In einem Kommentar, der am Dienstag in der israelischen Tageszeitung Israel HaYom erschien, drängte der frühere Minister der Arbeitspartei Uzi Baram die israelische Führung, der Bevölkerung reinen Wein darüber einzuschenken, mit was sie zu rechnen habe, wenn der erwartete Angriff auf den Iran tatsächlich stattfände.

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Besonders bemerkenswert ist der folgende Satz aus dem Artikel:
 »Ich bin vor Kurzem zu dem Schluss gekommen, dass sich die Staatsführung entschieden hat, [den Iran] anzugreifen.« 
Ein vertrauenswürdiger Freund berichtete mir, Baram habe dies von einem engen Vertrauten Ehud Baraks erfahren. Barak hat mit anderen Worten damit begonnen, seinen engsten Freunden mitzuteilen, Israel werde einen Krieg beginnen.

Bevor ich diese Information erhielt, ging ich davon aus, die Gefahr eines israelischen Angriffs läge bei 70 zu 30. Jetzt denke ich, sie liegt eher bei 85 zu 15.

Ein weiterer interessanter Aspekt des Artikels von Baram befasst sich mit den wirtschaftlichen Folgen eines solchen Angriffs. Auch wenn er auf Argumente und Formulierungen zurückgreift, die denjenigen vertraut sind, die sich mit den Warnungen Meir Dagans zu diesem Thema auseinandergesetzt haben, konzentriert sich Aram in seinem Kommentar vor allem auf die wirtschaftlichen Aspekte.

Er warnt, ein Angriff werde dazu führen, dass ausländische Investoren nicht länger in Israel investieren würden und die blühende Tourismusbranche einen herben Rückschlag erleiden werde:
 »Jeder Israeli sollte sich darüber klar sein, dass nichts mehr so sein wird wie zuvor ... Es bedeutet das Ende des heutigen Israels ... Die Folgen sind kein Geheimnis. Wenn wir angreifen, werden die Iraner es mit gleicher Münze heimzahlen. Die westliche und die muslimische Welt, einschließlich der Verbündeten des Iran und seiner Feinde, werden den ›Belagerungsring‹ um uns verstärken.« 
Letztlich erklärt Baram, Israel werde einer Politik des Boykotts, der Ausgrenzung und von Sanktionen ausgesetzt sein. Dabei würden moralische Argumente gegen das Besatzungsregime, wie sie die derzeitigen Forderungen etwa nach Boykott untermauern, nicht im Vordergrund stehen.

Diesmal werde diese Politik der Ausgrenzung durch einen weitaus stärkeren Impuls angetrieben: die Empörung über das aggressive Vorgehen Israels gegenüber dem Iran.