
Damit soll sie dem Landeroboter Philae folgen, den Rosetta nach zehnjähriger Reise im vorigen November auf Komet Tschuri abgesetzt hat. Philae war erst nach mehreren Hüpfern an einem schattigen Ort zum Stehen gekommen. Nachdem er etwa 60 Stunden auf dem Kometen in Betrieb war, hatte sich der Lander wegen Strommangels am 15. November 2014 abgeschaltet. Rosetta hingegen begleitet den Kometen seit ihrer Ankunft und schickt stetig neue Daten.
Am 14. Juni schließlich ist Philae aus seinem Winterschlaf erwacht und hat seitdem mehrere Datenpakete zur Erde übertragen. Die Wissenschaftler der Mission planen derzeit, weitere Experimente mit dem Lander auf der Kometenoberfläche durchzuführen.
Im August wird Tschuri seinen sonnennächsten Punkt erreichen. Sonde und Lander sollen während Tschuris Annäherung an das Zentralgestirn beobachten, wie der Komet sich unter der Sonneneinstrahlung verändert. Ob Rosetta wirklich landen können wird, lasse sich erst danach beurteilen, sagte Missionsmanager Patrick Martin. Bei der Annäherung an die Sonne wird es heißer auf dem Kometen, die technischen Geräte werden dadurch besonders beansprucht.
Dass die Mission verlängert wird, feiern die Wissenschaftler als großen Erfolg, unabhängig davon, ob Rosetta nun auf Tschuri landen wird oder nicht. "Das sind fantastische Neuigkeiten für die Wissenschaft", sagt ESA-Wissenschaftler Matt Taylor. "Wir werden in der Lage sein, die abnehmende Aktivität des Kometen zu beobachten, wenn er sich wieder von der Sonne entfernt."
In den letzten Monaten haben Wissenschaftler anhand der bereits vorliegenden Daten Zusammensetzung und Struktur des Kometen eingehend untersucht und neue Hinweise auf seine Entstehung gewonnen. Neben Erkenntnissen über Tschuri selbst erhoffen sich die Forscher von der Mission Informationen über die Frühzeit des Sonnensystems und über die Herkunft des Wassers auf der Erde.



Kommentare von Lesern
für unseren Newsletter an