Terroralarm in Brüssel: Bei einer Polizeiaktion im Stadtteil Forest (auch: Vorst) im Süden der belgischen Hauptstadt haben bislang unbekannte Täter offenbar mit Sturmgewehren auf Polizisten gefeuert. Bei einer Durchsuchung seien Schüsse auf die Beamten abgefeuert worden, bestätigte ein Polizeisprecher. Die Ermittlungen vor Ort standen demnach im Zusammenhang mit den Anschlägen von Paris. Französischen Medien zufolge handelte es sich um einen gemeinsamen Anti-Terror-Einsatz französischer und belgischer Ermittler. Das Innenministerium in Paris bestätigte die Beteiligung französischer Ermittler.
Drei Beamte wurde bei dem Vorfall leicht verletzt. Augenzeugen zufolge sollen der oder die Schützen das Feuer mit Kalaschnikows eröffnet haben und anschließend über die Dächer geflohen sein. Eine Zeugin sprach bei CNN von etwa 30 Schüssen aus einem Schnellfeuergewehr. In lokalen Medienberichten hieß es, zwei Verdächtige seien auf der Flucht. Der Einsatz dauert zur Stunde noch an.
Die Sicherheitskräfte sind mit einem Großaufgebot vor Ort: Anwohner zufolge sperrten die Behörden nicht nur einen einzelnen Straßenzug, sondern riegelten den gesamten Stadtteil mit gepanzerten Fahrzeungen und schwer bewaffneten Einsatzkräften ab. Das Gebiet wird durchsucht. Einheiten des belgischen Militärs unterstützen die Polizei und deren Spezialeinsatzkräfte. Bilder aus Brüssel zeigen Scharfschützen von Polizei und Armee, die auf den Dächern rund um den Tatort in Stellung gingen. Über der Stadt kreisen Hubschrauber auf der Suche nach verdächtigen Bewegungen.
Dass die Ermittler vor Ort nach neuen Hinweisen auf die Paris-Attentäter suchten, legt einen terroristischen Hintergrund nahe. Bislang jedoch liegen die Motive der Schützen von Brüssel noch vollkommen im Dunkeln. Ob es sich bei den geflüchteten Schützen tatsächlich um gesuchte Terroristen handelt, ist noch offen. Die belgische Polizei hat sich bislang noch nicht zu den Details der Ermittlungen geäußert.
Doch schon der Verdacht auf mögliche Zusammenhänge mit den Terroranschlägen von Paris lässt Experten aufhorchen: In Brüssel - und auch in der französischen Hauptstadt Paris - wurden umgehend die Sicherheitsmaßnahmen an öffentlichen Einrichtungen verstärkt, wie n-tv Frankreich-Korrespondentin Elke Büchter berichtete.
Suche nach flüchtigem Paris-Attentäter?
In Paris hatten militante Islamisten im vergangenen November bei einer Reihe koordinierter Attacken insgesamt 130 Menschen getötet. Zu der schwersten Anschlagsserie in der Geschichte Frankreichs bekannte sich die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS).
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Einer der mutmaßlichen Haupttäter von Paris, Salah Abdeslam, befindet sich vier Monate nach der Mordserie immer noch auf der Flucht. Er soll nach Angaben französischer Behörden aber nicht Ziel der Durchsuchungsaktion in Forest gewesen sein.
Einige der Attentäter lebten vor den Anschlägen im Brüsseler Brennpunktviertel Molenbeek und waren den Sicherheitsbehörden bekannt. Terrorismus-Experten halten es für möglich, dass Abdeslam versucht haben könnte, in der belgischen Islamistenszene unterzutauchen. Seit Mitte November wurden in Belgien elf Verdächtige im Zusammenhang mit den Pariser Anschlägen festgenommen, acht von ihnen sitzen derzeit noch in Untersuchungshaft. Nach dem Salah Abdeslam, der in Molenbeek aufwuchs, wird weiterhin gefahndet.
Molenbeek liegt im Westen der Brüsseler Innenstadt. Der Stadtteil Forest - formell eine der 19 Stadtgemeinden, aus denen sich die belgischen Hauptstadt zusammensetzt - liegt rund vier Kilometer südlich von Molenbeek. In Paris war eine Durchsuchungsaktion bei der Fahnung nach den Haupttätern der Anschläge vom 13. November eskaliert,
Quelle: n-tv.de , mmo/AFP/dpa




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