Mike McConnel, Koordinator für die amerikanischen Geheimdienste, arbeitet derzeit an Plänen, die es den Diensten erlauben sollen, ihre Kontrolle über das Internet global und total auszubauen. Diese Planungen, die nicht einmal George Orwell in seinem Buch »1984« voraussehen konnte, sollen sämtliche Datenströme umfassen, die in Form von E-Mails, übertragenen Dateien und Suchanfragen auftreten. Eines der Ziele des Vorhabens sind die Datenbanken der großen Suchmaschinen wie Google, da diese die Nutzungsdaten über einen Zeitraum von eineinhalb Jahren vorrätig halten müssen.
Wanze im Großformat? Insofern der Computer am »Netz« hängt, ist die Vertraulichkeit von Daten und die Anonymität des Surfverhaltens nicht mehr sichergestellt.Im Prinzip geht es darum, aus Gründen der »allgemeinen Abwehr von Terrorgefahren und Cyberattacken«, die beispielsweise erst kürzlich einen amerikanischen Energieerzeuger lahm legten, Möglichkeiten in die Hand zu bekommen, das Internet als Daten- und Ermittlungsraum zu nutzen. Das Ganze entspricht, sollten sich McConnels Entwürfe durchsetzen, einer völligen Aufgabe des Schutzes der Privatsphäre im Cyberraum. In die reale Wirklichkeit übertragen entspräche diese Art von Kontrolle einer 24-Stunden-365-Tage-Rundumobservation einer Person inklusive der Ausspähung intimster Details - oder, wenn man so will, einem elektronischen Gefängnis.
Aus McConnels Umgebung verlautbarte, dass man mit Widerstand seitens der öffentlichen Meinung rechne, sollten die Planungen in Form von Gesetzesvorschlägen Gestalt annehmen.
Dabei ist heute schon klar, dass gesetzlich nur das festgeschrieben werden soll, was die US-Dienste bereits jetzt mehr oder weniger klammheimlich realisieren: die totale Überwachung.
Jeder Experte weiß: anonymes Surfen im Netz ist für Otto Normalverbraucher nicht mehr als ein Wunschtraum. Viele Internetnutzer sind sich der Gefahren, die im Cyberraum auf sie warten, nicht bewusst. Einerseits nehmen kriminellen Delikte zu, die es zu bekämpfen gilt, andererseits werden aber auch aufgrund vorhandener Gesetzeslücken scheinbar legal millionenfach Daten von Nutzern gespeichert, abgeglichen und Persönlichkeitsprofile entworfen. Diese Datensammelwut, die ohne Zustimmung der jeweiligen Nutzer erfolgt und für die oft keinerlei gesetzliche Grundlage existiert, ist für Geheimdienste, Großunternehmen, Behörden und auch kriminelle Organisationen von größtem Interesse. Man hört zwar ab und zu von verantwortlicher Seite, die Daten seien sicher und es finde kein Missbrauch statt, doch zeigt sich immer wieder, dass solcherlei Beschwichtigungen unglaubhaft sind. Man erinnere sich in diesem Zusammenhang an die Panne bei AOL im Jahre 2006, als die Daten von mehreren hunderttausend Nutzern einfach im Weltnetz auftauchten.
Für Internetnutzer, die wenigstens einen kleinen Prozentsatz ihres »Userverhaltens« für sich behalten und den dabei zu treibenden Aufwand gering halten wollen, empfiehlt sich aktuell die Verwendung der Suchmaschine ixquick. Diese ist nicht nur leistungsfähiger als die Konkurrenz, sondern auch sicherer (für weitere Informationen siehe
www.ixquick.com). So kann der mündige Bürger wenigstens etwas Vorsorge treffen, um den Vertretern eines Orwellschen Überwachungssystems die Arbeit nicht allzu einfach zu machen. Ob er mittelfristig die totale Kontrolle abwehren kann,
bleibt ohnehin zu bezweifeln angesichts der heutigen technischen Möglichkeiten und der Lethargie vieler Bürgerinnen und Bürger, die nicht sehen (wollen), auf was die westliche Welt zusteuert.
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