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Fr, 12 Feb 2016
Die Welt für Menschen, die denken

Verborgene Geschichte
Karte


Info

Stonehenge: Ruhestatt auch für Frauen in bedeutender gesellschaftlicher Stellung

© Terra Mystica
In der prähistorischen Anlage von Stonehenge haben Archäologen die gut erhaltenen Überreste von 14 Frauen entdeckt, von denen man annimmt, dass sie von hoher Stellung oder Bedeutung waren.

Wie die Forscher in der aktuellen Ausgabe von »British Archaeology« berichten, zeigen diese neuesten Grabungsfunde, dass in der jungsteinzeitlichen Megalithanlage scheinbar mehr Frauen als Männer bestattet wurden. Eine Tatsache, die das heutige Bild von Stonehenge verändern könnte. „Die Archäologie zeigt nun, dass, soweit es die Begräbnisse betrifft, Frauen genauso bedeutend wie Männer waren. Dies steht im Gegensatz zu früheren Grabhügeln, wo die Männer mehr im Vordergrund gestanden zu haben scheinen. Stonehenge ist außergewöhnlich und jemand der in Stonehenge begraben wurde, muss sehr wahrscheinlich in irgendeiner Weise etwas Besonderes gewesen sein. Entweder einen sehr hohen familiären Status genossen, über spezielle Fähigkeiten oder Wissen verfügt oder das Amt eines rituellen bzw. politischen Führers inne gehabt haben", erklärt Mike Pitts, Archäologe und Redakteur von British Archaeology.

Kommentar: Stonehenge offenbart immer wieder neue Überraschungen:


Blue Planet

Unerwartete Abstammungslinie: Vorstoß in menschenleeres Europa nach dem Ende der Eiszeit

Forscher sind auf die Spuren eines bedeutenden Bevölkerungswandels am Ende der Eiszeit gestoßen: Mit Wollnashorn und Mammut starb hier zu Lande vielleicht auch der Mensch aus.
Mit den Schöpfern der eindrucksvollen Höhlenmalereien von Lascaux oder Chauvet haben heutige Europäer wohl rein gar nichts mehr gemein. Denn die Kunstwerke entstanden Jahrtausende vor einer einschneidenden Wende, auf die Forscher nun bei der Analyse alten Erbguts gestoßen sind. Klimatisch turbulente Zeiten läuteten eine Umbruchphase ein, an deren Ende der Kontinent vielleicht sogar fast menschenleer zurückblieb.

Ice Cube

Rätselhafter Alaska-Tsunami nach Karfreitagserdbeben 1964: Weshalb traf es Chenega?

Mysteriöse Wogen zerstörten 1964 den Ort Chenega in Alaska. Schallwellen-Bilder des Meeresgrunds verraten nun endlich die Ursachen: Eine gewaltige Lawine - und fatale Stufen.

© AP
Folgen des Alaska-Bebens 1964: Warum traf es Chenega?
Das Erdbeben in Alaska am 27. März 1964 mit der Stärke von 9,2 war eines der heftigsten, die je gemessen wurden. Dank der Abgeschiedenheit der Region starben lediglich 169 Menschen beim sogenannten Karfreitagsbeben; vergleichbare Beben können an anderen Orten Hunderttausende Tote fordern.

Die Sachschäden erreichten nach heutiger Rechnung mehr als 2,3 Milliarden Dollar. Mehr als viereinhalb Minuten lang bebte es. Auch der Meeresboden wölbte sich, gefolgt von einem Tsunami, der Häfen überschwemmte.

In Anchorage, der größten Stadt Alaskas, gab es die meisten Schäden; neun Menschen starben dort. Am schlimmsten aber traf es den Ort Chenega am Prince William Sound. 23 der 75 Einwohner kamen ums Leben.

In seiner Umgebung allerdings gab es keine Schäden. Warum, so fragten sich Wissenschaftler seither, wüteten Tsunamis ausgerechnet in Chenega?

Meereskundler meinen nun, die Ursache gefunden zu haben. Am Meeresgrund vor Alaska entdeckten sie die Spuren einer gigantischen Unterwasserlawine.

In 120 bis 465 Metern Tiefe zeichne sich die Rutschung am Meeresboden ab, berichten Geoforscher um Danny Brothers vom Geologischen Dienst der USA, dem USGS, im Fachmagazin "Earth and Planetary Science Letters".

Kommentar:


Treasure Chest

Mittelalterlicher Schatz: Ehrenamtlicher findet über 2.000 Silbermünzen

»Einer der größten jemals in Brandenburg entdeckten Schatzfunde«

© Frank Slawinski / BLDAM

Der Silberschatzfund aus dem brandenburgischen Lebus besteht aus fast 2.200 Silbermünzen, die in einem Tongefäß im Boden verborgen waren.
Im Oktober 2015 entdeckte ein ehrenamtlicher Beauftrager des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege bei Lebus einen der größten Silberschatzfunde die jemals in Brandenburg geborgen wurden: Fast 2.200 Silbermünzen des 11. und 12. Jahrhunderts lagen in einem Tongefäß im Boden verborgen. Ende Januar wird der außergewöhnliche Fund erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

Frank Slawinski, lizensierter Sondengänger, hatte auf einem sonntäglichen Kontrollgang zunächst zahlreiche einzelne Münzen gefunden, bis er auf eine starke Konzentration stieß. Beim vorsichtigen Nachgraben wurde ihm klar, was er hier gefunden hatte und er verständigte sofort das Landesamt für Denkmalpflege. Wegen frischer Spuren illegaler Raubgräber in der Nähe bekam er den Auftrag zur sofortigen Bergung. Bei der amtlichen Nachgrabung zur genauen Dokumentation - eine Woche später - konnten noch der Topf selber und über 100 weitere Münzen sichergestellt sowie die genaue Lage dokumentiert werden.

Black Cat 2

Funde in China: Katzen wurden zweimal unabhängig voneinander domestiziert

Hatten die alten Chinesen andere Hauskatzen als wir heute? Offenbar. Vor rund 5000 Jahren stammten domestizierte Katzen in China wohl von der asiatischen Bengalkatze ab.
Heute sind alle unsere Stubentiger weltweit Nachkommen der Wildkatze (Felis silvestris), davon gehen Wissenschaftler seit geraumer Zeit aus. Das gilt aber offenbar nicht für domestizierte Katzen, die vor rund 5000 Jahren in China lebten. Wie Forscher nun zeigen konnten, stammten diese von der in Süd- und Ostasien verbreiteten Bengalkatze (Prionailurus bengalensis) ab. Hauskatzen wurde also höchstwahrscheinlich zweimal unabhängig voneinander an den Menschen gewöhnt: zum einen im Nahen Osten und ein zweites Mal in China. Allerdings scheint letztere Annäherung von Tier und Mensch nur von begrenzter Dauer gewesen zu sein, da alle heute in Ostasien lebenden Hauskatzen, wie andernorts auch, auf die Wildkatze zurückgehen.

Saturn

Tafeln belegen: Babylonier berechneten Planetenumlaufbahnen mittels Geometrie

© Trustees of the British Museum/Mathieu Ossendrijver
Ein Wissenschaftler der Humboldt-Universität (HU) in Berlin hat entdeckt, dass bereits die alten babylonischen Astronomen geometrische Methoden nutzten, um die Planetenbahnen zu berechnen - 1.400 Jahre bevor es die ersten Gelehrten in Mitteleuropa taten.

Wie der gebürtige Niederländer und Astrophysiker Mathieu Ossendrijver im Fachmagazin »Science« berichtet, konnte er in alten babylonischen Keilschrifttafeln aus der Zeit zwischen 350 und 50 v. Chr. deutliche Hinweise darauf finden, dass die damaligen Astronomen schon bereits eine weit entwickelte Geometrie benutzen, um Berechnungen der Planetenbahnen durchzuführen.

Auf den Keilschrifttafeln waren geometrische Trapeze abgebildet, die jedoch nicht als grafische Darstellung zu sehen waren, sondern eher als Worte eine Bedeutung zu haben schienen. Doch was die Tafeln nun tatsächlich an Informationen festhielten, war Ossendrijver zunächst ein Rätsel. Er erkannte in seinen vier zum Teil stark beschädigten Tafeln zwar einen Bezug zum Planeten Jupiter, doch thematisch wurde es mittels Linien getrennt und es erschien ihm nicht beweiskräftig genug, da eine Verbindung zu sehen. Schließlich galt die vorherrschende Auffassung, dass die babylonischen Astronomen zwar komplexe Berechnungen zur Ermittlung der Planetenpositionen ausübten aber dazu Zahlen und Tabellen nutzten. Dass sie nicht nur diese arithmetische Methoden sondern auch geometrische Formen anwendeten, war bislang nicht bekannt.

Kommentar: Astronomische Forschung wurden im Altertum mehr betrieben und entwickelt, als wie wir gemeinhin annehmen. Und das nicht ohne Grund:

  • Entschlüsselt: Die Tontafel die davon erzählt, wie ein Asteroid vor 5000 Jahren Sodom vernichtete



Holly

Studie: Einige unserer bekannten Märchen reichen bis in die Steinzeit zurück

© Borisblue/Wikimedia Commons
Einige beliebte Märchen könnten möglicherweise schon Tausende von Jahren alt sein. Zu diesem Schluss kamen Forscher an der Durham University in England und New University of Lisbon in Portugal, als sie die statistischen Zusammenhänge zwischen dem Wortlaut analysierten, der in den populären Märchen verwendet wurde und den gängigen Sprachen der Menschen, die im alten Europa und Asien lebten.

Wie die Forscher im Fachjournal »Royal Society Open Science« berichten, hat ihre Analyse von 275 auf Fantasie basierenden Geschichten aus einer Datenbank von über 2.000 Volksmärchen ergeben, dass viele Geschichten, von denen wir glauben, dass sie »modernen« Köpfen entsprungen wären, tatsächlich teilweise bis in die Steinzeit zurückdatiert werden konnten. So könnten zum Beispiel die berühmten Märchen »Die Schöne und das Biest«, »Rotkäppchen« und »Rumpelstilzchen« über Tausende von Jahren von Generation zu Generation überliefert worden sein.

Kommentar: Märchen könnten noch weit ältere Wurzeln haben als die hier genannten 6000 Jahre:
  • Menschheitsgeschichten - Die Urahnen der großen Mythen



Radar

Rätsel um verschollenes U-Boot aus dem 1. Weltkrieg gelöst: Das Wrack wurde jetzt überraschend vor Norfolk gefunden

Im Januar 1915 verschwand ein deutsches U-Boot der U-31-Klasse in der Nordsee. Nun ist sein Schicksal geklärt: Es sank vor Norfolk.
© Fugro / ScottishPower Renewables
Am 13. Januar 1915 verließ ein U-Boot der Klasse U-31 seinen Stützpunkt in Wilhelmshaven für eine Routinepatrouille in der Nordsee. Es sollte seine letzte Fahrt werden: Wenig später kollidierte es wahrscheinlich mit einer Seemine vor der englischen Küste und sank. Doch erst 101 Jahre später klärte sich das Schicksal der 35-köpfigen Besatzung - im Rahmen einer Machbarkeitsstudie für einen Offshore-Windpark im Meer. Das gaben die zukünftigen Betreiber ScottishPower Renewables (SPR) und Vattenfall in einer Presseerklärung bekannt. Mit Hilfe von Sonartechnologie haben die beteiligten Wissenschaftler den Meeresgrund auf einer Fläche von 6000 Quadratkilometern abgetastet und kartiert. Dabei stießen sie auf rund 60 Wracks, von denen die meisten jedoch bekannt waren - mit Ausnahme des unerwarteten U-Boots.

Pumpkin 2

Ablagerungen isländischer Vulkanausbrüche in nordostdeutschem See gefunden

Präzisere Bestimmung regionaler Klimaänderungen in der Vergangenheit
© Sabine Wulf, GFZ
Mikroskop-Aufnahme eines vulkanischen Aschepartikels, das vom Ausbruch der Dyngjufjöll Vulkanregion im Nordosten Islands vor ca. 11.000 Jahren stammt (Askja-S-Ausbruch).


Ascheablagerungen von isländischen Vulkanausbrüchen wurden in den Sedimenten des Tiefen Sees im Naturpark Nossentiner-Schwinzer Heide in Mecklenburg-Vorpommern gefunden. Damit lassen sich Klimaänderungen während der letzten 11.500 Jahre präziser datieren. Ein internationales Team von Geowissenschaftlern unter Leitung des Deutschen GeoForschungsZentrums GFZ konnte Spuren von insgesamt acht Vulkanausbrüchen auf Island nachweisen, von denen sechs genau identifiziert werden konnten. Der älteste Ausbruch fand vor 11.400 Jahren statt, der jüngste geschah 1875 und ist auch in historischen Dokumenten beschrieben.


Jahresgeschichtete Ablagerungen in Binnenseen eignen sich hervorragend als Geoarchive zur Einordnung natürlicher Klimaschwankungen in der Vergangenheit. Achim Brauer vom GeoForschungsZentrum erläutert die besondere Bedeutung der jetzt identifizierten Asche-Ablagerungen: »Partikel von drei der im Tiefen See identifizierten vulkanischen Aschen wurden auch 500 km weiter östlich in einen See in Polen gefunden. Damit ergibt sich erstmals die Möglichkeit einer jahrgenauen Synchronisierung der Seeablagerungen, so dass selbst geringfügige regionale Unterschiede im Klimawandel der Vergangenheit erkannt werden können. Mit diesen Informationen werden bessere Abschätzungen zukünftiger regionaler Auswirkungen des derzeitigen Klimawandels möglich.«

Kommentar:


Info

Hygiene in der Antike: Was sich neben den alten Römern noch so in ihren Bädern tummelte

Aquädukte, Brunnen, Bäder - die alten Römer gelten als besonders hygienisch. Doch archäologische Funde zeigen ein ganz anderes Bild.

© CC BY-SA 2.5
Römische Mädchen im Bad
Die Gallier aus den Asterix-Comics sind nicht dafür bekannt, die römische Kultur hoch zu schätzen. Doch mit einer zivilisatorischen Neuerung können die rebellischen Dorfbewohner sich anfreunden: Als Häuptling Majestix es im Band "Der Avernerschild" nach üppigen Wildschweingelagen mit der Leber bekommt, wird er zur Kur in ein Thermalbad geschickt. Die Frage ist aber, ob der Krieger sich damit einen Gefallen getan hätte. Denn obwohl die Badekultur der Römer noch heute als medizinischer Fortschritt bewundert wird, scheint sie der Gesundheit der antiken Europäer kaum geholfen zu haben, erklärt der britische Archäologe Piers Mitchell im Fachblatt Parasitology.

Der Forscher der Universität Cambridge hat archäologische Funde römischer Ruinen in ganz Europa genauer ausgewertet. Im Boden von antiken Latrinen, in versteinertem Kot oder in Grabkammern lassen sich Überreste der Parasiten finden, die das Volk vor 2000 Jahren plagten. Die Inventur fällt erschreckend aus: Spulwürmer, Peitschenwürmer, Ruhramöben, Saugwürmer, Flöhe, Bettwanzen und unzählige Läuse-Arten fühlten sich in den römischen Städten wohl - trotz Neuerungen wie Aquädukten, fließendem Wasser aus Leitungen, öffentlichen Brunnen und Toiletten.

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