Verborgene Geschichte
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Pharoah

Überraschungsfund: Archäologen entdecken Königsstatue und Götter-Reliefs in Kairo

Nilgott zwischen Müllbergen: Eigentlich hatten die Archäologen im Nordwesten Kairos nach den Mauern eines verschollenen Tempels gesucht. Doch stattdessen förderten sie Überraschendes ans Tageslicht: Zwischen Müllbergen und illegalen Häusern fanden sie eine große Königsstatue aus Rosengranit und sieben rund 2.400 Jahre alte Reliefs einer Nilgott-Prozession. Ein absoluter Grücksfall, wie die Forscher berichten.
© Universität Leipzig/ Dietrich Raue
Überraschungsfund: Etwa 2.400 Jahre alte Inschrift des Königs Nektanebo I.
Den altägyptischen Legenden nach sind an diesem Ort die Götter entstanden: Die Stadt Heliopolis war für die Ägypter schon im Alten Reich heilig. "Das ist der Ort, an dem laut ägyptischer Mythologie die Welt erschaffen wurde, das theologisch-religiöse Zentrum Ägyptens", erklärt Dietrich Raue von der Universität. Von den Tempeln dieses Ortes ist allerdings bisher kaum etwas ausgegraben.

Gemeinsam mit Zeichnern, Geoarchäologen Bauforscher und Archäologen des Ägyptischen Antikenministeriums hatten Raue und sein Team daher in den vergangenen Wochen in Heliopolis nach den Umfassungsmauern eines einst berühmten, aber verschollenen Tempels gesucht. Tatsächlich stieß das Team wie erhofft auf die mächtigen, etwa 17 Meter breiten und ebenso hohen Tempelmauern.

Kommentar:


People

Neandertaler "manipulierten" ihre Toten - Knochenbrüche und Schnittspuren gefunden

Nicht gerade pietätvoll: In Frankreich haben Archäologen Neandertaler-Überreste entdeckt, die nach dem Tod systematisch zerstückelt und geschlagen wurden. Auch von anderen Fundstellen in Europa sind solche posthumen Misshandlungen bekannt. Ob dies als Teil eines Rituals geschah oder es von Kannibalismus unter den Neandertalern zeugt, ist bisher allerdings rätselhaft.
© M.D. Garralda et al.
Postmortale Schnittspuren auf den Oberschenkelknochen des Neandertaler-Kindes
Lange Zeit war umstritten, ob die Neandertaler ihre Toten in besonderer Weise bestatteten oder sie einfach irgendwo ablegten. Doch in den letzten Jahren häuften sich die Hinweise auf echte Begräbnisse, vor allem durch Funde im französischen La Chapelle-aux Saints. Dort liegen die Skelette in Gruben, die vermutlich eigens für ihre Bestattung gegraben wurden, um sie vor Tieren und der Witterung zu schützen.

Doch eine neue Analyse von Funden in der Nähe von Marillac-le-Franc im Südwesten Frankreichs werfen nun ein anderes Licht auf die Bestattungs-Gepflogenheiten der Eiszeitmenschen. María Dolores Garralda von der Universität von Bordeaux und ihre Kollegen untersuchten die Knochen von zwei Neandertaler-Erwachsenen und einem Kind, die vor rund 57.000 Jahren an diesem Ort lebten.

Klare Spuren postmortaler Gewalt

Dabei stießen die Forscher auf mehrere Verletzungen und Schäden, die den Toten kurz nach dem Tod zugefügt worden sein mussten. Am Oberschenkelknochen des bei seinem Tod etwa zehnjährigen Kindes entdeckten die Forscher deutliche, eng nebeneinander liegende Schnittspuren, außerdem postmortale Brüche.

"Die Morphologie der Brüche deutet darauf hin, dass der Körper dieses Kindes kurz nach dessen Tod manipuliert worden ist", sagt Garralda. "Das rechte Bein erhielt eine Reihe von Schlägen, die den Femur brachen und die Schnitte sind eindeutig menschengemacht - diese Spuren stammen nicht von Tieren." Auch an den Knochen der beiden Erwachsenen fanden die Wissenschaftler ähnliche Spuren der postmortalen Misshandlung - Schnitte und Schlagverletzungen.

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Bug

Wissenschaftler bestätigen anhand von Mumien-Fund die Herkunft von Tuberkulose

Wie hat sich der Tuberkulose-Erreger entwickelt? Ein Mumienfund aus Ungarn zeigt, dass sich die Keime über Jahrtausende in Europa hielten. Infektionen aus dem 18. und 19. Jahrhundert gehen auf den gleichen Bakterienstamm zurück wie aktuelle Fälle.

Tuberkulose war einst eine der häufigsten Todesursachen in Europa: Im 18. Jahrhundert erlebte die weiße Pest einen ihrer Höhepunkte. Doch es war bisher nicht klar, wie heute auftretende Stämme des Erregers zu denen passen, die es damals gab. Auch ist nicht abschließend belegt, wann die Tuberkulose ihren Ursprung nahm. Ein Mumienfund in Ungarn hat jetzt neue Erkenntnisse über die Herkunft und Ausbreitung der tödlichen Infektionskrankheit in Europa erbracht.

Bild
© Hungarian Natural History Museum
Mumie in der Dominikaner-Kirche in Vac: Mikrobiologen konnten mittels DNA-Analysen in den Mumien aus dem 18. und 19. Jahrhundert teilweise Erreger gleich mehrerer Tuberkulose-Stämme nachweisen. Heute wird bei Patienten meist nur ein Erregerstamm identifiziert.

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Info

23 Jahre seit dem letzten schweren Erdbeben in Deutschland - Das Risiko bleibt auch wenn die Erinnerung verblasst

Vor genau 23 Jahren, am 13. April 1992, erschütterte ein Erdbeben Deutschland, Niederlande und Belgien, wie es seit Jahrhunderten nicht mehr beobachtet wurde. Mit Magnitude 5.9 das stärkste seiner Art seit (mindestens) 236 Jahren in Westdeutschland und angrenzenden Regionen. Schwere Schäden im Raum Aachen-Heinsberg, aber auch in Köln waren die Folge. Viele Menschen wurden verletzt, eine Person starb. Es hätte noch viel schlimmer kommen können. Wäre das Erdbeben am Tag passiert, wären mehr Menschen auf den Straßen gewesen und somit von herabfallenden Trümmern getroffen und verletzt worden. Zudem kommt eine vergleichsweise groß Tiefe. Ein flacheres Erdbeben wäre deutlich schlimmer gewesen.

© Unbekannt
Auswirkungen des Roermond-Erdbebens (1992) in Bonn
Fazit: Deutschland, die Niederlande und Belgien hatten Glück im Unglück.

Es war nicht das erste und nicht das letzte große Erdbeben in Deutschland. Nicht nur der Westen, auch andere Bundesländer sind stark erdbebengefährdet. Zum Beispiel die Region Albstadt, mit drei Starkbeben (Magnitude 6.1 1911, Magnitude 5.6 1943, Magnitude 5.7 1978) im letzten Jahrhundert. Aber auch alle Regionen entlang des Rheins, sowie Teile von Ostdeutschland, sind gefährdet. Kleinere Ereignisse, wie die Erdbebenserie südlich von Darmstadt, die Erdbeben in Düsseldorf und das Erdbeben bei Karlsruhe geben uns immer wieder ein Zeichen, dass Deutschland und seine großen Städte in naher Zukunft wieder von einem großen Erdbeben getroffen werden könnten, wie so oft in den vergangenen 1000 Jahren. Wo es einmal ein Erdbeben gab, wird es wieder Erdbeben geben. Dazu gehören auch Orte abseits der großen Deutschen Erdbebenregionen. Stellvertretend können hier Cottbus (Brandenburg), Bielefeld (NRW) und Rostock (Mecklemburg-Vorpommern) genannt werden.

Leider werden diese Zeichen immer wieder ignoriert. Deutschland ist ein Erdbebenland. Eines der wenigen weltweit, das unvorbereitet ist. Woanders finden in Schulen und Behörden regelmäßig Erdbebenübungen statt. Darunter unsere Nachbarn, Österreich und die Schweiz, aber auch weniger gefährdete Länder wie Südkorea. In Deutschland ist es anders. Hier wird die Gefahr größtenteils ignoriert. Zwar gibt es Übungen für Feuerwehr und andere Rettungsdienste, die Bevölkerung selbst bekommt aber nur wenig davon mit. Stattdessen wird in der Schule gelehrt, um aus eigener Erfahrung zu sprechen, dass es in Deutschland keine Erdbeben gibt, oder wenn, dann nur ganz kleine. Wenn denn das Thema überhaupt angesprochen wird.
Bei der Bauweise gibt es Richtlinien, die für “durchschnittliche” Erdbeben ausgelegt sind.

Kommentar: Kleinere Erdbeben sind in Deutschland gar nicht so selten:




Sherlock

Panama Landbrücke doch älter als gedacht und andere Ungereimtheiten der offiziellen Geschichtsschreibung

Meerenge zwischen Nord- und Südamerika schloss sich zehn Millionen Jahre früher

Folgenreiche Verbindung: Die Landbrücke zwischen Nord- und Südamerika könnte deutlich älter sein als bisher angenommen. Denn neue Gesteinsproben sprechen dafür, dass sich die trennende Meeresstraße schon vor 13 bis 15 Millionen Jahren schloss, statt erst vor rund drei Millionen Jahren. Das könnte erklären, warum sich Meeresströmungen und Fauna schon früher änderten, so die Forscher im Fachmagazin "Science".

Bild
© NASA/SRTM
Die Landbrücke zwischen Nord- und Südamerika heute
Bisher schien die geologische Faktenlage klar: Bis vor rund drei Millionen Jahren trennte ein tiefer Meeresarm, der Central American Seaway, die beiden Kontinente Nord- und Südamerika. Als Folge konnten Tiere nur sehr schwer von einer Landmasse auf die andere wechseln, zudem waren Atlantik und Pazifik miteinander verbunden - was sich auf ihre Strömungsmuster auswirkte.

Kommentar:


Robot

Säure in den Meeren führte zu Massensterben am Ende des Perm

Beim größten Massensterben brachte CO2 Wärme in die Luft und Säure ins Wasser. Für dessen Leben war Letzteres der finale Schlag.
© REUTERS (STRINGER/CHILE)
Vor 252 Millionen Jahren brach die Hölle los, 90 Prozent aller Tiere gingen zugrunde - die im Wasser traf es noch härter als die auf dem Land - , auch Pflanzen litten, das Massensterben am Ende des Perm war das größte von allen. Aber was brachte die Hölle? Manche setzen auf einen Asteroideneinschlag wie vor 65 Millionen Jahren, als die verschwanden, die vom Perm-Sterben profitierten, weil sie die Erde übernehmen konnten, die Dinosaurier. Aber auf einen Giant Impact deutet nichts.


Kommentar: Es wird oft vermutet, dass Meteoriten oder Asteroide alle paar Millionen Jahre auf die Erde einschlagen, und dass es sich dabei um seltene Einzelfälle handelt. Oder wie in diesem Artikel um große bis größere Asteroiden. Victor Clube und Paul Napier (aus ihrem Buch: The Cosmic Winter) untersuchten die Geschichte auf Meteoriten und andere Himmelskörper. Dabei sind sie auf relativ kurze Zyklen gestoßen, als Gesteinsbrocken auf die Erde einschlugen (ca. alle 3600 Jahre) und es sich oftmals um Schwärme handelt und kleine Himmelskörper. Die Autoren wiesen darauf hin, dass es nahezu unmöglich ist alle Gesteinsbrocken im All ausfindig zu machen, da sie sehr oft kein Licht reflektieren und mehr oder weniger einfach "schwarze Klumpen" sind. Das Beste Beispiel für den Einschlag vieler hunderttausende Himmelskörper ist dabei die Carolina Bay:

© unbekannt
Carolina Bay: wo ca. 500.000 Einschläge geschätzt werden.

Dafür deutet alles nach Sibirien, wo vor 250 Millionen Jahren gigantische Vulkanausbrüche tobten, die u. a. viel Kohlendioxid (CO2) freisetzten, das die Atmosphäre um sechs Grad aufwärmte, aber die Hitze kann nur einen Teil zum großen Sterben beigetragen haben: An Hitze leiden Tiere, Pflanzen nicht, solange nicht Dürre dazukommt. Eine andere Emission könnte ihnen mehr zugesetzt haben: Chlorwasserstoff vulgo Salzsäure. Die greift Ozon an, und wird von Vulkanen reichlich gespuckt, die Nasa bemerkte es anno 2000, als sie ein Messflugzeug durch die Wolke des Hekla in Island schickte.

Kommentar: In unseren Meeren geschieht momentan etwas ähnliches und es kann ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren vermutet werden:


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Rituelle Begräbnisstätte der alten Germanen entdeckt

Riesige Steinkreise, unversehrte Urnen, aufwändige Feldsteinsetzungen und ein tonnenschwerer Kasten samt Skelett: Landesarchäologen haben bei Schmölln ein Gräberfeld von in Brandenburg nie gekannten Ausmaßen entdeckt. Für die Archäologen ist es eine Sensation, denn der Fund ist von Grabräubern komplett verschont geblieben. Damit das so bleibt, haben sie den Fundort bislang geheim gehalten.

Es ist eine routinemäßige Voruntersuchung zu der die Archäologen im Juni 2014 an die Autobahn 11 nach Schmölln ausrücken. Das letzte Stück Reichsautobahn soll verschwinden und vor Ort ein sogenanntes Regenwasserrückhaltebecken errichtet werden. Monate vor Baubeginn blicken die Archäologen unter der Leitung von Rainer Bartel mit Hilfe der Geophysik ins Erdinnere.

Schnell ist Bartels und seinen Kollegen klar: In 10 bis 80 Zentimeter Tiefe schlummert ein hochspannender Fund. "Die anschließende Grabung wird keine normale sein. So etwas macht man nur einmal im Leben. Wir sind hier auf etwas Einmaliges gestoßen", erinnert sich Bartel an den Moment. Auf den Bildern, die das Georadar liefert, sind Feldsteinformationen riesigen Ausmaßes sichtbar und es besteht kein Zweifel, sie sind eindeutig von Menschenhand geschaffen.

Bild
© BLDAM
Das größte Rad der Ausgrabungsstätte zählt 2.500 Steine.

Heart - Black

Der vergessene irische Sklavenhandel in den USA: Die "weißen Sklaven" aus Irland und Sklaven-Zuchtprogramme mit Afrikanern

Die Geschichte des afrikanischen Sklavenhandels ist sehr gut dokumentiert und wird insbesondere in den USA umfangreich an Schulen gelehrt. Weniger bis überhaupt nicht bekannt ist jedoch die Geschichte der irischen Sklaven, die laut verschiedenen Quellen keineswegs besser behandelt wurden als ihre afrikanischen Leidensgenossen.
© Public Domain via Wikimedia Commons.
"HMS Owen Glendower" by Unknown, Royal Naval Museum
John Martin vom Center for Research and Globalization in Montreal schrieb in einem Beitrag, dass der irische Sklavenhandel begann, als Jakob II von England 30.000 irische Gefangene als Sklaven in die Neue Welt verkauft hatte. Gemäß seiner Proklamation von 1625 wurden irische politische Gefangene nach Übersee geschickt, um diese an englische Siedler in die Karibik zu verkaufen. Bis Mitte des 17. Jahrhunderts waren die meisten gehandelten Sklaven irischen Ursprungs.

In den 1650er Jahren wurden über 100.000 irische Kinder im Alter von 10 bis 14 Jahren ihren Eltern entrissen und als Sklaven nach Westindien, Virginia und New England verkauft. Im selben Zeitraum wurden weitere 52.000 Iren, meist Frauen und Kinder, nach Barbados und Virginia verschifft und weitere 30.000 irische Männer und Frauen wurden auf Auktionen an Höchstbietende verkauft.

Books

Kaum bekannt: Das Ausmaß der Vergewaltigungen am Ende des Zweiten Weltkriegs durch Soldaten der Alliierten

Es passiert im Kongo, es passiert im Irak und im Südsudan. Es passierte auf dem Balkan und im Zweiten Weltkrieg. Die massenhafte Vergewaltigung von Frauen gehört seit jeher zur finsteren Realität von Kriegen. Doch meistens wird dieser Teil der Barbarei verschwiegen. Und manchmal - so wie am Ende des Zweiten Weltkriegs in Deutschland − wird nur ein Teil davon erzählt, wenn überhaupt.
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Es ist der »korrekte Teil« sozusagen, in diesem Fall die von »animalischen Rotarmisten« in der späteren sowjetischen Besatzungszone begangenen Massenvergewaltigungen. Die Wahrheit ist: In den drei westlichen Zonen fanden solche Vergewaltigungen einmarschierender Truppen an deutschen Frauen ebenfalls statt.

Manchmal sogar tage- oder wochenlang, wie die Historikerin und Journalistin Miriam Gebhardt in ihrem Buch Als die Soldaten kamen auf einfühlsame Weise bedrückend darlegt.

 »Die Linse, durch die wir auf diese Zeit schauen, muss mal dringend geputzt werden«, stellt die Autorin in dem fesselnd geschriebenen Buch auf Basis ebenso geduldiger wie akribischer Archiv-Recherche fest. Dokumente zu den Gräueln an Frauen im und nach dem Krieg sind rar, musste Gebhardt feststellen. Und kaum jemand ist davon überrascht.

Doch Gebhardt hat herausgefunden, dass es vor allem Pfarrer waren, die in ihren Notizen am Ende des Zweiten Weltkrieges die Vergewaltigungen deutscher Frauen aufzeichneten. Denn viele der Opfer wandten sich damals an die Kirche und suchten in deren Räumen Unterschlupf.

Pyramid

Untergangene Hochkultur Gunung Padang in West-Java: Wurde hier die älteste Pyramide der Welt entdeckt?

Schon seit vielen Jahren ist Gunung Padang in West-Java als größte indonesische Megalithstätte bekannt. Der Geologe Danny Hilman Natawidjaja glaubt sogar, hier Überreste der ältesten Pyramide der Welt gefunden zu haben. Jetzt bekräftigt er seine These, während wiederholt Skeptiker auf den Plan treten und sowohl seine Theorie als auch seine Grabungsaktivitäten kritisieren.
© »Gunung Padang Site« by Mohammad Fadli - Own work
Gunung Padang, die größte indonesische Megalithstätte in West-Java
Dr. Danny Hilman Natawidjaja ist davon überzeugt: Ein ungewöhnlicher Hügel in der exotischen Landschaft von West-Java birgt die Relikte einer uralten Pyramide, erbaut in einer Epoche, die mindestens 9000 Jahre zurückliegt, vielleicht sogar über 20 000 Jahre, so vermutet der Forscher. Demnach wären die an diesem Ort entdeckten regelmäßigen Terrassen keinesfalls natürlich entstanden. Was hier zwischen Vulkanstümpfen, Teeplantagen und Bananenblättern aufragt, seien vielmehr Hinterlassenschaften einer einstigen Hochkultur. Fakt ist, dass diese Region viele megalithische Monumente zu bieten hat. Sie gilt als die größte derartige Anlage in Indonesien.

Holländische Kolonisten waren die ersten Europäer, die in neuerer Zeit wieder auf diese archäologische Schatztruhe aufmerksam wurden. Das war vor nunmehr ziemlich genau einem Jahrhundert, im Jahr 1914. Zumindest erwähnte damals die niederländische Antikenabteilung die Stätte in ihren Berichten. Ab dem Ende der 1970er-Jahre fanden dann umfangreichere archäologische Arbeiten in Gunung Padang statt.

Die Monumente liegen beim Dorf Karyamukti, rund 120 Kilometer südlich von Jakarta und 50 Kilometer südwestlich der Stadt Cianjur, unweit des Gede-Pangrango-Vulkans. Rund 900 Meter über dem Meer erheben sich am Gunung Padang mehrere Terrassen über 95 Meter Höhe, die von Steinwällen eingesäumt sind. Überall liegen lange, rechtwinklig begrenzte Blöcke aus dunklem Vulkangestein - Pfeiler aus Andesit, einem Vulkanit mittleren Siliziumdioxidgehalts.

Kommentar: Wie im Artikel angedeutet, ist es keine Seltenheit, dass auch archäologische Funde in bereits etablierte Konzepte passen müssen, die in den offiziell anerkannten Fachkreisen etabliert haben. Die menschliche Zivilisation scheint weit, weitaus älter zu sein als uns weisgemacht wird.