Verschiedene Studien mit Kindern zeigten, dass eine ausgeglichene Vitamin-D-Aufnahme Karies reduzieren kann. Da Vitamin D mithilfe von Sonnenstrahlen in der Haut gebildet wird, lassen diese Ergebnisse darauf schliessen, dass es einen Zusammenhang zwischen der ansteigenden Ausbreitung von Karies und den veränderten Gewohnheiten von Kindern in der heutigen Zeit gibt. Wie können Sie sich und Ihr Kind vor Vitamin-D-Mangel und damit auch vor Karies schützen?
Zahnarzt, Karies

Vitamin D gegen Karies
Vitamin-D-Mangel bei Kindern

Vitamin D ist für viele verschiedene Funktionen im menschlichen Körper verantwortlich. Mithilfe von Sonnenlicht kann der Körper Vitamin D ganz einfach selbst herstellen und so Krankheiten, die mit einem Vitamin-D-Mangel zusammenhängen vermeiden. Doch dazu muss die Haut natürlich auch genügend Sonne bekommen, was nicht funktioniert, wenn man sich kaum im Freien aufhält oder die Haut stets mit Sonnencreme vor der Sonnenstrahlung bewahren will.

In vielen europäischen Ländern verbringen (nicht nur) die Kinder immer weniger Zeit an der frischen Luft. Die Gewohnheiten der Menschen haben sich immer mehr dahin entwickelt, den Grossteil der Zeit im Haus zu verbringen - sei es im Büro vor dem Computer oder zu Hause dem Fernseher. Vor allem im Winter, wenn es kalt draussen ist, spielen die meisten Kinder nur selten im Freien. Im Sommer sieht das zwar noch etwas anders aus, doch dann werden die Kleinen meist mit Sonnencreme eingerieben, wenn sie aus dem Haus gehen. Dieses Verhalten kann jedoch zu einem Vitamin-D-Mangel führen.

Vitamin-D-Mangel und Karies

Eine Publikation von Dr. Philippe P. Hujoel, die im Fachmagazin Nutrition Reviews veröffentlicht wurde, belegte nun, dass es tatsächlich einen Zusammenhang zwischen Vitamin-D-Mangel und Karies bei Kindern gibt. Dr. Hujoel analysierte für seine Arbeit die Ergebnisse aus 24 klinischen Studien, die im Zeitraum zwischen den früheren 1920er Jahren bis in die späten 1980er Jahre mit mehr als 3000 Kindern durchgeführt wurden. In all diesen Versuchsreihen wurde getestet, welche Auswirkungen höhere Vitamin-D-Werte bei Kindern haben. Dazu wurden die Versuchspersonen entweder künstlicher UV-Strahlung ausgesetzt, oder ihnen wurde Vitamin D in Form von Nahrungsergänzungsmitteln oder als Kabeljau-Öl zugeführt. Die Ergebnisse dieser 24 Studien fasste Dr. Hujoel zusammen und brachte sie auf einen Nenner.
Mein Hauptziel war es, die Datensätze der unterschiedlichen Studien zusammenzufassen, und danach einen neuen Blick auf die Thematik Vitamin D und Karies zu wagen,
erklärte er in einer Pressemitteilung.

Dr. Hujoel von der Universität in Washington war jedoch nicht der erste Wissenschaftler, der feststellte, dass Vitamin D die Ausbreitung von Karies stoppen kann. Bereits in den 1950er Jahren kamen die American Medical Association und der US National Research Council gemeinsam zu dem Schluss, dass Vitamin D tatsächlich nützlich dafür sei, Zahnkaries zu reduzieren. Dennoch drang dieses wertvolle Wissen über die positiven Auswirkungen von Vitamin D auf die Zahngesundheit nie bis in die breite Bevölkerung vor. Auch Zahnärzte informieren ihre Patienten eher nicht darüber, dass Vitamin D den Zähnen zugutekommt.

Auch Dr. Michael Hollick, Professor für Medizin am Boston University Medical Center, erklärte gegenüber der Presse, dass die Ergebnisse der Universität in Washington die Wichtigkeit von Vitamin D für die Zahngesundheit bestätigen:
Kinder, die einen Mangel an Vitamin D aufweisen, haben in der Regel schlechte Zähne, ein unterentwickeltes Gebiss und sie sind anfälliger für Karies.
Viatmin D für gesunde Knochen und Zähne

Vor allem werdende oder junge Eltern sollten sich darüber bewusst sein, dass Vitamin D essentiell wichtig für die Gesundheit ihrer Kinder ist. Vitamin D sorgt dafür, dass sowohl Zähne als auch Knochen besser mit Mineralien versorgt werden.

Zudem weisen weitere Untersuchungen darauf hin, dass ein Vitamin-D-Mangel im Zusammenhang mit der Entstehung vieler Krankheiten steht. In verschiedenen Studien wurde beispielsweise ein Vitamin-D-Mangel mit Brustkrebs, rheumatischer Arthritis und einem höheren Herzerkrankungsrisiko in Verbindung gebracht. Einen Mangel an Vitamin D sollte daher unbedingt vermieden werden.

Ausreichende Vitamin-D-Versorgung

Wie bereits erwähnt ist Sonnenlicht die natürliche Quelle für Vitamin D. Wer jedoch keine Zeit hat, um genügend Sonne tanken zu können oder wer an einem Ort lebt, an dem (vor allem im Winter) wenig die Sonne scheint, hat auch noch Alternativen, um sich ausreichend mit Vitamin D zu versorgen.

Gerade in den sonnenarmen Monaten kann auch die Sonnenbank helfen, den Vitamin-D-Spiegel im Körper zu erhöhen. Neue Solarien liefern mittlerweile einen ausgewogenen UVA/UVB-Mix. Sonnenbänke sollte man jedoch nur gezielt einsetzen und es damit auf keinen Fall übertreiben

Neben dem Solarium kann auch ein Vollspektrum-Leuchtkörper zu Hause eingesetzt werden, um mehr Vitamin D im Körper zu bilden. Allerdings sollte man sich beim entsprechenden Licht-Hersteller nach einem Nachweis erkundigen, dass mit Hilfe seiner Lampen die Vitamin-D-Produktion wirklich aktiviert wird.

Man kann Vitamin D auch zu einem gewissen Teil über die Nahrung aufnehmen. Makrele, Lachs und Eigelb sind Lebensmittel mit einem hohen Vitamin-D-Gehalt. Beim Fischverzehr sollte man jedoch grundsätzlich sicherstellen, dass dieser nicht aus belasteten Gewässern stammt.

Eine weitere Möglichkeit, den Körper ausreichend mit der Vitamin D zu versorgen, stellt die Einnahme von Vitamin-D3-Kapseln dar. Auf diese Weise kann man dem Körper gezielt jene Vitamin-D3-Menge zuführen, die er benötigt. Vitamin-D3-Kapseln sollten vor allem in den Wintermonaten genommen werden. Im Sommer kann man die Vitamin-D-Supplementierung fortführen, wenn man wenig Zeit unter freiem Himmel verbringt oder wenn man aufgrund von sehr empfindlicher Haut stets einen Sonnenschutz verwenden muss.

Ältere Menschen und Schwangere brauchen mehr Vitamin D

Ältere Menschen sollten besonders auf ihre Vitamin-D-Versorgung achten, da die Vitamin-D-Bildung in der Haut mit dem Alter nachlässt. Auch Schwangere und stillende Frauen haben einen erhöhten Vitamin-D-Bedarf. Wenn in dieser Lebensphase Aufenthalte in der Sonne nicht möglich sind, sollte gegebenenfalls eine Nahrungsergänzung durch Vitamin-D3-Kapseln mit einem Therapeuten besprochen werden.

Quellen: