Das mit der Aufmerksamkeit hat schon mal geklappt. Gleich massenweise wurde auf dem Nachrichtendienst Twitter am Montag ein Thema diskutiert: Amazons Nazi-Zug. Um seine neue Serie "The Man In The High Castle" zu promoten, hatte der Onlineversender Busse und U-Bahn-Waggons mit Symbolen versehen, die an die deutsche Naziherrrschaft während des zweiten Weltkriegs in Europa erinnern soll.
Freiheitsstatue mit Hitlergruß
© DPAFreiheitsstatue mit Hitlergruß: Mit diesem Plakat bewirbt Amazon seine neue Serie
In der Serie, die seit Freitag bei Amazon Börsen-Chart zeigen in den USA verfügbar ist und auf einem Buch des Science-Fiction-Autors Philip K. Dick (Das Orakel vom Berge) basiert, haben Nazis die Herrschaft über weite Teile der USA übernommen.
42nd St #shuttle covered w. Nazi and Japanese imperial signs inside & outside cars. Riders seem to not notice pic.twitter.com/m9fCzwIpI9

— Katherine Lam (@byKatherineLam) 23. November 2015
Der Onlinehändler setzt nicht ohne Grund große Hoffnungen in das Projekt. Schließlich stieß die unter anderem von Ridley Scott produzierte Pilotfolge beim Publikum auf große Begeisterung. Auf Dicks Büchern beruhen Erfolgsstreifen wie Blade Runner, Total Recall und Minority Report.

Zuvor hatte Amazon bereits mit Plakaten in der Stadt, in denen die Freiheitsstatue den Arm zum Hitlergruß hebt, für Irritation gesorgt.


Allerdings zeigten sich auch viele über die Aktion verärgert. "Hey Amazon , als Jüdin würde ich lieber nicht in so einem Zug fahren", twitterte eine Nutzerin. Andere kritisierten die Werbeaktion als "unmenschlich" und "abstoßend". Andere hingegen sprachen wiederum von einem Geniestreich.

Reaktionen, die die Amazon-Verantwortlichen angesichts des gewählten Werbeformats wohl einkalkuliert haben. Einen Ruf als besonders politisch korrektes Unternehmen hat der Onlinehändler ohnehin nicht zu verlieren. Aufmerksamkeit für die neue Serie und neue Prime-Abonnenten zu generieren scheint für das Unternehmen schon eher ein lohnendes Ziel zu sein.