Nach der mörderischen Vergewaltigung einer 23-Jährigen in Indien protestieren die Menschen erneut gegen die Tat - indem sie auf der Straße tanzen. „One billion rising“ nennt sich die Aktion gegen Gewalt, die heute weltweit für Aufsehen sorgt.
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„Das ist eine Bewegung aller gesellschaftlichen Teile - von allen Frauen, die unterdrückt werden“, sagte Organisatorin Kamla Bhasin. Allein am Parlament in der Hauptstadt Neu Delhi tanzten 2000 Menschen zusammen eine Choreografie. Weitere Aktionen gab es etwa in Lucknow, Mumbai, Bhopal und Hyderabad.

Die Inderinnen sind ein Teil der weltweiten Bewegung „One Billion rising“ (Eine Milliarde steht auf). Sie demonstrieren für Gleichberechtigung und gegen Gewalt. In Indien erzeugten sie nach der jüngsten Protestwelle in Folge der Gruppenvergewaltigung mit ihrem Tanz eine besonders hohe Aufmerksamkeit. „Jeder Vergewaltiger kommt aus unseren Familien“, sagte Bhasin. „Die sind nicht aus dem Internet heruntergeladen.“

Flash Mobs in Australien

Die Zahl eine Milliarde wurde in Anlehnung an eine UN-Studie gewählt, die davon ausgeht, dass weltweit eine Milliarde Frauen im Laufe ihres Lebens geschlagen oder vergewaltigt werden. Die US-Autorin Eve Ensler, die das Buch „Vagina-Monologe“ verfasste, ist eine der Initiatorinnen der Aktion „One Billion Rising“. Die Veranstaltung wurde auf den Valentinstag verlegt, an dem in vielen Ländern die romantische Liebe gefeiert wird.

Zum Programm gehörte eine symbolische Beisetzung des Patriarchats und der Frauenverachtung in einer Trabantenstadt von Neu Delhi, Gurgaon. In Australien gab es Flash Mobs, in Singapur liefen Aktivistinnen mit schwarzen Ballons durch ein Kaufhaus, um auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen.


spa/dpa/AFP