menschliche Zeige- und Kopfgesten die Position einer versteckten Futterbelohnung anzeigten, konnte darüber hinaus nachgewiesen werden, dass Zwergziegen zwar in der Lage sind, zwischen verschiedenen Kopforientierungen eines Menschen zu unterscheiden, jedoch die Blickrichtung des Menschen alleine nicht als Informationsquelle bei der Futtersuche nutzen können.
Moon

Drei Super-Vollmonde: Der Erdtrabant kommt im Juli, August und September der Erde besonders nah

Am Samstag lohnt ein Blick in den Himmel. Denn der Vollmond ist an diesem Tag besonders groß, weil der Mond gerade den erdnächsten Punkt seiner Bahn passiert. Das Besondere daran: In diesem Jahr können wir einen solchen Super-Vollmond gleich drei Mal hintereinander bewundern: am 12. Juli, 10. August und 9. September.


Die Umlaufbahn des Mondes um die Erde ist nicht kreisförmig, sondern leicht elliptisch. Deshalb schwankt seine Entfernung von unserem Planeten zwischen rund 363.000 und 405.000 Kilometern. Befindet sich der Erdtrabant während eines Vollmonds in seiner erdnächsten Phase, dem Perigäum, erscheint er daher besonders groß. Im Juni 2013 war ein solcher Perigäums-Vollmond immerhin 14 Prozent größer und erschien 30 Prozent heller als alle anderen Vollmonde im Jahr.
Fireball

Objekt schamanischer Magie: Meteoritenfragment in mittelsteinzeitlicher Schamanen-Hütte entdeckt

Im Innern von Überresten einer mehr als 9.000 Jahre alten schamanischen Hütte nahe Bolków am Jezioro Świdwie (Neuendorfer See) in der Ueckermünder Heide in der polnischen Woiwodschaft Westpommern, haben Archäologen einen Meteoritenfragment entdeckt, das wahrscheinlich zu rituellen Zwecken verwendet und verehrt wurde.
© T. Galiński
Verschiedene Ansicht des in den Resten einer Schamanen-Hütte gefundenen Meteoritenfragments.
ZBolków (Polen) -Korrektur: In der ersten Version unserer Meldung beschrieben wir als Beifund des Meteoritenfragments eine "Magische Wand" aus Geweihen. Tatsächlich ist natürlich keine "Wand" sondern ein "Zauberstab" gemeint. Wir haben dieses Mißverständnis korrigiert.
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