Ein Komet oder Asteroid schlug vor circa 2.200 Jahren ins heutige Deutschland ein, was zur Entfesselung von Energien vergleichbar mit einigen tausend Atombomben führte, wie Wissenschaftler am Freitag berichteten.

Krater Chiemgau
© Chiemgau Impact Research Team
Der größte Krater im Chiemgau-Bereich in Bayern ist der mit Wasser gefüllte Tuttensee, in der Nähe von Marwang. Der Tüttensee hat 1,200 Fuß im Durchmesser, aber der ursprüngliche Krater könnte doppelt so groß gewesen sein.


Der Felsen mit einem Durchmesser von 1,1 Kilometer schlug ins südöstliche Bayern ein, was ein „außerordentliches Feld“ von Meteoriten- und Einschlagskratern hinterließ, der vom Städtchen Altötting bis zu einem Gebiet um den Chiemsee reicht, berichteten Wissenschaftler in der neuesten Ausgabe des amerikanischen Magazins Astronomy.

Durch die Kollision mit der Erdatmosphäre mit einer Geschwindigkeit von mehr als 43.000 km pro Stunde, brach dieser Fels aus dem All vermutlich in einer Höhe von 70 Kilometer auseinander.

Der größte Brocken schlug mit einer Energie, die 106 Millionen Tonnen TNT, oder 8.500 Hiroshima-Bomben entspricht auf dem Boden auf.

„Der Wald unterhalb des Einschlages geriet vermutlich sofort in Brand, bis die Druckwelle des Einschlages diese Feuersbrunst ausblies“, sagten die Wissenschaftler.

„Staub könnte in die Stratosphäre gelangt sein, wo er auf einfache Weise um den Globus transportiert worden wäre ... Die Region muss für Jahrzehnte vollständig verwüstet gewesen sein.“

Der größte Krater ist nun ein runder See mit dem Namen Tüttensee, der einen Durchmesser von 370 Meter aufweist.

Zahlreiche kleinere Krater und andere Meteoriteneinschläge können in einem elliptischen Umfeld gefunden werden, die von anderen Trümmern erzeugt wurden.

Die Studie wurde vom Chiemgau Impact Research Team geführt. Unter den fünf Mitgliedern sind ein Mineraloge, ein Geologe und ein Astronom. [...]

Zusätzliche Hinweise kommen von lokalen Funden von keltischen Artefakten, welche auf einer Seite verkohlt zu sein scheinen.

Dies half dabei, den Einschlag auf einen Zeitraum zwischen 480 und 30 v. Chr. zu datieren.

Diese Spanne kann noch weiter auf etwa 200 v. Chr. verfeinert werden, wenn Baumring-Daten von erhaltenen irischen Eichen mit einbezogen werden, die ein vermindertes Wachstum um das Jahr 207 v. Chr. zeigen.

Dies könnte durch einen Staubschleier in der Atmosphäre hervorgerufen worden sein, der das Sonnenlicht filterte.

Zusätzlich berichten römische Autoren zu jener Zeit über Steinschauer, die vom Himmel fielen und die Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzten.

Dieses Objekt war vermutlich eher ein Komet als ein Asteroid, angesichts der Länge der Ellipse und des verstreuten Schuttes, führt der Bericht weiter aus.

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