Die Türkei steckt in einer Sackgasse, die Unterstützung des Westens ist ihr nicht garantiert, es besteht ein potentielles Kriegsrisiko unter Teilnahme „des Irans und, was noch schlimmer ist, Russlands“, wie Konstantin Kossatschjow, Chef des Auswärtigen Ausschusses des Föderationsrates, gegenüber der Agentur RIA Novosti erklärte.
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Kossatschjow äußerte, bei der türkischen Führung entstehe die Versuchung, ihren Einsatz zu erhöhen und mit Unterstützung der Saudis zu einer direkten Aggression überzugehen.
„Die Türkei sollte allerdings wissen, dass die Unterstützung des Westens nicht garantiert ist (dort setzt man auf Verhandlungen, eine Zuspitzung passt nun gerade gar nicht - Anm. d. Red.). Es besteht das Risiko eines vollwertigen Krieges - mit der potentiellen Teilnahme des Irans und, was noch schlimmer ist, Russlands, welches seine Stärke sowie die Bereitschaft und Fähigkeit, diese anzuwenden,
bereits unter Beweis gestellt hat“, betonte der Senator.
Zudem werden die syrischen Streitkräfte, die mit Unterstützung Russlands handeln,
allen Grund haben, beliebigen Kräften, die einer türkischen Aggression entgegentreten, umfangreiche Unterstützung zu erweisen, merkte der Senator an.
„Die Handlungen der Türkei sind in vielem mit einer Sackgasse zu erklären, in der sich die Führung befindet. Die Sackgasse wurde durch das Fiasko des Hauptziels ausgelöst - das Assad-Regime zu stürzen und die
kurdische Bevölkerung dieses Landes zu unterdrücken. Das erste Ziel nennen Ankaras westliche Bündnispartner nicht mehr als Hauptziel, das zweite Ziel war für sie nie ein Ziel gewesen“, bemerkte Kossatschjow. Statt des syrischen Regimes könne nun Aleppo fallen, „und das wird praktisch zum Übertreten des Rahmens der syrischen Prozesse durch die Türkei bedeuten“, fügte er dem hinzu.
Und das betreffe dann vor allem die Kurden, den wohl stärksten Akteur im Raum, sagte Kossatschjow weiter. „Und wenn man den Kurden Waffen gibt - Russland hatte mehrmals erklärt, dass es das bisher nicht tue, aber niemand hindert Syrien und den Irak daran - dann werden diese Kräfte zum ernsthaften Hindernis für die
Pläne der Türkei werden, und das selbst ohne ein direktes Eingreifen der Russischen Föderation. Bis hin zu einem eigenen Partisanenkrieg im Osten der Türkei“, vermutet der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Föderationsrates.
„Zu glauben, diese Logik werde unweigerlich zum Krieg führen, ist nicht richtig. Aber leider hängt vieles, wenn nicht alles, davon ab, wie weit (der Präsident der Türkei Tayyip - Anm. d. Red.) Erdogan persönlich die Türkei führen wird.
Und das ist das Gefährlichste. Denn hier entscheidet zu 90 Prozent der subjektive Faktor einer Person“, sagte der Parlamentarier.
Und deshalb stehe laut Kossatschjow eine schwierige Arbeit bevor, in der die
bekannte euroatlantische Solidarität der Nato keinen Platz haben dürfe und in der in einem Punkt die Interessen Russlands, der USA und der Europäischen Union zusammentreffen müssen. „Objektiv treffen sie bereits zusammen. Aber es bedarf noch des Willens und des Wunsches der Spitzenpolitiker, dies anzuerkennen und zur Tat zu schreiten“, resümierte er.
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